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Buchvorschau
Naive Malere - serges Medien
Kunstgattung -Verwirrung und Abenteuer
Nichts, absolut nichts von dem, was man über die Genesis dieser Kunstgattung weiß, ähnelt dem Abenteuer der Naiven, weder aus der Nähe noch aus der Ferne betrachtet. Ihre Beliebtheit ist daher zunächst für jedermann unerklärlich. Sie führt alle Welt in die Irre: die einen sind dafür, während die anderen sich dagegen wehren.
Beinahe alles, was bisher über die Hintergründe geschrieben wurde, hat einen großen Sinn hervorgebracht, eher das Gegenteil. Indem man die Malerei der Naiven unbesonnen mit Zeichnungen von Kindern vergleicht, von geistig Kranken, mit Felsenzeichnungen, mit der Afrikanischen Kunst, mit den Exvotos, kurz mit den meisten Formen der Volkskunst, trägt man in Wirklichkeit dazu bei, eine Verwirrung aufrechtzuerhalten.
In dieser 2-teiligen Beitragsreihe versucht der Verfasser, Anatole Jakovsky, diese geheimnisvolle Themenwelt zu beleuchten
Im ersten Teil reflektiert er sehr kompetent die Frage: „Was ist ein Naiver" und erläutert die Entwicklung der Naiven Malerei.
Im Teil II werden 72 Werke ausführlich analysiert und die faszinierende Welt ihrer Maler vorgestellt.
Verfasser: Anatole Jakovsky
Anatole Jakovsky (13. August 1909 - 24. September 1983) gilt als großer Kenner der Naiven Malerei. Er war ein französischer Kunstkritiker, der unzählige Beiträge und Bücher über diese Kunstrichtung verfasste. Zusammen mit seiner Frau Renée hat er zeitlebens eine Vielzahl von Exponaten gesammelt, für die er in Nizza ein Museum für Naive Kunst gründete, das auch seinen Namen trägt, das:
Musée international d'Art naive Anatole Jakovsky .
Anatole Jakovsky wurde in Chişinău (heute Republik Moldau ) als Sohn eines polnischen Vaters und einer rumänischen Mutter geboren. 1932 zog er von Rumänien nach Paris, wo er auch verstarb.
Inhaltsverzeichnis
Kunstgattung -Verwirrung und Abenteuer
Verfasser: Anatole Jakovsky
Naive Malerei – Verwirrung und Abenteuer
Was ist ein Naiver?
Early Painting in den Vereinigten Staaten
Die ,,Entwicklung" der Naiven Malerei
Der Zöllner Rousseau im Widerstreit der Urteile
Wertschätzung der Naiven durch die Maler selbst
Manipulationen
Die erste internationale Ausstellung
Das jugoslawische Wunder und die Unbekannten
Vom jugoslawischen Frühling zum weltweiten Sommer
Die Botschaft der Naiven Malerei
72 Bildanalysen und die Lebensgeschichten der Maler
Impressum
Naive Malerei – Verwirrung und Abenteuer
Wenn wir ehrlich sind, müssen wir eine Betrachtung der Naiven Malerei mit einem Eingeständnis beginnen: Nichts, absolut nichts von dem, was man über die Genesis der Kunst weiß, falls es ganz einfach um den Ursprung der künstlerischen Bewegungen, gleich welcher Art, geht, ähnelt dem Abenteuer der Naiven, weder aus der Nähe noch aus der Ferne betrachtet. Daher bleibt ihre gegenwärtige, übrigens erst vor einigen Jahren aufgekommene Beliebtheit, zunächst auch für jedermann unerklärlich. Sie führt im Übrigen alle Welt in die Irre: die einen sind dafür, während die anderen sich dagegen wehren.
Es stimmt, dass fast alles, was bisher über diese Frage geschrieben wurde, keinen großen Sinn hat, eher das Gegenteil. Indem man die Malerei der Naiven unbesonnen mit Zeichnungen von Kindern vergleicht, von geistig Kranken, mit Felsenzeichnungen, mit der Afrikanischen Kunst, mit den Exvotos, kurz mit den meisten Formen der Volkskunst, trägt man in Wirklichkeit dazu bei, eine Verwirrung aufrechtzuerhalten.
Was ist ein Naiver?
Gewiss, die Definition ist nicht leicht. In der Tat gibt es einige bald sich widersprechende, bald sich gleichende Charakteristika, die bisweilen scheinbar über den Rand rein naiver Kreationen hinausragen, sich überlagern, indem sie die Naiven ganz in die Nähe der hohen Kunst bringen und die Grenzen, seien sie auch noch so flexibel, undeutlich machen.
Aber was die anderen Künstler betrifft, begegnen wir da nicht einem entsprechenden Phänomen? Wo hört der Impressionismus auf, und wo fängt der Expressionismus an? Kann man denn den Analytischen Kubismus gegenüber dem Synthetischen Kubismus abgrenzen? Daran ändert auch nichts, dass dies ausreichend präzise Definitionen sind.
Dasselbe gilt für die Naiven. Wir kommen in der Beurteilung nur weiter durch eine seriöse Prüfung, mit aller notwendigen Sorgfalt, und nicht ,,auf die Schnelle", wie das in der Praxis leider doch oft geschieht. Wenn wir also eine Definition der Naiven Malerei versuchen, so können wir zunächst feststellen:
1. Der naive Maler ist als Maler zunächst einmal Autodidakt, d. h. einer, der, ohne irgendeinen Unterricht besucht zu haben, als jemand gilt, der seine künstlerische Ausdrucksweise aus eigener Kraft und von A-Z ganz allein erfunden hat. Die Umkehrung dieses Satzes - kein ,,gelernter Maler kann ein naiver sein - jedoch ist nicht richtig. Man findet unter den Naiven sowohl wirkliche Maler, Marc Chagall ist ein hervorragendes Beispiel, und man findet schlechte Maler, die man, zumindest in Frankreich, schlicht und einfach als ,,Feuerwehrmänner
bezeichnet, die pseudonaiv malen. Schon diese grundlegende Unterscheidung schneidet, wie man sieht, die Naiven von allen Vertretern der Volkskunst ab, und sei es nur deshalb, weil diese nach den Regeln und nach seit Jahrhunderten übernommenen und von Generation zu Generation, meist vom Vater auf den Sohn, überkommenen Mustern arbeiten.
