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Baccara Collection Band 437
Baccara Collection Band 437
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eBook559 Seiten6 StundenBaccara Collection

Baccara Collection Band 437

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Über dieses E-Book

BEGEHREN IN BEVERLY HILLS von SHERI WHITEFEATHER
Sie hat eine Affäre mit dem Ex, dabei gab es gute Gründe, warum Margots Ehe mit Security-Spezialist Zeke scheiterte! Und trotzdem begehrt Margot ihn genauso heiß wie früher oder sogar noch heißer – ohne Aussicht auf ein Happy End?

SECHS NÄCHTE MIT DEM SEXY BOSS von MAUREEN CHILD
Seit fünf Jahren ist Tessa in ihren Boss Noah Graystone verliebt. Genug! Doch als sie kündigt, setzt er plötzlich alles daran, dass sie ihn auf eine letzte Geschäftsreise begleitet. Geschieht endlich das, wovon sie schon so lange träumt?

PRICKELNDE KÜSSE AUF NACKTER HAUT von SYNITHIA WILLIAMS
Basketballprofi Kevin beschließt: Wenn er seine Karriere beendet, dann mit einem frechen kleinen Skandal – Nacktaufnahmen! Doch als er vor der schönen Fotografin Jasmine blankzieht, knistert es heiß. Ein erotisches Spiel beginnt …

SpracheDeutsch
HerausgeberCORA Verlag
Erscheinungsdatum5. Okt. 2021
ISBN9783751501057
Baccara Collection Band 437

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    Buchvorschau

    Baccara Collection Band 437 - Synithia Williams

    Sheri WhiteFeather, Maureen Child, Synithia Williams

    BACCARA COLLECTION BAND 437

    IMPRESSUM

    BACCARA COLLECTION erscheint in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH, Hamburg

    © Deutsche Erstausgabe in der Reihe BACCARA COLLECTION, Band 437 10/2021

    © 2021 by Sheree Henry-Whitefeather

    Originaltitel: „Hollywood Ex Factor"

    erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto

    in der Reihe: DESIRE

    Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.

    Übersetzung: Valeska Schorling

    © 2021 by Maureen Child

    Originaltitel: „Six Nights of Seduction"

    erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto

    in der Reihe: DESIRE

    Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.

    Übersetzung: Susann Rauhaus

    © 2018 by Synithia R. Williams

    Originaltitel: „Guarding His Heart"

    erschienen bei: Kimani Press, Toronto

    in der Reihe: ROMANCE

    Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.

    Übersetzung: Trixi de Vries

    Abbildungen: Harlequin Books S.A., alle Rechte vorbehalten

    Veröffentlicht im ePub Format in 10/2021 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.

    E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck

    ISBN 9783751501057

    Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.

    CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.

    Weitere Roman-Reihen im CORA Verlag:

    BIANCA, JULIA, ROMANA, HISTORICAL, TIFFANY

    Alles über Roman-Neuheiten, Spar-Aktionen, Lesetipps und Gutscheine erhalten Sie in unserem CORA-Shop www.cora.de

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    SHERI WHITEFEATHER

    Begehren in Beverly Hills

    Sie macht zum zweiten Mal Schluss mit ihm – das war es also endgültig mit ihnen? Security-Spezialist Zeke Mitchell weiß, dass Margot mit ihrer Entscheidung recht hat. Ihre Ehe hat nicht funktioniert, die Affäre danach ist unmöglich geworden, seit sie einen Jungen adoptiert hat. Warum also tut es so verdammt weh, Margot endgültig Goodbye zu sagen?

    MAUREEN CHILD

    Sechs Nächte mit dem sexy Boss

    Noah kann einfach nicht zulassen, dass seine Assistentin Tessa kündigt. Er hat sich an sie gewöhnt, sie gehört zu seinem Alltag, sie ist immer für ihn da – und deshalb muss er sie überzeugen zu bleiben! Eine Woche dauert eine letzte gemeinsame Geschäftsreise nach London. Kann er ihr in sechs verführerischen Nächten zeigen, wie verloren er ohne Tessa wäre?

    SYNITHIA WILLIAMS

    Prickelnde Küsse auf nackter Haut

    Es prickelt aufregend zwischen Jasmine und dem Profisportler Kevin Koucky, als sie von ihm im Studio Nacktaufnahmen macht. Kevins heißer Kuss ist ein sinnlicher Anfang – wo führt das hin? Die schöne Fotografin will ihn ganz, aber Kevin hat auch eine Ex-Frau und Kinder. Und Jasmine fragt sich, ob sein Herz jemals für mehr als einen One-Night-Stand frei ist ...

    Begehren in Beverly Hills

    1. KAPITEL

    Frustriert schnallte Zeke Mitchell sich ab, nachdem er seinen fast fünfeinhalbstündigen Flug damit verbracht hatte, geradezu zwanghaft über seine Ex-Frau nachzudenken. Statt froh zu sein, dass er bald wieder zu Hause war, machte er sich Stress wegen Margot Jensen!

    Die Schauspielerin war nicht nur eine seiner Kundinnen in Los Angeles, sondern gelegentlich auch seine Bettgenossin. Und wichtiger noch – seine Ex-Frau. Sie hatten schon kurz nach ihrer Scheidung begonnen, wieder miteinander zu schlafen – seit fast drei Jahren inzwischen.

    Eine zwanglose Affäre, wie er damals gedacht hatte.

    Sporadische Treffen, bei denen es nur um Sex ging, weiter nichts.

    Doch so wie es aussah, würde es damit bald vorbei sein. Margot hatte ihm nämlich gestern Abend geschrieben, dass sie inzwischen Zweifel an ihrer Affäre hatte und dringend mit ihm reden wollte.

