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Buchvorschau
Schwerin - Bernd Kasten
1 Mittelalter (900–1500)
Bevor der Mensch die Landschaft nachhaltig veränderte, bot der Ort, der einmal zur Stadt Schwerin werden sollte, ein idyllisches Bild: Gegenüber einer Insel im Süden des Schweriner Sees erhob sich ein sandiger Höhenzug, der durch eine sumpfige Niederung zwischen Ziegel- und Burg see vom eigentlichen Festland getrennt war. Die Slawen, die nach der Völkerwanderung das Land besiedelten, erkannten den militärstrategischen Wert dieser Lage und errichteten hier im 10. Jahrhundert eine Siedlung auf dem Hügel und eine Burg auf der Insel, die durch eine Brücke miteinander verbunden waren. Sie nannten den Ort »Zverini« – »Wildtierort« –, was auf eine wildreiche Naturlandschaft verweist. Neuere Ausgrabungen im Schlossinnenhof ergaben, dass auf der Insel bereits im Jahr 942 ein Burgwall errichtet wurde, der dann 965 noch einmal bedeutend verstärkt wurde. 1018 berichtet Bischof Thietmar von Merseburg, dass sich der von seinen Feinden bedrängte Obotritenfürst Mistizlaw mit seinen Männern in die Burg geflüchtet hatte.
Mitte des 12. Jahrhunderts verschärften sich die Konflikte zwischen Heinrich dem Löwen, dem mächtigen Herzog von Sachsen, und dem Obotritenfürsten Niklot. 1160 besetzte Heinrich der Löwe Schwerin, das Niklots Männer auf ihrem Rückzug beinahe vollständig niedergebrannt hatten, und machte den Ort zum Sitz des Grafen Gunzelin, seines Statthalters in den eroberten Gebieten. Heinrich ließ die Burg neu errichten und die vorgelagerte Siedlung zur Stadt ausbauen. Seine Wahl fiel auf diesen Ort, weil er sich besonders gut verteidigen ließ. Das Gebiet war schließlich noch keineswegs befriedet und Niklots Söhne nicht besiegt. Daher verlegte Heinrich der Löwe auch den Sitz des Bistums Mecklenburg, dem die Aufgabe der Christianisierung des bisher noch heidnischen Landes zufallen sollte, nach Schwerin. Wie gefährlich die damalige militärische Situation war, machte vier Jahre später die Eroberung der Burg Mecklenburg bei Wismar durch Niklots Sohn Pribislaw nur allzu deutlich. Unter diesen Umständen musste für den Herzog Heinrich und seinen Statthalter der Ausbau ihres wichtigsten Stützpunktes in dem neu eroberten Gebiet oberste Priorität haben. Der Spieltordamm zwischen Pfaffenteich und Ziegelinnensee wurde angelegt, der Pfaffenteich angestaut, eine Mühle errichtet. Der genaue Zeitpunkt der Stadtrechtsverleihung durch Heinrich den Löwen ist nicht bekannt. Der Herzog war freilich schon aus militärischen Gründen an einer möglichst zahlreichen Einwohnerschaft interessiert. Die frühzeitige Gewährung städtischer Rechte und Privilegien erleichterte die Werbung neuer Siedler für den umkämpften Grenzposten dabei gewiss sehr. So versprach das Schweriner Stadtrecht jedem Leibeigenen, der in die Stadt zog, die persönliche Freiheit gemäß der anerkannten mittelalterlichen Regel »Stadtluft macht frei«. 1167 schloss Heinrich der Löwe Frieden mit Pribislaw und übertrug ihm die Herrschaft über den größten Teil des Landes. Hiervon ausgenommen war die Grafschaft Schwerin, die von Gunzelins Nachfahren regiert werden sollte.
