Jeder stirbt seinen eigenen Tod - Wie das Sterben das Leben verwandelt
Von Annette Berger
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Über dieses E-Book
"Annette Berger ist eine angesehene Therapeutin in der Schweiz. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Begleitung von Sterbenden und in der Betreuung von deren Angehörigen. Dieser Prozess erfordert sehr viel Einfühlungsvermögen und seelische Kraft von allen Beteiligten.
Wer über viele Jahre sterbende Menschen begleitet, der stellt mit der Zeit fest, dass kein Sterbeprozess einem anderen gleicht. Jeder Sterbende stirbst seinen eigenen, ganz individuellen Tod. Womit gemeint ist, dass die Übergangsprozesse von dieser in eine höhere Welt so unterschiedlich sind wie das Leben der Menschen. Da jeder Mensch ein besonderes, ganz und gar unverwechselbares Leben gelebt hat, wird auch der Abschied von dieser Welt ein jeweils ganz einzigartiger sein.
Manche Menschen verlassen die Erde leicht, andere hängen bis zum letzten Atemzug an ihrer Inkarnation. Der eine möchte noch dieses oder jenes regeln, andere möchten nur loslassen. Jeder stirbt seinen eigenen Tod!
Dieses Buch zeigt mit großer Behutsamkeit und tiefem Einfühlungsvermögen, wie die letzten Tage und Stunden eines Menschen liebevoll gestaltet werden können und was Hinterbliebene beachten sollten, um ihre eigenen Kräfte nicht zu überschätzen und ihre innere Mitte zu halten.
Ein überaus wertvoller Begleiter für das Leben und das Sterben!"
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Rezensionen für Jeder stirbt seinen eigenen Tod - Wie das Sterben das Leben verwandelt
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Buchvorschau
Jeder stirbt seinen eigenen Tod - Wie das Sterben das Leben verwandelt - Annette Berger
Vorwort und Gedicht
von Hansjörg Weyermann
Der Inhalt des vorliegenden Buches erfordert ein behutsames und feinfühliges Vorgehen. Der Autorin ist es dank ihrer jahrelangen praktischen Erfahrung mit Kranken und Sterbenden gelungen, dem Leser das große Mysterium von Leben, Sterben und Tod in liebevoller Klarheit bewusster werden zu lassen.
Das Buch enthält nicht nur viele wertvolle und nützliche Hinweise, die überdacht und praktisch umgesetzt werden sollten, solange wir Menschen unser Leben noch selbst bestimmen können, sondern führt uns zu dem großen Geheimnis LEBEN, zu der mysteriösen Schöpferkraft, die alles Leben und alles Sterben im gesamten Universum beatmet und belebt. Eine Kraft, die sich in unendlicher Vielfalt wandelt und doch immer geheimnisvoll lebendig bleibt; denn Leben endet nie!
Leben und Tod treten zusammen mit uns ins Dasein. Sie sind zwei beständig anwesende Seiten unseres Daseins in der Zeit. Bald wirkt das eine mehr, bald das andere. Wenn wir ganz die Gegenwart leben, im Jetzt, verschwindet der Abgrund zwischen Leben und Tod, denn das ewige Jetzt ist Sein, die Zeit ist Dasein.
Das Buch ist kein Trostbuch mit Jenseitsversprechungen und Himmels-Vorstellungen; aber es führt uns mit seiner Intensität zu einer Ursprungsgegenwart, einer fühlbaren Teilhabe am Ganzen, diesem Ur-Ganzen, das wir nicht mehr Ur-Teilen. Es schenkt Vertrauen, Liebe und Zuversicht, und wir fühlen uns geborgen, eingebettet in den großen kosmischen Kreislauf, dessen Teil wir sind.
Eine wundervolle Auswahl von Texten aus vielen Epochen der Literatur, alten Überlieferungen und Weisheiten geben dem Buch eine unvergleichliche Tiefe.
Suche nicht
Du bist das Licht
Suche nicht
Die Wahrheit zu ergründen
Solange du suchst,
wirst du sie niemals finden
Suche nicht
Auf tausend Wegen
Die Wahrheit
wartet dir entgegen
und offenbart sich dir
in strahlendem Glanze
Suche nicht
Du bist das Licht
Du bist das Ganze
Hansjörg Weyermann
Einleitung
„Wie möchtest du sterben?", fragte mich der befreundete Redakteur einer Zeitschrift im August 2017. Er schreibe einen Artikel über Menschen, die sich professionell mit dem Sterben und dem Tod auseinandersetzen, und ihn interessiere, wie ich den Übergang für mich persönlich wünsche. Seine Hartnäckigkeit war stärker als meine Bequemlichkeit. Am folgenden Tag schickte ich ihm meinen Text zu.