    Er stand auf, nahm sein Handgepäck aus dem Fach über seinem Sitz, verließ die Erste-Klasse-Kabine und ging zur Gepäckausgabe, um den Rest seines Gepäcks zu holen. Von dort ging er nach draußen, um nach dem Lincoln Ausschau zu halten, den er bestellt hatte. Margot hatte ihn gebeten, so schnell wie möglich zu ihr zu kommen, was ihm nur recht war. Er wollte das verdammte Gespräch nämlich endlich hinter sich bringen.

    Genervt fragte er sich, was er eigentlich erwartet hatte. Dass die Affäre mit seiner Ex für immer so weitergehen würde? Früher oder später müsste sie enden. Aber vielleicht konnte er Margot ja dazu überreden, ein letztes Mal mit ihm zu schlafen …

    Verdammt! Warum hatte sie nur eine so starke Wirkung auf ihn? Warum bekam er sie nicht aus dem Kopf?

    Während er seine Gedanken an sie zu verdrängen versuchte, ließ er den Blick über die am Bordstein parkenden Autos schweifen, um nach dem Lincoln Ausschau zu halten. Menschen eilten an ihm vorbei. Einige davon musterten ihn interessiert, aber so etwas war er mit seinen eins fünfundneunzig Körpergröße und seiner muskulösen Statur gewohnt.

    Viele Leibwächter waren eher unscheinbar, sodass sie in der Menge untergingen. Nicht so Zeke – abgesehen von seiner Körpergröße wirkte er auch noch ziemlich exotisch: Väterlicherseits floss sowohl Blut des Stammes der Choctaw als auch samoanisches Blut durch seine Adern.

    Als er den Wagen entdeckte, stieg er ein und war schon kurz darauf unterwegs zu den Hollywood Hills, wo Margot wohnte. Ihr früheres gemeinsames Haus in Redondo Beach hatten sie verkauft, doch er wohnte nicht weit davon entfernt am Meer.

    Eine Dreiviertelstunde später kam er bei Margot an – einem eleganten, von einem schmiedeeisernen Zaun umgebenen Haus im spanischen Kolonialstil. Er bat den Fahrer zu warten und stieg aus, um den Code für das Tor einzutippen. An der Haustür klingelte er. Er hatte zwar einen Schlüssel, benutzte ihn aber nur beruflich, nicht privat.

    Ihm und seinem Partner gehörte Z-One-Security – eine Firma mit mehr als dreihundert Angestellten, die weltweit für den persönlichen Schutz berühmter Menschen sorgte. Wenn sie einen neuen Auftrag bekamen, verbrachte Zeke immer etwas Zeit mit seinen neuen Kunden, machte sich mit ihrem Lebensstil vertraut und bereitete sein Team entsprechend vor.

    Margot öffnete ihm die Tür. Sie sah sehr weiblich und verführerisch aus in ihrer losen Bluse und weiten Jeans. Ihm fiel auf, dass ihre Fingernägel unterschiedlich lackiert waren. Sie hatte schon immer einen etwas eklektischen Modestil gehabt und kleidete sich je nach Stimmung anders. Heute ließ ihr Outfit auf eine gewisse Unsicherheit schließen. Ob er sich das zunutze machen konnte?

    Sie lächelte nervös. „Hi, Zeke."

    „Hey, Margot." Er erwiderte ihr Lächeln bewusst nicht. Er ärgerte sich auch so schon genug darüber, dass er sie immer noch wollte.

    Sie hatte ihre wilden roten Locken zu einem lockeren Pferdeschwanz zusammengebunden, sodass ihr ein paar Strähnen ins Gesicht fielen. Ihre leuchtend blauen Augen verliehen ihr etwas Unschuldiges und ihre Grübchen etwas Schelmisches. Diese Kombination hatte ihr in ihrer Kindheit gute Dienste geleistet, als sie in der Sitcom The Kid Years eine altkluge Tochter gespielt hatte. Inzwischen spielte sie dieselbe Rolle als Erwachsene in der Fortsetzung The Grown-up Years.

    Und an genau dieser Rolle war ihre Ehe gescheitert.

    Als sie zusammengekommen waren, war ihre Schauspielkarriere schon längere Zeit beendet gewesen, doch schon kurz nach ihrer Hochzeit hatte sie sie wieder aufgenommen. Zeke hatte sich damals verraten und verkauft gefühlt, weil er nie eine berühmte Frau gewollt hatte. Er war mit einer berühmten Mutter aufgewachsen und hatte immer darunter gelitten. Nur die Leibwächter hatten für Stabilität gesorgt. Sein Berufswunsch hatte daher schon früh festgestanden.

    Margot brauchte Gott sei Dank nicht viel Schutz. Abgesehen von den üblichen Online-Provokateuren hatte sie keine Probleme. Aber um keine Risiken einzugehen, hatte er eine Crew zusammengestellt, die ihre Social-Media-Accounts und die Aufzeichnungen ihrer Überwachungskamera überprüfte, um im Notfall sofort reagieren zu können.

    Ihm war bewusst, dass er gerade gefilmt wurde. Nicht, dass das eine Rolle spielte. Seine Angestellten gingen davon aus, dass seine Besuche bei ihr rein professionell waren. Er hatte selbstredend keiner Menschenseele erzählt, dass sie noch miteinander schliefen. Nur seine Schwester wusste davon, aber nicht von ihm, sondern von Margot, mit der sie schon seit ihrer Jugend befreundet war.

    „Willst du nicht reinkommen?"

    Nickend betrat er ihr Haus. Im Spiegel im Flur sah er sich in seinem dunklen Anzug und der grau gestreiften Krawatte. Auf Geschäftsreisen zog er es vor, sich klassisch zu kleiden. Sobald er zu Hause war, würde er jedoch Surfershorts anziehen.

