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Norderneyer Weststrandmord. Ostfrieslandkrimi
Norderneyer Weststrandmord. Ostfrieslandkrimi
Norderneyer Weststrandmord. Ostfrieslandkrimi
eBook216 Seiten2 StundenDie Inselermittler

Norderneyer Weststrandmord. Ostfrieslandkrimi

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Über dieses E-Book

„Heute Nacht ist das Norderneyer Ausflugsschiff als Gespensterschiff am Weststrand zurückgekehrt - mit einem gehenkten Skelett am Mast!“ Tjark Drönkemeier, der Inselpolizist auf Norderney, traut seinen Ohren nicht. Soll das eine schlechte Klabautermann-Geschichte sein? Als der Inselpolizist den Weststrand von Norderney erreicht, trifft er auf staunende Urlauber, die das gestrandete Schiff begutachten. Doch es kommt noch schlimmer: Ihn erreicht zusätzlich die Nachricht, dass im Hotel Weiße Möwe ein Mann umgebracht wurde! Nach Inaugenscheinnahme des Tatorts fordert er umgehend Unterstützung durch die Polizei Norden an. Noch bevor Hauptkommissar Manno Lewert eintrifft, stellt sich heraus, dass ein Zusammenhang zwischen den beiden mysteriösen Ereignissen besteht. Bei der Leiche handelt es sich um einen vorbestraften Taschendieb und Trickbetrüger, der an Bord des Ausflugsschiffes war, als es strandete. Und ganz offensichtlich hatte er dort jemanden bestohlen - aber wurde er deshalb umgebracht? Mit Unterstützung des exzentrischen Super- Recognisers Wieland von Bröking macht sich Lewert auf Spurensuche. Als kurz nacheinander zwei weitere Morde geschehen, ist das ganze Können der Ermittler gefordert, damit nicht noch weitere Verbrechen passieren …

SpracheDeutsch
HerausgeberKlarant
Erscheinungsdatum21. Mai 2024
ISBN9783965869790
Norderneyer Weststrandmord. Ostfrieslandkrimi
Autor

Alfred Bekker

Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Krimis, Fantasy-Romanen und Jugendbüchern. Seine Romane erreichten eine Gesamtauflage von über 3 Millionen Exemplaren und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Väterlicherseits stammt seine Familie aus Ostfriesland. Sein Großvater war jahrzehntelang Bürgermeister von Twixlum, die dortige Thedastraße ist nach seiner Großmutter benannt. Er selbst lernte als Zehnjähriger auf dem Großen Meer das Segeln und kehrte auch später mit der eigenen Familie immer wieder im Urlaub dorthin zurück. So lag es für ihn nahe, diese Gegend wie auch die Insel Norderney zum Schauplatz seiner Ostfrieslandkrimis zu machen.

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    Buchvorschau

    Norderneyer Weststrandmord. Ostfrieslandkrimi - Alfred Bekker

    Kapitel 1

    Es war eine Nacht im November. Der Mond stand fahl und hoch über dem Weststrand der Insel Norderney, aber schon trieb der unaufhörliche starke Wind die dunklen Wolken voran, die sich wie fliegende, formlose Ungeheuer dem Land näherten und die Helligkeit des Mondes schon nach kurzer Zeit vollkommen verdeckten. Minuten später erschien ein geisterhaftes Leuchten am Himmel, als der Mond dann durch ein Wolkenloch hindurchschien.

    Und dieser kegelförmige Schein offenbarte dann für ein paar Momente das tosende, schäumende Wasser der Nordsee.

    Doch da war noch etwas anderes, was sich von der See her dem Weststrand näherte. Etwas Dunkles. Ein Schatten, der vielleicht ein Schiff sein mochte - oder ein Seeungeheuer, von dem die alten Legenden berichteten.

    Aber Wilko Petersen, der zu dieser nachtschlafenden Zeit an den Norderneyer Weststrand gekommen war, um sich das Schauspiel der wilden Inselnatur anzusehen, glaubte nicht an Seeungeheuer. Er war selber lange Jahre zur See gefahren und Maschinist auf verschiedenen Schiffen gewesen. Frachter waren ebenso darunter wie Passagierschiffe. Sogar ein großes Kreuzfahrtschiff. Und er hatte viel gesehen von der Welt. In den letzten Jahren hatte er auf einem Krabbenkutter angeheuert. Heimathafen Norderney. So konnte er mehr zu Hause sein. Inzwischen fuhr Wilko Petersen gar nicht mehr raus. Er hatte sich zur Ruhe gesetzt. Auch wenn er viel von der Welt gesehen hatte - am schönsten war es letztlich doch auf der Insel, auf der Wilko Petersen geboren war: Norderney.

    Es war Hochwasser.

