Todesursache Vernichtung durch Arbeit: Die Erinnerung darf nicht sterben
()
Über dieses E-Book
Die zahlreichen Mahnmale, Gedenkstätten, Grab- und Gedenksteine erinnern nicht nur an den Kampf und Leidensweg Tausender Häftlinge in den Konzentrationslagern und ihren Außenkommandos, sondern auch an den Leidensweg der Fremdarbeiter und Kriegsgefangenen in Deutschland.
An konkreten Bezugspunkten der regionalen Geschichte werden Verbindungen zur NS-Vergangenheit aufgezeigt. Wo, wenn nicht hier, ist eine anschauliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit unseres Landes möglich und das ganz im Sinne des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, der sagte: Erinnerung darf nicht enden, sie muss auch künftigen Generationen zur Wachsamkeit mahnen.
Ernst-Ulrich Hahmann
Oberstleutnant a.D., geb. 1943 in Ellrich am Südharz, lebt in Bad Salzungen, Ausbildung als Dreher, danach Laufbahn eines Artillerieoffiziers. Während der Wendezeit Einsatz als Kreisge-schäftsführer beim DRK Bad Salzungen. Anschließend in hessischen und bayrischen Sicherheits-firmen in unterschiedlichen Funktionen tätig. Zwei Mal verheiratet. Verwitwet. Drei Kinder - acht Enkel - drei Urenkel. Nach der Wende Fernstudium Schule des Großen Schreibens an der Axel Andersson Akademie in Hamburg. Jetzt im Ruhestand. Geht seinen Hobbys nach. Schreibt jeden Tag mindestens eine Stunde und trainiert regelmäßig im Fitness Studio. Gründungsmitglied des Literaturkreises Bad Salzungen. 45 Veröffentlichungen unterschiedlichsten Genres (auch als E-Book). Drei Bücher als Ghost Writers geschrieben.
Andere Titel in Todesursache Vernichtung durch Arbeit Reihe ( 4 )
Todesursache - Vernichtung durch Arbeit: Außenkommandos des KZ Buchenwald im Kali-Werra-Revier Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTodesursache - Vernichtung durch Arbeit: Einsatz Kriegsgefangener und Fremdarbeiter im Kali-Werra-Revier Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTodesursache - Vernichtung durch Arbeit: SS-Arbeitslager Erich / Gedenkort Ellrich Juliushütte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTodesursache Vernichtung durch Arbeit: Die Erinnerung darf nicht sterben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Mehr von Ernst Ulrich Hahmann lesen
Lyrisches: Liebe, Leidenschaft, Glück, Wahres, Besinnliches Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHeilende Hände - Heilende Klänge: Energiemassage für Körper, Geist und Seele Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRitter vom Frankenstein Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBuntes Allerlei: Wahres; Geschichtliches: Sagenhaftes; Schicksalhaftes; Esoterisches Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLausbuben: Geschichten und Erzählungen aus der Kinderzeit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Hund: Der beste Freund und helfer des Menschen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBücherpräsentation Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie St. Johanniskirche in Ellrich: Höhen und Tiefen, Licht und Schatten eines evangelischen Gotteshauses Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWeihnachtszeit: Geschichten, Erzählungen, Gedichte, Besinnliches zum Fest Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEs gibt eine wunderbare Kraft ...: Realität, Phantastik oder Wirklichkeit / Der Schlüssel zum Glück Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUnter der Knute Stalins: Aus dem Leben eines Wolgadeutschen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnlich wie Todesursache Vernichtung durch Arbeit
Titel in dieser Serie (4)
Todesursache - Vernichtung durch Arbeit: Außenkommandos des KZ Buchenwald im Kali-Werra-Revier Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTodesursache - Vernichtung durch Arbeit: Einsatz Kriegsgefangener und Fremdarbeiter im Kali-Werra-Revier Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTodesursache - Vernichtung durch Arbeit: SS-Arbeitslager Erich / Gedenkort Ellrich Juliushütte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTodesursache Vernichtung durch Arbeit: Die Erinnerung darf nicht sterben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnliche E-Books
