Der Junge, der eine Katze wurde ...: Roman
Von Manfred Schloßer
()
Über dieses E-Book
Danny Kowalski kehrt zurück...!
... der Autor wagt sich an eine vierteilige Trilogie:
die beste, seit Douglas Adams 1992 Teil 5 der
vierbändigen Trilogie von „Per Anhalter durch die
die Galaxis“ erscheinen ließ .... !!!!
Zumal jeder der vier Danny-Kowalski-Romane von
Manfred Schloßer kann auch für sich gelesen werden!
Es klingelte an der Tür.
Ich öff nete, und mein Romanheld Danny Kowalski stand vor mir...
Und ich dachte mir: „Aber wie sieht der denn aus? So zerzaust und struppig, fast wie eine wild lebende Katze...!?“
„Keine Leiche, keine Kohle...“
Manfred Schloßers allerneuester und dritter Roman hat auch, aber nicht nur mit
Reisen zu tun. Vielmehr ist ein Krimi entstanden, und zwar ein deutscher Krimi,
der zumeist im westfälischen Ruhrpott spielt, aber die Handlung führt den Leser in
einem Zeitraum von zehn Jahren auch einmal rund um die Erde...
WOCHENKURIER HAGEN, Februar 2011
Der junge Danny Kowalski nahm
Ende der 60er Jahre in Süd-Holland
einen LSD-Trip, von dem er
nicht mehr runter kam...
Es folgte eine abenteuerliche Odyssee
durch das Amsterdam der Hippies,
durch die Wälder des Niederrheins
und entlang der Flüsse und Kanäle
Westfalens, in deren Verlauf Danny
sich in eine Katze verwandelte...
Manfred Schloßer
Manfred Schloßer, geboren 1951 in Selm, aufgewachsen in Datteln, wohnt seit 1980 in Hagen. Also ein Ruhri durch und durch: nach den Steinkohle-Städten Selm und Datteln wohnte er einmal in Meschede, im fernen Sauerland. Aber selbst dieser Ort liegt an der Ruhr. Danach folgten Wohnungen in der Ruhr-Metropole Dortmund und in seiner neuen Heimatstadt Hagen an der Ruhr. Er studierte Sozialwissenschaft an der Bochumer Ruhr-Universität, Sozialarbeit an der Hagener Fachhochschule, Sozialpädagogik an der Dortmunder FHS und machte drei Diplome. Zur Belohnung durfte er sein Geld als Leiter eines Abenteuerspielplatzes, eines Jugendzentrums und eines Jugendinformations-Zentrums verdienen und danach in einer Betreuungs-Behörde arbeiten. Mittlerweile im ‚Unruhestand’, hat er noch viel mehr Zeit, seinen verschiedenen sportlichen Aktivitäten und natürlich seiner Leidenschaft fürs gedruckte Wort zu frönen. Mit dem Krimi ‚Brexit in Westfalen‘ erscheint 2021 bereits der vierzehnte Danny-Kowalski-Roman.
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Buchvorschau
Der Junge, der eine Katze wurde ... - Manfred Schloßer
Prolog
Es klingelte an der Tür.
Ich öffnete,
und mein Romanheld Danny Kowalski stand vor mir…
Und ich dachte mir:
»Aber wie sieht der denn aus?
