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Tinnitus, Hörsturz & Co.: Wenn das Gehör "verrücktspielt"
Tinnitus, Hörsturz & Co.: Wenn das Gehör "verrücktspielt"
Tinnitus, Hörsturz & Co.: Wenn das Gehör "verrücktspielt"
eBook572 Seiten4 Stunden

Tinnitus, Hörsturz & Co.: Wenn das Gehör "verrücktspielt"

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Über dieses E-Book

Die urplötzlich, unvorhersehbar und vielmals regelrecht mit Urgewalt beginnenden "Ohr-Gehör-Störungen" wie Tinnitus, M. Menière & Hörsturz sind zumindest bei uns in Deutschland auf dem allerbesten Wege hin zu einer "Volkskrankheit", zumindest einer "gesundheitlichen Plage", bei denen alle Ebenen des Menschen mehr oder minder in Schieflage kommen. Vielmals kommen diese Störungen in Mehrfach-Kombinationen zeitgleich oder rasch aufeinanderfolgend vor.
Die Therapie sollte schnellstmöglich und umfassend begonnen und umgesetzt sein, um Chronifizierungen möglichst zu vermeiden und so langjährige Behandlungen nicht oder nur teilweise erforderlich zu machen und in den chronischen Zuständen dann mit fraglichem Erfolg.
SpracheDeutsch
Herausgeberneobooks
Erscheinungsdatum9. Dez. 2015
ISBN9783738050875
Tinnitus, Hörsturz & Co.: Wenn das Gehör "verrücktspielt"

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    Buchvorschau

    Tinnitus, Hörsturz & Co. - Hanspeter Hemgesberg

    Probleme mit den Ohren … … und kein Ende in Sicht!

    Die schier permanente Reiz-Überflutung unseres Gehörs führt zu vielfältigen und oftmals irreparablen Schädigungen unseres Gehörs.

    Nicht zu übersehen die sonstigen Schädigungen des Hörvermögens aufgrund von Krankheiten.

    Diese „Schädigungen gehen querbeet durch alle Generationen!"

    Das ist Fakt!

    Nicht unbeachtet sein und bleiben darf aber auch, dass in nicht wenigen Fällen die „Ohr-Störungen" verniedlicht, heruntergespielt und nicht für Ernst genommen werden – auch von Behandlern –.

    In nicht gerade wenigen Fällen kommt als Ursache für Gehör-Beschwerden das moderne Zauberwort ins Spiel: „STRESS"!

    Auch bereits bei unseren Jüngsten.

    Wenn es dann zu Untersuchungen kommt, ist der Gehör-Ohr-Schaden vielmals schon manifest und nicht selten nicht mehr reparabel.

    Eine Blutuntersuchung, ein EKG, das sind Selbstverständlichkeiten.

    Eine frühzeitige Ohr-Gehör-Untersuchung leider nicht!

    Mein Postulat:

    Bestehen Gehör-Störungen – ich rede hier nicht von akuten Störungen wie z.B. einem Hörsturz oder einem Knalltrauma – unverändert länger als höchstens 2 Wochen oder nehmen sie an Intensität zu, dann sollte schnellstmöglich ein Fachmann aufgesucht werden, sprich ein facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

    Da darf kein Weg daran vorbeiführen!

    Vorwort zu aktualisierten Auflage

    Seit der Erstauflage dieses Buches „Tinnitus, Hörsturz & Co." sind mehr als 6 Jahre vergangen.

    In der Medizin – zumal der wissenschaftlichen – eine beträchtlich lange Zeit mit vielen neuen Erkenntnissen, eigentlich auf allen Gebieten der Human-Medizin.

    So ist es auch auf dem Gebiet ‚Hals-Nasen-Ohren‘.

    Neben neuen und noch präziseren Diagnostik-Verfahren gilt das hinsichtlich von Neuerungen auch für die sowohl arzneiliche wie nicht-arzneiliche Behandlungs-Optionen.

    In den letzten Jahren sind sowohl ärztliche Kolleginnen und Kollegen wie Heilpraktiker und auch Laien – insbesondere mit „Gehör-Ohr-Problemen" – an mich herangetreten mit der Frage, ob ich mein Buch nicht aktualisieren könne und ob ich nicht die eine oder andere ‚Ohr-Gehör-Krankheit‘ in mein Buch neu aufnehmen könne?

    Diesen Nachfragen komme ich gerne und mit dieser aktualisierten Auflage – mit den erweiterten Titeln

    „Tinnitus – Hörsturz – Schwerhörigkeit & Co."

    nach.

