Sehnsuchts-Trip Sankt-Lorenz-Strom: Eine Rundreise über New York, Niagara, Thousand Islands, Montreal, Québec, Halifax und Bar Habour
Von Ute Fischer und Bernhard Siegmund
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Buchvorschau
Sehnsuchts-Trip Sankt-Lorenz-Strom - Ute Fischer
Ein Buch aus dem
Redaktionsbüro Fischer + Siegmund
In den Rödern 13
64354 Reinheim
Fotos: Fischer (25), Siegmund (24)
Wikipedia (3)
Das Buch wurde nach bestem Wissen zusammengestellt. Für die Richtigkeit der beschriebenen Angaben wird keine Gewähr übernommen
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Wie alles begann
Abreise
New York JFK
Manhattan, ein Wiedersehen
Columbus-Circle
Die Fifth Avenue
New York von oben
Tag 2
Die Entdeckung Kanadas
Die Eroberer
Erstes Ziel Niagara
Busfahrt durch Niemandsland?
Mittagessen in Corning
Buffalo
Wein aus Ontario
Tag 3
Niagara-Fälle
Niagara-on-the-Lake
Der Ontariosee
Toronto
Am Parlamentsgebäude von Ontario
Tag 4
Indian Summer
Der Vater Kanadas
Das 18. Jahrhundert
Prince Edward County
Kingston
Very british
Zu den Thousand Islands
Boldt Castle – eine Liebesgeschichte
Thousand Island-Dressing
Singer Castle
Provinz Quebec
Französische Kolonien
Die französische Provinz Quebec
Die Busreise geht zu Ende
Montreal
AIDADiva
Die AIDADiva
Tag 5
Ausflug in Montreal
Ein paar Infos zu Montreal
Montreals Geschichte
Zur Metro
Mont Royal
Seenotrettungsübung
Ein bisschen Nazi-Historie
Die Bord-Restaurants
Bezahlung
Der Wellness-Bereich
Quebec-City
Tag 6
Ankunft im Hafen
Battlefield Park
Nationalpark Abraham
Die Quebec-Brücke
Basilika de Sainte-Anne-de-Beaupré
Winter im Sankt-Anna-Land
Ile D`Orléans
Le Moulin de Saint-Laurent
Chute-Montmorency
Fazit am 2. Tag auf der AIDA
Tag 7
Ahornsirup
Frühstück im Bellavista-Restaurant
Deutsche Auswanderer für Kanada
Schiffsbesichtigung
Mittagessen mit Suzanne
Tag 8
Gerangel im Theatrium
Boston
Die Sache mit der Tea-Party
Pläne für Boston
Fein essen
Neu-Schottland
Wein in Nova Scotia
Tag 9
Halifax
Die Geschichte von Halifax
Die Titanic
Noch ein großes Unglück
Schreck der G7 in Halifax
Lunenburg
Die Anglikanische Kirche St. Johannes
Schnapsschmuggler
Mahone Bay
Peggy‘s Cove.
Lucy the Lobster
Tag 10
Einwanderungsprozedere für Bar Harbour.
Maine
Mount Dessert
Abbe-Museum
Tag 11
Tag 12
Tag 13
Metropolitan Museum of Art (Met)
Abschied in Raten
Tag 14
Stadtrundfahrt
Vorwort
Dies ist kein übliches Reise-Buch. Zwar waren wir als Reisejournalisten Jahrzehnte lang unterwegs, geübt in Reiserecherche und Reisereportagen. Doch diese Geschichte ist eine private, nicht unbedingt objektiv, sondern eher sehr subjektiv, wie man eben private Reisen empfindet. Das spiegelt sich wider in den Flops und Tops, die wir erlebten. Kurz: Wir haben uns als Reisende selbst aufs Maul geschaut, uns selbst zugehört und unsere Gefühle reflektiert, ohne Rücksicht auf irgendjemanden und irgendetwas, außer auf uns selbst.
