Kompass für schwierige Gespräche - Das EIGER-Modell: Kommunikation in Alltag und Beruf meistern
Von René Meier
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Über dieses E-Book
Mit dem EIGER-Modell hat René Meier ein einfaches Konzept für Kommunikation in Alltag und Beruf entwickelt. "EIGER" steht für die fünf Phasen, die jedes Gespräch durchläuft. Perlen aus bekannten Kommunikationsmodellen, viele Fallbeispiele, die konsequente Praxisorientierung und theologische Blickwinkel vertiefen das lebensnahe Modell. EIGER - Ihr Kompass für schwierige Gespräche!
René Meier
René Meier, Jahrgang 1957, arbeitet in Teilzeit als Pfarrer in der Schweiz. Während 11 Jahren moderierte er im Schweizer Fernsehen die Sendung "Fenster zum Sonntag". Im Rahmen seiner Firma redens-art schult und berät er seit 2007 Unternehmen, soziale Institutionen und Kirchen in Kommunikation und sozialer Kompetenz. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen. www.redens-art.ch
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Buchvorschau
Kompass für schwierige Gespräche - Das EIGER-Modell - René Meier
RENÉ MEIER
KOMPASS
FÜR SCHWIERIGE GESPRÄCHE
Das EIGER-Modell
Kommunikation in Alltag und Beruf meistern
SCM | Stiftung Christliche MedienSCM R.Brockhaus ist ein Imprint der SCM Verlagsgruppe, die zur Stiftung Christliche Medien gehört, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.
ISBN 978-3-7751-7424-4 (E-Book)
ISBN 978-3-7751-5840-4 (lieferbare Buchausgabe)
Datenkonvertierung E-Book: CPI books GmbH, Leck
© der deutschen Ausgabe 2018
SCM Hänssler in der SCM Verlagsgruppe GmbH
Max-Eyth-Straße 41 · 71088 Holzgerlingen
Internet: www.scm-haenssler.de; E-Mail: info@scm-haenssler.de
Die Bibelverse sind, wenn nicht anders angegeben, folgender Ausgabe entnommen:
Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 und 2006
SCM R. Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH Witten/Holzgerlingen Comic S. 77 und 89:
© Peanuts Worldwide LLC/Distr. Andrews McMeel Syndicate/Distr. Bulls
Umschlaggestaltung: Patrick Horlacher, Stuttgart
Autorenfoto: © Martin Heimann, Arlesheim
Titelbild: »Designed by Freepik«
Satz: typoscript GmbH, Walddorfhäslach
Illustrationen: Kathrin Spiegelberg; Flaticon/freepik.com
INHALT
Über den Autor
Einleitung
Die wichtigste Person sind Sie!
Das EIGER-Modell für Kommunikation
Der theologische Kompass
Teil 1 | Die wichtigste Person sind Sie!
Ein Beispiel, wie Prägungen Konflikte beeinflussen
Wie sehr wir selbst ein Gespräch prägen
Uns selbst lieben ist mehr als Kitsch
Einen befreienden Umgang mit uns selbst finden
Ein Blick zurück, bevor es weitergeht
Schwierige Gespräche kompetent meistern
Konflikte sind not-wendig
Schwierige Gespräche bieten Chancen für Veränderungen
Wie sieht es bei Ihnen aus?
Teil 2 | Das EIGER-Modell für Kommunikation
Einführung
Wie das Modell entstand
Die fünf Phasen des EIGER-Modells – ein kurzer Überblick
1. Phase: Ereignis
Was sind »Ereignisse«?
Nonverbale Kommunikation
Anspruchsvolle Ereignisse – und wie man sie eindämmen kann
Das Wunder kleiner Gespräche
Das Harvard-Konzept: Der Weg zu gemeinsamen Lösungen
2. Phase: Interpretation
Wir interpretieren ständig
Das Vier-Ohren-Modell
Die Interpretation bin ich
3. Phase: Gefühle
Die Ursache unserer unangenehmen Gefühle
Der Schlüssel zum Glück
Was Gefühle mit Rasenmähen zu tun haben
Interpretation geschieht aufgrund gemachter Erfahrungen
Was uns Gefühle sagen wollen
Umgang mit eigenen heftigen, unangenehmen Gefühlen
Wie man eigene Gefühle und Wünsche gut formuliert – das Konzept der gewaltfreien Kommunikation
Wie kann man auf negative Kritik gut reagieren?