    Eigentlich ist aus dem ersten Buch ein ‚neues‘ entstanden: mit der Besprechung weiterer Krankheiten und auch – zumindest aus meiner Sicht – deutlichen Veränderungen in der Therapie, insbesondere der biologisch-naturheilkundlichen.

    „Nicht alles, was machbar ist/wäre, wurde berücksichtigt; sondern das Schwergewicht wurde gelegt auf ‚überall‘ umzustetzende Therapie-Optionen – und (das will ich explizit betonen) auch auf solche, die für Jedermann/-Frau auch ‚bezahlbar‘ sind!"

    Miesbach/Obb. in der Osterzeit 2021

    Dr. med. Hanspeter Hemgesberg

    Fotos, lizenzfreie Bilder, Grafiken, Vektoren und Videos von Ohr | Adobe Stock

    Ohr-Gehör-Schädigungen im Überblick

    Bevor ich zu den einzelnen Krankheiten bzw. Störungen im Ohr und Gehör zu sprechen respektive zu schreiben komme, will ich Sie mit einem Überblick über ‚Ohr-Gehör-Schädigungen‘ informieren.

    [Anmerkung:

    Die Störungen/Krankheiten, die im Buch besprochen werden, sind fett- und schräg-gedruckt]

    A. Krankeiten und Störungen Trommelfell und Mittelohr

    a. Chronische Otitis media (Mittelohr-Entzündung)

    b. Otosklerose (Otospongiose – Versteifung der Gehörknöchelchen)

    c. Tumoren

    B. Krankheiten & Störungen des Innenohrs

    a. Morbus (M.) Ménière

    b. Neuronitis vestibularis

    c. Herpes Zoster oticus

    d. Hörsturz

    e. Knalltrauma und Lärmtrauma

    f. Schwerhörigkeit(sformen)

    g. Ototoxische Medikamente

    h. Akustikus-Neurinom

    C. Tumoren im Kopf-Hals-Bereich

    D. Allgemein-Störungen

    a.a Tinnitus aurium (Ohrgeräusche)

    b.a Otogener Schwindel

    c.a Vestibulärer Schwindel

    Nach der Vorstellung und Besprechung der Störungen bzw. Krankheiten von Ohr und Gehör gehe ich noch kurz ein auf:

    1. Ototoxische Medikamente

    2. Hörgeräte

    Die Vorstellung/Besprechung der markierten Störungen bzw. Erkrankungen erfolgt in der oben stehenden Reihenfolge.

    Bevor wir mit der Besprechung ‚starten‘, noch einmal:

    Bitte & Warnung zu Beginn: „Beschwerden ernst nehmen"!

    Die Leidensspirale für die Betroffenen mit Tinnitus & Co. aber auch mit zunehmendem, Hörverlust zieht sich immer weiter und enger zu und die Folgen – zumal bleibende Schädigungen und letztlich

    Fotos, lizenzfreie Bilder, Grafiken, Vektoren und Videos von Mittelohrentzündung | Adobe Stock

    unausweichlichen Auswirkungen für den gesamten Organismus „MENSCH" – sind vielmals einerseits vorprogrammiert und andererseits unausweichlich und zwar immer dann, wenn die Beschwerden bzw. die Erkrankungen an Tinnitus, Hörsturz, M. Ménière oder auch Hörverlust nicht ernst genommen werden.

    Vom Erkrankten selbst und vielmals von den Therapeuten. Insbesondere Tinnitus aurium, Ménière’sche Erkrankung und/oder zumal beginnender Hörverlust werden heruntergespielt, bagatellisiert und nicht selten – und zumal einzig! – auf die „Psyche und hier insbesondere auf „Stress geschoben!

    Vielmals dann mit mannigfaltigen und letztlich auch irreparablen Folgen.

    Für den Betroffenen selbst – letztlich betroffen die körperliche und geistige wie auch die seelische Ebene, kurzum: der gesamte „MENSCH" in allen seinen Ebenen! –, dann auch „mit"betroffen das persönliche und soziale Umfeld - von Verwerfungen in der Familie/ beim Lebenspartner bis zu Konflikten im Berufsleben bis zur Arbeitslosigkeit und dann verbunden mit sozialem Abstieg. Sicherlich in der gravierendsten Form (Gott sei Dank) nicht allzu häufig vorkommend, aber für das Einzelschicksal eine große Härte!

    Tinnitus & Ménière’sche Krankheit, Knall- oder Lärm-Trauma treffen die Menschen durch …

    quälende + nervtötende Ohrphänomene quasi „aus dem Nichts"

    also einem

    „Leben ohne einen einzigen Moment der Stille"!