Menschen im weltweiten Widerstand gegen das deutsche Naziregime: Eine soziologische Untersuchung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVerschwiegene Erbschaften: Wie Erinnerungskulturen den Umgang mit Geflüchteten prägen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWeltmeister im Schatten Hitlers: Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Partei ruft: Die braunen Jahre Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenErben der Nazis: Autobiographische Beobachtungen eines Zeitzeugen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSpiel auf Zeit: NS-Verfolgte und ihre Kämpfe um Anerkennung und Entschädigung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGedächtnislandschaft Tirol: Zeichen der Erinnerung an Widerstand, Verfolgung und Befreiung 1938–1945 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein Weg, Herr Oberbürgermeister, ist schon bestimmt: Judenverfolgung in Freiberg 1933 - 1945 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenErdmanns Deutschland: Über Bonn nach Berlin Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie entschlossene Generation: Kriegsenkel verändern Deutschland Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenChronologie der Friedensinitiativen in den beiden deutschen Staaten von 1945 bis 1955 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGEWALT, GIER UND GNADE: Der KZ-Kommandant Adolf Haas und sein Weg nach Wewelsburg und Bergen-Belsen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie unbewältigte Niederlage: Das Trauma des Ersten Weltkriegs und die Weimarer Republik Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVernichtung durch Arbeit: Kali-Werra-Revier und das KZ Buchenwald Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWohin treibt unsere Republik?: Wie Deutschland links und grün wurde Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNationale Hoffnung und konservative Enttäuschung: Zum Wandel des konservativen Nationenverständnisses nach der deutschen Vereinigung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVerschleppung Jugendlicher aus Ostpreußen 1945: Gerhard Schirrmacher - Betroffener und Zeitzeuge Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZweite Karrieren: NS-Eliten im Nachkriegsdeutschland Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIrmgard Rode (1911-1989): Dokumentation über eine Linkskatholikin und Pazifistin des Sauerlandes Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGlaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst: Wie man Manipulationen durchschaut Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Weg der Deutschen: Band II: Deutschland im Zwanzigsten Jahrhundert Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRechte Gewalttaten in Deutschland: Aufarbeitung und Gedenken im lokalen Kontext Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen1870/71: Die Geschichte des Deutsch-Französischen Krieges erzählt in Einzelschicksalen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZum 80. Todestag von Adam Kuckhoff: Ein kleines Familiengedenkbuch Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZu wandeln die Zeiten: Erinnerungen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie versklavte Nation Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer (Un-)Vergessene Widerstand: Die Helden des Alltags, Das tägliche Überleben im antifaschistischen Widerstand Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIdeologie und Herrschaftsrationalität: Nationalsozialistische Germanisierungspolitik in Polen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWiderstand und Glaube: Ein Briefwechsel 1957-1959 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Sozialwissenschaften für Sie
Warum lernst du kein Deutsch ?! Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Duft der Zeit: Ein philosophischer Essay zur Kunst des Verweilens Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Lexikon der Symbole und Archetypen für die Traumdeutung Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Die Welt der Commons: Muster gemeinsamen Handelns Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Narrativ vom »großen Austausch«: Rassismus, Sexismus und Antifeminismus im neurechten Untergangsmythos Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSexualität und Gesellschaft: Warum sexuell freizügige Gesellschaften langfristig scheitern Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGroßerzählungen des Extremen: Neue Rechte, Populismus, Islamismus, War on Terror Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUnverfügbarkeit Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Schlagfertigkeitstechniken für Anfänger: Grundlagen und Techniken der Schlagfertigkeit lernen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAfter Woke Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie menschliche Stimme als Ausdruck der Persönlichkeit: Eine transzendentale Phänomenologie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Erfindung der Esoterik: okkult, spirituell und mysteriös Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWu Wei: Die Kunst des Handelns, ohne zu handeln Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWie Faschismus funktioniert Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas ist Deutschland!: Eine Landeskunde für alle Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Hass. Von der Macht eines widerständigen Gefühls Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas große Latrinum: Ich wollte schon immer Latein lernen. Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAuf dem Weg zu einer Neuen Aufklärung: Ein Plädoyer für zukunftsorientierte Geisteswissenschaften Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFucking Germany: Das letzte Tabu oder mein Leben als Escort Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Radikale Zärtlichkeit. Warum Liebe politisch ist Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Lexikon der Tabubrüche: Grenzüberschreitungen von AfD bis Zoophilie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWie weiter mit ... ?: Adorno, Arendt, Durkheim, Foucault, Freud, Luhmann, Marx, Weber Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen1001 Ideen für den Alltag mit autistischen Kindern und Jugendlichen: Praxistipps für Eltern, pädagogische und therapeutische Fachkräfte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWir informieren uns zu Tode: Ein Befreiungsversuch für verwickelte Gehirne Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Todesursache Vernichtung durch Arbeit
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Todesursache Vernichtung durch Arbeit - Ernst-Ulrich Hahmann
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Aktionen gegen Faschismus und Krieg
Zeichen der Solidarität und des Widerstandes in den SS-Lagern in Ellrich
Die Opfer des Faschismus mahnen
Die Erinnerung darf nicht sterben.
Auf Spurensuche
„Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"
Ergänzende Dokumentation
Aktionen gegen Faschismus und Krieg
„Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"
Abkürzungen
Quellenverzeichnis der Bilder
Benutzte und weiterführende Literatur
Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur einmal gegeben, und er muss es so nutzen, dass ihn später sinnlos vertane Jahre nicht qualvoll gereuen, die Schande einer unwürdigen nichtigen Vergangenheit ihn nicht bedrückt und das er sterbend sagen kann, mein ganzes Leben, meine ganze Kraft habe ich dem Herrlichsten auf der Welt - dem Kampf für die Befreiung der Menschheit - gegeben.
(Nikolai Ostrowski)
Vorwort
Die Erinnerungen an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus sind ein lebendiger Prozess. Sie müssen es auch bleiben, denn sie sind ein Merkmal für das öffentliche Bewusstsein, für den Ernst und die Wahrhaftigkeit des Erinnerns und Gedenkens.
Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus war schwierig, aber möglich. Er endete für die handelnden Personen oftmals mit Verhaftungen, Folter, Verurteilung und Tod. Trotzdem wagten es Menschen, dem Unrechtsregime zu widersprechen und sind mutig diesen Weg gegangen. Es gab aber auch welche, wenn es auch nur wenige waren, die versuchten den Nationalsozialismus zu beseitigen.
Nach der Machtergreifung Hitlers bildete sich in Deutschland eine organisatorisch und politisch äußerst uneinheitliche Widerstandsbewegung heraus. Die Kommunisten versuchten sich als Untergrundbewegung zu organisieren, scheiterten jedoch. Vielfach wurde der Kampf vom Exil aus fortgesetzt.
Ansätze zu gemeinsamem Widerstand zeigte sich auch früh in Kontakten zwischen Sozialdemokraten und Gewerkschaften aller Richtungen.
Vergessen wir dabei nicht die zahlreichen aktiven und passiven Kämpfer gegen die Nazis, die von dem Grundmotiv beseelt waren „Der braune Spuk muss verschwinden!" Sie gehören zu jenen Bürgern, die sich durch das faschistische System nicht unterkriegen ließen. Viele von ihnen standen nicht im Licht der Öffentlichkeit, obwohl ihr Handeln ein großes Risiko darstellte und viel Mut verlangte. Für sie war es selbstverständlich zu helfen.
Die leiseste, selbst im privaten Umfeld geäußerte Kritik an Hitler, seiner Ideologie, seinem Handeln oder seinen Plänen war lebensgefährlich. Die Gestapo versuchte die Gedanken der Bürger bis in die Familie hinein zu kontrollieren.
