Persönliches im Spiegel des Unpersönlichen: Wahres, Witziges und Weises aus Munis Satsangs
Von Muni M. Weber
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Über dieses E-Book
Der Wald unserer unpersönlichen Natur wird scheinbar von den Bäumen unserer persönlichen Geschichten verdeckt.
Also gilt es, ein paar Schritte zurückzutreten, um den Überblick zu bekommen.
In Munis Satsangs geht es um die unpersönliche Qualität unserer wahren Identität, aber wenn man den Überblick verloren hat, besteht dort auch die Möglichkeit, Persönliches zu thematisieren.
In diesem Buch sind einige dieser persönlichen Geschichten exemplarisch aufgeschrieben.
Die Leser des Buchs können die Gemeinsamkeiten mit, aber auch die Unterschiede zu ihren eigenen Geschichten entdecken, und dadurch einen Schritt zurücktreten:
Die Fixierung auf die eigene Person wird gelöst, der Blick kann sich weiten, und das Ganze kann gesehen werden:
Wir sind nicht das, wofür wir uns halten, sondern das Unpersönliche!
Der geweitete Blick auf "unsere" Familiengeschichten (Kapitel 1), auf "unsere" Beziehungen und Partnerschaften (Kapitel 2), auf "unsere" Gefühle und Gedanken (Kapitel 3) und auf "unsere" Angst vor dem Tod (Kapitel 4) führt letztlich zu der Erkenntnis, dass sie alle gar nicht "unsere" sind.
Dann lichtet sich der Wald für uns und wir können ihn als uns selbst betrachten.
Muni M. Weber
Seit 2005 gibt Muni öffentlich Satsang in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Indien und vermittelt seine Erkenntnis und Einsichten in Form der Lehre und der Präsenz des wahren menschlichen Ausdrucks. Website: www.muni-satsang.de
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Buchvorschau
Persönliches im Spiegel des Unpersönlichen - Muni M. Weber
1.Kapitel: Familienbande
Exemplarisch werden die Abhängigkeiten, in denen sich die Mitglieder einer Familie befinden, offengelegt.
Im wechselseitigen Spiel der Energien kommen die Prägungen der Beteiligten zum Vorschein.
Der „Einfluss der Kinder auf die Eltern ist dabei energetisch betrachtet sogar größer als der der Eltern auf ihre Kinder (siehe „Wer erzieht wen?
).
Die „mitgebrachten" Prägungen der Kinder, die sich zunächst im Zusammenspiel der Familienmitglieder zeigen, formen sich als Verhaltensmuster in den Beziehungen der Erwachsenen weiter aus.
Im Erwachsenenalter und in scheinbar neuen Konstellationen werden die alten Muster nur neu kombiniert und höchstens variiert – es sei denn, die Bewusstmachung dieses Spiels gelingt.
In jedem Gespräch zur jeweiligen „Familiengeschichte" dieses Kapitels gibt Muni Hinweise zum bewussten Umgang mit der jeweils vorliegenden Konstellation.
Von den Eltern weggesperrt
M: Am letzten Samstag hatte ich in der Meditation das Bedürfnis aufzustehen, zu flüchten und aus dem Raum zu gehen. Ich spürte eine Wut auf meine Mutter.
Ich wusste erst gar nicht warum, bis ich mich wieder daran erinnerte, dass sie mich oft in einen Raum eingesperrt hat, wenn sie mit meinem Vater „in die Kiste" wollte. Das Gefühl, raus zu wollen und nicht zu können, das mich damals so wütend gemacht hat, kam wieder auf.
Muni: Super, dass das sichtbar geworden ist.
M: Ich war natürlich traurig und könnte jetzt schon wieder heulen.
In der angeleiteten Meditation eben sprachst du davon, etwas aus den Körperzellen herauszulassen, und da kam bei mir der Entschluss:
So, jetzt lasse ich das mal aus der Zelle raus und erzähle das.
Muni: Aus der Zelle im wahrsten Sinne des Wortes, weil du ja eingesperrt warst.
M: Ja genau. Raus aus der Zelle und raus aus den Zellen, raus mit den alten Programmierungen!
