Krimi Doppelband 143 - Zwei spannende Thriller in einem Band
Von Thomas West
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von Thomas West:
Dunkle Schatten auf weißer Weste
Rockerkrieg in Manhattan
Über dreißig Menschen waren bei einem Brandanschlag auf einen New Yorker Nachtclub gestorben – darunter auch der verdeckt ermittelnde Drogenfahnder Bud Johnstone. Ein Fall für das FBI. Die Agenten Jesse Trevellian, Milo Tucker und ihre Kollegen ermitteln in der Rocker-Szene, da Zeugen Mitglieder der Gang >Firedogs< vom Tatort flüchten gesehen haben wollen. Auch scheint sich zwischen den einzelnen Motorradbanden ein Kleinkrieg zu entwickeln, bei dem es Tote gibt. Doch sind die Rocker-Bosse auch die Drahtzieher? Sicher ist, dass bei den verdeckten Einsätzen des FBI die Gangster immer einen Schritt voraus sind – das bedeutet, es muss irgendwo eine undichte Stelle geben ...
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Krimi Doppelband 143 - Zwei spannende Thriller in einem Band - Thomas West
Thomas West
Krimi Doppelband 143 - Zwei spannende Thriller in einem Band
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Krimi Doppelband 143 - Zwei spannende Thriller in einem Band
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Rockerkrieg in Manhattan
Krimi Doppelband 143 - Zwei spannende Thriller in einem Band
Thomas West
Dieser Band enthält folgende Krimis
von Thomas West:
Dunkle Schatten auf weißer Weste
Rockerkrieg in Manhattan
Über dreißig Menschen waren bei einem Brandanschlag auf einen New Yorker Nachtclub gestorben – darunter auch der verdeckt ermittelnde Drogenfahnder Bud Johnstone. Ein Fall für das FBI. Die Agenten Jesse Trevellian, Milo Tucker und ihre Kollegen ermitteln in der Rocker-Szene, da Zeugen Mitglieder der Gang >Firedogs< vom Tatort flüchten gesehen haben wollen. Auch scheint sich zwischen den einzelnen Motorradbanden ein Kleinkrieg zu entwickeln, bei dem es Tote gibt. Doch sind die Rocker-Bosse auch die Drahtzieher? Sicher ist, dass bei den verdeckten Einsätzen des FBI die Gangster immer einen Schritt voraus sind – das bedeutet, es muss irgendwo eine undichte Stelle geben ...
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Dunkle Schatten auf weißer Weste
Krimi von Thomas West
Der Umfang dieses Buchs entspricht 126 Taschenbuchseiten.
Caren Sinnwell, Gerichtsmedizinerin beim FBI, soll als Belastungszeugin gegen Curd Washbone aussagen, der wegen Frauenhandels und Zuhälterei angeklagt ist. Bevor sie ihre Aussage machen kann, wird sie brutal ermordet. Kurz darauf wird ein Callgirl getötet, das während des Studiums mit Caren Sinnwell befreundet war. Die G-Men Jesse Trevellian und Milo Tucker ermitteln im Umfeld der beiden Frauen und stoßen auf einem mysteriösen Unbekannten, der seinerzeit den Callgirl-Ring leitete. Offensichtlich will jemand seine Vergangenheit bereinigen – und nun schwebt Melanie Roosford, die Dritte im Bunde der ehemaligen Edelhuren, in Lebensgefahr ...
1
Die Aufzugtür schob sich langsam auseinander. Mit einem guten Dutzend anderer Fluggäste der Mittagsmaschine aus New York City mischte sich Caren Sinnwell unter die vielen Menschen in der Flughalle des Washington National Airports. Es war einen Tag nach ihrem fünfunddreißigsten Geburtstag.
Sie holte ihr Gepäck ab, kaufte sich die > Washington Post< und eine Tüte Lakritze. Die Vorliebe für Lakritze hatte sie seit ihrer Kindheit nicht aufgegeben, und die meisten ihrer Freunde und Kollegen schüttelten sich, wenn Caren in die obligatorische Tüte griff. Selbst während der alltäglichen Obduktionen kaute sie manchmal dieses schwarze Zeug.