Sankt-Lorenz-Strom ist bereits das vierzehnte Buch dieser Reihe. Wenn wir von Reisen heimkehren, suchen wir immer nach einer erschöpfenden Antwort auf die Frage: „Wie war`s?" Wer selbst reist, weiß, dass es darauf keine einfache, vor allem kurze Antwort geben kann. Klar. Schön war`s. Und aufregend. Und ganz anders, als erwartet. Das alleine wäre aber ein ärmliches Fazit und könnte nicht einmal ansatzweise beschreiben, wie unsere Sankt-Lorenz-Strom-Reise verlief. Fahren Sie doch einfach mal selbst hin!
Wie alles begann
Die Reise zum Sankt-Lorenz-Strom war schon lange Zeit ein Sehnsuchtsziel. Genau genommen, seit mir jemand in Patagonien vorschwärmte, dass man von Hamburg über den großen Teich und dann den Sankt-Lorenz-Strom aufwärts bis Chicago fahren könne. Immer wieder suchte ich nach diesem Reiseangebot. Auch unser örtliches Reisebüro wurde nicht fündig. Durch Zufall sah ich in einer Zeitschrift ein Angebot, allerdings für die umgekehrte Richtung. Egal! Ich buchte uns sofort ein. Wir kamen auf die Warteliste. Nach einigen Wochen wurden wir wieder gestrichen. Ausgebucht. Aus der Traum!
Aber dann, eines Abends, als ich versuchte, mit Karstadt-Coupons Schnäppchen zu besorgen, finde ich auf der Rückseite des Coupons dieses Angebot: Sankt-Lorenz-Strom, über New York, Niagara, Toronto, Montreal, Halifax, Boston und zurück nach New York. Nebenbei: Diese Reise kostete auch nur die Hälfte. Wir beraten uns und buchen noch am gleichen Abend. Am nächsten Tag erhalten wir auch sofort eine Bestätigung, allerdings nicht von Karstadt, sondern von Bavaria-Reisen. Aber egal. Wir sind happy, dass es nun doch geklappt hatte. Man offeriert uns als Inhaber einer Karstadt-Kundenkarte zusätzlich die Abendeinladung ins Restaurant „View". Da wussten wir noch nicht, dass dies wirklich ein außergewöhnliches Restaurant hoch über den Dächern von Manhattan sein würde. Den einzigen Wermutstropfen schlucken wir tapfer hinunter: Das Schiff gehört zur AIDA-Flotte. Darauf wollten wir eigentlich nie, nie fahren. Soviel also zur Vorgeschichte.
Eine wilde Nacht liegt hinter uns. Der schon vor zwei Tagen angekündigte Sturm tobt als gefühlter Orkan um unser Haus. Die außen unter dem Schlafzimmerfenster seit Jahrzehnten gestapelten Bretter und Holzlatten vibrieren, als wolle sie der böige Luftstrom umsortieren. Es klingt nach Klappern von Fensterläden, obwohl wir gar keine haben. Vermutlich hageln die letzten Äpfel vom Baum, wirbeln Körbe und Eimer über die unbezaunte Nachbargrenze. Alle Stunden werde ich wach in dieser kurzen Nacht. Wecken um 4.00 Uhr.
Abreise
Die meisten Flieger von Frankfurt starten am Vormittag. 8.35 Uhr – das klingt einigermaßen zivil. Aber: drei Stunden vor Abflug sollen wir am Counter stehen. Dorthin muss man erst mal kommen aus Reinheim im Odenwald. Gut, es ginge der erste Bus nach Darmstadt. Aber dazu muss der Koffer erst mal den Berg hoch zur Bushaltestelle bugsiert werden. Ich bestelle stattdessen ein Taxi für 4.50 Uhr zum Hauptbahnhof Darmstadt. Motto: Wir können die Kohle nicht mitnehmen.
Der für 5.32 Uhr Abfahrt avisierte Airliner-Bus zum Flughafen steht schon da und fährt bereits um 5.15 Uhr los. Na gut, das schenkt uns reichlich Zeit am Flughafen für die Personenkontrolle mit dem Handgepäck. Aber eigentlich hätten wir eine Stunde länger schlafen können.