    Gerade das Gegenteil stellt sich beim Hörsturz ein, nämlich …

    quälende + nervtötende Ohrphänomene mit einem „Leben wie unter einer Schallschutzglocke"!

    Das Fatale für die Betroffenen – neben und zusätzlich zu den schon genügend belastenden Beschwerden durch die „Primärerkrankung, ganz gleich, ob Tinnitus, Menière oder Hörsturz – liegt darin, dass es oftmals zu einer Kettenreaktion, einer Wasserkaskade gleich, kommt und im Verlaufe der (unbehandelten) Ersterkrankung dann sich die anderen noch „aufpfropfen; das Leidensfass bringt dann zum Überlaufen die sich einstellende Schwerhörigkeit! Es ist gekommen zum

    „Gehör-GAU"!

    Müsste (zumindest oftmals) nicht sein, (fast) immer aber nicht als Höchstschadensausmaß! Setzt aber voraus (s.o.), dass die Beschwerden früh (genug) ernst genommen werden und einer fachlich kompetenten Behandlung zugeführt werden.

    Das heißt für den „Betroffenen":

    In jedem Falle sollten Sie die Beschwerden nicht „auf die leichte Schulter nehmen" und stets sollten Sie sich hüten vor „zweifelhaften Behandlungsmaßnahmen" – das heißt auch, vor (wenngleich gut gemeinten) Ratschlägen von Freunden und Bekannten!

    Weiter noch:

    Nehmen Sie absolut keine Manipulationen am/im Ohr vor

    (kommt leider immer wieder und allzu oft auch heute noch vor!). Auch, wenn es sich im Nachhinein als wirkliche „Bagatelle" herausstellen sollte (was keiner von uns zu Beginn wissen kann), begeben Sie sich schnellstens in kompetente Behandlung!

    Das heißt für den „Behandler":

    Nehmen Sie die vorgetragenen und beklagten Beschwerden ernst, insbesondere dann, wenn - wie beim Tinnitus fast „Normalität - das Krankheitsgeschehen zwar subjektiv definitiv „vorhanden ist, es sich (zumeist) aber nicht objektiv „nachweisen" lässt!

    An dieser Stelle an die Therapeuten eine Bitte:

    Vermeiden Sie unnötige Polypragmasie [= Vielzahl an verschiedenen und nicht selten auch zumindest zweifelhaften „Therapien"]. Um es recht drastisch-plakativ und vereinfacht zu sagen: Scheuen Sie sich nicht, den Patienten einer kompetenten Fachbehandlung (zumindest, was die umfassende Diagnostik angeht) umgehend zuzuführen, wenn diese Erkrankungen „nicht Ihr Ding sind"!

    Ihr Patient wird es Ihnen mit Vertrauen lohnen!

    Auf den Punkt gebracht …

    Die ersten Tage nach Eintritt des „Schadensfalles" entscheiden maßgeblich darüber, ob die Störungen gänzlich oder zumindest weitgehend therapiert oder zumindest auf ein erträgliches Maß heruntergeschraubt werden können, was für den Betroffenen bedeutet, dass seine Lebensqualität nicht wesentlich gemindert ist/ wird. Und weiter, dass sich die sonst drohenden Folgen und Dauerschädigungen vermeiden lassen!

    Hierzu möchte Ihnen – Betroffenen wie Behandlern – dieses Buch ein praktischer Ratgeber und eine Informationsquelle sein.

    Das heißt aber auch, dass neben den unverzichtbaren Möglichkeiten und Erkenntnissen der wissenschaftlichen Medizin (= Schulmedizin) auch bewährte Möglichkeiten und Chancen der ‚seriösen‘ naturheilkundlich-biologischen Ganzheitsmedizin ganz bewusst für die einzelnen „Krankheitsbilder" vorgestellt und besprochen werden.

    Aber auch dies muss hier gesagt und festgehalten sein:

    Für alle diese „Ohr-/Gehör-Erkrankungen gibt es – und kann es auch nicht – keine „Universalpatent-Therapie, kein „Ein-für-Alle- & Alles-Rezept"!

    In jedem (Einzel-)Fall muss erst untersucht und dann behandelt werden und zwar stets individuell, selektiv und den sonstigen Erfordernissen und Krankheiten sowie Belastungen Rechnung tragend! Stets in dieser Reihenfolge: Diagnostik, dann Therapie!