    Sie gingen ins Wohnzimmer. Zeke betrachtete das Sofa, setzte sich jedoch nicht. Margot genauso wenig. Stattdessen trat sie nervös von seinem Fuß auf den anderen. Wie immer war die Atmosphäre zwischen ihnen spannungsgeladen und erotisch aufgeheizt.

    „Kann ich dir etwas anbieten?"

    Es juckte ihn in den Fingern, sie an sich zu ziehen und sie zu küssen. Und sie anschließend ins Schlafzimmer zu tragen und es wild mit ihr zu treiben. „Was hast du denn im Haus?"

    „Kaffee, Wasser, Bier – was du willst."

    Er hob eine Augenbraue. „Was ich will?, fragte er gedehnt. „Ich glaube, das weißt du ganz genau.

    Sein etwas plumper Annäherungsversuch schien seine Wirkung nicht zu verfehlen, denn für einen Moment sah Margot aus, als werde ihr schwindlig. Doch dann riss sie sich sichtlich zusammen. „Ich habe nicht um dieses Treffen gebeten, damit wir …"

    „Ich weiß, aber es ist schon eine Weile her, dass wir …"

    Zeke war eine gefühlte Ewigkeit auf Reisen gewesen und hatte es kaum erwarten können, Margot wiederzusehen. „Sechs Monate genau genommen."

    „Stimmt, aber das war vor Liams Adoption."

    Zeke hatte sich schon gedacht, dass sie wegen ihres achtjährigen Sohns mit ihm reden wollte. Er hatte den Jungen bisher zwar noch nicht persönlich kennengelernt, aber viele Fotos von ihm gesehen.

    Ehrlich gesagt war es schmerzlich für ihn, dass Margot inzwischen Mutter war. Früher einmal hatten sie gemeinsame Kinder gewollt, aber da waren sie auch noch total verliebt ineinander gewesen. Seitdem war eine Menge passiert.

    Zeke räusperte sich. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Auch Margot schwieg, aber diese Situation war bei ihnen nichts Ungewöhnliches. Sie schienen kein normales Gespräch mehr miteinander führen zu können. Nur im Bett hatten sie keine Probleme, achteten jedoch darauf, sich ansonsten voneinander fernzuhalten. Nach dem Sex gingen sie immer getrennte Wege – wie zwei Fremde nach einem One-Night-Stand.

    Plötzlich verspürte er das Bedürfnis nach einem kalten Getränk. „Falls dein Angebot noch gilt, hätte ich gern ein Bier."

    „Gern. Sie senkte den Blick zu seinen Lippen und fuhr sich mit der Zungenspitze über ihre eigenen. „Ich könnte auch etwas zu trinken vertragen. Ich hole mir ein Wasser. Bin gleich zurück.

    Zeke sah ihr hinterher, als sie fast fluchtartig das Wohnzimmer verließ. Sie versuchte offensichtlich, ihre gegenseitige sexuelle Anziehungskraft zu überspielen, aber leider verminderte das sein Verlangen nach ihr kein bisschen.

    In der Küche musste Margot erst mal tief durchatmen. Warum fiel es ihr nur so schwer, ihre Affäre mit Zeke zu beenden? Warum begehrte sie ihn nur so?

    Sie füllte ein Glas mit Wasser und trank es halb leer. Sie musste das Gespräch mit ihm irgendwie hinkriegen und sich komplett von ihm lösen. Es tat ihr nicht gut, immer noch mit ihm zu schlafen. Außerdem musste sie sich auf ihren Sohn konzentrieren.

    Ihr Adoptivsohn war gerade in der Schule. Er war ein guter Schüler – intelligent und anpassungsfähig. Er hatte früh lernen müssen, sich anzupassen, denn vor seiner Adoption hatte er es nicht leicht gehabt. Er hatte bei verschiedenen Pflegefamilien gelebt, sich aber immer nach einer festen Familie gesehnt.

    Und jetzt hatte er Margot. Eigentlich hatte sie nie den Wunsch gehabt, allein ein Kind großzuziehen, doch als sie Liam bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung für Pflegekinder kennengelernt hatte, hatte sie sofort eine Verbindung zu ihm gespürt – das seltsame Gefühl, dass sie füreinander bestimmt waren.

    Früher einmal hatte sie das auch von Zeke gedacht, aber die Scheidung hatte sie eines Besseren belehrt. Ihre Affäre war der reinste Wahnsinn. Welcher gesunde Mensch schlief noch mit seinem Ex, anstatt einen Schlussstrich zu ziehen? Eines Tages wollte sie wieder eine Beziehung haben, aber eine normale, nicht das Fiasko, das sie mit Zeke erlebt hatte.

    Sie stellte ihr Glas in die Spüle und verließ die Küche. Erst auf halber Strecke ins Wohnzimmer fiel ihr ein, dass sie das Bier vergessen hatte. Verdammt! Rasch holte sie eins aus dem Kühlschrank und kehrte damit ins Wohnzimmer zurück. Sie reichte Zeke die Flasche, und sie setzten sich – er aufs Sofa und sie auf einen Sessel.

    Er öffnete seine Flasche und trank einen Schluck. Als er ihren Blick auffing, beschleunigte sich ihr Herzschlag. Er sah wirklich atemberaubend gut aus mit seinem markanten Gesicht und den fast schwarzen Augen.

    „Wo ist dein Wasser?", erkundigte er sich.

    „Das habe ich schon in der Küche getrunken."

    „Und? Hast du deinen Durst gelöscht?"