Sie hatte ihren Geburtstag gestern bewusst als Tag der statistischen Lebensmitte gefeiert. Die zweite Hälfte des Sandes in einem Stundenglas verrinnt immer schneller, als die erste
, hatte sie kurz nach Mitternacht zu Dan, ihrem Mann, gesagt. Da waren die Partygäste schon gegangen, und sie hatten sich über die letzte Flasche Wein hergemacht.
Der baumlange, schwarze Kerl - >Afroamerikaner< pflegte Caren solche Leute zu nennen - der in einer der zahllosen Telefonzellen der Flughalle stand und so tat, als würde er telefonieren, wusste davon nichts. Nach seiner Überzeugung - und er betrachtete das von einem streng beruflichen Gesichtspunkt aus - war Carens Lebensmitte längst überschritten. Seit mehr als siebzehn Jahren. Er hatte nicht den geringsten Zweifel daran, dass sie heute noch sterben würde.
Caren kannte den Mann nicht. Und sie beachtete ihn auch nicht weiter, als sie zwei Zellen links von ihm den Hörer abnahm und ihre Nummer in Brooklyn wählte. Hallo, Darling, seufzte sie,
ich bin heil angekommen".
Böse Zungen sagten ihr nach, sie würde sich für fremde Menschen nur interessieren, wenn sie beruflich dazu gezwungen war. Manche drückten es auch drastischer aus: Wenn die fremden Menschen erwürgt, erschossen oder erstochen vor ihr auf dem Seziertisch lagen.
Dann viel Erfolg bei deinem Vortrag
, rief Dan ins Telefon, ruf' mich an, wenn du es geschafft hast.
Okay, denk an mich.
Caren hängte den Hörer auf und verließ die Flughalle. Der Blick des schwarzen Mannes heftete sich an ihr dunkelblaues Kostüm. Aber auch das bemerkte sie nicht. Wenn sie sich etwas gründlicher umgeschaut hätte, wenn sie im Laufe ihres Lebens auch nur eine Spur jener Antennen hätte entwickeln müssen, die einem Menschen drohende Gefahren signalisieren, noch bevor sie seine fünf Sinne erreichen - vielleicht wäre die obere Hälfte ihres Stundenglases an diesem Dienstag noch genauso voll gewesen, wie die untere. So aber drängten sich eben die letzten Sandkörner zur dünnen Spindel zwischen den beiden Glashälften hin.
Der große Schwarze - während er Caren nicht aus den Augen ließ, wählte er jetzt tatsächlich eine Nummer - hatte solche Antennen entwickeln müssen. Er war in Harlem groß geworden und konnte sich an fast keinen Tag seiner Kindheit und Jugend erinnern, an dem er sich nicht mit irgendjemandem geprügelt hätte. Oder an dem er nicht vor irgendjemandem weggelaufen wäre.
Caren dagegen war in einem Brooklyner Vorort aufgewachsen. Mit Walt-Disney-Figuren und einem Privatspielplatz im Garten ihres Elternhauses, mit einem liebenswürdigen Golde n Retriever und drei älteren Brüdern, die sie mit Lakritze versorgten und sogar bemüht waren, die Mücken totzuschlagen, bevor sie ihre kleine Schwester stechen konnten.
Caren steuerte ein Taxi an und drückte dem Fahrer ihr Gepäck in die Hand. Sie ließ sich in den Fond des Cabbies fallen. Jefferson-Hotel
, antwortete sie auf den fragenden Blick des Chauffeurs.
Die Aufregung kribbelte wie eine Schar Ameisen in ihrem Bauch, als sie den Namen des Hotels aussprach. Ihr erster Vortrag! Nach fünf Jahren beim FBI war man endlich auf ihre polizeiärztlichen Kompetenzen aufmerksam geworden!