4. Phase: Empathie
Was ist Empathie?
Empathie bedeutet, ganz beim Anderen zu sein
Die Technik der Empathie
Woran erkennt Ihr Gegenüber, dass Sie ihm nicht richtig zuhören?
Wie können Sie zeigen, dass Sie zuhören?
Ein Gespräch besteht aus drei Satzzeichen
Weshalb sollen wir empathisch reagieren?
5. Phase: Reaktion
Die häufigsten Fehler bei der Reaktion
Jedes Problem kann nur auf der Ebene gelöst werden, auf der es entstanden ist
Weshalb wir Beziehungskonflikte auf die Sachebene verlegen
Gut reagieren bedeutet, seine Position zu kennen
Die Kunst, überzeugend zu argumentieren
Gehen Sie geschickt mit Killerphrasen um
Status-Spiele
Von Grabenbrüchen und Versöhnungsbrücken
Bauanleitung für eine Versöhnungsbrücke
Wer kann weiterhelfen, wenn wir nicht weiterkommen?
Was nach einem schwierigen Gespräch zu tun ist
Halten Sie den aktuellen Stand fest
Prüfen Sie sich selbst
Fragen Sie nach
Und wie geht es weiter?
Pflegen Sie Ihre Seele
Teil 3 | Theologischer Kompass mit Weitblick
Die wichtigste Person sind Sie! (vgl. Ausführungen ab S. 11)
Wie sehr wir selbst ein Gespräch prägen (vgl. Ausführungen ab S. 16)
Uns selbst lieben ist mehr als Kitsch (vgl. Ausführungen ab S. 19)
Seien Sie dankbar für das, was Sie haben (vgl. Ausführungen ab S. 22)
Überwinden Sie ungesunde innere Antreiber und Festlegungssätze (vgl. Ausführungen ab S. 25)
Gönnen Sie sich selbst Gutes (vgl. Ausführungen ab S. 33)
Versöhnen Sie sich mit Ihrer Vergangenheit (vgl. Ausführungen ab S. 37)
Schwierige Gespräche kompetent meistern (vgl. Ausführungen ab S. 44)
Die fünf Phasen des EIGER-Modells – ein kurzer Überblick (vgl. Ausführungen ab S. 51)
Das Harvard-Konzept: Der Weg zu gemeinsamen Lösungen (vgl. Ausführungen ab S. 68)
2. Phase: Interpretation (vgl. Ausführungen ab S. 76)
3. Phase: Gefühle (vgl. Ausführungen ab S. 87)
Das Zahnpasta-Prinzip (vgl. Ausführungen ab S. 94)
Hat Gott Gefühle?
Umgang mit eigenen heftigen, unangenehmen Gefühlen (vgl. Ausführungen ab S. 96)
Wie kann man auf negative Kritik gut reagieren? (vgl. Ausführungen ab S. 107)
4. Phase: Empathie (vgl. Ausführungen ab S. 114)
Die häufigsten Fehler bei der Reaktion (vgl. Ausführungen ab S. 123)
Die ska-Methode – ein kurzer Weg zum Ziel (vgl. Ausführungen ab S. 133)
Das Gute an Eskalation (vgl. Ausführungen ab S. 138)
Position 2: Ich bin im Unrecht – der Andere ist im Recht (vgl. Ausführungen ab S. 145)
Von Grabenbrüchen und Versöhnungsbrücken (vgl. Ausführungen ab S. 167)
Ein paar Worte zum Abschluss
Ich danke ganz herzlich …
Anmerkungen
Diese Quellen haben mich inspiriert
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ÜBER DEN AUTOR
RENÉ MEIER arbeitet als Pfarrer in der Schweiz. Im Schweizer Fernsehen moderierte er die Sendung »Fenster zum Sonntag«. Im Rahmen seiner Firma (www.redens-art.ch) schult und berät er Unternehmen und Kirchen in Kommunikation und sozialer Kompetenz. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen.