    „Nein." Zumindest nicht den auf Wasser. Aber ihren Durst nach ihm würde sie heute nicht stillen können. Sie war nämlich fest entschlossen, diesen Dämon auszutreiben.

    Inzwischen war sie dreiunddreißig und er achtunddreißig. Margot kannte Zeke schon mehr als die Hälfte ihres Lebens. Sie war nicht nur mit seiner Schwester befreundet, sein Vater Caine Mitchell war außerdem ihr Agent gewesen.

    Ihr eigener Vater hatte ihre Mutter und sie verlassen, als sie erst sieben gewesen war, und seitdem hatte sie keinen Kontakt mehr zu ihm. Sie konnte zwar nachvollziehen, dass Zeke unter dem Promistatus seiner Mutter gelitten hatte, aber sie war trotzdem immer sehr gern bei seinen Eltern gewesen. Der Hollywood-Agent und der Hollywood-Star – die beiden hatten toll zusammengepasst, auch wenn ihrer Verbindung eine Tragödie vorausgegangen war.

    Zeke war nämlich nicht Caines leiblicher Sohn. Sein richtiger Vater war Stuntman gewesen und kurz nach Zekes Geburt bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen. Zekes Mutter war am Boden zerstört gewesen. Immer noch trauernd, hatte sie Caine geheiratet, der ihren Sohn adoptiert hatte, und fünf Jahre später war Bailey zur Welt gekommen. Caine war inzwischen leider ebenfalls tot – seit zwölf Jahren schon. Er fehlte ihnen allen sehr. Sogar Margot besuchte öfter sein Grab.

    Wieder erwiderte sie Zekes Blick und versank dabei fast in seinen dunklen, hypnotischen Augen. „Ich muss gerade an Caine denken und dass er dich adoptiert hat", sagte sie, um das unangenehme Schweigen zu brechen.

    „Und jetzt hast du einen Adoptivsohn. Ein Muskel zuckte in seinem Unterkiefer. „Aber du wolltest ja schon immer Kinder.

    Margots Herz verkrampfte sich schmerzlich. Er hatte damals ebenfalls Kinder gewollt. Vor dem Scheitern ihrer Ehe hatten sie öfter darüber gesprochen, welche zu bekommen. „Es ist wundervoll, Mutter zu sein. Aber die Situation ist noch so neu, dass ich mich erst mal daran gewöhnen muss."

    „Das ist wahrscheinlich normal. Auch wenn ich das natürlich nicht beurteilen kann. Nach ein paar weiteren unbehaglichen Sekunden fügte er hinzu: „Wirst du eine Nanny engagieren? Falls ja, muss ich die Bewerberinnen überprüfen.

    „Ich habe nicht vor, jemanden einzustellen. Meine Mutter passt auf Liam auf, wenn ich keine Zeit habe. Sie macht das gern."

    „Das ist gut." Er trank noch einen Schluck Bier, ohne den Blickkontakt zu ihr zu lösen.

    Margot fiel es schwer, ruhig sitzen zu bleiben. So glühend, wie Zeke sie ansah, konnte sie kaum noch klar denken. Sie beschloss weiterzureden, bevor sie womöglich noch irgendwelche Dummheiten machte.

    „Es fiel mir nicht leicht, dich anzurufen, um unsere Affäre zu beenden. Es fällt mir immer noch schwer, dachte sie. Sogar jetzt noch verzehrte sie sich geradezu körperlich nach ihm. „Aber ich will Liam ein stabiles Umfeld bieten, und das geht nicht, wenn ich weiterhin mit dir schlafe.

    Zeke stellte seine Flasche auf dem Couchtisch ab. „Das war’s dann also? Es ist aus?"

    „Ja." Es muss sein, schärfte sie sich ein. Kein wilder Sex mehr. Keine lustvollen Treffen.

    Er lehnte sich zurück. „Ich werde es vermissen."

    „Ich auch. Sie hatte nicht vor zu lügen oder sich zu verstellen. „Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, glaub mir.

    „Dann solltest du vielleicht erst mal abwarten. Lass uns einfach weitermachen und sehen, wie es läuft. Auch Mütter dürfen Liebhaber haben."

    „Ich weiß. Aber ich will ein gutes Vorbild sein, und wenn ich weiter heimlich mit dir schlafe, bin ich das nicht. Das mit uns hat nun mal keine Zukunft. Wir sind geschieden."

    „Ich bin mir unseres Beziehungsstatus durchaus bewusst. Zeke lockerte seine Krawatte, als sei sie ihm plötzlich zu eng geworden. „Aber ich hätte mich nie von dir scheiden lassen, wenn du dich an unsere Abmachung gehalten hättest. Als wir zusammenkamen, hast du gesagt, dass du nicht mehr schauspielern willst, und dann hast du plötzlich die Rolle bei dieser verdammten Serie angenommen. Kaum rief der Produzent dich an, bist du gesprungen.

    Es ärgerte sie, dass er schon wieder mit den alten Vorwürfen anfing und ihr den Schwarzen Peter zuschob. „Ich hatte das Recht, meine Meinung zu ändern. Es macht mich glücklich zu schauspielern."

    „Ach ja? Und warum ging es dir dann so oft so mies?"

    „Ich war nur schlecht drauf, wenn es nicht gut lief."

    The Kid Years hatte sie im Alter von neun Jahren über Nacht berühmt gemacht. Als dann mit vierzehn alles vorbei gewesen war, hatte Margot sich total haltlos gefühlt. Sie hatte gerade in einer Umbruchphase gesteckt, als sie sich Hals über Kopf in Zeke verliebt hatte. Ein Riesenfehler, wie sie inzwischen wusste. „Alle anderen haben sich für mich gefreut – meine Mutter, deine Familie … nur du nicht. Wütend funkelte sie ihn an. „Du hast mich nie unterstützt.

