Lovecrafts Schriften des Grauens 18: Salzburger Albträume
Von Alfred Wallon
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Über dieses E-Book
Mit diesen Worten beginnen die persönlichen Aufzeichnungen des Journalisten Andreas Schachner, der in einem Salzburger Café 1957 zufällig einen alten und verängstigten Buchhändler namens Johann Gruber trifft. Gruber fühlt sich verfolgt, und Schachner möchte ihm helfen. Zwei Tage später liegt Gruber tot in seinem Antiquariat.
Doch noch kurz vor seinem Tod hat der Buchhändler seine Aufzeichnungen an Schachner geschickt. In diesen Papieren entdeckt der Journalist eine Verbindung zwischen Hitlers ehemaliger Residenz Obersalzberg und dem sagenumwobenen Untersberg. Dazu Hinweise auf eine dunkle Macht ...
Alfred Wallon
Alfred Wallon, geboren 1957 in Marburg/Lahn, ist seit 1981 als Schriftsteller tätig. Er veröffentlichte bereits über 200 Romane in nahezu allen gängigen Sparten der Spannungs- und Unterhaltungsliteratur. Wallon gehört zu den wenigen Europäern, die bei den renommierten „Western Writers of America“ aufgenommen wurden, und ist außerdem Mitglied bei den „Western Fictioneers“. Bei dotbooks veröffentlichte er seinen Roman STERBEN KANN ICH MORGEN NOCH.
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Buchvorschau
Lovecrafts Schriften des Grauens 18 - Alfred Wallon
Kapitel 1
Gegenwart
Salzburg 1. November 1957
Ich weiß, dass sie mich bald finden werden, und ich bin mir auch bewusst, dass es mein Fehler war. Ich hätte niemals mit Johann Gruber reden dürfen. Durch ihn habe ich erst erfahren, dass die Welt nicht so ist, wie sie erscheint. Salzburg hat eine schöne historische Seite voller Traditionen, aber auch eine sehr dunkle Seite voller Abgründe. Einen davon habe ich entdeckt und muss dafür bald zahlen. Mit meinem eigenen Leben!
Johann Gruber ist dafür verantwortlich, aber ihm das vorzuhalten, nutzt nichts mehr. Denn er ist tot. Umgebracht von den Männern, die nun auch von mir wissen – und mir wird das gleiche Schicksal drohen, wenn sie mich gefunden haben. Denn ich weiß um Dinge, die die Welt da draußen niemals erfahren darf. Sonst hätte das unabsehbare Konsequenzen. Aber mir ist auch bewusst, dass ich nicht schweigen darf. Deshalb werde ich alles aufschreiben, wie es begonnen hat – auch wenn ich womöglich nicht mehr erfahren werde, wie es endet. Denn wenn dieser Zeitpunkt eintritt, werde ich nicht mehr leben. Ich bin gefährlich für diese Leute. Es sind zu viele, die an den Schalthebeln der Macht sitzen. Man begreift es erst, wenn man die Zusammenhänge erkannt und verstanden hat – so wie es bei mir war.
Ich bin abgetaucht und habe Unterschlupf in einer billigen Pension am Stadtrand von Salzburg gefunden. Ich hoffe, dass sie mich dort nicht finden werden. Zumindest nicht während der nächsten Tage. Aber ich weiß, dass das keine Dauerlösung ist. Irgendein dummer Zufall wird sie zu mir führen, denn ich kann nicht Tag und Nacht Wache halten.
Das Einzige, was ich tun kann, ist, alles aufzuschreiben und dafür zu sorgen, dass es jemand bekommt, der die Zeichen erkennt und alles dafür tut, dass diese dunkle Macht sich nicht ungehindert weiter ausbreiten kann. Deshalb nutze ich die Zeit und schreibe so viel ich nur kann. Die Pensionswirtin mag mich vielleicht für einen seltsamen Eigenbrötler halten, der sein Zimmer kaum verlässt – und wenn überhaupt, dann nur zu den Mahlzeiten. Aber das ist mir egal. Soll sie ruhig von mir denken, was sie will. Hauptsache, sie stört mich nicht, wenn ich alles aufschreibe, was mir widerfahren ist.