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EINLEITUNG
Einfache Gespräche zu führen ist nicht schwierig. Man begegnet sich freundschaftlich und wertschätzend ohne Misstrauen und Feindseligkeit. Man ist entspannt und muss nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Man bewegt sich in einem sicheren Rahmen.
Fast täglich aber führen wir schwierige Gespräche – mit unserem Partner, mit unseren Kindern, mit unseren Eltern, mit dem Chef, mit Kollegen, Kunden, Vereinsmitgliedern, Nachbarn … Solche Gespräche stellen eine doppelte Herausforderung dar: Zum einen wollen wir die Beziehung zum Anderen nicht gefährden. Zum anderen wollen wir unsere eigenen Überzeugungen und Interessen nicht opfern.
Die wichtigste Person sind Sie!
Es sind nicht die Sachfragen, die schwierig zu klären sind. Mit gutem Willen und gegenseitigem Vertrauen kann man fast jedes Problem lösen. Der Mensch macht Kommunikation in schwierigen Gesprächen so anspruchsvoll. Kommunikation ist kein klinisch reiner Vorgang, bei dem man technisch alles richtig machen muss, damit es gut herauskommt. Kommunikation hat mit Menschen und ihrer Vergangenheit, ihren Werten, ihren Motiven, ihren Vorurteilen, ihren Erwartungen und ihren Ängsten zu tun. In schwierigen Gesprächen läuft nie alles rein sachlich ab. Deshalb geht es im ersten Hauptteil des Buches in erster Linie um Sie, denn Sie sind die wichtigste Person in der Kommunikation. Ihr »Innenleben« prägt Ihre Kommunikation mehr als alles andere. Diese Einsicht kann helfen, auch unser Gegenüber ein Stück weit besser zu verstehen. Zudem betrachten wir Wege, wie wir selbst unter schwierigen Umständen zufrieden sein können. Mit zufriedenen Menschen schwierige Gespräche zu führen ist wesentlich einfacher als mit unzufriedenen.
Das EIGER-Modell für Kommunikation
Im zweiten Hauptteil des Buches lernen Sie das EIGER-Modell für Kommunikation kennen. Es gibt zahlreiche Modelle, die zeigen, wie Kommunikation in schwierigen Gesprächen gelingen kann. Die meisten Menschen haben aber weder Zeit noch Muße, viel Fachliteratur zu lesen. In das EIGER-Modell werden deshalb Perlen einiger bekannter Kommunikationsmodelle integriert.
Der Name EIGER ist doppeldeutig. Er macht einerseits deutlich, dass gute Kommunikation in schwierigen Situationen so anspruchsvoll ist wie die Besteigung der Eigernordwand in den Schweizer Alpen. Diese monumentale Felswand ist mit ihren über 1 800 Metern Höhe eine der anspruchsvollsten Kletterpartien der Welt. Andererseits stehen die fünf Buchstaben EIGER für die fünf Kommunikationsphasen, die jedes Gespräch durchläuft. Damit wird EIGER zum Kompass für schwierige Gespräche:
Das EIGER-Modell wird durch zahlreiche Fallbeispiele erläutert und vertieft. Die konsequente Praxisorientierung hilft, dass Ihre Kommunikation im täglichen Miteinander gelingen kann.
Der theologische Kompass
Die kurzen Abschnitte »Der theologische Kompass« im ersten und zweiten Hauptteil skizzieren, wie das jeweilige Thema in der Bibel verankert ist. Im dritten Hauptteil »Theologischer Kompass mit Weitblick« finden Sie dazu detailliertere Ausführungen. So wie man nach der Eigerbesteigung mit einem fantastischen Weitblick belohnt wird, zeigt dieser dritte Teil, wie vielfältig, lebensnah und pragmatisch das Thema »Kommunikation und Konfliktbewältigung« in der Bibel dargestellt wird. Wenn Sie es nicht furchtbar eilig haben, empfehle ich Ihnen, beim Lesen des ersten und zweiten Teiles zu diesen längeren theologischen Kompassen mit Weitblick zu blättern und danach vorne weiterzulesen. Die Seitenverweise helfen Ihnen, den entsprechenden Abschnitt zu finden. Sie können die theologischen Kompasse mit Weitblick auch in Form eines Selbststudiums gesondert lesen oder in einer Gruppe besprechen.