    Fakt ist aber und vielmals bestätigter:

    Mit einer umfassenden „individuell-ausgerichtetetn Ganzheitsmedizinischen Multi-Modalen Therapie" – also: den Möglichkeiten der wissenschaftlichen Medizin + der seriösen biologisch-naturheilkundlichen Heilkunde i.S.e. auf mehreren Behandlungs-Säulen bestehenden individuellen Therapie – lassen sich die Ohr-Phänomene im Frühstadium oftmals gänzlich und nachhaltig beheben; zumindest aber deutlich mildern und die Folgeschäden und -auswirkungen vielmals vermeiden und verhindern.

    Nutzen Sie möglichst alle der Möglichkeiten für sich!

    Sprechen Sie darüber mit Ihrem Therapeuten!

    Sprechen Sie Ihren Therapeuten gezielt auf diese Möglichkeiten an!

    Prüfen Sie und treffen Sie (gemeinsam mit Ihrem/Ihren Therapeuten) dann Ihre Entscheidungen bezüglich der vorgesehenen und „maßgeschneiderten" Therapie!

    Hinweis

    Die Erklärung zu allgemeinen medizinischen und besonders zu biologisch-naturheilkundlichen Begriffen und Verfahren – gekennzeichnet mit einem () - finden Sie im Glossar unter

    „Begiffe: Verständlich gemacht!"

    Ihr

    Dr. med. Hanspeter Hemgesberg

    Ein Gedicht

    Das somnambule Ohr

    Wie sollst du je wieder einschlafen,

    wenn in der menschenleeren Stunde

    ehe es hell wird,

    das Haus klopft und scharrt,

    wenn du es murmeln hörst

    hinter der Wand?

    Diese Schüsse, kommen sie aus einem Film,

    den niemand sieht,

    oder stirbt da einer im Treppenhaus?

    Etwas gurrt, wo keine Taube lebt,

    etwas ächzt – ein alter Kühlschrank

    oder ein längst verschwundenes Liebespaar.

    In den Ventilen zischt das Gas.

    Es werden schwere Möbel gerückt.

    Etwas tropft. Der Dampf tickt.

    Das Wasser stürzt durch die Röhren.

    Wer trinkt, wer duscht,

    wer entleert sich da?

    Und als es endlich still ist –

    das Haus hält vor Angst die Luft an –,

    vernimmst du ein Sirren,

    fast jenseits des Hörbaren,

    geisterhaft dünn wie der glitzernde Ring

    eines unaufhaltsamen Zählers,

    der sich im Dunkeln dreht.

    © Hans-Magnus Enzensberger

    [geb. 1929 – ist ein deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber, Übersetzer und Redakteur]

    Chronische Otitis media

    Die Otitis media chronica chronische Mittelohr-Entzündung – ist die chronisch verlaufende Form der Mittelohrentzündung.

    Sie zeichnet sich klinisch durch einen dauerhaft bestehenden/ bestehenbleibenden Defekt des Trommelfells aus.

    Sie ensteht in den meisten Fällen durch das Zusammenwirken wiederholter Infektionen und anhaltender Belüftungsstörungen der Tuba auditiva/Eustach’schen Röhre (Ohrtrompete – d.i. die Verbindung vom Mittelohr zum Nasen-Rachen-Raum. Über diese Verbindung findet der Druckausgleich zwischen der Paukenhöhle und der Außenluft statt). Bei anhaltenden Belüftungsstörungen der Tuba auditiva ohne Infektion entsteht meistens ein ‚Tuben-Mittelohr-Katarrh‘. Eine zusätzliche Infektion führt dann zur chronischen Mittelohr-Entzündung.

    Eine weitere Ursache für die Otitis media chronica können traumatisch bzw. entzündlich bedingte (z.B. Erkrankung an Scharlach), bleibende Defekte im Trommelfell nach einer akuten Mittelohr-Entzündung sein.

    Im Regelfall, d.h. bei ausreichender Belüftung der Ohrtrompete führt eine akute Otitis media jedoch selten zur chronischen Mittelohr-Entzündung. Eher kommt es bei einem belüftungsbedingt gut ausgebildeten Warzen-Fortsatz zur Mastoiditis (akute Entzündung des Warzenfortsatzes des Schläfenbeins, welches hinter dem Ohr liegt).

    Die häufigste Komplikation einer Otitis media chronica ist das Cholesteatom (Perlgeschwulst, Zwiebelgeschwulst – d.i. eine Einwucherung von mehrschichtig verhornendem Plattenepithel in das Mittelohr mit nachfolgender chronisch-eitriger Entzündung des Mittelohrs).