Begonnen hat alles an einem grauen Oktobertag im Jahr 1957 – das ist jetzt gerade mal einen Monat her. Und doch erscheint es mir, als gäbe es diese Welt nicht mehr, in der ich lebe ...
Vergangenheit
1. Oktober 1957
Salzburg, im Café Bazar in der Schwarzstraße
Gegen 13:30 Uhr
Die dichten grauen Wolken, die schon vor fast zwei Stunden über Salzburg aufgezogen waren, öffneten ihre Schleusen – und es begann zu regnen. Zuerst nur feiner Nieselregen, aber dann entwickelte sich das langsam, aber sicher zu einem Wolkenbruch, der die Menschen von den Straßen vertrieb und sie einen Ort aufsuchen ließ, an dem sie vor der Nässe Schutz finden konnten.
Ich beobachtete von einem Tisch an der Fensterfront des Café Bazar, wie die Menschen davonhasteten, und genoss umso mehr den Platz, an dem ich saß. Denn hier war es warm und gemütlich, und ich hatte Zeit zum Nachdenken, denn das Wetter dort draußen passte zu meiner Stimmung.
Mein Name ist Andreas Schachner. Ich bin kein gebürtiger Salzburger. Meine Wurzeln liegen in Wien. Dort bin ich geboren und aufgewachsen, dort habe ich Germanistik studiert. Mit dem Ziel, anschließend in der Zeitungsbranche zu arbeiten. Nach Abschluss des Studiums dauerte es aber dennoch einige Zeit, bis ich schließlich bei den Salzburger Nachrichten eine Stelle als Redakteur bekam. Was für mich damals bedeutete, die Großstadt Wien zu verlassen und in die Provinz zu gehen. Wobei man Salzburg nicht unbedingt als Provinz bezeichnen sollte, denn diese Stadt war schließlich der Geburtsort von Wolfgang Amadeus Mozart. Ein Ort voller Kultur, Tradition und Geschichte.
So hatte man mir Salzburg jedenfalls schmackhaft gemacht, als ich im Verlagsgebäude der Salzburger Nachrichten mein erstes Gespräch hatte und man mir eine sichere Zukunft versprach. Ich war bereit, das zu glauben, und zog nur kurze Zeit später in die Mozartstadt Salzburg. Über den Verlag fand ich rasch eine kleine, aber gemütliche Zweizimmerwohnung unweit des Mozartplatzes, was ich sehr bequem fand. So konnte ich – wann immer mir danach war – in das kulturelle Leben am Abend und erst recht am Wochenende eintauchen und es genießen. Ich war noch jung und hatte mein ganzes Leben noch vor mir, einschließlich einer Karriere in der Zeitungsbranche. So dachte ich jedenfalls, als ich während der ersten Wochen mir einen Überblick in den verschiedenen Ressorts des Verlages verschaffte.
„Möchten Sie noch einen Kaffee, Herr Schachner?", unterbrach die Stimme eines Kellners meine Gedanken. Ich hob den Kopf, versuchte zu lächeln und gab dem Mann mit einer kurzen, aber eindeutigen Geste zu verstehen, dass ich damit einverstanden war. Der dienstbeflissene Kellner eilte sofort los, um meine Wünsche so schnell wie möglich zu erfüllen. Schließlich war das Café Bazar ein Traditionscafé und dazu noch ein Ort, der oft und regelmäßig von Künstlern und Kulturschaffenden aufgesucht wurde. Hier tauschte man sich aus, hier plauderte man zwanglos über Gott und die Welt, und hier entstanden Beziehungen und Kontakte, die äußerst hilfreich sein konnten, wenn man es richtig machte.
