Über dieses E-Book
Im Innersten der Kirche formieren sich dunkle Zirkel, uralte Rituale werden wiederbelebt. Kardinäle verschwinden, werden bestialisch ermordet – oder kehren als lebende Tote zurück.
Zwei Männer wagen sich in das Zentrum des Grauens: Luca Greco, ein Exorzist, und Urs Brunner, ein Schweizergardist. Sie wissen: Die Kirche wurde unterwandert. Und wenn sie jetzt nicht handeln, wird Luzifer selbst den Leib Christi zerreißen – mit der Bibel in der einen und dem Kreuz in der anderen Hand.
Ein erschütternd realistisch erzählter Horror-Thriller über die dunkle Seite des Glaubens, geheime Logen, dämonische Rituale – und einen Papst, der die Apokalypse einläutet.
"Dan Brown trifft Lovecraft – nur schonungsloser, finsterer und verstörender."
Ähnlich wie Lovecrafts Schriften des Grauens 54
Titel in dieser Serie (54)
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Rezensionen für Lovecrafts Schriften des Grauens 54
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Buchvorschau
Lovecrafts Schriften des Grauens 54 - Craig Mason
In dieser Reihe bisher erschienen:
2101 William Meikle Das Amulett
2102 Roman Sander (Hrsg.) Götter des Grauens
2103 Andreas Ackermann Das Mysterium dunkler Träume
2104 Jörg Kleudgen & Uwe Voehl Stolzenstein
2105 Andreas Zwengel Kinder des Yig
2106 W. H. Pugmire Der dunkle Fremde
2107 Tobias Reckermann Gotheim an der Ur
2108 Jörg Kleudgen (Hrsg.) Xulhu
2109 Rainer Zuch Planet des dunklen Horizonts
2110 K. R. Sanders & Jörg Kleudgen Die Klinge von Umao Mo
2111 Arthur Gordon Wolf Mr. Munchkin
2112 Arthur Gordon Wolf Red Meadows
2113 Tobias Reckermann Rückkehr nach Gotheim
2114 Erik R. Andara Hinaus durch die zweite Tür
2115 Jörg Kleudgen (Hrsg.) Cthulhu Libria Neo
2116 Adam Hülseweh Das Vexyr von Vettseiffen
2117 Jörg Kleudgen (Hrsg.) Cthulhu Libria Neo 2
2118 Alfred Wallon Salzburger Albträume
2119 Arno Thewlis Der Gott des Krieges
2120 Ian Delacroix Catacomb Kittens
2121 Jörg Kleudgen (Hrsg.) Cthulhu Libria Neo 3
2122 Tobias Reckermann Gotheims Untergang
2123 Michael Buttler Schatten über Hamburg
2124 Andreas Zwengel Finsternacht
2125 Silke Brandt (Hrsg.) Feuersignale
2126 Markus K. Korb Treibgut
2127 Tobias Reckermann (Hrsg.) Drommetenrot
2128 Jörg Kleudgen (Hrsg.) Cthulhu Libria Neo 4
2129 Peter Stohl Das Hexenhaus in Arkheim
2130 Silke Brandt (Hrsg.) Das Kriegspferd
2131 Anton Serkalow Berge des Verderbens
2132 Klaus-Peter Walter Sherlock Holmes gegen Cthulhu
2133 T. E. Grau Diese alten und dreckigen Götter
2134 Anton Serkalow Träume im Heckenhaus
2135 Michael Buttler Die Astronautenvilla
2136 Jörg Kleudgen (Hrsg.) Cthulhu Libria Neo 5
2137 Anton Serkalow Das Fest
2138 Julia A. Jorges Hochmoor
2139 Manuela Schneider Unbekannter Feind
2140 Jörg Kleudgen & Uwe Voehl Halligspuk
2141 Anton Serkalow Die Aussenseiter
2142 Jörg Kleudgen & Uwe Voehl Halligspuk
2143 Tobias Reckermann (Hrsg.) Kryptologicae
2144 Michael Blihall Die Brücke
²¹⁴⁵ Erik Schreiber Die geheimnisvolle Dschungelstadt
²¹⁴⁶ Anton Serkalow Die Musik des Eric Zann
²¹⁴⁷ Nikolaus Schwarz Teufelswacht
2148 Holger Vos Teufelsauge
2149 Alfred Wallon Salzburger Schreckensnächte
2150 Ina Elbracht Mollusca Obscura
2151 Julia A. Jorges Hochmoor II
2152 Nikolaus Schwarz Der Spalt
2153 Michael Buttler Dschungelkrabben
2154 Craig Mason Luzifers Papst
Luzifers Papst
H.P. Lovecrafts Schriften des Grauens
Buch 54
Craig Mason
BLITZ-VerlagDieses Buch gehört zu unseren exklusiven Sammler-Editionen
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© 2025 Blitz Verlag
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Redaktion: Danny Winter
Titelbild: Mario Heyer unter Verwendung einer Zeichnung des Autors
Umschlaggestaltung: Mario Heyer
Logo: Mark Freier
Vignette: Jörg Kleudgen
Satz: Gero Reimer
2154 vom 27.07.2025
ISBN: 978-3-68984-553-7
Inhalt
Luzifers Papst
Vatikan, Mitternacht.