    Er löste den Krawattenknoten. „Ich habe dich sehr wohl unterstützt. Außerdem wusstest du von Anfang an, dass ich nicht mit einem Filmstar verheiratet sein will. Das war meine einzige Bedingung."

    „Du hast dich noch nicht mal um einen Kompromiss bemüht!"

    „Verdammt, Margot, ich wollte ein normales Leben, keinen Starrummel!"

    „Das ist kein Rummel, sondern meine Arbeit!", schoss sie zurück.

    „Eine Arbeit, die dir offensichtlich wichtiger war als ich!"

    „Das stimmt nicht! Ich wollte nur meinen alten Beruf wieder ausüben, aber das hat dich ja nicht interessiert!"

    „Was ich wollte, war dir doch genauso egal!"

    „Das ist nicht wahr." Sie hatte sich durchaus Gedanken über ihn gemacht und Angst gehabt, ihm wehzutun. Aber sie war damals so dumm gewesen zu glauben, dass er aus Liebe zu ihr Zugeständnisse machen würde. „Du hast dich von mir scheiden lassen, nicht andersherum."

    „Welchen Sinn hätte es noch gehabt zusammenzubleiben? Wir haben uns doch nur noch gestritten. Im Grunde habe ich dir sogar einen Gefallen getan."

    „Was für ein Glück, einen so rücksichtsvollen Ehemann gehabt zu haben, erwiderte sie zynisch. „Ich glaube, du gehst jetzt besser.

    „Gern." Er stand auf und überragte sie mit seiner Körpergröße.

    Mit eins achtzig war Margot nicht gerade klein, aber in seiner Gegenwart kam sie sich immer fast zierlich vor. Früher hatte sie ihn immer damit aufgezogen, dass sie ihn gern mal grün anmalen würde, weil er dann bestimmt aussehen würde wie der Hulk. Im Moment hatte sie jedoch eher Lust, ihm eine zu verpassen.

    Er leerte seine Flasche. „Ich wette, jetzt rennst du sofort zu Bailey, um dich über mich zu beschweren."

    „Ich habe ja wohl das Recht, mit meiner besten Freundin über meine Gefühle zu reden, wenn mir danach zumute ist!" Sie würde sich jedenfalls nicht von ihm ihre Freundschaft mit seiner Schwester vermiesen lassen.

    „Schwachsinn!"

    „Wie du meinst." Sie zeigte auf die Haustür, doch er ging noch nicht. Stattdessen brachte er seine leere Flasche in die Küche, spülte sie aus und stellte sie in den Recycling-Behälter unter der Spüle.

    Margot beobachtete ihn irritiert. „Wie ordentlich!"

    „Ich bin eben nicht so schlampig wie du!"

    Margot knirschte vor Wut innerlich mit den Zähnen. „Ich bin nicht schlampig. Vielleicht etwas desorganisiert, aber das ist nicht dasselbe."

    „Soll das ein Witz sein? Du räumst doch nie hinter dir auf! Er sah sich in ihrer blitzsauberen Küche um. „Aber du hast offensichtlich eine Reinigungskraft. Man sieht auf den ersten Blick, dass heute jemand hier war.

    „Und wennschon! Jetzt hau endlich ab und lass dich hier nie wieder blicken!"

    „Bist du sicher, dass du mich nicht noch vorher küssen willst? Oder mir die Kleider vom Leib reißen und dich in mir verkrallen?"

    Zwischen ihren Schenkeln begann es heiß zu pulsieren. Ein selbstgefälliges Lächeln breitete sich über seine Lippen. Sah er ihr etwa an, dass seine Worte sie antörnten?

    Trotzig hob sie das Kinn. „Ich hätte nie eine Affäre mit dir anfangen sollen!"

    Er starrte sie in Grund und Boden. „Tja, dafür ist es jetzt leider zu spät." Er drehte sich um, um zu gehen.

    Die Versuchung, ihn zu küssen oder auszuziehen, wurde immer größer, auch wenn sie das natürlich nie tun würde. Aber wahrscheinlich würde sie heute Nacht von ihm träumen – und sich dabei stöhnend und seufzend selbst berühren. „Das ist nicht fair!"

    Wieder sah er sie an. „Was ist nicht fair? Dass du mich immer noch willst? Dass ich dich noch will? Ich wünschte, es wäre anders, glaub mir!"

    „Ich auch. Es wäre nur schön, wenn wir nicht immer so feindselig miteinander umgehen würden. Bittend sah sie ihn an. „Es muss doch einen Weg geben, miteinander auszukommen. Vielleicht sollten wir versuchen, Freunde zu werden.

    „Freunde?!"

    „Ja. Du weißt schon, eine platonische Beziehung zwischen zwei Menschen, die sich mögen."

    „Magst du mich denn überhaupt, Margot?"

    „Manchmal schon", gestand sie nach kurzem Zögern.

    Lange sah er sie an. „Ich glaube, ich dich auch", sagte er so heiser, dass ihr ganz anders wurde.

    Abwehrend straffte sie die Schultern. „Das ist doch schon mal ein Anfang."

    Frustriert strich er sich mit einer Hand durchs Haar. „Glaubst du im Ernst, das funktioniert?"

    „Keine Ahnung. Es wäre zumindest weniger anstrengend, als sich ständig zu streiten." Oder zu begehren, fügte sie im Stillen hinzu.

    „Einen Versuch ist es vielleicht wert. Aber wie stellst du dir das vor?"

    Sie dachte kurz nach. „Ich könnte morgen auf dem Weg zum Studio bei dir zum Frühstück vorbeikommen und etwas zu essen mitbringen. Das klang freundschaftlich genug. „Und dann besprechen wir alles Weitere. Aber ich komme früh, also verschlaf nicht.