Wer von der Illusion frei ist, dass die Politik eines Staates sich von den Interessen zu lösen vermöge, denen zu dienen seine Aufgabe ist, den überrascht es nicht, dass die Vergangenheitsbewältigung in der einstigen sowjetischen Besatzungszone, der ehemaligen DDR anders erfolgte als in der BRD.
Dies sah wie folgt aus:
in der sowjetischen Besatzungszone
1945 bis 1948 die Entfernung von 520.000 Mitglieder der NSDAP aus allen Bereichen der Verwaltung und der Industrie.
Von rund 40.000 Lehrern allgemeiner Schulen wurden 20.000 entlassen.
Etwa 2.000 der Richter und Staatsanwälte mussten ihr Amt niederlegen.
Bei den Rechtsanwälten wurde nicht in gleicher Weise verfahren. Noch Ende 1949 befanden sich unter den 999 zugelassenen Rechtsanwälte 224 ehemalige Mitglieder der NSDP oder ihrer Gliederungen.
in der BRD
Bis Mitte/Ende der sechziger Jahre sollen in der BRD noch zahlreiche Alt-Nazis tätig gewesen sein.
21 Minister und Staatssekretäre.
100 Generale und Admirale der Bundeswehr.
828 hohe Justizbeamte, Staatsanwälte und Richter.
245 leitende Beamte des Auswärtigen Amtes, der Botschaften und Konsulate
297 hohe Beamte der Polizei und des Verfassungsschutzes.
in der DDR
Durchführung der Bodenreform.
Enteignung und Verstaatlichung der Großindustrie.
Es gab aber nicht nur die eine Linie der Politik, die andere Linie bestand in der Integration ehemaliger „kleiner Nazis" in den neuen Staat.
Es gab zwei Seiten von Alt-Nazis die einen beträchtlichen Anteil am Aufbau der DDR besaßen und führende Positionen bekleideten. Alle Bürger sollten in die neue Republik einbezogen werden. Dies zeigte sich unter anderem in der Gründung der sogenannten Blockparteien, wie der CDU, LDPD und NDPD.
Eine ganze Reihe bereuten schon während des 2. Weltkrieges ihre Teilnahme am faschistischen Verbrechen, was sich in ihren Handlungen widerspiegelte.
Ein anderer Teil war die Ideologie scheinbar zweitrangig. Sie arrangierten sich ziemlich schnell mit der neuen politischen Situation.
Die Führungspositionen in der Politik blieben weiterhin beinahe ausschließlich von Personen besetzt, die dazu durch ihre unleugbare antifaschistische Vergangenheit legimitiert waren.
Der „Antifaschismus" gehörte zur Staatsideologie, mit dem man politische Partner ausmanövrierte und politische Gegner verfolgte.
Im Verlaufe der Jahre verschob sich die Politik, von vielen kaum wahrgenommen, von der Täterinnen- auf die Opfer- und gar schließlich auf die Siegerinnenseite.
Trotz der unterschiedlichen Entwicklung des Bewältigungsprozesses mit der Nazi-Vergangenheit in den bis 1990 getrennten beiden Teilen Deutschlands darf die Tatsache, dass vor gar nicht so langer Zeit in der Mitte Europas eine große Zahl von Menschen sich zu nahezu unglaublich barbarischen Handlunge bewegen ließ, in Vergessenheit geraten.
Dabei dürfen die Heldentaten der Kämpfer gegen Faschismus und jener Kameraden in den Konzentrationslagern und Zuchthäusern des Hitlerregimes, in der Illegalität und in der Emigration die einen opferreichen Weg gegangen sind nicht Verloren gehen.
Es ist verständlich, dass junge Menschen dem grauenvollen Unbegreiflichen ausweichen möchten, weil es unbequem und aus unserem Alltagsleben heraus nicht vorstellbar ist.