Die Glocke von St. Peter schlug zwölf. Ihr Klang war schwer wie Blei, drang durch die Mauern aus uraltem Stein, ließ die Dunkelheit erbeben, als wolle sie selbst bezeugen, dass in dieser Nacht etwas Unheiliges geschah.
Monsignore Giovanni Di Maria, der Chefexorzist des Heiligen Stuhls, ging mit langsamen, wachsamen Schritten durch die kalten Korridore des Apostolischen Palasts. Der Wind, der durch Risse und Spalten in Wänden und Fundamenten zog und durch offene Arkaden strich, brachte den beißenden Geruch von nassem Stein, altem Weihrauch und etwas anderem mit sich – einer dunklen Vorahnung.
Di Maria war ein Mann, an dem die Zeit nicht einfach vorbeigegangen war. Vielmehr hatte sie an ihm mit harter, unerbittlicher Hand gearbeitet. Sein Äußeres war ein lebendiges Zeugnis jahrzehntelangen Kampfes gegen das Unsichtbare, das Bösartige, das man nicht greifen konnte und dennoch tiefe Furchen hinterlassen hatte. Er war achtundsechzig Jahre alt, aber seine Erscheinung wirkte älter, nicht gebrechlich, sondern wie eine Statue aus Granit, die allen Stürmen getrotzt hatte. Er war mittelgroß, doch seine Haltung hatte etwas Unnachgiebiges, das ihn größer wirken ließ.
Der Monsignore war nicht gerade imposant, dafür aber unübersehbar. Wenn er einen Raum betrat, senkten sich die Stimmen. Wahrlich nicht aus Angst, vielmehr aus Respekt. Sein Gesicht war hager, eingefallen an den Wangen, mit scharfen Konturen. Die Haut ledrig, sonnengegerbt, durchzogen von winzigen Adern und unzähligen Falten. Die Stirn breit, von tiefen Gedankenfurchen gerippt, als hätte jede schwere Entscheidung der Kirche eine Kerbe hinterlassen. Die Augen tiefsitzend, umschattet von müden Lidern, aber wach. Ihre Farbe lag irgendwo zwischen Dunkelgrau und Bernstein, je nach Licht. In ihnen loderte kein fanatischer Glanz, sondern eine ruhige, stählerne Wachsamkeit. Es waren Augen, die gesehen hatten, was andere nicht überlebt hätten. Das Haar war schütter und silberweiß. Es stand ein wenig wirr an den Schläfen ab, als wollte es gegen die Tatsache des unwiederbringlichen Ausfalls rebellieren. Der Bart kurz, gepflegt, fast militärisch, mit weißem Grau durchzogen, wie gefrorener Schnee auf altem Lavagestein. Giovanni trug stets dasselbe Gewand: eine schlichte schwarze Soutane, ohne Zierrat, ohne Luxus, abgesehen von einem schmalen purpurnen Saum – das stille Zeichen seines Ranges. Auf der Brust baumelte ein schmuckloses Kruzifix, dessen Silber bereits angelaufen war. Es war nicht nur ein Symbol, es war eine Waffe. Benetzt mit Weihwasser, heiligem Öl und geweihter Asche. Die Kette war rau, kratzte auf der Haut und erinnerte ihn daran, dass selbst das Heilige unbequem sein musste, wenn es ernst gemeint war.
Giovanni Di Maria war ein erfahrener Mann. Er kannte die Wege der Hölle. Er hatte Dämonen gesehen, die sich in menschlichen Stimmen verbargen, hatte das Zischen des Unsichtbaren vernommen, wenn unreine Seelen ihr Gift versprühten.