So zerzaust und struppig,
fast wie eine wild lebende Katze…!?«
Personenverzeichnis
Der Junge, Danny Kowalski, machte seine erste ‚Reise’ mit 16 Jahren
Der junge Holländer, Hank van Luken, spielte Saxophon und war mit seinen 18 Jahren schon ein erfahrender ‚Reisender’
Toos Sluitboom, Hanks 20-jährige Bekannte, hieß eigentlich Katharina, was im Holländischen mit Toos abgekürzt wird, sie arbeitete als Serviererin und kannte sich mit LSD-Reisen aus
Wim Kazeijstra (34) und Piet van Cannegor (37 Jahre), Amsterdamer Streifenpolizisten, die von ihren Kollegen auch gerne ‚Ketchup und Karate’ genannt wurden, kannten bei Drogen und dann auch noch Deutschen überhaupt kein Pardon
Dannys Eltern, Götz (42) und Marie Kowalski (41 Jahre), machten sich berechtigte Sorgen um ihren Sohn
Politie-Meester Akkerdaas (50 Jahre) im zentralen Domburger Polizeirevier konnte sie nur schwerlich beruhigen
Dr. Georg Gimpel, 35-jähriger Psychiater des Landeskrankenhauses in Dortmund-Aplerbeck, kannte seine Pappenheimer
Dr. Herbert Hundertfreund (34), Hagener Neurologe, begleitete Danny während der nächsten drei Jahrzehnte kompetent und warmherzig
Moni Longa (19 Jahre) hieß 1971 die kleine Vermessungstechnikerin aus Unna mit dem Mittelscheitel ihrer langen glatten dunklen Haare, die sich mit Vermarkungen, Aufmessungen und mit dem Gauß-Krüger-Koordinations-System auskannte
Tina Jordan, die brünette Bauzeichnerin aus Dortmund, war 1976 erst 17 Jahre alt, hatte aber schon lange schlanke »Filmbeine«
Nicole Lieberberg (22 Jahre), die gut gebaute romantische Krankenschwesternschülerin aus Recklinghausen, hatte mittelblonde lange Haare, kornblumenblaue Augen und schwärmte 1978 für Glühwürmchen
Kirsten Kramer (28 Jahre), die braunhaarige üppige Kindergärtnerin mit dem Lockenkopf aus Hagen, war 1983 verheiratet, hatte eine kleine Tochter und ausgiebige Eheprobleme
Und dann später Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre:
Lia Böchterbeck (33 Jahre), Dannys Freundin 1988 in Hagen, eine lebensfrohe hellblonde junge Frau, die fast die große Liebe von Danny geworden wäre
Frau Dr. Doris Riemerschmidt, 37-jährige behandelnde Psychologin von Danny in der Hans-Prinzhorn-Klinik Hemer (ab 1988), rotblond, fesch und modern
Amtsrichter Helmut Picht (41 Jahre) aus Hagen, ein blonder Hüne von Gestalt, aber ein herzensguter Mensch, kannte sich aus in seinem Metier
Paul Blom, 40-jähriger Diplom-Ingenieur, der neue Freund von Lia seit 1991, groß, schlank und sehr sympathisch
------------
Teil 1
Der Junge geht auf die Reise
------------
1968
Der Junge
"…Waiting for the sun
Waiting, waiting, waiting, waiting,
waiting, waiting, waiting, waiting,
Waiting for you to come along
Waiting for you to hear my song
Waiting for you to come along
Waiting for you to tell me what went wrong…"
(Jim Morrison und The Doors)
Diese Geschichte ereignete sich Ende der 60er Jahre, genau genommen im Spätsommer 1968, in Domburg, auf der Halbinsel Walcheren, in der südholländischen Provinz Seeland, als Danny zum letzten Mal in den Sommerferien mit seinen Eltern in den Urlaub gefahren war. Er war damals ein spirriger 16-jähriger Jugendlicher.
Auf dem Weg zum Strand von Domburg begegnete dem jungen Danny Kowalski ein anderer junger Mann. Der hatte sein blondes Kraushaar wie einen Afrolook frisiert, der spraddelig nach oben stand. Es war ja die Zeit der politischen und der Mode-Ikonen: das Musical ‚Hair’ und die schwarze Aktivistin Angela Davis hatten den jungen Menschen in Westeuropa den Aufbruch in neue Frisurenwelten gebracht. Danny kannte zwar lange Haare und Bärte von den Platten-Covern der Beatles oder Rolling Stones, und er ließ sich auch die Haare etwas wachsen, aber solch einen Menschen wie diesen jungen Mann hatte er noch nie vom Nahen gesehen.