Muni: Spannend, oder? Welche Verbindungen die Meditation zu den Geschichten, die uns beeinflussen, herstellt!
Das ist ein gutes Beispiel dafür, welche Anhaftungen und Abneigungen in der Meditation auftauchen können.
Wenn jetzt der Impuls zur Flucht wieder auftaucht, kannst du einfach in dieser Energie bleiben, d.h. du bleibst einfach sitzen und lässt deine Mutter im Nebenraum machen, was sie will.
M (lacht): Dort könnte ich sie ja jetzt auch einsperren!
Ja, jetzt ist die Wut raus. Einerseits war ich wütend auf meine Mutter und andererseits bin ich froh, dass diese Wut mal rauskam.
Manchmal kommt halt Wut hoch – und dann ist das so!
Muni: Ja, es ist wichtig, sie zu ehren.
„Wut gehört zu unserem Ausdruck und darf nicht verboten sein.
Fast jeder Mensch, der Verletzungen erfahren hat, ist wütend.
Wenn sie unterdrückt wird, ist ihre Energie gebunden."
Es muss einen Raum für sie geben, sonst kommt sie irgendwann unkontrolliert in Krisen oder Kriegen heraus, und das ist dann für niemanden gut.
M: Ja, ich habe ihr den Raum gegeben und war den ganzen Tag wütend, ohne dass sich die Wut noch gegen jemanden richtete.
Muni: Letzten Endes richtet sich die Wut auch gegen niemanden anderen. Sie richtet sich in erster Instanz gegen das Leben und in zweiter gegen dich selbst und dagegen, dass du lebst.
Wenn man gerade frisch auf der Welt ist, geht die Post ab: Man erfährt Einschränkungen und Öffnungen, aber oft mehr Einschränkungen als Öffnungen. Und dann kommt Wut, ganz klar.
Dem bist du ausgeliefert, wenn du klein bist!
Hat dich jemand gefragt, ob du gezeugt werden wolltest?
M: Nein, ich war kein Wunschkind, und sie überlegten, mich „wegzumachen".
Muni: Nach der Zeugung haben sie dich im Mutterleib weggeschlossen und deine Mutter hätte lieber Sex gehabt, als dich mit sich herumzutragen.
M: Das stimmt.
Muni: Dem allem bist du ausgeliefert.
Du kannst dich nicht versorgen, nicht laufen und am Anfang auch nichts sehen.
Und wenn du anfängst zu sehen, steht alles auf dem Kopf. Du merkst, dass alles Kopf steht und falsch ist.
Dann dreht das Bild sich um und plötzlich erscheint es dir real.
Du beginnst die Leute um dich herum zu sehen, deren Einfluss auf dich du vorher nur energetisch gefühlt hast.
Du wirst ernährt und bekommst Wärme oder eben keine, wenn du zum Beispiel in einem Brutkasten liegen musst.
Du machst die Erfahrung des Ausgeliefertseins – und das macht wütend!
Denn eine Facette von uns ist immer präsent, nämlich dass wir die absolute Weite sind und dass wir jenseits von dem sind, was hier passiert.
Und du merkst: Da stimmt etwas nicht!
M: Ja, ich habe oft das Gefühl, in einer „Als-Ob-Welt" zu leben. Sie tut so, als ob sie real wäre.
Muni: Das kannst du jetzt mit der dazugehörigen Distanz sehen, aber früher konntest du es nicht, und von daher war da Unzufriedenheit – gewesen!
M: Ja, gewesen.
Muni: Geh-Wesen: Das Wesen, das sich von dem löst, was es nicht ist, und hin zum Wesentlichen geht.
Was du gesagt hast, ist symbolhaft für unser Leben: Wir werden weggesperrt!
Die Weite, die wir sind, wird eingesperrt, und wir müssen nach der Öffnung schauen, nach einer Öffnung in andere Energiesphären und in den Raum, der von allem unberührt ist.
In deinem Erlebnis steckt viel Weggestecktes von dir, das nicht mehr weggesteckt sein muss.