    Symptome:

    1. ‚Ohrenlaufen‘ (Otorrhoe)

    2. Schallleitungs-Schwerhörigkeit (s.später)

    Formen:

    Nach der Ausdehnung der Entzündung im Mittelohr bzw. der Lokalisation des Trommelfell-Defekts werden 2 Formen unterschieden:

    1. Otitis media chronica mesotympanalis (CMOM)

    Zentraler Trommelfell-Defekt ohne entzündliche Beteiligung des Knochens

    2. Otitis media chronica epitympanalis (CMOE)

    Randständiger Trommelfell-Defekt unter Einbeziehung des Knochens in den Entzündungsprozess.

    Komplikationen:

    1. Ohrpolypen

    2. Chelesteatom

    3. Super-Infektionen

    Diagnostik:

    1. HNO-ärztliche Untersuchung

    2. Ohrspiegelung

    3. Hörprüfung

    (Stimmgabel, Ton-Audiometrie, Sprach-Audiometrie, Tympanometrie)

    4. Messung der oto-akustischen Emmissionen

    5. Hirnstamm-Audiometrie (BERA)

    6. Prüfung der vestibulo-spinalen Reflexe

    7. Neurologisches Screening

    (Romberg-Versuch, Finger-Nase-Versuch/FNV, Finger-Finger-Versuch/FFV, Unterberger Tretversuch, Lage- und Lagerungs-Prüfung, Spontan-Nystagmus)

    8. Thermische Überprüfung der Funktion der peripheren Gleichgewichts-Organe

    (Frenzel-Brille)

    Außerdem:

    9. Video-Nystagmographie (Elektro-Nystagmographie) 

    10. Labor-Diagnostik

    [Großes Differenzialblutbild, Chrom Reaktives Protein/CRP, Blutsenkungs-Geschwindigkeit/BKS-BSG; Abstrich aus dem betroffenen Ohr und Untersuchung auf pathogene Keime mit Antibiogramm]

    11. Computer-Tomogramm Innenohr

    Therapie:

    [ich schreibe hier Optionen aus der sogen. Schulmedizin wie der seriösen biologischen Medizin nieder]

    I. Schulmedizinische Optionen

    Antibiotika nach Antibiogramm

    [lokal/extern wie auch intern als Kombi-Therapie]

    Corticosteroide

    [lokal/extern wie auch intern als Kombi-Therapie]

    Unerläßlich:

    Gehörgang mehrmals tgl. vorsichtig säubern

    und vorsichtige Entfernung von Granulationsgewebe

    HNO-chirurgischer Eingriff

    [Verschluss des Trommelfell-Defekts, Wiederherstellung der Schallübertragung, Sanierung des Cholesteatoms, Korrektur von Verknöcherungen, chronischen Knocheneiterungen und/oder Fehlbildungen]

    Mein Rat:

    Rechtzeitige mikroskopische Operation ist sehr anzuraten!

    II. Biologische Optionen

    [individuell, befund-gerecht, selektiv, variabel]

    1. Arzneiliche Therapie

    Weihrauch 450 mg (ZeinPharma / u.a. Internet)

    vegane Kps

    [Weihrauchharz-Extrakt vom Indischen Weihrauch]

    Wirkung: abschwellend, entzündungs-hemmend, anti-bakteriell

    Ds: je nach Befunden; 1.-3-5 Tag 3xtgl 2 Kps (= 2.700 mg/tgl); Einnahme unmittelbar vor den Mahlzeiten mit 1 Glas Wasser – Weiterbehandlung je nach vorliegender Klinik mit 3xtgl 1 Kps, nachgehend langesames Ausschleichen über ca. 14 Tage

    Hinweis:

    Einnahme empfehlenswert prä- und post-operativ!

    Cortisonum (DHU)

    Glob D6 und D12

    Ds: Erst- und Akut-Phase-Therapie mit je Beschwerdebild 3xtgl 5-7-10 Glob D6 (unter der Zunge zergehen lassen) über die Dauer von 2-3 Wochen, ggfls. auch darüber hinaus – nachgehend dann für mindestens 2-3 Monate 2xtgl 5-7 Glob D12.