Noch um 8.15 Uhr sitzen wir im Gate-Wartebereich. Die mädchenhafte Crew in ihren bekannt bunten, sehr eng anliegenden Kleidchen befindet sich bereits seit einer halben Stunde an Bord. Richtig: Singapore Airlines. Wir starren noch immer aus den großen Terminalfenstern auf den Einsteigfinger und hin und herfahrende Lieferwägelchen. Wir sehnen uns nach dem Einstieg, um uns endlich in die Sitze fallen zu lassen und die Augen schließen zu können. Zum soundsovielten Mal werden Reisende einer geschlossenen Reisegruppe namentlich aufgerufen. Um 8.30 Uhr endlich: Ready for boarding.
Diesmal geht es in das obere Deck der doppelstöckige A380-800. Das sieht etwas mehr nach einem normalen Flugzeug aus, weil man die obere Rundung des Rumpfs erkennt. Das größte je in Serienfertigung gebaute zivile Verkehrsflugzeug nimmt maximal 868 Passagiere auf. Bei Singapore Airlines etwas weniger, weil beispielsweise im vorderen Teil des oberen Stockwerks zwölf komfortable Suiten eingerichtet sind. Tatsächlich richtig kleine Appartements mit Schlafkoje und allem Komfort. Neid? Dazu bin ich viel zu müde.
Wir schieben uns durch die Gänge, neun Plätze in jeder Reihe. Es dauert. Wir wünschen uns eine Gute Nacht und beschließen, die Mahlzeit zu verschlafen. Aber der Steward weckt uns gnadenlos. Wir trösten uns, dass die 6.200 Kilometer nach New York noch genug Zeit zum Schlafen lassen, andererseits nicht so lange dauern, wie unser letzter Flug nach Buenos Aires. In schlappen achteinhalb Stunden werden wir da sein.
New York JFK
Der John F. Kennedy International Airport gilt vor Newark und La Guardia als größter Verkehrsflughafen im Großraum New York. Er liegt 24 Kilometer östlich von Manhattan im Stadtteil Jamaica des Stadtbezirks Queens. Im weltweiten Vergleich liegt er auf Platz 22.
Von früheren Ankünften kennen wir die riesige Ankunftshalle mit kilometerlangen – Übertreibung! – von Gurten eingeteilten Laufstraßen, durch die sich die Ankommenden diszipliniert schleusen lassen. Wir werden in drei Kategorien eingeteilt: Citizen – New York-Bürger –, Einreisende mit neuem ESTA-Visum und solche mit verlängertem ESTA; es gilt zwei Jahre. Unseres war schon abgelaufen. An einer Säule steht, dass in New York ungefähr 800 Sprachen gesprochen werden. Mittagszeit! Die meisten der Kontroll-Stellen sind nicht besetzt, obwohl doch bekannt sein müsste, dass gerade jetzt mehrere Großflugzeuge gleichzeitig landen. So dauert es gefühlt eine Stunde, bis wir jeweils einzeln beim Officer antanzen, Finger-und Handabdrücke in einem Softscanner hinterlassen und fotografiert werden. Ja, wir sind Touristen. Sage an diesem Schalter niemals, dass du Journalist bist; sonst dauert deine Ankunft viel länger.
Eine zartgliedrige Wienerin holt uns sieben Leutchen ab. Wegen der Rushhour brauchen wir etwa eine Stunde zum Hotel. Sie nutzt die Busfahrt für ein paar Informationen über New York: 2018 waren 62 Millionen Touristen hier. Wir fahren unter der neuen Hochbahn-Trasse auf Stelzen entlang. Der neue weiße Air-Train soll künftig Manhattan mit allen New Yorker Flughäfen verbinden. Vorbei an Flushing Maedows. Der große Park wurde anlässlich der Weltausstellung 1939/1940 angelegt. Auch die Weltausstellung 1964/1965 fand hier statt. Wir kennen den Namen nur, weil hier jährlich die US Open, eines der größten Tennisturniere ausgetragen wird. Neu für uns ist., dass die englische Bezeichnung Flushing vom niederländischen Vlissingen kommt. Und das uns NL-Fans, die wir wenigstens sechs Bücher über die Niederlande verfasst haben und Vlissingen natürlich kennen. Wieder `was gelernt.
Vorbei an ALDI-Petco – da geht es um Produkte für Haustiere – folgen mehrere Riesen-Friedhöfe, die offensichtlich nicht mehr benutzt werden, weil es hier nur Grabsteine und keine Grabhügel gibt. Vor uns taucht nun das neue World Trade-Center