Die Geschicke der Stadt Schwerin wurden im Mittelalter stets von ihren beiden mächtigen Stadtherren bestimmt: Der Graf mit seinen Rittern und der Bischof mit seinen Domherren herrschten über die Stadt, Bürgermeister und Rat hingegen hatten nur wenig zu sagen. Am Dom selbst wurde jahrhundertelang gebaut. Das erste im romanischen Stil errichtete Gebäude wurde bald wieder abgerissen, und im 14. Jahrhundert entstand hier die heute noch bestehende mächtige gotische Kathedrale. Sie bildete den Mittelpunkt des geistlichen Lebens der Stadt und des Bistums. Fünfmal am Tag hallte das weite Kirchenschiff von den liturgischen Gesängen des Chores wider. Außer an den Hauptaltären wurden auch an den vielen Nebenaltären, die sich an den Pfeilern und an den Seitenwänden befanden, Messen gelesen. Zuständig für den Gottesdienst im Dom war das Domkapitel. Für die Stadt war es bald viel wichtiger als der Bischof, der meist im über 50 Kilometer entfernten Bützow residierte. Anfangs waren es zehn Domherren, denen Heinrich der Löwe zahlreiche Dörfer zur Versorgung überwiesen hatte. Sie lebten in großen Häusern in der Nähe des Doms oder auf der sogenannten Schelfe – und sie lebten nicht schlecht. Um ihr Seelenheil besorgte und in Angst vor dem Höllenfeuer lebende reiche Kaufleute und Adlige vermachten der Kirche immer wieder große Summen. Um 1400 gab es daher bereits 34 Pfründen, also mit Einkünften verbundene Kirchenämter, am Dom. In Schwerin selbst lebten selten mehr als sechs Domherren. Viele Pfründeninhaber wohnten woanders und ließen sich die Einkünfte ihrer Schweriner Stelle nach Hamburg oder Lübeck überweisen. Das war zwar eigentlich verboten, aber trotzdem weit verbreitet. Die Kirchenleitung fühlte sich nur bei ganz extremen Fällen zum Eingreifen genötigt. Die Position eines Domherrn war ebenso begehrt wie lukrativ: Der Probst als Vorsitzender des Domkapitels verfügte über jährliche Einkünfte von 80 Goldgulden, die stimmberechtigten Kanoniker erhielten immerhin noch 40 Mark im Jahr. So überrascht es nicht, dass unter den Mitgliedern des Kapitels die Vertreter des mecklenburgischen Adels und der mächtigen hansischen Bürgerfamilien dominierten.
Das Domkapitel war eine elitäre Versammlung, die nicht nur über erhebliche Finanzmittel, sondern auch über große politische Macht verfügte. Bis Mitte des 14. Jahrhunderts wählten die Domherren den Bischof. Darüber hinaus leiteten sie Verwaltung und Gerichte des Bistums. Ihr Bildungsstand war meist recht hoch, nicht wenige von ihnen waren studierte Juristen. Bei ihren gottesdienstlichen Pflichten ließen sie sich größtenteils durch eigens hierfür angestellte Vikare vertreten. Diese waren es auch, die in erster Linie die liturgisch vorgeschriebenen Gebetsübungen ebenso wie die Messen an den über 40 Nebenaltären im Schweriner Dom zelebrierten. Die nicht immer ganz gerechte Verteilung der Einnahmen sorgte häufiger für Zwietracht innerhalb der Geistlichkeit. Die Domherren behielten den Löwenanteil für sich und ließen den circa 30 Vikaren, die die ganze Arbeit machten, nur ein Trinkgeld. 1379 beschwerten sich die Herzöge über die »mynschliche giricheyt« der Domherren, die die zu Ehren der Verstorbenen gestifteten ewigen Lichter nicht mehr unterhielten. Interessant ist auch das Testament des Dompropstes Heinrich Banzkow aus dem Jahr 1538. Der aus einer Wismarer Kaufmannsfamilie stammende Geistliche hatte ein immenses Vermögen angehäuft: Banzkow verfügte allein in Schwerin über drei Pfründen, besaß eine Domherrenstelle in Hamburg und Vikariate in Bremen, Hamburg, Dithmarschen, Parchim und anderswo. Seine Haupterben waren seine Köchin Wobbeke, die ihm »24 Jahre treu gedient« hatte, und ihre vier Kinder. Wer deren Vater war, daran konnte kein Zweifel sein. Die Kinder trugen selbstverständlich den Nachnamen »Banzkow«, und der Dompropst nannte den Ältesten, der schon studierte, ganz offen »minen Jungen Henricus Banzkow«. Das war kein Einzelfall: Beinahe alle Domherren hatten Konkubinen und scherten sich nicht sonderlich um das Zölibat.
Fast zwei Jahrhunderte lang bildete die Stadt den Mittelpunkt der Grafschaft Schwerin. Den das restliche Land beherrschenden Nachfahren Niklots, die 1348 vom Kaiser die Herzogswürde erhielten, hatten die Grafen aber