Caren war überzeugt davon, dass sie erst am Anfang ihrer Karriere stand. Diese fast naive Zuversicht hatte sie durch ihr ganzes Leben begleitet und zusammen mit ihren Brüdern dafür gesorgt, dass ihr Leben bis zu diesem Tag wie eine gleichmäßig ansteigende Kurve verlaufen war. Abgesehen von den beiden Jahren in Boston. Aber das war lange her. Und wenn die Staatsanwaltschaft sie nicht gebeten hätte, in diesem unangenehmen Prozess aussagen, würde sie überhaupt nicht mehr an dieses Intermezzo damals in den achtziger Jahren denken ...
Sie schob den Gedanken an den Gerichtstermin beiseite, der ihr am Donnerstag bevorstand, und angelte das Konzept für ihr Referat aus der Aktenmappe.
Der Lange in der Telefonzelle sagte nur einen Satz in die Sprechmuschel. Dann hängte er auf. Er folgte ihr nicht. Jedenfalls jetzt noch nicht. Er wusste wo Caren Sinnwell hinfahren würde: Zu einem Hotel in der Nähe des FBI-Hauptquartiers, wo sich Gerichtsmediziner aus fast allen Bundesstaaten zu einer Tagung trafen. Sogar das Thema kannte er: >Tatverschleierungen durch postmortale Verletzungen<.
Es gehörte zu seinem Job zu wissen, wo Leute hingingen und was Leute machten, deren Uhr ablief. Und es gehörte zu seinem Job, dafür zu sorgen, dass die Uhr dieser Leute ablief. Dass das Thema der Tagung, zu der Caren unterwegs war, ebenfalls mit seinem Job zu tun hatte, war eher Zufall.
2
Der glatzköpfige Mann, der etwa fünfzig Meter von mir entfernt hinter den Fenstern der U-Bahn mit einer Uzi herumfuchtelte, war kein Terrorist. Die Boulevardpresse und einige TV-Sender hatten das Gerücht unter die Leute gebracht. Er war weiter nichts als ein Wahnsinniger.
Das wussten wir nicht erst seit den Morgenstunden, als er einem vollständig gelähmten Rollstuhlfahrer eine Handgranate auf den Schoß gelegt und den Wagen mit dem hilflosen Mann aus der U-Bahn gestoßen hatte. Gestern Nachmittag hatten wir die Identität des angeblichen Terroristen klären können: Er hieß Ron Chambler und war vor zwei Wochen aus einer geschlossenen Anstalt in Albany ausgebrochen. Ein Bombenanschlag auf ein Bistro in SoHo mit drei Toten und sechs Verletzten ging auf sein Konto.
Noch als der Stuhl über den Bahnsteig auf unsere Deckung neben dem Lift zugerollt war, hatten wir angenommen, der Psychopath hätte soeben seine erste Geisel freigelassen. Einer unserer Leute war plötzlich hinter einer Säule hervorgesprungen und auf den Rollstuhl zugerannt - er hatte die Granate entdeckt. Die Explosion hatte den Stuhl umgeworfen, und jetzt lagen beide Männer regungslos auf dem Bahnsteig. Etwa fünfzehn Schritte von der U-Bahn entfernt. Wir hatten sie noch nicht bergen können. Chambler schoss auf jeden, der sich aus der Deckung wagte.
Hören Sie, Chambler - wir wollen die Verletzten bergen - weiter nichts!
Das war Clives Stimme. Er kauerte mit einigen anderen Männern neben der Rolltreppe, etwa hundert Meter vom Lift entfernt, neben dem Orry und ich lagen, und hielt ein Megaphon vor den Mund. Lassen Sie zwei Sanitäter auf den Bahnsteig.
Ich sah wie Chambler sich im Inneren der Bahn auf die Spitze des Zuges zubewegte. Offenbar wollte er zur Fahrerkabine, um das Funkgerät der U-Bahn zu benutzen. Dann gellte höhnisches Gelächter in den Ohrknöpfen unserer Walkie-Talkies - das Gelächter eines Psychopathen. Wir konnten den Funkverkehr zwischen Clive, der den Einsatz leitete, und dem Geiselnehmer mithören.