Peter Michel, der Inhaber des Aquamarin Verlags, las den Artikel und kontaktierte mich daraufhin mit der Frage, ob ich mir vorstellen könne, ein Buch zu publizieren? Wir trafen uns später in Zürich für einen konstruktiven Austausch.
Das Leben lehrt mich, Ja oder Nein zu sagen, Herausforderungen anzunehmen oder ziehen zu lassen. Ich sagte Ja, und vor mir lagen neun Monate, in denen ich über einige zeitgemäße Themen rund ums Sterben und den Tod schreiben würde.
Das vorliegende Buch spiegelt meine persönliche spirituelle und berufliche Entwicklung und Auseinandersetzung der letzten fünfundzwanzig Jahre wider. Durch die Begleitung von Menschen in existenziellen Krisen und Wandlungsprozessen lerne ich, dass diese letztlich alle tiefer ins Leben führen, auch dann oder gerade wenn der Tod mitspielt.
Das Buch möchte dazu anregen, das Sterben und den Tod als Teil des Lebens anzuerkennen und uns gegenseitig teilhaben zu lassen an unseren Fragen, Ängsten, Bedürfnissen und Wünschen. Sie gehören zu uns Menschen und zu unserem Menschsein.
Selbstbestimmung und Autonomie sind heute auch in Bezug auf das Sterben aktuell. Häufig wird dabei übersehen, dass damit unsere Selbstverantwortung zunimmt, sowohl in Bezug auf das eigene Wohl als auch auf das unserer Mitmenschen.
Selbstverantwortliches Handeln bedingt Entscheidungskraft, ein bewusstes Definieren der eigenen Haltung, der persönlichen Werte und Grenzen.
Durch die medizinischen Möglichkeiten im Bereich der lebensrettenden und lebensverlängernden Maßnahmen haben sich die Grenzen des Machbaren drastisch verschoben. Dadurch sind wir herausgefordert, diese neu zu definieren und zu beschreiben, worauf wir uns einlassen wollen und worauf nicht.
Das Buch verfolgt die Spur einer Annäherung an die großen und offenen Fragen unserer Existenz. Menschsein heißt für mich: Unsere körperliche wie unsere geistige Existenz anzuerkennen. Das Endliche und das Ewige sind uns als zwei Wirklichkeiten eingeschrieben, sie gehören zu unserem Erfahrungsspielraum und prägen ihn.
Die andere Wirklichkeit in uns ist das Ewige, das nicht an Zeit und Raum gebunden ist. Je wacher und präsenter wir im gegenwärtigen Moment sind, umso mehr nehmen wir das Ewige wahr: Jetzt ist Ewigkeit.
Das Geschenk sterbender Menschen an uns ist die Erfahrung, dass in ihrer Gegenwart unsere Wachheit für dieses Hier und Jetzt zunimmt. Vor dem Hintergrund der Endlichkeit gewinnt jeder Moment seine Einzigartigkeit und Kostbarkeit zurück. In dem Sinne öffnen uns Sterbende das Tor zum Ewigen in uns.
1
Sterben – wandeln und sein
„Der Tod ist der Kunstgriff der Natur,
viel Leben zu haben."
J. W. GOETHE
Sterben ist ein individueller, ein sehr persönlicher und intimer Prozess im Leben eines jeden Menschen. Wer sich vom Leben berühren lässt, durchlebt immer wieder kleinere und größere Tode. Damit wandelt sich auch etwas im Inneren eines Menschen. Jeder Verlust hinterlässt Spuren. Diese sind Ausdruck innerer Wandlung und Reife.
Entstehen und Vergehen sind natürliche Bewegungen des Lebens. Die Konfrontation mit dem Vergänglichen ist für den Menschen immer wieder zutiefst herausfordernd. Er lernt zeitlebens mehr oder weniger freiwillig, sich auf unumgängliche und unerwünschte Situationen einzulassen, diese anzunehmen und sich dem Unausweichlichen hinzugeben. Oft investiert er alle seine Kräfte in den Widerstand, bis er schmerzlich feststellt, dass sein Aufbäumen vor allem kräfteraubend und nicht zielführend ist. Die Frage dreht sich weniger um Kämpfen oder Aufgeben; vielmehr geht es darum, die innere Haltung gegenüber dem Unabänderlichen zu finden.