Nun wünsche ich Ihnen viel Leselust, neue Entdeckungen und eine gute Orientierung für Ihre Kommunikation in Alltag und Beruf.
René Meier im Sommer 2018
[ Zum Inhaltsverzeichnis ]
TEIL 1
DIE WICHTIGSTE PERSON SIND SIE!
»Ich habe es so satt, von Anderen immerzu korrigiert zu werden«, schrieb mir ein Kollege per E-Mail verärgert, als ich eine seiner Ideen hinterfragt hatte. Ich war verwirrt und begriff erst später, was meine leise Kritik bei ihm ausgelöst hatte. Wir kommen darauf zurück.
Für einen Konflikt braucht es bekanntlich immer zwei Personen. Normalerweise denken wir: Wenn der Andere – der schwierige Zeitgenosse – anders wäre, dann wäre alles einfacher. Das stimmt! Nur ist der Andere eben nicht so einfach und pflegeleicht. Der Versuch, ihn zu ändern, ist meist aussichtslos und verschlimmert die vertrackte Situation. Sie können nur sich selbst ändern. Deshalb heißt der wichtigste Grundsatz im Blick auf schwierige Gespräche: Die wichtigste Person sind Sie!
Die Kunst guter Kommunikation besteht nicht darin, sich darüber zu ärgern, dass der Andere »so schwierig« ist. Wenn ich so denke, betrachte ich mich als Opfer des Anderen: »Wäre er einsichtiger, wäre alles besser.« Damit mache ich den Ausgang des Gesprächs vom Anderen abhängig. Ich habe aber die Möglichkeit, unabhängig vom Anderen selbst kompetent zu reagieren. Damit übernehme ich Verantwortung und bleibe nicht länger ein Opfer des Anderen. Und je besser ich mich selbst kenne, desto kompetenter kann ich die Kommunikation gestalten. Ein Eishockeytrainer hat seiner Mannschaft im Blick auf eine schwierige gegnerische Mannschaft einmal gesagt: »Die Anderen ändern ihr Spiel nicht. Wir müssen unser Spiel ändern.« Er wollte ihnen damit sagen: »Wenn ihr gegen diese Mannschaft einfach so spielt wie immer, dann habt ihr keine Chance. Aber ihr könnt euer Spiel verändern und euren Gegner damit verwirren.« Nehmen Sie es sportlich, wenn’s um schwierige Zeitgenossen geht!
Die Sachebene in Gesprächen ist nur ein Teil der Wahrheit – der sichtbare und hörbare Teil. Wie beim Eisberg verbirgt sich der größte Teil unsichtbar unter der Wasseroberfläche. Dieser Teil ist die Persönlichkeit des Anderen und meine eigene Person – also die Persönlichkeitsebene. Wie der ganze Eisberg beim Anderen aussieht, kann ich höchstens ahnen. Meine Aufgabe ist es, meinen verborgenen Teil des Eisbergs zu erforschen und gut damit umzugehen.
Menschen tragen Wunden, Verletzungen und Vorurteile mit sich herum. Oft stammen diese Prägungen aus der Kindheit und der Jugend. Es sind nicht zwingend immer die Eltern oder Lehrer, die »alles falsch« gemacht haben. Häufig haben auch einzelne Ereignisse, eigene Verhaltensweisen und überhöhte Ideale ihre Spuren hinterlassen. Diese Erfahrungen formen mein Selbstbild, mein Weltbild und mein Gottesbild. Wie ich mit mir umgehe und was ich über mich und Andere denke, prägt meinen Kommunikationsstil – besonders in heiklen Situationen.