Ich war kein Künstler im eigentlichen Sinne, aber ich glaubte an den Einfluss von Zeitungen und deren Bedeutung. Der Optimismus, den ich mir von Anfang an vorgenommen hatte, erfuhr schon vier Wochen später eine herbe Dämpfung. Denn ich hatte einen Fehler gemacht, den man mir sehr übelnahm. Ich hatte es gewagt, im Vorfeld der Wahlen zum Amt des Oberbürgermeisters einen zu persönlichen Artikel zu schreiben. Das schien dem jetzigen Amtsinhaber Stanislaus Pacher nicht ganz gepasst zu haben, denn er hatte den Verleger persönlich kontaktiert und sich über mich beschwert. Mich hatte man anschließend herbeizitiert und mir ordentlich die Leviten gelesen und dass dies keine Art sei, wie ein ernstzunehmender Journalist seine Artikel schrieb. Deshalb hatte ich mich notgedrungen entschuldigt und hoffte, dass diese auch so angenommen wurde – obwohl ich nach wie vor meine Meinung darüber hatte, wie gewisse Dinge eben geschildert werden sollten. Aber wenn ich es riskierte, erneut mit der Verlagsleitung in Konflikt zu kommen, dann würde man mir unmissverständlich zu verstehen geben, dass man Leute wie mich bei dieser bekannten Zeitung nicht brauchte. Und diese Warnung hatte ich klar und deutlich verstanden!
Um etwas Abstand zu gewinnen, hatte ich um eine Woche Urlaub gebeten. Dem hatte man nur zu gerne zugestimmt, denn in den Augen mancher Kollegen bedeutete das nichts anderes, als dass ich in dieser Zeit keinen Unfug anstellen und einseitige Artikel schreiben konnte. Auch wenn ich ein ziemlich ungutes Gefühl hatte, Anfang der kommenden Woche wieder in den Verlag zurückzukehren und so zu tun, als sei überhaupt nichts geschehen, entschied ich mich doch dafür, das Beste daraus zu machen, und tat somit genau das, was in letzter Zeit – zumindest meiner Meinung nach – viel zu kurz gekommen war. Und dazu gehörte auch ein Besuch im Café Bazar. Vielleicht sogar in der Hoffnung, hier jemanden zu treffen, der mir helfen konnte, eine andere berufliche Perspektive zu finden. Allzu hoch durfte ich jedoch meine Wünsche und Erwartungen nicht stellen, denn wir schrieben das Jahr 1957, und erst ganz langsam begannen sich die Beziehungen mit den angrenzenden Ländern allmählich zu normalisieren. Dazu gehörte auch ein neues Grenzabkommen mit der Bundesrepublik Deutschland, das vieles vereinfachte. Auch darüber hatte ich natürlich schreiben wollen. Aber mit diesen Dingen hatte man einen älteren und weitaus erfahreneren Redakteur betraut.
Und so saß ich nun hier im Café Bazar, trank mittlerweile schon den dritten Kaffee und versuchte, mir die Zeit auf halbwegs angenehme Weise zu vertreiben. Aber die einflussreichen Mitglieder der Salzburger Kulturszene schienen es zumindest heute vorgezogen zu haben, lieber zuhause zu bleiben. Was ich verstehen konnte, denn bei diesem Wolkenbruch jagte man ja noch nicht einmal einen Hund vor die Tür.
Vielleicht hätte ich trotzdem auch besser zuhause bleiben und die triste Einsamkeit meiner kleinen Wohnung ertragen sollen. Denn dann wäre wahrscheinlich all das nicht passiert, was an diesem Tag noch geschah. Aber woher hätte ich denn ahnen sollen, dass eine einzige – und in meinen Augen anfangs eher zufällige – Begegnung dafür sorgen würde, dass mein ganzes bisheriges Leben sich ganz und gar ändern würde! Und das hatte mit einem alten Mann namens Johann Gruber zu tun, der nur wenige Minuten später aus dem Regen kam und das Café Bazar betrat.
Ich registrierte den alten Mann zunächst nur am Rande, als er hastig eintrat und seinen nassen Regenschirm in einem Ständer platzierte. Er war hager und ein wenig gebrechlich. Eben wie ein Mann, der die Siebzig schon überschritten und gewiss seit einiger Zeit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Seine Gesichtsfarbe war blass, und die Augen lagen tief in den Höhlen und waren gerötet. Unsicher blickte er sich in den Räumen des Cafés um, als wolle er sich irgendwie versichern, dass sich keine ihm bekannte Person jetzt hier aufhielt.
All dies registrierte ich, während ich einen weiteren Schluck Kaffee zu mir nahm und dabei einen Blick in die neueste Ausgabe der Salzburger Nachrichten warf, die man hier kostenlos lesen konnte. Aber irgendwie war ich nicht ganz bei der Sache, und daran war der alte Mann schuld, der jetzt zwei Tische entfernt von mir Platz nahm und den Kellner zu sich winkte. Was er zu ihm sagte, konnte ich nicht hören, denn seine Stimme klang sehr leise und wurde immer wieder von einem kurzen Husten unterbrochen. Selbst der Schirm schien ihn nur notdürftig vor dem prasselnden Regen da draußen geschützt zu haben.