    „Wann hätte ich das je getan?"

    „Stimmt." Zeke stand immer sehr früh auf – eine Angewohnheit aus Surferzeiten. Er nutzte immer noch jede Gelegenheit, Wellen zu reiten. Manchmal zog er sogar in mondhellen Nächten los.

    „Ich mach mich mal lieber auf den Weg, bevor wir uns wieder an den Kragen gehen."

    „Gute Idee." Sie brachte ihn zur Tür.

    Davor wurde es etwas peinlich, denn er machte Anstalten, sie zu umarmen, verzichtete dann jedoch darauf. Margot war das nur recht. Sie musste sich den Körperkontakt zu ihm sowieso abgewöhnen.

    „Dann bis morgen", sagte er.

    Margot nickte. Als sie beobachtete, wie er zum Lincoln ging und einstieg, fragte sie sich, ob es wirklich eine so gute Idee gewesen war, eine Freundschaft mit ihm anzufangen. Ehrlich gesagt hatte sie da so ihre Zweifel. Aber nachdem sie ihm das Angebot gemacht hatte, musste sie wohl auch dazu stehen. Ganz egal, wie schwierig sich das gestalten würde.

    Als Zeke fort war, rief Margot tatsächlich Bailey an, um sie zu fragen, ob sie Zeit für ein Gespräch hatte. Aber nicht, um sich über Zeke aufzuregen, sondern weil sie dringend jemandem zum Reden brauchte. Da Bailey als Drehbuchautorin meistens von zu Hause aus arbeitete, standen die Chancen ganz gut.

    Sie lebten beide in den Hollywood Hills, aber in unterschiedlichen Vierteln. Während Margot in Whitley Heights wohnte – einem alten, in der Stummfilmära entstandenen Stadtteil –, lebte Bailey in Laurel Canyon in einem Holzhaus mit großem Garten. Zekes Schwester schätzte ihre Privatsphäre genauso wie ihr Bruder, doch während Zeke ein Personenschutz-Imperium gegründet hatte, zog Bailey sich in die Einsamkeit des Schreibens zurück.

    Margot war ganz anders. Sie stand gern in der Öffentlichkeit. Es machte ihr Spaß, für Fotos zu posieren, sich mit Fans zu unterhalten und auf roten Teppichen zu schreiten, auch wenn sie natürlich längst nicht so berühmt war wie Eva Mitchell – Zekes und Baileys Mutter. Eva war früher einmal ein weltberühmtes Sexsymbol gewesen und wurde noch heute für ihre Schönheit bewundert.

    Da Bailey vorhin am Telefon gesagt hatte, dass sie im Garten war, ging Margot ums Haus herum und sah ihre Freundin mit Laptop in einer Hängematte liegen. Mit ihrem zierlichen Körperbau, dem blonden Haar und den blauen Augen war sie ein ganz anderer Typ als Zeke.

    „Da bin ich", verkündete Margot.

    „Ich weiß, sagte Bailey lächelnd. „Ich habe dich schon aus dem Augenwinkel gesehen. Sie klappte ihren Laptop zu und stieg aus der Hängematte, um Margot zur Begrüßung zu umarmen. „Ich habe selbst gemachte Limonade, sagte sie und zeigte auf die Bäume in ihrem Garten. „Direkt von der Quelle.

    „Gern. Aber ich will dich nicht zu lange in Anspruch nehmen."

    „Kein Problem, ich habe Zeit." Bailey holte die Limonade aus dem kleinen Kühlschrank auf der Terrasse, goss zwei Gläser voll und stellte sie auf einen Holztisch, um den Stühle mit geblümten Polstern standen.

    Die beiden Frauen setzten sich einander gegenüber in die strahlende Frühlingssonne. Bailey strich sich das lange honigblonde Haar aus dem Gesicht und wartete darauf, dass Margot anfing.

    Margot holte tief Luft. „Ich habe gerade meine Affäre mit Zeke beendet."

    „Oh, wow! Du hast es tatsächlich geschafft! Bailey zögerte einen Moment. „Ich hatte dich sehr gern zur Schwägerin und wünschte wirklich, eure Ehe hätte gehalten, aber ich bin froh, dass diese verrückte Affäre endlich vorbei ist.

    „Dachte ich mir schon. Du hast mir oft genug gesagt, wie wenig du davon hältst."

    „Und nicht nur dir. Ich finde, sie war für euch beide ein Fehler. Aber stur, wie mein Bruder ist, wollte er natürlich nicht auf mich hören. Sie beugte sich etwas über den Tisch. „Und? Wie hat er es aufgenommen?

    „Anfangs nicht so toll. Wir haben uns mal wieder wegen früher gestritten, aber am Schluss haben wir uns darauf geeinigt, Freunde zu bleiben."

    Bailey sah Margot überrascht an. „Ihr wart euch einig?"

    „Es war mein Vorschlag, aber er hat sich bereit erklärt, es zu versuchen. Ich fahre morgen früh zu ihm, um alles Weitere zu besprechen."

    „Hauptsache, du landest nicht gleich wieder in seinem Bett. Nichts für ungut."

    „Kein Problem. Und nur dass du’s weißt – er wollte wieder mit mir schlafen, aber ich habe Nein gesagt."

    „Gut so. Aber sei vorsichtig, okay? Alte Gewohnheiten sind bekanntlich schlecht abzulegen."

    Das konnte Margot nur bestätigen. Zekes und ihre Affäre hatte bei einem geschäftlichen Termin begonnen. Nach der Scheidung hatte sie dann die Firma für Personenschutz wechseln wollen, aber Zeke hatte sich geweigert. Daraufhin hatten sie sich so heftig gefetzt, dass ihre Aggressionen sich schließlich in wildem Sex entladen hatten. „Ich verspreche dir, keine Dummheiten zu machen."