Und wenn deine Wut draußen ist, kannst du Freude pur sein!
Schon im Mutterleib begegnest du deinen Eigenschaften:
„Die Urbegegnung mit deinen Eigenschaften
findet ganz früh, schon im Mutterleib statt.
Sie sind schon Bestandteil der Zeugung.
Wir könnten sagen, da hängt eine Energieglocke
oder -wolke in der Luft, die besagt:
„Keine Ahnung, wo ich bin und wo ich hingehöre.
Aber ich brauche etwas und will es gleichzeitig nicht!"
Und dann haben deine Eltern Sex,
um dieser Energie die Möglichkeit zu geben,
sich auszudrücken.
Sie denken, sie seien heiß aufeinander,
aber das ist natürlich Quatsch."
Sich trauen, sein Trauma aufzulösen:
„Ein Trauma ist etwas, das über dein Limit
von Aushaltbarkeit hinausging.
Die Befreiung vom Trauma steckt im Begriff selbst mit drin:
Trau-dich-mal!
Aufgrund eines Traumas hast du dich etwas nicht mehr getraut,
was du dich wieder trauen musst.
Ein Trauma kann sich also nur durch ein Trau-dich-mal
wieder auflösen, indem du dich dem wieder öffnest,
wovor du dein ganzes Leben lang geflüchtet bist."
Die Ohnmacht der Kindheit überleben
S: Ich fühlte mich in meiner Kindheit meiner Mutter ohnmächtig ausgeliefert, als sie mich geschlagen hat, und jetzt begegnet mir das Thema der Ohnmacht wiederholt bei meiner Arbeit.
Muss ich die Ursache dafür nur bei mir und nicht bei den anderen suchen?
Muni: Beides, du musst bei dir und den anderen schauen. Wenn du nur bei dir schaust, bekommst du keine Kraft, um aus diesen Situationen herauszugehen.
Den Schmerz in dir zu spüren ist gut, denn darin löst sich die Energie auf, aber du musst auch im Außen für dich einstehen, du musst also zweigleisig vorgehen.
Du kannst die Energie der Ohnmacht spüren, und sie muss sich trotzdem nicht dadurch abbauen, wenn du sie im nächsten Moment wieder aufbaust, indem du die anderen immer wieder dazu einlädst, dich als Opfer zu behandeln.
S: Warum lade ich sie immer wieder dazu ein?
Muni: Weil die Energie es so verlangt.
Opfer zu sein heißt, bestimmte Energien abzuwehren und auszuschließen, wie z.B. in deiner Kraft zu sein oder in der Fülle zu leben und andere Energien anzuziehen:
Wenn du dich als armes Opfer fühlst, ziehst du Menschen an, die auch arm sind, aber die Täterrolle spielen.
Das ist eine energetische Einladung und keine bewusste Haltung.
Weil dein System sich nicht mit diesen Situationen konfrontieren kann, versucht es, sie mit einem Nein zu verhindern, und erreicht damit genau das Gegenteil.
Das Nein dagegen ist ein Ja dafür, nach dem Motto: Ich würde gerne wieder ohnmächtig sein, damit ein anderer mich in meiner Not sehen und vielleicht retten kann.
S: Als meine Mutter mich geschlagen hat, habe ich versucht, zu entkommen und ihr versprochen, wieder „lieb" zu sein, aber sie hat nicht aufgehört.
Und dieses Gefühl habe ich ständig: Egal, wie und was ich mache, ich bin ausgeliefert.
Muni: Du versuchst also ständig, lieb zu sein, obwohl diese Strategie auch damals schon nicht zum Erfolg geführt hat. Vielleicht müsstest du stattdessen mal wütend sein, um in deine Kraft zu kommen
S: Ich habe versucht, für mich zu sorgen und für mich einzustehen, aber sobald ich eine Situation gelöst habe, kommt die nächste.
In den letzten Jahren hat sich das Problem verstärkt und jetzt kommen sie in fast täglichem Takt.
Muni: Dann ist die Energie, für dich einzustehen, noch nicht ausreichend: Du bist immer noch zu brav.
S: Ja, das stimmt.