Ich bin der Rächer Jehovas!
, schrie Chambler. Schaltet den Strom ein, damit der verdammte Zug sich endlich bewegt, dann kommt ihr an die Leichen ran!
Die Metropolitan Transportation Authority hatte der U-Bahn den Saft abgedreht. Wir wussten, dass der Mann nach Bowling Green, der Metrostation am Battery Park wollte. Was er dort vorhatte, hielt er bisher in den Windungen seines kranken Hirns verborgen.
Orry stieß mich mit dem Ellenbogen an und wies mit dem Kopf auf den dunklen Schacht, der hinter dem Zugende gähnte. Über dem Rand der Bahnsteigkante sah ich eine Bewegung. Das konnten nur Milo, Leslie und Jay sein - sie hatten den Auftrag, sich von der nächsten U-Bahn-Station aus über die Gleise an den Zug heranzuschleichen. Jetzt kam alles darauf an, dass Clive den Wahnsinnigen ablenkte.
Was fordern Sie, Chambler?
Clive benutzte jetzt ebenfalls das Funkgerät. Wir sind bereit, Ihnen entgegenzukommen!
Ich brauche euer Entgegenkommen nicht! Jehova ist mit mir!
Auch wir sind Werkzeuge Jehovas!
, antwortete Clive. Das wissen Sie doch. Sagen Sie uns, was wir im Namen Jehovas tun sollen!
Ich kam mir vor wie in einem schlechten Horrorfilm.
Es dauerte ein paar Sekunden, bis Chambler reagierte. Clives Bekenntnis schien ihn aus dem Konzept zu bringen. Sein Schatten hinter dem Fenster der Fahrerkabine blieb für einen Moment regungslos. Dann sah ich, wie er die linke Hand mit dem Mikrofon zum Mund führte. In der Rechten hielt er die Maschinenpistole und zielte durch die offene Kabinentür in den Fahrgastraum.
Buße will ich!
, kreischte er ins Funkgerät. Diese ganze dreckige Stadt soll Buße tun!
Das ist eine hervorragende Idee, Chambler!
, antwortete Clive. Lassen Sie uns überlegen, wie wir das hinkriegen - haben Sie einen Vorschlag?!
Jetzt sah ich die Umrisse zweier Männer außen an der Zugspitze. Es war geplant, dass Leslie eine Scheibe des Fahrgastraumes zertrümmern sollte. Milo und Jay sollten die Schrecksekunde ausnutzen, um das Fenster der Fahrerkabine einzuschlagen und eine Blendgranate ins Innere zu werfen. Ich hielt den Atem an. Orry schob sich auf den Knien ganz nah an das Ende der Rolltreppe und stützte sich auf seine Hände, wie ein Sprinter kurz vor dem Start.
Der Schlachttag des Herrn ist nahe!
, brüllte der Verrückte Das muss dieser sündigen Stadt verkündigt werden!
So ist es, Chambler, jeder weiß doch, was New York für eine schlimme Stadt ist.
Clive sprach mit ruhiger, sanfter Stimme. Meine Nackenhaare richteten sich auf. Die Szene hatte etwas Gespenstisches.
Doch wer wagt es, ihr das zu verkünden?
, dröhnte es theatralisch aus aus dem Knopf in meinem Ohr. Ich, Ron Chambler! Ich, der Bote Jehovas!
Einer der Schatten an der Zugspitze stieg auf die vordere Kupplung der Bahn und schob sich langsam an den unteren Fensterrand heran.
Korrekt, Ron!
Wieder Clives Stimme. Und wie stellen wir das an? Wollen Sie Sendezeit in den Abendnachrichten?
So spricht Jehova: Fliegt meinen Boten Ron Chambler zur Statue of Liberty!