    Bailey lachte halbherzig. „Na ja, ehrlich gesagt finde ich die Idee, befreundet zu bleiben, auch etwas fragwürdig."

    „An irgendeinem Punkt haben wir aufgehört, uns zu lieben. Aber dadurch, dass wir noch miteinander geschlafen haben, nachdem wir aufgehört haben, uns zu lieben, kamen wir nie richtig übereinander hinweg."

    „Und als Freunde wollt ihr das schaffen?", fragte Bailey skeptisch.

    Achselzuckend trank Margot einen Schluck Limonade. „Es ist zumindest einen Versuch wert. Weißt du noch, wie ich früher immer für ihn geschwärmt habe?"

    Bailey rümpfte die Nase. „Wie könnte ich das je vergessen? Du hast über nichts anderes mehr geredet als ihn. Es war so schlimm, dass ich mir am liebsten die Kugel gegeben hätte, wenn du nur seinen Namen gesäuselt hast."

    Margot lachte. „Sorry, ich weiß, das muss eine echte Zumutung gewesen sein. Aber ich bin schon dahingeschmolzen, als ich ihn zum ersten Mal sah, so groß und dunkel und verschlossen. Von mir war er längst nicht so beeindruckt."

    „Er fand dich total nervig."

    „Das war ich bestimmt auch. Die Sitcom war gerade eingestellt worden, und ich war eine schlaksige Vierzehnjährige, die sich in den Bruder ihrer besten Freundin verknallt hatte und sich total albern benahm, um seine Aufmerksamkeit zu erregen."

    „Aber dann wurdest du älter und interessanter."

    „Manchmal glaube ich, es wäre besser gewesen, wenn wir nie zusammengekommen wären. Für ihn zu schwärmen war schon schlimm genug, aber ihn zu lieben … Das Scheitern unserer Ehe tat wirklich unglaublich weh."

    „Ja, aber sieh dich nur jetzt an. Du bist eine starke, erfolgreiche, alleinerziehende Mutter. Ich bin stolz auf dich."

    „Danke, dass du das sagst", sagte Margot gerührt. Hoffentlich würde es ihr gelingen, eine Freundschaft zu Zeke aufzubauen und ihr Verlangen nach ihm zu besiegen.

    Denn dann würde sie noch stärker sein.

    2. KAPITEL

    Am nächsten Morgen hielt Margot kurz an einem trendigen Imbisswagen in der Nähe von Zekes Wohnung, wo man Bio-Essen und Gourmetkaffee bekam. Als die Bedienung sie erkannte und um ein Selfie bat, tat Margot ihr gern den Gefallen, sich mit ihr ablichten zu lassen, und zeigte dabei ihr hübschestes Lächeln.

    Während der restlichen Fahrt machte sie wie immer einen Bogen um die Straße, in der sie während ihrer Ehe mit Zeke gewohnt hatte. Die Erinnerungen waren zu schmerzlich.

    Zekes neue Wohnung lag direkt am Strand und war über einen privaten Holzsteg mit Terrasse zu erreichen. Nach ihrer Scheidung hätte Zeke es sich leisten können, Margot auszuzahlen und das alte Haus zu behalten, aber auch er hatte einen Neuanfang gewollt.

    Sie stellte das Essen und den Kaffee auf seinem Terrassentisch ab und klingelte an der Tür. Keine Reaktion. Hatte er etwa doch verschlafen? Sie versuchte es ein zweites und ein drittes Mal, aber leider erfolglos. Mal ehrlich, wie müde konnte man denn sein?

    Genervt zog sie ihr Handy aus ihrer Tasche und tippte rasch eine Nachricht ein. Stehe direkt vor deiner Tür. Wo steckst du?

    Wieder wartete sie ergebnislos.

    Allmählich wurde sie ernsthaft sauer. Zeke sagte immer, dass ihr Temperament zu ihrem Haar passte, aber heute hatte sie allen Grund dazu! Als sie gerade ihre Sachen nehmen und gehen wollte, sah sie ihn am Strand, sein Surfbrett neben sich im Sand. Sie hatte gar nicht daran gedacht, dort nach ihm Ausschau zu halten, obwohl das doch das Nächstliegende war.

    Als sie ihn dabei beobachtete, wie er sich seinen Neoprenanzug auszog, beschleunigte sich ihr Herzschlag. Sein halb nackter Anblick in enger Badehose törnte sie total an.

    Er fing ihren Blick auf, und für ein paar Sekunden starrten sie einander nur wortlos an, bevor er auf sie zukam. Rasch wandte sie den Bick ab und packte das Essen aus. Als er schließlich vor ihr stand, konnte sie nicht umhin zu bemerken, wie eng seine Shorts saß.

    „Tut mir leid, dass du warten musstest", sagte er.

    Es fiel ihr schwer, nicht zu sabbern. All diese sehnigen Muskeln, all diese männliche Schönheit. Wen wunderte es da noch, dass sie nach ihrer Scheidung weiterhin mit ihm geschlafen hatte? „Ich habe dir gerade eine Nachricht geschickt. Ich habe nicht daran gedacht, dass du am Strand sein könntest."

    „Ich hatte mein Handy nicht dabei. Willst du kurz reinkommen, während ich mich umziehe?"

    „Nein danke, ich bleibe lieber hier." Je mehr Abstand sie zu ihm hatte, wenn er seine enge Shorts auszog, desto besser. Sie würde auch so schon eine Weile brauchen, um über seinen Anblick hinwegzukommen.