Der fragte ihn dann auch gleich ziemlich direkt in deutsch, da er wie die meisten Holländer deutsch sprechen konnte: »Hey Mann. Ich bin Hank. Und wie heißt du?«
»Mein Name ist Danny.«
»Aha, und mit wem machste hier Urlaub? Oder biste alleine hier?« fragte ihn Hank ganz unverblümt.
»Ich bin auf dem Camping-Platz. Mache da mit meinen Eltern und meiner kleinen Schwester zusammen Urlaub.«
»Danny, sach ma, wie ist das denn eigentlich, mit den Eltern zu verreisen?«
Ehrlich gesagt hatte Danny sich darüber noch nie den Kopf zerbrochen und dachte sich: »Ja, was habe ich denn eigentlich für Gefühle, mit meinen Eltern zu verreisen? Ob das bei anderen Jugendlichen wohl anders war?«
Er war es einfach nicht anders gewohnt: sie machten schon immer Camping-Urlaube. Das war die Philosophie seiner Eltern: Freiheit und Ungebundenheit beim Verreisen mit einem Zelt. Klar kostete das auch Geld, aber bei Camping-Urlauben wohl nicht so ungeheuer viel. Dafür hatte man auf den Zeltplätzen das besondere Flair von Naturverbundenheit, Abenteuer und Gemeinschaft. In den letzten zehn Jahren war er mit den Eltern und Geschwistern jeden Sommer irgendwohin ins Ausland in den Urlaub gereist, früher relativ primitiv, alle zusammen nur in einem Hauszelt, später hatten die Eltern einen Wohnwagen. Da schlief das kleine Schwesterchen Bär-Bel auf so ner Querbank drinne. Nachdem dann der ältere Bruder Gerry eine Seemanns-Ausbildung gemacht und danach bei der christlichen Seefahrt auf allen Weltmeeren angeheuert hatte, kam der natürlich schon seit drei Jahren nicht mehr mit zu den gemeinsamen Familien-Urlauben. Deshalb konnte Danny alleine im Zelt schlafen und beschäftigte sich altersgemäß viel mit Selbstbefriedigung.
»Aber das sind ja alles Sachen, die kann ich dem doch nicht sagen«, dachte sich Danny. Stattdessen antwortete er: »Ja, das ist schon in Ordnung so. Und du? Machst du alleine Urlaub? Und wo bist du denn eigentlich her?«
»Yeah, ich mach alleine Urlaub. Ich schlafe übrigens in so ner Holzhütte in der Nähe des Camping-Platzes. Und ich komme aus Holland, und zwar genau aus Haarlem. Und du, wo bist du weg«
»Ich bin aus der Bundesrepublik Deutschland, und zwar aus Hagen: das liegt in der Nähe von Dortmund im Ruhrgebiet.«
Jedenfalls freundeten sich die beiden jungen Männer an diesem Nachmittag etwas an. Denn es war ja Urlaubszeit, und es war Sommer in Süd-Holland. Herrliches Sonnenwetter. Die beiden hatten Zeit und waren sehr entspannt. Sie schlenderten auf dem Weg durch die Dünen, Richtung Strand. Ein kühlendes Lüftchen wehte vom Meer her und strich durch die Halme des Strandhafers, die in der Nordseebrise wisperten. Die laue Abendluft umschmeichelte die schon leicht gebräunte Haut der beiden Jungen in angenehmster Weise.
Hank hatte so ein kleines Transistor-Radiogerät an der linken Hand hängen, hob es hoch und drehte ein wenig an einem großen schwarzen Rad.