Seine Stimme überschlug sich. Es war grässlich. Auch das Fernsehen soll dort hinkommen. Dann wird mein Bote Ron Chambler dieser Stadt meinen Tag der Rache ...
Der Rest ging in einem lauten Knall unter. Glas splitterte, Menschen schrien, dann wieder ein wuchtiger Schlag, diesmal von der Spitze des Zuges - Orry und ich verbargen unsere Gesichter zwischen den Knien. Trotzdem nahmen wir den grellen Blitz wahr, der die Fahrerkabine der Bahn für einen Moment mit gleißendem Licht erfüllte. Dann spurteten wir los.
Nach weniger als dreißig Sekunden war alles vorbei. Während hinter uns Ärzte und Sanitäter die Fahrgäste auf den Bahnsteig führten, standen wir in der Fahrerkabine um Chamblers Leiche. Er blutete aus mehreren Schusswunden. >Der Schlachttag des Herrn ...<
, murmelte Orry kopfschüttelnd und steckte seinen Revolver zurück in das Holster an seinem Gürtel.
Scheiße
, entfuhr es Leslie.
Der Rollstuhlfahrer war tot. Unser Mann, der ihn retten wollte, schwer verletzt. Vor den Absperrbanden auf dem Bahnsteig drängelten sich Männer und Frauen mit Kameras und Mikrofonen. Ein Blitzlichtgewitter brach los. Einige der Reporter scharten sich um Clive und hielten ihm ihre Mikros unter die Nase.
Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen
, abwehrend hob er beide Arme, wir werden in Kürze eine Pressekonferenz einberufen.
Trotzdem entlockten sie ihm den Namen des Wahnsinnigen und dessen psychiatrische Vergangenheit in der geschlossenen Abteilung.
Milo und ich versuchten dem Rummel zu entgehen. Entlang der Absperrung schlichen wir zum Lift. Noch bevor wir ihn erreichten, öffnete sich seine Tür und gab den Blick auf eine Gruppe von Männern frei. In ihren zumeist dunklen Anzügen, mit ihren blank gewienerten schwarzen Schuhen und ihren wichtigen Gesichtern erinnerten sie mich sofort an eine Delegation der Finanzbehörden, die unangemeldet ins Chefbüro einer Firma stürmt, um die Bücher zu prüfen. Dann allerdings hätten sie sich in der Adresse getäuscht.
Der Einzige der etwa sieben Männer, der keinen dunklen, sondern einen silbergrauen, großkarierten Anzug trug, setzte sich sofort in Bewegung und stach zielstrebig aus dem Aufzug. Er war etwas kleiner als die anderen sechs, hatte schwarze, an den Schläfen ergraute Haare und eines dieser austauschbaren, glatten Gesichter, die in letzter Zeit ständig auf den Leinwänden der Kinos herumlächelten.
Seine Begleiter blieben dicht bei ihm. Offenbar handelte es sich bei ihnen um die Bodyguards von Mr. Wichtig.
Milo und ich blieben neugierig stehen. Die Gruppe marschierte an uns vorbei auf die Mitte des Bahnsteiges zu, wo die Reporter Clive immer noch nicht ziehen lassen wollten. Für einen Moment sah ich den Mann von Nahem. Er war höchstens vierzig Jahre alt, hatte den federnden Gang erfolgsgewohnter Menschen und kam mir plötzlich irgendwie bekannt vor.
Jetzt entdeckten ihn auch die ersten Reporter. Sofort strömten sie auf die Gruppe der Neuankömmlinge zu und ließen Clive stehen. Mr. Cassedy, Mr. Cassedy
, riefen die Reporter durcheinander und arrangierten ein Gestrüpp von Mikrofonen vor dem Gesicht des Mannes. Seine Gorillas sorgten mit starrten Mienen dafür, dass niemand auf Tuchfühlung mit ihrem Boss ging. Was sagen Sie zu diesem schreckliche Vorfall, Mr. Cassedy!