Muni: Du willst anderen nicht antun, was deine Mutter dir angetan hat.
Wenn du für dich einstehst, heißt das nicht, dass du „ein Schwein sein musst", sondern dass du die innere Klarheit hast, dass niemand anderes etwas mit dir machen kann, was du nicht erlaubst.
Es geht nicht darum, die anderen fertig zu machen und gnadenlos zu sein, wie du es selbst von den anderen erfahren hast.
Das wirst du nicht tun können, das weiß ich, und das ist auch gut so, aber du musst lernen, eine klare Grenze zu ziehen: Bis hier hin und nicht weiter!
S: Das hört sich ganz einfach an.
Muni: Wenn die Energie dafür da ist, ist es unglaublich einfach.
Wenn du weiter in dieser Verzweiflung bist, wirst du irgendwann einen Moment erwischen, in dem du aus der Haut fährst. Und das ist die Erlösung.
Jeder Mensch muss für sich einstehen, denn die anderen wollen dieses Spiel spielen.
Sie wollen über die Grenzen der anderen gehen und abchecken, wie weit sie dabei gehen können.
Jemand, der nicht in seiner Kraft ist, ist ein willkommener Spielball für Menschen, die ebenfalls ohnmächtig sind, die in dem Spiel aber die Machtposition „gewählt" haben.
Sie machen ihre eigene Schwäche nieder, indem sie dich niedermachen.
Sie haben aber auch nicht wirklich Macht, weil sie genauso verzweifelt sind wie du.
Das kannst du bei ihnen sehen.
Und bei dir kannst du dir die Ebene anschauen: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu":
Sieh dir an, dass du, zumindest auf gedanklicher Ebene, alles Mögliche mit den anderen anstellst, und sieh dir auch an, was du mit dir selbst anstellst:
Dass du dich nicht ehrst, dass du selbst über deine Grenzen gehst, dass du nicht schaust, wo Schluss ist usw.
Das gehört immer zusammen. Man muss versuchen, mit dem, was im „Außen" passiert, klarzukommen, aber immer auch sehen, welchen Anteil man selbst daran hat.
Wenn wir etwas verurteilen oder wenn uns etwas einen großen Schmerz verursacht, haben wir immer einen Anteil daran, der sich häufig gegen uns selbst oder gegen die anderen richtet, ohne dass wir der Ansicht sind, dass das genauso schlimm ist, wie das, was die anderen uns zufügen.
So etwas wie Unschuld gibt es aber nicht auf diesem Planeten.
Wenn du das sehen kannst, wirst du auch sehen, dass du nicht hilflos ausgeliefert bist, sondern diese Tricks, die die anderen haben, auch draufhast.
S: Aber wenn ich diese Tricks anwende, bin ich nicht anders als die anderen.
Muni: Bevor du untergehst, musst du schauen, dass du überlebst.
S: Dann kann ich doch mal in die Trickkiste greifen?
Muni: Ja, in einer guten Weise, möglichst ohne die anderen dabei zu verletzen und ohne ihnen genau das zuzufügen, was du auch von ihnen nicht angetan haben möchtest.
S: Ja, danke!
Ein Opfer zu sein, hat mit Spiritualität nichts zu tun:
„Wenn du danach lebst,
dass du eigentlich nichts wollen darfst,
weil es in der Spiritualität darum geht, dass man kein „ich" hat,
dann bist du ein willkommenes Opfer für alle anderen
und das hat mit Spiritualität gar nichts zu tun."
Die Mutter als Rivalin der Tochter
D: Gestern ist in mir mein Mutterthema aufgekommen.
Muni: Das ist mal was Neues. Das hatten wir noch nicht. Sonst hatten wir hier immer das Vaterthema und ich war das Problem.
D: Jetzt ist die Mami dran und ich projiziere meine Probleme auf Ishtadeva (Munis Partnerin).
Muni: Ja super, ich spüre schon eine Erleichterung.
D: Mir gefiel bei unserer Silvesterfeier gestern Ishtadevas Musikauswahl nicht, und ich äußerte mich in verletzender Weise ihr gegenüber. Das wurde mir später bewusst.