    Der Wind von Nordwest drückte die Flut zusätzlich gegen die Küste. Wilko Petersen verfolgte immer den Wetterbericht, solange er denken konnte. Ein Seemann musste wissen, wie das Wetter wird. Das war eines der wichtigsten Dinge, die man beachten musste. Und das Wetter von Morgen existiert in Wahrheit schon - nur ein paar hundert Seemeilen weiter draußen über der Nordsee.

    Petersen verengte die Augen, als wieder ein Lichtstrahl zwischen den Wolken hindurchkam und ein Stück der schäumenden See beleuchtete. Da war wirklich etwas. Ein Schiff? Für den Bruchteil eines Augenblicks glaubte Wilko Petersen, etwas mehr erkennen zu können. Da war ein Mast, an dem etwas hing. Etwas, das im ersten Moment auf ihn gewirkt hatte wie ein …

    … ein Gehenkter!

    Jetzt spinn nicht rum!, sagte sich Wilko Petersen. Die Geschichten vom Klabautermann sind dazu da, kleine Kinder zu erschrecken!

    Aber andererseits hatte Wilko Petersen gesehen, was er gesehen hatte. Und das beschäftigte ihn jetzt innerlich.

    Das dunkle Schattenschiff näherte sich dem Weststrand. Ja, es musste wohl tatsächlich ein Schiff sein. Alles sprach dafür. Stimmen drangen jetzt bis zu ihm ans Ohr. Stimmen, die sich mit den Geräuschen des Windes und dem Meeresrauschen der heftigen Brandung mischten und einen eigenartigen, geisterhaften Chor bildeten, in dem alles verschwamm und man Dinge zu hören glaubte, die vielleicht gar nicht existierten.

    Waren das Schreie? Aufgeregte Rufe? Was war da an Bord los?

    Das dunkle Schattenschiff näherte sich immer weiter.

    Die kommen aber nahe heran, dachte Wilko Petersen. Und als alter Seemann konnte er durchaus beurteilen, dass das nicht ungefährlich war. Die Küste war flach. Zu nahe wagte sich besser kein Schiff an den Strand heran, sonst hatte man ganz schnell kein Wasser mehr unter dem Kiel, wie es sprichwörtlich hieß.

    Und dieses schwarze Etwas, das war Wilko Petersen sofort klar, war viel zu nahe an den Strand herangekommen.

    Auf einmal waren Dutzende von Stimmen zu hören. Ein krachendes Geräusch war dann zu vernehmen. Das schwarze Schiff neigte sich. Der Mast zeigte seitwärts - und tatsächlich baumelte etwas daran.

    Und dann sah Wilko Petersen im Schein des Mondes für einen kurzen Moment, was es war!

    Ein Skelett!

    Klappernd schlug das gehenkte Skelett gegen den Mast. Immer wieder, denn der Wind wehte es erneut fort.

    Das schwarze Schiff war in der Brandung stecken geblieben. Die Besatzung stieg offenbar aus. Stimmen wurden lauter. In der Dunkelheit waren wankende Gestalten zu sehen.

    Wie Untote, die ein Geisterschiff verlassen!, ging es Wilko Petersen schaudernd durch den Kopf.

    Kapitel 2

    »Moin!«, sagte Inselpolizist Tjark Drönkemeier, als er morgens die Wache auf Norderney betrat, um seinen Dienst anzutreten. Der große Mann mit dem etwas rotstichigen Haar nahm seine Uniform-Mütze ab und warf sie zum Ständer. Aber er verfehlte den Haken und die Mütze landete auf dem Boden. »Irgendwann schaffe ich das auch nochmal!«, meinte er.

    »Moin, Herr Drönkemeier«, sagte Frau Haddinga. »Man soll die Hoffnung nie aufgeben!«

    »Sie sagen es, Frau Haddinga. Aber ich bin ja der geborene Optimist!«

    Frau Haddinga betrieb eigentlich zusammen mit ihrem Mann die Pension direkt nebenan. Aber daneben machte sie auf der Polizeiwache Norderney auch häufig den Telefondienst. Tjark Drönkemeier war schließlich normalerweise der einzige Polizist auf der Insel. Manchmal kamen Verstärkungskräfte vom Festland, wenn besonderer Bedarf bestand. Zum Beispiel ein Kriminalkommissar, wenn ein Mord passierte oder zusätzliche Einsatzkräfte, die in der Strandsaison den grassierenden Taschendiebstahl eindämmen sollten. Oder auch wenn verstärkt Kontrollen an den Fähren durchgeführt werden mussten, was Tjark Drönkemeier bei allem Diensteifer alleine gar nicht hätte schaffen können.

    »Herr Drönkemeier, Sie können die Mütze gleich wieder aufsetzen«, meinte Frau Haddinga.