Ich machte mir seltsamerweise Gedanken darüber, was wohl geschehen würde, wenn sich der alte Mann jetzt noch eine Lungenentzündung zuzog, die in seinem Alter sicher nicht ganz ungefährlich war. Aber dann sagte ich mir, dass es mich nichts anging, und konzentrierte mich wieder auf das Lesen der Tageszeitung vor mir. Zumindest versuchte ich es, aber aus einem mir unerklärlichen Grund drifteten meine Gedanken immer wieder ab.
„Entschuldigen Sie bitte, aber darf ich mich zu Ihnen setzen?", erklang plötzlich eine Stimme seitlich von mir. Im ersten Moment war ich erschrocken, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass der alte Mann auf einmal vor mir stand. Er gab sein Bestes, um mir freundlich zuzulächeln, aber irgendwie wollte der gehetzte Ausdruck in seinen Augen nicht weichen. Das grenzte schon fast an purer Verzweiflung!
„Ich möchte nicht aufdringlich sein, fuhr der alte Mann fort. „Sie sind doch Andreas Schachner, oder?
„Kennen wir uns?", fragte ich überrascht und legte die Zeitung beiseite, während er einfach einen Stuhl nach hinten schob und mir gegenüber Platz nahm.
„Nicht persönlich, lautete seine Antwort. „Pardon, ich bin unhöflich. Mein Name ist Johann Gruber, Herr Schachner.
„Das erklärt immer noch nicht, woher Sie mich kennen, Herr Gruber, erwiderte ich mit einer gehörigen Portion Skepsis, weil sich der alte Mann förmlich aufgedrängt hatte. „Vielleicht sollten Sie jetzt etwas deutlicher werden ...
„Aber natürlich, versicherte er. „Sie sind doch derjenige, der einen Artikel in den Salzburger Nachrichten über die bevorstehende Wahl des Oberbürgermeisters verfasst hat? Ein sehr gelungener Artikel, wie ich fand – und kritisch dazu.
Er lächelte auf eine Art und Weise, die mir sagte, dass ich zumindest jetzt einen Leser kennengelernt hatte, der mir nicht die Pest an den Hals wünschte.
„Danke, erwiderte ich erleichtert. „Es sieht aber ganz danach aus, als wenn Sie bis jetzt der Einzige sind, der das so sieht.
„Das dachte ich mir fast, antwortete Gruber. „Darf ich Sie zu einer Tasse Kaffee einladen? Natürlich nur, wenn Sie nichts dagegen haben.
Ich ahnte, dass selbst eine Ablehnung meinerseits nichts daran ändern würde, dass Johann Gruber fest entschlossen war, an meinem Tisch sitzenzubleiben und mir ein Gespräch aufzuzwingen. Aber weil der Wolkenbruch da draußen immer noch nicht nachgelassen hatte und ich somit gezwungen war, im Café Bazar noch etwas länger zu verweilen, stimmte ich dieser Einladung schließlich zu. Gruber lächelte und bestellte beim Kellner sofort zwei Kaffee, während ich gedankenverloren aus dem Fenster blickte und mir die verregnete Altstadt – zumindest an diesem Tag – so trist und verloren erschien wie noch nie zuvor.
„Ich habe Ihren Artikel mit großem Interesse gelesen, Herr Schachner, sagte Gruber. „Endlich hat jemand mal die Dinge beim Namen genannt. Ich fürchte allerdings nur, dass es einige Leute in der oberen Etage Ihres Hauses gab, die nicht glücklich darüber waren?
„Kann sein", sagte ich ausweichend. Aber mein Gesicht schien in diesem Moment viel mehr zu verraten, als ich es wollte. Gruber schien dies als Bestätigung seiner Vermutung aufzufassen und fuhr fort, nachdem der Kellner den Kaffee serviert hatte.
„Vielleicht ist es Schicksal, dass Sie hier sind, Herr Schachner. Glauben Sie an so etwas?" Er bemerkte, dass mein Blick ablehnende