    Er lehnte sein Surfbrett gegen das Geländer. „Bin gleich wieder da. Duschen kann ich auch später noch."

    Margot würde es ehrlich gesagt vorziehen, wenn er das gleich erledigte. Sein Duft war nämlich ein weiteres Aphrodisiakum für sie. „Meinetwegen brauchst du dich nicht zu beeilen."

    „Du musstest schon lange genug auf mich warten. Ich zieh mir nur rasch was über."

    Er verschwand in seiner Wohnung und ließ Margot allein mit ihren eigenwilligen Gedanken. Sie trank ihren Kaffee, sah aufs Meer hinaus und versuchte, sich zusammenzureißen, aber sie konnte nicht aufhören, an seinen Anblick zu denken. Dieser Body in diesen Shorts … Oder an seinen Duft.

    Und an den Sex mit ihm, der ihr jetzt schon fehlte.

    Als er zurückkehrte, trug er eine ausgeblichene Jeans mit dunkelblauem Pullover und Sneakers. Margot hatte heute Morgen einen grauen Hoodie mitgenommen, da es draußen noch recht frisch war.

    „Wie viel Zeit haben wir?", fragte er.

    Sie blinzelte verwirrt. „Was?"

    „Wann musst du weiter ins Studio?"

    Sie warf einen Blick auf ihr Handy. „In etwa einer halben Stunde." Eine gefühlte Ewigkeit.

    Sie setzten sich an den Tisch. „Danke für das Frühstück, sagte er. „Ich bin am Verhungern und habe noch nichts im Haus. Ich gehe erst später einkaufen.

    Sie beobachtete ihn verstohlen beim Essen. Sie hatte für sie beide Burritos mit Süßkartoffeln und Obst gekauft. Nur ihre Getränke waren unterschiedlich – sie trank einen Mocha Latte und er einen dreifachen Espresso. Er stand grundsätzlich auf extrastark.

    Er spülte einen Bissen Burrito mit einem Schluck Kaffee hinunter. „Darf ich dich etwas fragen, was mich schon länger beschäftigt?, fragte er, während er seinen Becher zurück auf den Tisch stellte. „Hattest du nach der Scheidung jemanden außer mir?

    Margot verzog peinlich berührt das Gesicht. Das beschäftigte ihn? Ob sie mit anderen Männern geschlafen hatte? „Wir haben uns nie darauf geeinigt, monogam zu sein."

    „Stimmt, aber jetzt, wo es vorbei ist, dachte ich, es wäre okay, darüber zu reden."

    Um etwas Zeit zu gewinnen, biss Margot von einem Stück Süßkartoffel ab. Nein, sie hatte mit keinem anderen Mann geschlafen, wollte aber nicht, dass Zeke dachte, sie sei ihm gewissermaßen treu geblieben. Oder ihr irgendwelche Gefühle für ihn unterstellte.

    Sie beschloss, ihn mit einer Gegenfrage abzulenken. „Und was ist mit dir? Mit wie vielen Frauen hast du neben mir noch geschlafen?"

    „Mit keiner, antwortete er sofort. „Das wäre mir zu kompliziert gewesen.

    Sie nickte erleichtert. „Ging mir genauso. Du warst der einzige Mann. Aber jetzt brauchen wir uns ja keine Gedanken mehr über irgendwelche Komplikationen zu machen." Sie mussten nur aufhören, aufeinander abzufahren.

    Er biss wieder in seinen Burrito. „Weiß Liam, dass du geschieden bist?"

    Noch eine persönliche Frage. Noch mehr Unbehagen. „Ja, aber das habe ich ihm gegenüber nur beiläufig erwähnt. Er weiß nichts Näheres, nur, dass ich mit Baileys Bruder verheiratet war und dir die Firma gehört, die für unsere Sicherheit sorgt. Er versteht sich sehr gut mit Bailey."

    Zeke trank noch einen Schluck Kaffee und musterte sie über den Rand seines Kaffeebechers hinweg. „Wie kommt das?"

    „Abgesehen davon, dass sie meine beste Freundin ist?", fragte sie belustigt. Für die meisten Menschen würde diese Tatsache reichen, aber ihrem analytischen Ex natürlich nicht. Er suchte immer nach tieferen Gründen. In diesem Fall zu Recht.

    „Bailey hilft Liam dabei, ein Kinderbuch zu schreiben. Es geht um einen Hund, der verwaiste Kätzchen aufnimmt. Das Buch war seine Idee. Er ist total aufgeregt deswegen und will den Erlös der Wohntätigkeitsorganisation stiften, die uns aneinander vermittelt hat."

    „Du musst sehr stolz auf ihn sein, sagte Zeke. Er klang wenig beeindruckt. „Ich würde ihn gern mal kennenlernen.

    „Beruflich oder privat?"

    „Beides, falls das okay für dich ist."

    „Kann ich erst mal darüber nachdenken? Sie wollte nichts überstürzen. „Wir lernen uns schließlich gerade erst kennen, und ich will Liam nicht unnötig verwirren.

    „Sag mir Bescheid, wenn du dich entschieden hast. Ich bleibe eine Weile in L.A. Ich will mir sogar einen Monat freinehmen. Mein letzter Auftrag war so anstrengend, dass ich mich erst mal davon erholen muss."

    Der Wind frischte etwas auf, sodass Margot ihre Serviette festhielt. „Ich habe auch bald frei. Die neue Staffel ist so gut wie fertig. Die Dreharbeiten gehen erst weiter, wenn die Produktionsfirma die nächste Staffel absegnet."

    „Dann haben wir anscheinend viel Zeit, um uns zu treffen. Und zu machen, was Freunde so tun."

    Margot warf einen Blick auf ihr Handy. Sie verspürte plötzlich den

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