    »Wieso das denn?«

    »Es hat heute Morgen schon ein Herr Wilko Petersen, wohnhaft hier in Norderney, angerufen. Angerufen? Was sag ich! Sturmgeklingelt. Ich hatte aus Versehen meinen Schlüssel für die Wache nicht dabei. Aber das habe ich erst gemerkt, als ich vor der Tür stand. Und da hörte ich auch schon, wie es klingelte. Aber ich musste natürlich nochmal zurück in die Pension, um den Schlüssel dann zu holen. Und da ich nicht genau wusste, wo ich den jetzt eigentlich hingelegt habe, hat das etwas länger gedauert.«

    »Ich nehme an, das Telefon klingelte immer noch, als Sie hier wieder aufgetaucht sind«, vermutete Drönkemeier.

    »Und ob! Und dann hatte ich den Herrn Petersen am Apparat. Der hat sich erstmal darüber beschwert, dass die Polizeiwache nicht rund um die Uhr besetzt ist und sowas alles.«

    »Was wollte er denn?«

    »Heute Nacht sei ein Gespensterschiff am Weststrand angelandet und hat sich dort wohl festgefahren.«

    »Gespensterschiff?«, echote Tjark Drönkemeier stirnrunzelnd, während er nun seine Uniformmütze vom Boden aufhob und, anstatt sie an den Haken zu hängen, sie gleich wieder auf den Kopf setzte. Denn das Ganze lief wohl darauf hinaus, dass er am Weststrand mal nach dem Rechten sehen musste.

    »Gespensterschiff. Mit einem gehenkten Skelett am Mast.«

    »Sie erzählen mir aber jetzt nicht eine Geschichte vom Klabautermann, Frau Haddinga?«

    »Und dann, sagte der Herr Petersen, seien untote Zombies von Bord gestiegen, durch das Hochwasser der Brandung gewatet und an Land gekommen.«

    »Zombies? Jetzt nehmen Sie mich aber auf den Arm!«

    »Nur ein bisschen, Herr Drönkemeier.«

    »Was ist denn nun wirklich passiert?«

    »Also, ich weiß ja nur, was mir der Herr Petersen ins Ohr gesabbelt hat. Und der hat gesagt, es sah so aus, als wäre da ein Geisterschiff, aus dem Untote steigen. Aber ein Schiff ist da wohl und so wie es aussieht, kommt das auch nicht von allein wieder weg.«

    »Dann werde ich mir mal ansehen, ob die Sicherheitslage irgendwelche Maßnahmen erforderlich macht«, erklärte Drönkemeier.

    »Der Herr Petersen sagte außerdem, dass es sich bei dem Schiff um die LEMURIA handelt. Zumindest steht das am Rumpf.«

    »Das ist doch ein Ausflugsschiff, hier am Norderneyer Hafen.«

    »Genau.«

    »Bisschen spät im Jahr für eine Ausflugsfahrt!«

    »Und sie ist ja wohl auch nicht besonders gut ausgegangen«, resümierte Frau Haddinga. »Die Teilnehmer dieses Ausflugs haben sich wohl alle nasse Füße geholt, wenn ich den Herrn Petersen richtig verstanden habe.«

    Tjark Drönkemeier atmete tief durch.

    »Ich frag mich, ob der Kapitän besoffen war oder was da wohl schiefgelaufen ist«, meinte der Inselpolizist.

    »Der Herr Petersen wartet übrigens am Weststrand auf Sie, soll ich Ihnen ausrichten«, meinte Frau Haddinga noch, ehe Drönkemeier dann die Wache verließ.

    *

    Als Tjark Drönkemeier mit dem Dienstwagen den Weststrand von Norderney erreichte, hatte sich dort bereits eine ganz ansehnliche Menschenmenge versammelt - und das trotz der Tatsache, dass im Augenblick wirklich kein Strandwetter war. Der Herbst hatte auf Norderney zwar auch seine schönen Seiten, aber die eigentliche Strandsaison war vorbei.

    Die Leute bemerkten Tjark natürlich sofort, als er sein Dienstfahrzeug abstellte und ausstieg.

    Er blickte zum Strand und glaubte im ersten Moment, seinen Augen nicht zu trauen.

    Das Schiff, das sich da förmlich in den Sand des Strandes hineingefräst hatte, wirkte tatsächlich wie ein Geisterschiff. Der heftige Wind, der im Augenblick von Nordwest her wehte, ließ das gehenkte Skelett, das von Frau Haddinga erwähnt worden war, immer wieder heftig hin und her baumeln. Das war wohl ein Halloween-Scherz, um der Stimmung an Bord die richtige Richtung zu geben. LEMURIA stand tatsächlich vorne am Bug ganz deutlich an der Schiffswandung. Tjark kannte sich aus und zu seinen Aufgaben als Inselpolizist gehörte es natürlich auch, regelmäßig den Hafen zu inspizieren und danach zu schauen, ob alle Vorschriften eingehalten wurden. Unwesentlich größere Häfen wie Hamburg oder New York hatten dafür vielleicht eine eigene Polizeieinheit, in Norderney Stadt konnte man sich das leider noch nicht ganz leisten. Da musste jemand wie Tjark Drönkemeier eben alles machen. Trickdiebe verhaften, Robben retten, Küstenschutz und gegebenenfalls noch den Verkehr regeln und Fahrradrowdys verfolgen. Jedenfalls war die LEMURIA dem Inselpolizisten durchaus bekannt. Und er wusste auch, wer der Halter war. Da konnte er sich dann ja direkt erkundigen.