    Traumeel® S (HEEL)

    Tr, Tbl

    = homöopathisches Komplexmittel

    [u.a. Arnika, Ringelblume, Virhinischer Zauberstrauch, Eisenhut, Kamille, Schmalblättrige Kegelblume …]

    Ds: in der Akut-Phase 3xtgl 30 Tr – Weiterbehandlung mit 3xtgl 10 Tr, dann langsam ausschleichen

    LABO’LIFE-2L EID-N (Labo‘Life, Brüssel / Internet)

    Kps mit darin enthaltenen Glob

    = Arzneimittel der Mikro-Immun-Therapie/MIT ()

    mit humanen, chemisch-definierten und biologischen Wirkstoffen

    [Interleukin/IL-1,2,3,4,6,10,12; Interferon/IFN gamma; Transfromierender Wachstumsfaktor/TGF beta, Tumornekreosefaktor/TNF alpha, Molgramostim (Granulozyten-Kolonie-Stimulierender Faktor/GCSF), Desoxyribonukleinsäure/ DNA, Ribonukleinsäure/RNA, Spezifische Nukleinsäuren/SNA®]

    Ds: individuell; i.d.R. über 3-6 Monate 1xtgl 1 Kps

    Chronische Otitis Nosode () (Barlach-Apotheke, Bad Boll / Internet)

    Glob C12

    [zur Nosoder aufbereitetes homöopathisiertes humanes Mittelohr-Gewebe]

    Ds: über 1x1 OP (10g) 3xtgl 5-7 Glob

    2. Nicht-Arzneiliche Therapie

    Verfahren der Bioresonanz ()

    [u.a. Oberon®-NLS-Therapie, BICOM® u.a.]

    Otosan Ohrenkerze (Functional Cosmetics Campany / u.a. Internet)

    Ohrkerze

    Ds: in der Akut-Phase 1xtgl optimal am frühen Abend – bei Kindern <8 Jahren nur ½ Kerze.

    Hinweise:

    Keine Watte in den Gehörgang!

    Keine Ohrreinigung mit einem z.B. Wattestäbchen!

    Fragen Sie den behandelnden HNO-Arzt, ob es hilfreich ist (bes. Kinder), wenn ein „Einweg-Gehörschutz" über die Ohrmuschel der kranken Ohrseite gezogen wird.

    Otosklerose

    Die Otosklerose ist eine mit überschießender Knochenbildung einhergehende Erkrankung des knöchernen (Innenohr-)Labyriths () mit Auswirkungen auf Mittelohr und/oder das Innenohr.

    Entstehung der Krankheit und Vorkommen

    Die Ätiologie der Krankheit ist bis heute (Frühjahr 2021) noch nicht restlos geklärt.

    Das ‚knöcherne Labyrinth‘ wird, in der Regel beiderseits, herdförmig aufgelöst und neu gebildet. Dabei kommt es zu einer stets zunehmenden Fixierung der Fußplatte des Steigbügels (stapes – einer der drei Gehör-Knöchelchen) am Ovalen Fenster (fenestra ovalis vestibuli – d.i. die ovale Öffnung in der dem Labyrinth zugewandten Wand der Paukenhöhle) und dadurch zu einer fortschreitenden „Schallleitungs-Schwerhörigkeit" (s. später).

    Das neugebildete Knochengewebe ist funktionell minderwertig und obliegt mit steigendem Alter der Patienten einer verstärkten Kalzifikation (Verkalkung).

    Es handelt sich dabei um einen mehrphasigen, unbehandelt fortschreitenden Knochen-Umbauprozess mit Sklerosierung (Verhärtung z.B. von Geweben) des enchondralen Knochens der Labyrinth-Kapsel.

    Heute wird davon ausgegangen, dass bei ca. 25% der Kranken ein ‚hereditärer, autosomal-dominanter Erbgang‘ vorliegt.

    Frauen sind doppelt so häufig betroffen, ein Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone wird zurzeit diskutiert.

    Vermutet wird auch eine Virus-Genese (Nachweis von Masern-Virus-Genomen – Genom = einfacher Chromosomensatz einer Zelle, der deren Erb-Masse darstellt in osteoklastischen und otosklerotischen Bereichen), sowie ein Auto-Immunprozess.

    Verbreitung und Auftreten

    Der Erkrankungsbeginn liegt meist zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr. Klinisch kommt die Erkrankung bei ca. 10 Fällen/100.000 Einwohner/Jahr vor.

    Lokalisation

    Am häufigsten ist das knöcherne Labyrinth im Bereich des ovalen Fensters (Kommunikation zwischen Mittelohr und Innenohr) betroffen. Durch Umbau und Verknöcherungen in diesem Bereich kommt es zum Anwachsen des Steigbügels an das ovale Fenster (‚Stapes-Ankylose‘ – Ankylose = vollständige Gelenksteife). Die Funktion der drei Gehörknöchelchen (Amboss, Hammer, Steigbügel) wird dadurch beeinträchtigt.