Und doch geschieht bis heute immer wieder Ähnliches in der Welt.
Im Januar 1996 richtete sich der damalige Bundespräsident Roman Herzog mit einem klaren Appell an die Deutschen:
„Die Erinnerung darf nicht enden, sie muss auch künftigen
Generationen zur Wachsamkeit mahnen."
Mit diesen Worten erklärte Roman Herzog den 27. Januar zum zentralen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus.
2005 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen, den Tag auch international zum Holocaust-Gedenktag zu machen.
Es geht darum das Vergessen zu verhindern und uns stetig zu mahnen, dass wir jeden Tag aufs Neue unsere Demokratie und Menschenrechte verteidigen müssen, damit sich die Geschichte nie wiederholt.
Wir leben heute an einer Zeitenwende, an der die Erinnerung zu verblassen droht, und mit ihr das Wissen darum, wie zerbrechlich die Demokratie, wie dünn die Decke der Menschenrechte sein kann.
Denn Werte wie Humanität, Toleranz, Freiheit und Demokratie sind auch heute nichts Selbstverständliches.
Deswegen ist es wichtig, aus der Erinnerung immer wieder lebendige Zukunft werden zu lassen. Es geht nicht nur darum das Entsetzen zu dokumentieren, sondern Lehren daraus zu ziehen, die auch für künftigen Generationen Richtungsweisend sind.
Aktionen gegen Faschismus und Krieg
Auf dem Weg zur Gleichschaltung der öffentlichen Meinung gingen die neuen Machthaber rigoros gegen unbequeme Zeitgenossen und politisch andersdenkende vor.
Trotz Hausdurchsuchungen, Verhaftungen und Internierungen nahm die Widerstandsbewegung gegen das Hitlerregime von Jahr zu Jahr zu und mit dem Ausbruch des Krieges immer organisierte Formen an. Flugblätter wurden gedruckt und verteilt. Regelmäßig hörte man Radio Moskau, London und ab Juli 1943 den Sender des Nationalkomitees „Freies Deutschland".
Kommunisten, Sozialdemokraten und antifaschistisch gesinnte Kräfte waren bestrebt, in den Betrieben Kontakte zu Fremdarbeitern und Kriegsgefangenen zu knüpfen. Es gehörte schon Mut dazu, denn ein Deutscher, der einen ausländischen Arbeiter zur Hilfe eilte, musste mit Strafen und auch seiner gesellschaftlichen Isolierung rechnen.
Nächtelang wurde über ein Deutschland nach Hitler, über eine neue, gerechtere Gesellschaft diskutiert. „Langsam arbeiten! oder „Maschinen kaputtmachen!
lauteten die Parolen.
Aber waren das nicht nur alles sinnlose Nadelstiche, die das persönliche Risiko im Grunde nicht lohnten?
Hatte man nicht Angst, nackte Angst?
Keiner von den passiven und aktiven Kämpfern gegen die Nazis hatte sich je diese Fragen gestellt. Sie waren beseelt davon, dass der braune Spuk verschwinden musste; da gab es kein Innehalten, kein Zweifel.
So druckte der parteilose Heinrich Schneider, „Moke Hein" genannt, gemeinsam mit dem Kommunisten Hans Rödl illegale Flugblätter und verteilten sie im Kali-Werra-Revier.
Im Juni 1941 begannen antifaschistische Kräfte mit der Störung der Wirtschaft und dem Unbrauchbarmachen der Maschinen. In der Produktion der Betriebe und Schächte des Kali-Werra-Reviers wurde immer öfter Ausschuss produziert, an denen sich regelmäßig Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter beteiligten.
Mit welchen Mitteln und Methoden die Kommunisten unter der faschistischen Diktatur arbeiten mussten, berichtete Martin Luther. Er schrieb darüber in einem Zeitungsartikel Folgendes:
„Eines Tages kam Genosse Magnus Poser mit einem Holzpferd unterm Arm. Dieses war