2. Jeder naive Maler, der diesen Namen verdient, hat sein eigenes Bild von der Welt, welches, auf eine vom Schicksal bestimmte Weise, dem keines anderen gleicht. Was haben sie gemeinsam: Rousseau und Seraphine, Adalbert Trillhaase und O'Brady, Morais und Lüthi? Deshalb kann man auch Naive Kunst nicht lehren. Und wenn man versucht, sie zu imitieren, so kommt etwas ähnlich Falsches heraus wie beim Versuch, ein abstraktes Bild von Kandinsky zu kopieren. Aus dem gleichen Grund kann es auch keine Schule der Naiven geben, was bedeutet, dass die berühmte ,,Ecole de HIebine" ein Widerspruch in sich selbst ist.
Die individuelle Vision jedes naiven Malers entspringt einem Zustand derSeele, die besonders, einmalig und befehlend ist. Diese Vision - wie jede künstlerische Idee - ist nun gepaart mit einer Notwendigkeit, sich auszudrücken, die viel stärker ist als der betreffende Maler; er wird deren Beute, und sie zwingt ihn, diese Vision zu materialisieren, koste es, was es wolle. Hat nicht der Zöllner Rousseau gesagt: ,,Nicht ich bin es, der zeichnet. Das tat eine Sache am Ende meiner Hand. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass die naiven Maler mehr oder weniger Besessene sind. Ihnen wohnt,,eine Sache
inne, die sie,,logisch nicht begreifen können. 3. Das Wesentliche schließlich, damit diese Malübung nicht nur zum Vergnügen oder als Zeitvertreib geschieht, ein bisschen ähnlich einer Sonntagsbastelei, ist natürlich, dass der naive Maler Talent hat, diese Gabe oder Gnade. Denn andernfalls wird er sich nicht unterscheiden von unendlich vielen Kunstpfuschern jeglicher Sorte, die sich in Sachen Malerei versuchen. So ist die Naive Malerei im Vergleich zur eigentlichen Malerei nicht so sehr als eine sich entwickelnde und ,.wertvolle
Malerei anzusehen, sondern mehr unter dem Aspekt individueller Visionen. Die naiven Gemälde, die keine eigentlichen Qualitäten besitzen oder aus der Tradition der Kunst aller Zeiten, aller Stile und aller Schulen erwachsen sind, bleiben, jetzt und auch in Zukunft, bestenfalls Sehenswürdigkeiten und Ausdrucksformen auf gleicher Rangstufe mit vielen anderen, die ein Stammeln der Freude ausdrücken oder die Schreie gekränkter, verstümmelter, zu Tode verwundeter Seelen. Und als solche gehören sie zur,,Rohen Kunst" (Art brut), bei der genaugenommen das Wort ,,Kunst" überflüssig ist; oder aber sie sind wie die Spielereien der Kinder, die mit Formen und Farben ebenso spielen, wie sie es mit Puppen und Baukästen tun würden. Was natürlich nicht bedeutet, dass man die Naive Malerei mit der Malerei von Kindern gleichsetzen darf.
4. Nicht jeder, der es möchte, ist ein naiver Maler. Es drängt mich, diese Binsenwahrheit zu wiederholen.
Das, was man vor nicht allzu langer Zeit für Ungeschicklichkeit hielt, für linkische Art, für Mangel an ,,gewusst wie, stellt nichtsdestoweniger, ob man es will oder nicht, dennoch eine ebenso zusammenhängende Ordnung dar wie jede andere Malerei. Ihre Rhythmen passen zusammen, und ihre Farben lieben sich und liebkosen sich gegenseitig. Auf eine andere Weise, das ist alles. Ihre archaische, oft altertümlich wirkende Art kommt ohne Zweifel von jenen Urbildern, die der berühmte Züricher Psychoanalytiker Dr. Carl Gustav Jung entdeckt hat; man könnte sagen, dass bei den Naiven ohne ihr Wissen bestimmte Bildvorstellungen im Unterbewusstsein zirkulieren und spontan ans Licht drängen. Die Gemälde der Naiven scheinen nach Art der Märchen so anzufangen: ,,Es war einmal...
Wenn man naive Gemälde betrachtet, ist man also in der Gegenwart einer zeitlosen, mit keinerlei Datum, weder von gestern noch von heute, versehenen Malerei. Vielleicht von morgen, wer weiß? Naive Malerei, so kann man es vielleicht auch ausdrücken, ist immer ein Suchen nach dem ,,verlorenen Paradies. Und die Naiven malen verklärte Phantasiegebilde all der Dinge, die ihnen gestohlen, geraubt wurden, um die sie geprellt worden sind, die aber nun wieder entstehen, sich verwirklichen wie ebenso „wiedergefundene Paradiese
.
5. Wenn auch die Naive Malerei ihrem Wesen nach überall dieselbe ist, so unterscheiden sich doch die Wege, die zu ihr führen; was offensichtlich nicht vonstatten gehen kann, ohne dass bestimmte Besonderheiten erzeugt werden und den Bildern ein spezielles und in der Folge wieder erkennbares Siegel aufgedrückt wird.
Der Einfluss des Klimas und des