    Seltener ist der knöcherne Anteil der Cochlea (Schnecke, Teil des Innenohrs) betroffen. Die Sinneszellen des Innenohrs werden dadurch in Mitleidenschaft gezogen, die Homöostase () von Perilymphe (lymph-ähnliche Flüssigkeit zwischen häutigem und knöchernen Labyrinth des Innenohrs) und Endolymphe (d.i. eine Kalkium-reiche Flüssigkeit, die für die Funktion des Hörorgans und des Gleichgewichtsorgangs erforderlich ist) wird nachhaltig gestört. Es entsteht eine „Innenohr-Schwerhörigkeit" (s. später).

    Symptome

    Eine Otosklerose führt zu einer Reihe von anamnestisch erfassbaren Symptomen/Beschwerden wie:

    zunehmende Schwerhörigkeit

    fast so etwas wie ein ‚Paradoxon‘: das Hörvermögen ist Lärm subjektiv besser als bei Stille!

    Parakusis (tiefe Töne und Geräusche werden nicht wahrgenommen, Sprache besser)

    „tiefes Ohrensausen" (Tinnitus)

    Lage-Haltung-bedingter Schwindel

    Diagnostik

    1. Akribische Anamnese

    2. HNO-Untersuchung

    3. Hörteste

    (vgl. chronische Otitis media)

    Merke:

    „Wegweisend auf eine Otosklerose ist das Vorliegen einer Schallleitungs-Schwerhörigkeit!"

    4. Ton-Audiogramm

    [es zeigt im Frequenzbereich 1.000 und 4.000 Hz einen Hörverlust = „Carhart-Senke"]

    5. einfache Hörtests

    [Rinne-Versuch negativ, im Weber-Versuch erfolgt eine Seitwärtsverlagerung zur betroffenen/kranken Seite hin]

    6. Gellé-Versuch

    [Prüfung der Beweglichkeit der Gehörknöchelchen = negativ]

    7. Impedanz-Prüfung

    [Impedanz = akustischer Widerstand]

    8. Subjektive Hörprüfungen

    8.1 Hörweiten-Prüfung (Sprach-Abstandsprüfung)

    8.2 Stimmgabel-Prüfung

    9. Objektive Testverfahren

    9.1 Tympanometrie (Impedanz-Audiometrie)

    9.2 Steigbügel-Reflexmessung (bei Otosklerose nicht auslösbar)

    10. Otoskopie (evtl. ist ein „Schwartz-Zeichen" zu sehen; d.i. eine Hyperämie des Promantoriums und der ovalen Nische als Ausdruck des floriden Prozesses)

    11. Computer-Tomogramm Innenohr

    Merke:

    Eine Beteiligung des Innenohrs oder die ausschließliche Lokalisation der Otosklerose im Innenohr führt zur Innenohrschwerhörigkeit. Diese kann in Kombination mit der Schallleitungsschwerhörigkeit zu stark ausgeprägten pathologischen Befunden führen.

    Therapie

    Mikrochirurgische HNO-Operation

    [Die Therapie der Otosklerose ist in der Regel operativ und wird in Form einer Stapedomie mit Entfernung der Steigbügel-Fußplatte = Methode der 1. Wahl die OP ist sinnlos, wenn das Innenohr bereits „funktionslos" ist]

    Alternativ können zur Verbesserung des Hörvermögens eingesetzt werden:

    Hörgeräte

    Implantate

    Morbus Ménière

    Als Morbus (M.) Ménière Ménière’sche Krankheit – wird eine Erkrankung des Innenohrs bezeichnet, die anfalls-artig mit

    1. Dreh-Schwindel-Anfälle,

    2. Hörminderung (meist einseitig/unilateral)

    und

    3. Tinnitus (Ohrgeräuschen) einhergeht.

    Diese Symptome werden bezeichnet als die klassische „Ménière-Trias".

    Hinzu gesellen sich in der Mehrzahl noch

    4. vegetativ-funktionelle Beschwerden/Störungen (Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen – Sehstörungen infolge Nystagmus [„Augenzittern"]

    Vielmals geht den Akut-Symptomen eine sogen. ‚Aura‘ (nebenbei: wie viele Migräne-Kranke das von ihrer Krankheit her kennen), also Vorboten des Anfalls, voraus.

    Es handerlt sich wahrscheinlich um eine „vaso-motorische Labyrinthose" (also eine nicht-entzündliche Erkrankung des Labyrinths).

    Bei Rezidiven wechselt vielmals die Lokalisations-Seite.

    Aber:

    Bei 10-15% der Ménière-Kranken sind beide Ohrseiten betroffen.

    Nebenbei:

    Erstmals beschrieben wurde das Krankheitsbild vom französ. HNO-Arzt und Internisten Prosper Ménière (1799-1862); in früheren Zeiten wurde die Krankheit bezeichnet als ‚Vestibularis-Syndrom‘.

