Das Recht auf Faulheit
Von Paul Lafargue und Eduard Bernstein
()
Über dieses E-Book
Ähnlich wie Das Recht auf Faulheit
Ähnliche E-Books
Homo systemicus: Auf der Suche nach der Würde des Menschen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFaulheit: Eine schwierige Disziplin. Essays Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Recht auf Faulheit: mit einem Essay von Guillaume Paoli Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKursbuch 179: Freiheit, Gleichheit, Ausbeutung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSkizzen Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Populäre Geschichte der Philosophie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenImaginäre Brücken Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPhänomene der Weltwirtschaft: Die großen Verheißungen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Gott der Liberalen: Eine Kritik des Liberalismus Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWELTVERGESELLSCHAFTUNG: Leben mit der Untergangsprophezeiung - Wie steht es um Familie, Arbeit und Religion? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSäkulare Ethik: aus westlicher und buddhistischer Perspektive Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenImaginäre Brücken Studien und Aufsätze Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWarum wir arbeiten: Sinn, Wert und Transformation der Arbeit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAnimal Spirits: Wie uns Fledermäuse, Pantoffeltierchen und Bonobos aus der Krise helfen. Mit einem Vorwort von Tomáš Sedláček Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBeantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Geschichte der sozialen Frage Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Erfindung der Sklaverei: Wille, Haft und Ketten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPhilosophenkönig – eine Einführung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Geburt der Tragödie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLebenskunst und Lebensglück Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGeankert: bei weitem, bei nahem Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJahre der Entscheidung: Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPolitik als Beruf Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVon den Pflichten - De officiis Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Grundlagen der Ökonomie: Das Wesentliche von Frédéric Bastiat Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLeben Ohne Prinzipien: Kommentierte Ausgabe, neu übersetzt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSokrates. Apologie der Pluralität Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Wohlstand der Nationen: Eine Analyse von Marktmechanismen und Gesellschaftskritik in der Ära des Kapitalismus und der industriellen Revolution Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUnterdrückung durch Beglückung: Eine liberale Revision der politischen Philosophie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJosef Dietzgens philosophische Lehren Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Politik für Sie
Die Welt der Commons: Muster gemeinsamen Handelns Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLexikon der Symbole und Archetypen für die Traumdeutung Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Der Krieg im Dunkeln: Die wahre Macht der Geheimdienste. Wie CIA, Mossad, MI6, BND und andere Nachrichtendienste die Welt regieren. Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenThe Four: Die geheime DNA von Amazon, Apple, Facebook und Google Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Auf dem Weg zu einer Neuen Aufklärung: Ein Plädoyer für zukunftsorientierte Geisteswissenschaften Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Narrativ vom »großen Austausch«: Rassismus, Sexismus und Antifeminismus im neurechten Untergangsmythos Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWiderworte: Gedanken über Deutschland Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDiplomatie oder Desaster: Zeitenwende in den USA - ist Frieden möglich? Mit einem Gespräch zur politischen Lage mit Oskar Lafontaine Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEinbürgerungstest für Deutschland - Ausgabe 2023: Handbuch zur Integration Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSchleichend an die Macht: Wie die Neue Rechte Geschichte instrumentalisiert, um Deutungshoheit über unsere Zukunft zu erlangen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAlles, was Sie wissen sollten, Ihnen aber nie jemand erzählt hat Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Der Überfall - Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion: Ein SPIEGEL E-Book Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSloterdijk – Aristokratisches Mittelmaß & zynische Dekadenz: gestalten der faschisierung 1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHass. Von der Macht eines widerständigen Gefühls Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Diktatur der Demokraten: Warum ohne Recht kein Staat zu machen ist Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDurchs irre Germanistan: Notizen aus der Ampel-Republik Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAngst und Macht: Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGroßerzählungen des Extremen: Neue Rechte, Populismus, Islamismus, War on Terror Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Kurden: Ein Volk zwischen Unterdrückung und Rebellion Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPilnacek: Der Tod des Sektionschefs Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Tugend des Egoismus: Eine neue Sicht auf den Eigennutz Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUlrike Guérot über Halford J. Mackinders Heartland-Theorie: Der geografische Drehpunkt der Geschichte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBrennpunkte der »neuen« Rechten: Globale Entwicklungen und die Lage in Sachsen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDemokratie fehlt Begegnung: Über Alltagsorte des sozialen Zusammenhalts Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer nächste große Krieg: Hintergründe und Analysen zur medial-politischen Hetze gegen Russland Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPostkoloniale Mythen: Auf den Spuren eines modischen Narrativs. Eine Reise nach Hamburg und Berlin, Leipzig, Wien und Venedig Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenComputergeschichte(n): Die ersten Jahre des PC Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPropaganda-Presse: Wie uns Medien und Lohnschreiber in Kriege treiben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFeindkontakt: Gefechtsberichte aus Afghanistan Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKognitive Kriegsführung: Neueste Manipulationstechniken als Waffengattung der NATO Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Das Recht auf Faulheit
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Das Recht auf Faulheit - Paul Lafargue
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Im Jahre 1849 sagte Herr Thiers als Mitglied der Kommission für den Elementarschulunterricht: Ich will den Einfluß des Klerus zu einem allgemeinen machen, weil ich auf ihn rechne in der Verbreitung jener gesunden Philosophie, die den Menschen lehrt, daß er hier ist, um zu leiden, und nicht jener anderen Philosophie, die im Gegenteil zum Menschen sagt: Genieße!
