Narrativierung: Im Unterricht und in der Lehre
Von Bernd Floßmann
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Über dieses E-Book
Das führt natürlich auch dazu, dass es nicht soviel Spaß macht, deutsche Fachbücher zu lesen. Sie gelten allgemein als trocken und schwer verständlich.
Ein Ausweg wäre die Rückbesinnung auf die älteste Form des Wissensmanagements – das Erzählen.
Darum geht es in diesem Buch. Es ist ein Essay zu Narrativierung und zu Erzähltechniken für den Unterricht.
Bernd Floßmann
Studierte Philosophie in Leipzig (1976-1981) und Potsdam (2003-2007). Promotion zu Arbeitsbedingungen als philosophische Kategorie. Er beschäftigt sich mit Methoden der motivierenden Führung und entspannten Lehr- und Lernmethoden. Dabei fliessen internationale Erfahrungen, Erfahrungen in der jahrelangen Aus- und Weiterbildung von Akteuren in der Industrie wie in der Benachteiligtenförderung sowie profundes philosophisches und literarisches Wissen zusammen. Lebt in Berlin. Arbeitet als freier Trainer und Berater.
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Buchvorschau
Narrativierung - Bernd Floßmann
I
Vom Erzählen
1
Die drei Stufen der Mitteilung von Wissen
Diejenigen, welche etwas erfahren haben, können auf etwas (ver-) weisen, weil sie etwas wissen, Weisheit, Augenzeugenschaft besitzen. Diese Möglichkeit möchte Wirklichkeit werden. Das Wirken von Erfahrung auf Andere ist Kommunikation. Erfahrung, Wissen, Ereignisse sollen kommun werden, möglichst Vielen gemeinsam (Gemeinsames Sein).
Die Weisen also möchten Andere auf Ihre Weisheit hinweisen, diese Weisheit Anderen mitteilen, kommunizieren. Dafür sprechen und schreiben sie in der Sprache, die sie jeweils selbst verstehen. Deshalb besteht oft der größte Teil des Aufwandes, einen Schriftsteller zu verstehen, darin, seine Sprache zu lernen. Dabei ist nicht nur Englisch oder Chinesisch gemeint, sondern auch Fachchinesisch, eine spezifische Wortwahl, eine besondere Art und Weise der Konstruktion von Sätzen.
Der intellektuelle Aufwand für dieses Erkennen, dieses Verstehen, das Lernen der Fachsprache, das Studieren des Kontextes, das Hinterfragen der Botschaft (›intellectus‹ als lateinischer Versuch, das griechische nous νους zu übersetzen, kann auch gelesen werden als: ›Diejenigen welche sich mit dem Verstehen und der Mitteilung von Weisheit beschäftigen‹) schreckt viele ab. Viele Menschen werden damit von der Kommunikation ausgeschlossen oder schließen sich selbst aus der Kommunikation aus (vom »Ich verstehe das nicht« bis zum »Ich will das gar nicht wissen«). Damit sind diese Menschen auch vom Wissen ausgeschlossen, sie bleiben unwissend, unaufgeklärt, sind auf den Glauben im Sinne von Für-wahr-halten angewiesen.
Die Aufklärung, die Verständlichmachung, die Weitergabe von Wissen ist daher der praktische Teil der Wissensmanagements: »Wie sag ich‘s meinem Kinde?«
Das, was ich teilen, mitteilen will, das worauf ich zeige (bezeuge), weise, sind zunächst Sachverhalte, Zahlen, Daten, Fakten, etwas, das der Fall ist, Tatsachen.[Wittgenstein, vgl.: 1, 1.1, 1.11 und 1.12]
Doch beim Mitteilen dieser Fakten, beim Das, Da, Jetzt (Name, Ort, Zeit) bleibt es nicht. Das genügt nicht. Ein Begehren entsteht, das Begehren nach Verständnis dessen, was ich gesehen, erfahren habe, auf was ich hingewiesen werde, was mir gezeigt wird. Denken und Sprache stellen sofort Zusammenhänge zwischen den Tatsachen her. Nicht nur das Was, sondern auch das Warum, Woher, Wieso wird zum Bestandteil unseres gemeinsamen Seins, unseres Inter–Esses, dem Ort, wo die Mit–Teilung stattfindet. Diese Teilung ist so in Wirklichkeit nie ein Teilen im Sinne von Trennen, sondern ein Teilen im Sinne von Verdoppeln. Glück und Erfahrungen verdoppeln sich wenn man sie teilt.
Aus dem Aufzählen von Ereignissen (Und dann, und dann, und dann . . . ) wird das Erzählen von Wissen, Wissen wird narrativiert, aus der Story, dem Bericht, er historischen Abfolge der Ereignisse, welche berichtet werden:
A 1. Paul geht zum Café
B 2. dann holt sich Paul einen Kaffee
C 3. dann stößt Ilse mit ihm zusammen
D 4. dann fällt die Tasse auf den Boden
E 5. dann tröstet Ilse Paul
F 6. dann verliebt sich Paul in Ilse
G 7. dann leben Sie zusammen bis ans Ihr Ende
wird der Plot, Die logische Präsentation der Ereignisse in einer dramatischen Abfolge.
Mit Hilfe von Schlussfolgerungen, Bindewörtern, Bewertungen, Zusammenhängen, »weil« und »deswegen«, werden Verbindungen zwischen den Fakten konstruiert, welche insgesamt eine andere Art des Berichtes, nämlich eine logisch möglichst stimmige Erzählung formen, bei der die Ereignisse nicht mehr einfach aufeinander folgen (post hoc) sondern auseinander hervorgehen (propter hoc):
A 7. Paul und Ilse leben zusammen, wahrscheinlich auch noch bis ans Ihr Ende
B 3. weil er mit ihr zusammengestoßen ist
C 4. und die Tasse auf den Boden gefallen ist
D 2. mit dem Kaffee den er sich geholt hatte
E 1. aus dem Café an der Ecke
F 5. und Ilse tröstete Paul so nett
G 6. daraufhin verliebte sich Paul in Ilse und Ilse in Paul.
Für diese neue Form des Teilens von Wissen, Erfahrungen und Erlebnissen mit Anderen, gibt es drei Stufen. Diese drei Stufen korrelieren mit den drei philosophischen Grundfragen Kants und den drei Grundfragen der Macht:
Abduktion ist die erste Stufe der Erzählung von Wissen. Etwas ist geschehen und diese Erfahrung, dieses Ereignis, dieses Erlebnis weicht von der bisherigen Erfahrung ab. Dieses Wissen wird als Fakt erzählt (»Es regnet!«) und gleichzeitig werden Vermutungen ausgesprochen, wie dieser Fakt mit den bisherigen Erfahrungen, Erlebnissen und Ereignissen in Zusammenhang stehen