Ich bekam so starke Schuldgefühle, dass ich sogar überlegte, hier früher abzureisen.
Dabei kam mir in den Sinn, dass ich meine Mutter früher fertig gemacht habe, bis sie geweint hat. Erst danach hat mir mein Verhalten jeweils leidgetan.
Und das hat nicht nur einmal, sondern oft stattgefunden.
Muni: Das ist ein Hinweis an die Mütter, dass es nicht immer unbedingt gut ist, ein Kind zu bekommen, zumindest wenn man die Botschaft, die man als Mutter sich selbst durch die Kinder sendet, nicht versteht.
Die Tochter spiegelt der Mutter, wie sie selbst als Kind war.
Man bekommt nur ein Kind, das so aufrührerisch gegen einen selbst ist, wenn man selbst in seiner Jugend mit diesem Thema zu tun hatte.
D: Ishtadeva ist überhaupt nicht auf meine Provokation eingegangen und ließ sie durch sich hindurch gehen, aber ich hatte die Gelegenheit, mir mein Verhalten anzuschauen.
Muni: Wenn sie dich fertig gemacht hätte, hättest du auch die Möglichkeit gehabt, hinzuschauen. Aber dann hättest du vielleicht abreisen müssen.
D (lacht): Ja. Jedenfalls bin ich dankbar, dass mir mein altes Muster dadurch bewusst wurde, obwohl ich auch wieder sehr gelitten habe.
Muni: Leider ist das häufig die Voraussetzung dafür, mehr Klarheit zu bekommen. Hast du denn für dich herausgefunden, was der Grund für dein Verhalten ist?
D: Es ist auch ein Versuch, gesehen zu werden und Aufmerksamkeit zu bekommen.
Muni: Meinst du, dass das alles ist? Es ist ja eine extreme Form, jemanden fertig zu machen, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen.
Gibt es keine Rachegelüste deiner Mutter gegenüber?
D: Doch. Es hatte auch einen Geschmack davon.
Muni: Es gilt herauszufinden, welche Beschwerde du gegen deine Mutter hast, um danach zu schauen, welche Beschwerde du dir selbst gegenüber hast.
Beschwerden, die man nach außen wendet, sind immer auch Beschwerden an sich selbst.
Man muss immer alles auf sich selbst als letzte Instanz zurückführen, wenn man ein Thema komplett erlösen will.
Die Punkte, die man den anderen ankreidet, sind die besonders wichtigen, die man bei sich selbst betrachten muss.
D: Gib mir da bitte nochmal einen Tipp bezüglich der Beschwerden und Rachegelüste, die ich meiner Mutter gegenüber habe.
Muni: Hat deine Mutter sich von ihrem Mann getrennt?
D: Nein. Ich habe sie als Rivalin empfunden.
Muni: Siehst du?
Deine Mutter als Rivalin zu sehen, heißt, du wolltest deinen Vater heiraten. Du beanspruchst das, was sie für sich beansprucht, und sie darf es nicht beanspruchen, obwohl es ihr „gehört".
D: Irgendetwas stimmt noch nicht, aber ich sehe es nicht.
Muni: Dann macht es jetzt keinen Sinn, krampfhaft danach zu suchen. Lasse es einfach sacken. Das wird schon kommen.
D: Ja, jetzt würde es nur zu Krämpfen führen.
Muni: Schau einfach weiter, in welcher Weise du dir selbst in massiver Form einen Vorwurf machst, den du dann gegen deine Mutter richtest, obwohl er dort nicht hingehört.
Und wenn du es nicht herausbekommst, dann kannst du leider nicht mit nach Indien fahren (kurz nach diesem Gespräch fand ein Retreat in Indien statt, zu dem D. sich angemeldet hatte).
D (lacht ungläubig und herzhaft)
Muni: Gut, dass du es so nehmen kannst! Sonst wärest du noch zu sehr mit dem Thema, dass du falsch bist, beschäftigt.
D (lacht weiter): Dieses Thema gibt es natürlich auch noch, aber es hat nicht mehr so eine Macht über