Doch in dieser Nacht war es anders. Keine Stimme, kein Schrei, sondern ein Flackern. Ein Licht, wo keines sein durfte.
Die müden Augen des Monsignore richteten sich auf ein hochgelegenes Fenster, das zur vergessenen Kapelle Sancta Caecilia gehörte. Ein Ort, der eigentlich schon vor Jahrzehnten geschlossen worden war. Nun, hinter den bunten Glasbildern glomm ein schwacher Lichtschein.
Er hielt inne. Etwas in ihm schrie: Kehre um.
Aber der Chefexorzist war keiner, der wegsah. Niemals.
Langsam näherte er sich der Kapellentür. Das Holz war rissig, uralt, stand einen Spalt offen, als hätte jemand absichtlich eine Einladung ausgesprochen. Er legte die Hand auf das kühle Metall der Klinke, zog sie lautlos ein paar weitere Zentimeter auf und spähte hindurch.
Das, was sich ihm gleich darauf offenbarte, ließ selbst sein erfahrenes Herz für einen Moment stillstehen.
Im Halbdunkel der Kapelle flackerte das Licht dutzender Kerzen, die in einem Kreis aufgestellt waren. Ihre Flammen warfen Schatten, die über die Wände krochen wie lebendige Kreaturen. Die Heiligenstatuen an den Seitenwänden waren mit Tüchern verhüllt. Der Altar selbst war entweiht. Denn dort, wo einst das Kreuz Christi gehangen hatte, prangte nun ein umgedrehtes Kruzifix, das verzerrt und zerschmolzen wirkte, geschmückt mit blutigen Dornen. Der Altartisch war mit schwarzem Samt bedeckt, auf dem ein Kelch abgestellt war. Nicht aus Gold, sondern aus einem unbekannten, matt glänzenden Metall, in das Schlangen eingeritzt waren.
Im Zentrum der Szenerie stand Kardinal Giuseppe Pellegrino. Er war auf eine Weise schön, die nicht von dieser Welt zu stammen schien. Nicht die altersmilde Schönheit eines alten Würdenträgers, nicht die autoritäre Würde eines Kirchenmannes. Vielmehr besaß Pellegrino eine blendende, betörende Erscheinung, die gleichermaßen Vertrauen und instinktive Furcht auslöste. Sein Gesicht war makellos – zu makellos. Glatt, statt faltig, obwohl er Mitte siebzig sein mochte. Keine Falte störte die Symmetrie. Die Haut war elfenbeinfarben, fast durchscheinend. Seine Wangenknochen waren hoch und fein gemeißelt, die Nase gerade, die Lippen schmal, doch weich geformt, wie die eines Mannes, der nie laut sprechen musste, um gehört zu werden. Seine Augen jedoch waren das Auffälligste. Groß, mandelförmig, von einem tiefen, flüssigen Grau. Nicht das Grau toter Asche, sondern das lebendige Grau eines aufziehenden Sturms. Sie schienen in Menschen hineinzusehen, durch Masken hindurch, bis auf den Grund der Seele, um sie dort zu berühren. Wer in diese Augen blickte, vergaß zu denken. Vergaß zu zweifeln. Sein Haar war rabenschwarz, doch nicht auf künstliche Weise. Kein Grau störte die dunkle Fülle, die er sorgfältig nach hinten gekämmt trug. Sie verlieh ihm eine fast antike Erscheinung, als wäre er einem Fresko der Renaissance entstiegen. Ein weiteres Zeichen seiner disziplinierten Selbstdarstellung. Sein Gang gemessen, beinahe schwebend, hatte nichts mit dem eines alten Mannes zu tun. Er schien den Boden nicht zu berühren, so lautlos bewegte er sich. Die Robe rauschte bei jeder Bewegung. Nicht wie Stoff, sondern wie Wasser. Wenn er sprach, war seine Stimme samtig und tief, mit einem kaum merklichen Hall, als käme sie aus einer großen Leere. Sie klang wie eine Melodie, die man schon als Kind kannte, jedoch nie einordnen konnte.
Die Menschen, die Pellegrino begegneten, sahen in ihm Hoffnung, Licht, einen Neuanfang. Aber Giovanni Di Maria sah tiefer, denn unter dieser perfekten Fassade lag etwas Unfassbares. Ein Schatten, der durch seine Bewegungen hindurchsickerte. Etwas an ihm fühlte sich falsch an – wie bei einem Trugbild. Daran dachte er jedes Mal, wenn er ihn zufällig auf den