»Whiiiiinnkkk – whoiiiinnk – whiiiinnkkk…!« kam es laut quietschend aus dem kleinen Gerät, bis Hank schließlich was Brauchbares an moderner Musik gefunden haben schien. »Hör mal: Radio Caroline, das ist ein angesagter englischer Piratensender hier an der holländischen Nordseeküste. Die spielen die ganze tolle Beat- und Underground-Musik von morgens bis abends, die man sonst kaum im Radio zu hören bekommt…!« Für Danny war diese psychedelische Musik aus Hanks Transistor-Gerät eine grandiose Erfahrung, weil er solch eine Art von Musik vorher zu Hause im Radio noch niemals gehört hatte. Als erstes hörten sie ‚All along the watchtower’ von Jimmy Hendrix. Da lief ihm schon ein Schauer der Erregung den Rücken runter, als die wabernden und verzerrten Gitarren-Riffs des dunkelhäutigen US-Amerikaners über die Nordsee pulsierten. »Das war ursprünglich ein Musikstück mit einer eher ruhigen Instrumentierung von Bob Dylan, erschien letztes Jahr, also 1967 noch«, erklärte ihm Hank, »und dieses Jahr hat Hendrix diesen Musiktitel um sein psychedelisches Gitarrenspiel ergänzt.«
Danny hörte Hank mit seinem merkwürdigen Akzent gerne zu, wobei es ihm besonders die vielen ‚ch’ angetan hatten, die immer statt ‚g’ ausgesprochen wurden.
Danach spielten sie bei Radio Caroline noch einige neuere Stücke von The Who: von 1967 das melodische ‚Pictures of Lily’, das fröhliche ‚Happy Jack’ und den Klassiker ‚I can see for miles’; und dann die absolut aktuellen Hits aus dem Jahre 1968, das flotte ‚Call me lightning’ und das wahnsinnig schnelle Stück ‚Magic Bus’. Danny war Feuer und Flamme für diesen Sender und freute sich entsprechend: »Wahnsinn! Yeah, really«.
Und plötzlich schrie sich Jim Morrison mit seinen Doors durch den rauschenden Äther.
»Hör mal, Danny!« ereiferte sich Hank, der sich anscheinend in der Underground-Musik-Szene super auskannte:
"…If I was to say to you;
Girl, we couldn‘t get much higher
Come on, baby, light my fire,
Come on, baby, light my fire,
Try to set the night on fire…"
»Boah, Jong, datt ist ‚Light my fire’, die zweite Single von denen, die wurde schon im Juli 1967 zum Nummer-eins-Hit. Danach veröffentlichten sie im Oktober 1967 ihr zweites Album mit dem seltsamen Namen ‚Strange Days’.«
Während Hank das erzählte, schlenkerte er begeistert minutenlang seinen kleinen Radio-Empfänger durch die Luft.
»Sach mal, Danny«, fuhr Hank mit seinem »ch«-betonten holländischen Akzent fort, »weißt du eigentlich, warum sich die Doors so genannt haben?«
»Nee, eigentlich nich, sach ma.«
»Der Jim Morrison hatte wohl das Buch von Aldous Huxley ‚The doors of perception’ ¹ gelesen, also ‚Die Pforten der Wahrnehmung’. Da war er so beeindruckt von, dass sie sich The Doors nannten.«
»Aldous Huxley kenn ich nicht. Was schreibt der denn so?«
»Der hatte Erfahrungen mit Meskalin gemacht, einer halluzinogenen Droge. Darüber schrieb der. Und das schon 1954…!«
»Und jetzt kommt’et, hörr’se Danny!? Datt Studioalbum der Doors, ‚Waiting for the sun’ mit dem genialen Jim Morrison-Titel ‚Hello, I love You’ vom Juli dieses Jahres. Datt wird bestimmt noch 1968 zum Nummer-eins-Hit in den amerikanischen Billboard Hot 100, oder, watt mein’se?«
Sie waren beide hellauf begeistert und machten so in den Dünen den Tag zur Nacht. Besonders eindrucksvoll wurde ihnen der Sonnenuntergang durch das Morrison-Stück ‚Waiting for the sun’ von den Doors begleitet.
"…Waiting for the sun
Waiting for the sun
Waiting for the sun…"
Auf Reisen
»Auf dem Trip werden tatsächlich unbegreifliche große Dinge
erfahren oder können erfahren werden.