Der Mensch tut sich schwer, zu akzeptieren, dass sich das Leben anders entwickelt, als er es sich vorgestellt hat. Gelingt es, den Widerstand aufzugeben und die Herausforderungen anzunehmen, wird er im besten Fall demütiger, in seinem Inneren weicher, sanfter, liebender und damit stärker. Er lernt, Würde zu entwickeln in Zeiten von Scheitern, Schmerz, Leid, Verletzlichkeit oder verpasster Gelegenheiten.
Der physische Tod repräsentiert die Endgültigkeit in radikaler und kompromissloser Weise – das Unumkehrbare, das definitive Ende der persönlichen Identität mit dem physischen Körper. Diese Radikalität ist einzigartig, in ihrer Konsequenz unvergleichbar und erschütternd für das menschliche Ich-Bewusstsein. Dieses Ich-Bewusstsein baut sich ein Leben lang auf durch Wissen und Erinnern.
„Denken ist die Ursache des Egos, und das Ego ist die Ursache von allem Wissen und Erinnerten. Der Mensch orientiert und definiert sich anhand dessen, was er weiß und erinnern kann. Wissen ist das, was der Mensch erlebt und woran er sich erinnern kann. Nur an seinen Tod kann er sich nicht erinnern – und das irritiert ihn. Irgendetwas in ihm fürchtet sich davor, weil er nicht weiß, was abfallen wird und ob es ein Danach wirklich gibt. Wenn ja, wie wird es dann dort für ihn sein? Bekanntes gegen Unbekanntes einzutauschen, ist gewiss keine erfreuliche Perspektive für das Ich-Bewusstsein."¹
Ob es ein Leben nach dem Tod gibt, wissen wir nicht, auch wenn vieles dafür spricht, dass das Bewusstsein nicht an den Körper gebunden ist. Sich mit diesem Nichtwissen zu konfrontieren, ist Teil des Unbehagens, welches das Thema Tod beim Menschen auslöst. Es widerspricht dem Bedürfnis nach Sicherheit, nach dem der Mensch ein Leben lang strebt. Dabei erfährt er früher oder später, dass es diese Sicherheit hier auf der Erde nicht gibt, auch wenn er sich noch so anstrengt. Diese vermeintliche Sicherheit zerschellt von einem Moment zum anderen, sobald sich im näheren Umfeld ein Todesfall ereignet. Begleitet von einem fahlen Gefühl in der Bauchgegend, realisiert der Mensch seine irdische Verwundbarkeit. Die Fragilität des Lebens schlechthin kann für Momente nicht mehr ausgeblendet werden. Diese Tatsache lässt ihn innerlich aufhorchen. Die bis dahin als selbstverständlich hingenommene eigene Gesundheit oder die Anwesenheit naher Bezugspersonen werden plötzlich wieder wahrgenommen und geschätzt. Er bewegt sich im Leben wieder achtsamer und wacher, da er sich der eigenen Verletzlichkeit bewusster ist.
Der Tod erschüttert und rüttelt auf. Darin liegt eine transformierende Kraft, die Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden lässt. Ein Mann in den Vierzigern sagte vor Kurzem zu mir: „Durch den tödlichen Herzinfarkt meines Arbeitskollegen bin ich irgendwie aufgewacht, und ich fühle mich seither lebendiger. Ich bin mir bewusster darüber, was ich alles in meinem Leben habe und wie schnell alles anders sein kann." Betroffenheit ist bekanntlich ein kurzlebiges Gefühl. Nicht selten kehrt der Mensch schneller, als es ihm bewusst ist, zurück in vertraute Gewohnheiten, in alte Denk- und Verhaltensmuster.
Viele Menschen beschäftigt die Frage, ob sterben leichter geht, wenn man im Leben lernt loszulassen? Was ist dieses Loslassen überhaupt? Wie geht loslassen?
Dem Loslassen-können geht ein Prozess des Annehmens voraus. Was nicht annehmbar ist, kann nicht losgelassen werden. Das bedeutet nicht, dass etwas gutgeheißen werden muss! Annehmen ist ein Reifeprozess, der im besten Fall dazu führt, ein Ja zu finden für das, was ist. Leben meint Wandlung. Die Wandlung ist die einzige Konstante im Leben. Alles Irdische kommt und geht. Sich an das Gesetz der Wandlung innerlich anzunähern, es immer mehr anzunehmen, ist im Hinblick auf das Loslassen essenziell. Anders gesagt, hat loslassen mit Hingabe an das Leben, so wie es ist, zu tun.
„Vertrauen gewinnen zur Geste des Loslassens, darum geht es immer wieder. Ich öffne meine Hände, ich lasse