Wenn ich an mir arbeite und mich nicht nur als Opfer des Anderen betrachte, trete ich auf das weite Feld der Freiheit und Selbstverantwortung. Erst dann kann ich auf eine schwierige Situation angemessen reagieren. Der Begriff angemessen wird noch einige Male auftauchen. Eine angemessene Reaktion zielt darauf ab, dem Anderen, sich selbst und der Situation gegenüber Rechnung zu tragen. Der Psychologe und Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schulz von Thun beschreibt angemessenes Verhalten als »stimmig«. Er sagt: »Stimmigkeit ist die doppelte Übereinstimmung sowohl mit mir selbst als auch mit dem Charakter der Situation.«¹
Nur wenn ich mich angemessen verhalte, besteht die Möglichkeit, dass der Andere seine Einstellung und sein Verhalten möglicherweise überdenkt und sogar ändert. Man kann nicht schnell mit ein paar Tipps lernen, wie man sich in schwierigen Gesprächen clever verhält. Sich angemessen zu verhalten ist eine hohe Kunst, denn es gibt dazu kein fixes Schema.
Ein Beispiel, wie Prägungen Konflikte beeinflussen
Kommen wir auf meinen verärgerten Kollegen zurück, von dem ich Ihnen zu Beginn erzählt habe. Wir beide verstehen uns bestens. Vor einiger Zeit sollten wir zusammen eine größere Veranstaltung organisieren. Zu Beginn der Planungsphase schickte er mir per E-Mail ein paar erste Ideen. Ich antwortete auf seine E-Mail und erwähnte, dass ich die meisten seiner Vorschläge sehr gut fände. An zwei Stellen fügte ich ein paar Ergänzungen ein und eine Idee stellte ich infrage. Dann sendete ich meinem Kollegen die E-Mail.
Kurz darauf schickte er mir eine sehr, sehr lange E-Mail, in der er den schon erwähnten Satz schrieb: »Ich habe es so satt, von Anderen immerzu korrigiert zu werden.« In dieser E-Mail führte er viele vergangene Verletzungen und Zurückstellungen auf. Er markierte klar, dass er es satthabe, immer infrage gestellt zu werden. Auf meine Einwände reagierte er ablehnend und zynisch.
Wie erschlagen saß ich vor meinem Bildschirm. Ich hatte diese Reaktion nicht im Geringsten erwartet – nicht von ihm! Und obwohl ich meinen Kollegen nicht noch mehr ärgern wollte, fielen mir sofort ein paar fiese Bemerkungen ein, wie ich auf seine E-Mail hätte antworten können. Das zeigt übrigens, dass es kein Buch über Kommunikation braucht, um unangemessen reagieren zu können. Das liegt uns im Blut. Das können wir automatisch und von Natur aus. Meine spöttische Antwort hätte die Sache aber nur verschlimmert.
Ich hielt mich also zurück und unternahm erst einmal gar nichts. Sofern es möglich ist, ist nichts zu unternehmen zunächst oft eine gute Reaktion, wenn es um Kommunikation in schwierigen Gesprächen geht.
Etwa eine halbe Stunde später erhielt ich eine weitere E-Mail von meinem Kollegen: »Vermutlich habe ich in meiner vorigen Mail etwas überreagiert. Ich bin früher so oft abgelehnt worden. Ich habe immer um Respekt und Anerkennung kämpfen müssen. Ich fühle mich noch heute zurückgestellt. Und immer wieder rutsche ich in dieses Denken hinein, dass ich für meine Würde und für meine Person kämpfen muss. Deshalb habe ich in meiner Mail vorhin auf deine Gedanken zu meinen Ideen so heftig reagiert. Ich weiß, dass ich dieses Denken überwinden muss. Zudem hast du ja recht mit deinen Einwänden.«
Ich habe mich über diese E-Mail natürlich sehr gefreut; nicht nur, weil er mir recht gab. Ich habe mich darüber gefreut, weil sich mein Kollege bewusst war, weshalb er so empfindlich reagiert hatte. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Mein Kollege ist auf das Feld der Freiheit und Selbstverantwortung getreten, weil er für sein Verhalten nicht mehr seine Vergangenheit verantwortlich machen wollte.
Ein