    »Moin, Tjark!«, begrüßte ihn eine helle Stimme, die er sofort wiedererkannte.

    »Moin, Frauke!«

    Frauke Drehmels war die Reporterin der Inselzeitung. Tjark hatte sie erst gar nicht erkannt, denn sie trug einen etwas übergroßen Parka und hatte die Kapuze über den Kopf gezogen. Bei dem Wind war das auch nicht verkehrt. Sie kam auf Tjark zu. Dabei deutete sie auf die LEMURIA. »Sieht aus wie eine Szene aus einer Schauergeschichte!«, meinte sie. »Das Skelett … und dann noch der Name des Schiffes …«

    »Wieso? Was ist mit dem Namen?«, fragte Tjark stirnrunzelnd.

    »Lemuria soll doch so ein versunkener Kontinent gewesen sein. So ähnlich wie Atlantis.«

    »Wusste ich gar nicht.«

    »Wikipedia bildet, Tjark!«

    Sie zwinkerte ihm zu.

    »Dürfte für dich ja gut zupasskommen«, sagte Tjark.

    »Was?«

    »Dass das Schiff hier gestrandet ist. Dann hast du auch mal was richtig Dramatisches zu schreiben.«

    Sie lachte. »Ja, und das ist auch mal eine Abwechslung. Ich kann ja nicht immer nur über die Heldentaten des Robben rettenden und Mörder fangenden Inselpolizisten berichten - auch wenn ich das liebend gerne tue.«

    »Na ja, beim Mörder fangen bin ich ja dann meistens auch nur der Assistent.«

    »Meinst du, weil dann der Kommissar aus Norden kommt?«

    »Genau.«

    »Du brauchst dein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen, Tjark!«

    »Nee, aber ich bin auch keiner, der sich unbedingt wichtiger machen muss, als er ist, Frauke!«

    »Und das wiederum ist eine sehr sympathische Eigenschaft. Über solche Leute schreibe ich am liebsten, Tjark!«

    Da war Tjark Drönkemeier schon fast ein bisschen verlegen. Weil ihm nichts Besseres einfiel, fragte er: »Wollen wir nachher mal wieder zusammen einen Kaffee trinken?«

    »Aber gerne!«, sagte Frauke Drehmels, und weil sie jetzt etwas den Kopf drehte, wehte ihr der Wind erstens die Kapuze vom Kopf und zweitens wurden ihre Haare ins Gesicht geweht. Sie versuchte zwar, sie wegzuwischen, aber das klappte nicht. Erst als sie sich so drehte, dass der Wind sie ihr nicht mehr ins Gesicht fahren ließ, ging es besser. Aber so war das eben. Man musste sich den Naturgewalten wie Wind und Wasser anpassen. Es war vollkommen sinnlos, dagegen anzukämpfen. Jeder, der länger auf einer Insel lebte, hatte das auch irgendwann begriffen. Nur der Kapitän der LEMURIA schien das in der letzten Nacht wohl nicht so richtig beachtet zu haben, so schien es Tjark Drönkemeier, wenn er sich das gestrandete ‚Geisterschiff‘ so ansah.

    »Was passiert denn nun mit dem Kahn da vorne?«, fragte Frauke.

    »Das weiß ich noch nicht«, sagte Tjark. »Ich schau mir das gleich mal aus der Nähe an. Die Bergung könnte kompliziert werden. Auf jeden Fall müsste man bis zum Hochwasser warten. Eine Gefährdungslage sehe ich aber nicht - und auch keinen Grund, den Badebetrieb zu verbieten oder dergleichen.«

    »Badebetrieb? Bisschen kalt dafür, meinst du nicht?«

    »War ein Scherz.«

    »Ach so.«

    »Obwohl …«

    »Obwohl was?«

    »Es gibt ganz Hartgesottene, die gehen bei jedem Wetter und jeder Temperatur in die Wellen.«

    »Vielleicht bis zu den Knöcheln. Aber auch das würde ich um diese Jahreszeit nicht mehr machen.«

    *

    »Herr Wachtmeister Drönkemeier?«, sprach ihn nun ein älterer Herr an.

    »Eigentlich Polizeiobermeister«, sagte Tjark.

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