Herr Thiers formulierte damit die Moral der Bourgeoisie, deren brutaler Egoismus und deren engherzige Denkart sich in ihm verkörperte.
Als das Bürgertum noch gegen den von der Geistlichkeit unterstützten Adel ankämpfte, pflanzte es das Banner der freien Forschung und des Atheismus auf; kaum aber hatte es sein Ziel erreicht, so änderte es Ton und Haltung; und heute sehen wir es bemüht, seine ökonomische und politische Herrschaft auf die Religion zu stützen. Im 15. und 16. Jahrhundert hatte es fröhlich die Überlieferungen des Heidentums aufgegriffen und das Fleisch und dessen Leidenschaften, diesen Greuel
in den Augen der christlichen Moral, verherrlicht; heute dagegen, wo es in Reichtum und Genüssen aller Art fast erstickt, will es von den Lehren seiner Denker, der Rabelais und Diderot, nichts wissen und predigt den Lohnarbeitern Enthaltsamkeit. Die kapitalistische Moral, eine jämmerliche Kopie der christlichen Moral, belegt das Fleisch des Arbeiters mit einem Bannfluch: Ihr Ideal besteht darin, die Bedürfnisse des Produzenten auf das Minimum zu reduzieren, seine Genüsse und seine Leidenschaften zu ersticken und ihn zur Rolle einer Maschine zu verurteilen, aus der nun ohne Rast und ohne Dank Arbeit nach Belieben herausschindet.
Die revolutionären Sozialisten sind somit vor die Aufgabe gestellt, den Kampf, den einst die Philosophen und Satiriker des Bürgertums gekämpft, wieder aufzunehmen: sie haben wider die Moral und die Soziallehren des Kapitalismus Sturm zu laufen und in den Köpfen der zur Aktion berufenen Klasse die Vorurteile auszurotten, welche die herrschende Klasse gesät hat; sie haben allen Moralitätsheuchlern gegenüber zu verkünden, daß die Erde aufhören wird, das Tal der Tränen für die Arbeiter zu sein, daß in der kommunistischen Gesellschaft, die wir errichten werden - wenn es geht, friedlich, wenn nicht, mit Gewalt
-, die menschlichen Leidenschaften freien Spielraum haben werden, da alle von Natur aus gut sind, wir nur ihren falschen und übermäßigen Gebrauch zu vermeiden haben
.[1] Und das wird nur durch das freie Gegenspiel der Leidenschaften und die harmonische Entwicklung des menschlichen Organismus erreicht, denn
, sagt Dr. Beddoe, erst wenn eine Rasse das Maximum ihrer physischen Entwicklung erreicht, erreicht sie auch den höchsten Grad von moralischer Kraft und Energie
. Das war auch die Meinung des großen Naturforschers Charles Darwin.[2]
Die Widerlegung des Rechts auf Arbeit, die ich mit einigen zusätzlichen Anmerkungen neu herausgebe, erschien in der Zeitschrift L'Egalité von 1880.
Gefängnis Sainte-Pélagie, 1883.
Paul Lafargue
I
Ein verderbliches Dogma
Inhaltsverzeichnis
Laßt um faul in allen Sachen,
Nur nicht faul zu Lieb' und Wein,
Nur nicht faul zur Faulheit sein.
Lessing
Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller Länder, in denen die kapitalistische Zivilisation herrscht. Diese Sucht, die Einzel- und Massenelend zur Folge hat, quält die traurige Menschheit seit zwei Jahrhunderten. Diese Sucht ist die Liebe zur Arbeit, die rasende, bis zur Erschöpfung der Individuen und ihrer Nachkommenschaft gehende Arbeitssucht. Statt gegen diese geistige Verirrung anzukämpfen, haben die Priester, die Ökonomen und die Moralisten die Arbeit heiliggesprochen. Blinde und beschränkte Menschen, haben sie weiser sein wollen als ihr Gott; schwache und unwürdige Geschöpfe, haben sie das, was ihr Gott verflucht hat, wiederum zu Ehren zu bringen gesucht. Ich, der ich weder Christ noch Ökonom, noch Moralist zu sein behaupte, ich appelliere von ihrem Spruch an den ihres Gottes, von den Vorschriften ihrer religiösen, ökonomischen oder freidenkerischen Moral an die schauerlichen Konsequenzen der