Ich runzelte die Stirn und wandte mich an meinen Partner. Cassedy?
Der Anwalt aus Lower Manhattan
, klärte Milo mich auf, will Gouverneur von New York State werden.
Endlich fiel der Groschen in meinem Kopf. In knapp sieben Monaten, am Ende des Jahres, würde der neue Gouverneur des Staates New York gewählt werden. Und dieser Mann da, der jetzt keine sechs Schritte von mir ungerührt das Blitzlichtgewitter der Fotografen über sich ergehen ließ, war der republikanische Kandidat für diesen Posten.
Ich bin zutiefst erschüttert
, sagte er mit sonorer Stimme, allen Angehörigen der Opfer möchte ich an dieser Stelle mein tiefstes Mitgefühl aussprechen.
Es gibt ein paar Politiker, die haben etwas zu sagen und sagen es dann. Und es gibt eine Unzahl von Politikern, aus denen redet ein Programm, das sie an irgendeiner Stelle ihres Hirns gespeichert hatten und bei Bedarf abspulten. Dieser Mann gehörte nach meinem Eindruck zur Sorte der Letzteren.
Und bei allem was mir heilig ist, verspreche ich Ihnen an dieser Stelle
, Cassedy wandte sich frontal der Kamera des NBC-Fernsehteams zu, wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um schon die Wurzeln solchen Terrors mit aller Härte des Gesetzes auszurotten.
Milo und ich sahen uns an. Mein Partner schien das Gleiche zu denken wie ich: Wir kamen eben in den fragwürdigen Genuss, einen abgebrühten Medienfuchses bei seiner täglichen Routine zu beobachten.
Aber es war kein Terrorist!
, rief eine Frau aus dem Reporterrudel. Laut FBI handelt es sich bei dem Täter um einen Psychopathen!
Das werden die weiteren Ermittlungen ergeben
, schnarrte Cassedy, als wäre er der Chef unserer Firma. Und wenn, wäre es fast genauso schlimm, als würde es sich um einen Terroristen handeln. Ich verspreche Ihnen ...
Lass uns gehen
, sagte ich zu Milo und wandte mich dem Lift zu. Schweigend fuhren wir zum Broadway hinauf. Ich wusste nur, dass ich den Mann nicht mochte. Dass er in wenigen Tagen zu einem Hauptobjekt meines Interesses werden würde, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal. Hätte ich es geahnt, hätte ich mir diesen Cassedy genauer angeguckt.
3
Die rote Corvette stoppte vor dem hohen, gusseisernen Tor. Die Fahrertür öffnete sich und eine hochgewachsenen Blondine in Jeans und schwarzer Lederjacke stieg aus dem Fahrzeug. Komm!
, rief sie in den Wagen hinein. Ein großer Hund mit grauem Zottelfell sprang auf den Kiesweg vor der Einfahrt.
Die Frau ging auf das Tor zu, schloss es auf und drückte beide Flügel nach innen. Der Hund stürmte auf den ungepflegten Rasen vor dem zweistöckigen Giebelhaus, dessen ehemals dunkelblaue, verwitterte Fassade sicher seit vierzig Jahren nicht mehr gestrichen worden war. Auch von den Fensterläden - einige hingen schief neben den kleinen Sprossenfenstern - blätterte die Farbe ab.
Eine baufällige Holzhütte mit einem Wellblechdach lehnte sich an die linke efeubedeckte Wand des Hauses. Brennnesseln, Holunderbüsche und Haselnusssträucher wucherten um den Schuppen herum - Ausläufer eines weiträumigen, verwilderten Gartengrundstückes, das dieses alte Haus am Südrand von Tarrytown umgab. Die beiden Flügel der Schuppentür quietschten jämmerlich, als die Frau sie öffnete.
Nachdem sie die Corvette in den Schuppen gefahren hatte, holte sie ein paar Gepäckstücke aus dem Kofferraum und ging dann zurück zur Einfahrt ihres Grundstückes. Das große Tor