    Entstehung der Krankheit und Vorkommen

    Der M. Ménière ist der bekannteste Vertreter einer Gruppe von Erkrankungen, bei denen eine Beeinträchtigung des Endolymphraumes im menschlichen Innenohr zu beobachten ist.

    Beim M. Ménière handelt es sich um einen ‚Sammel- und Oberbegriff’ für verschiedene Formen von labyrinthogenen Symptomen-Komplexen.

    Außer dem M. Ménière gehören noch zu diesen vestibulären Erkrankungen:

    a) Brunner’sche Krankheit (Otitis interna vasomotorica)

    b) M. Perwitzschky (= Angiopathia labyrinthica)

    c) Lermoyez-Syndrom (s.u.)

    d) von-Frankl-Hochwart-Syndrom (Para- bzw. Pseudo- Menière =

    Polyneuritis cerebralis ménièriformis).

    Synonym für M. Ménière ist die Angioneurotische Octavus-Krise.

    Andere Bezeichnungen für endolymphatische Störungen lauten:

    Mnière Syndrom, Fluktuierendes Hörvermögen, Lermoyez-Syndrom (s.u.) und endolymphatischer Hydrops.

    Bisher sagten die verwandten Bezeichnungen wenig über die Gründe und Abläufe bei diesen Erkrankungen aus.

    Neuerdings werden die Störungen unter dem Begriff Degenerative Vestibulo-Cochleäre Störungen (disorders), kurz DVCD, zusammengefasst.

    Was sind die Ursachen?

    Bisher ist die Ätiologie [= Ursache(n)] der Krankheit nicht bekannt und auch die patho-physiologischen Abläufe sind noch in großen Teilen unklar.

    Bezüglich der Ätiologie und Pathophysiologie besteht eine Arbeits-Hypothese, die besagt, dass die Krankheit wahrscheinlich ausgelöst wird spastische Gefäß-Krisen.

    Auch die morphologischen Veränderungen am Endolymphsystem (Erweiterungen des Endolymphschlauches vor allem im Bereich der Schnecke = Cochlea und im Sacculus des Vorhofs) gelten als Mit-Ursache bzw. Auslöser. Neben Druckerhöhung werden Mehrproduktion oder Resorptionsstörungen von Endolymphe (= die klare, lymphartige Flüssigkeit in den Hohlräumen das Labyrinths; diese wird im Saccus endolymphaticus rückresorbiert) durch örtlich-begrenzte funktionelle Durchblutungsstörungen vermutet. Es kommt zur Ausbildung des den M. Menière auslösenden endolymphatischen Hydrops (= krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit in Körperhöhlen; s.u.). Die während des Anfalls auftretenden und diesen bewirkenden Drucksteigerungen sollen anfangs reversibel (rückbildbar) sein, mit zunehmender Anfallshäufigkeit und Fortbestehen der Krankheit kommt es zu einer bleibenden und irreversiblen Ektasie (= Lichtungsausweitung) des „Corti-Organs" [= das auf der ‚Reissner’schen Membran (s.u.) gelegene „Organum spirale" = das Hörorgan der häutigen Schnecke].

    In der Zusammenfassung hinsichtlich möglicher Ursachen für einen M. Menière - und unisono für alle DVCD’s und Endolymphatischen Störungen - gelten:

    Immunologische Störungen (Allergien, Unverträglichkeiten), die eine auto-

    immunologische Reaktion im Endolymphsystem auslösen;

    Veränderung der Blutversorgung durch Gefäßanomalien und/oder

    durch Gefäßspasmen (z.B. im Rahmen einer vestibulo-cochleären Migräne)

    Störungen der Balance der Stoffwechsel-Prozesse im Endolymph-

    Organ durch erbliche, anatomische und/oder traumatische Faktoren

    Herderkrankungen an Hals & Kopf mit Auswirkung(en) auf das Innenohr

    Störungen/Fehlstellungen/Fehlfunktionen der Halswirbel- und Kiefer-

    Gelenke

    Wirbelsäulenerkrankungen auch/oder an Brust und Rücken,

    die ihrerseits die vegetative Nervenversorgung im Endolymphorgan verschlechtern

    Seelische (psychische) Reaktionen und Dysregulationen;

    ebensolche

    soziale/psychosoziale Verwerfungen und insbesondere auch

    Stress

    Toxische Belastungen (z.B. Umweltgifte, belastende Zahnmaterialien, Freie

    Radikale, Oxidativer Stress), welche eine unmittelbare Auswirkung auf den Stoffwechsel des Endolymphorgans haben

    Damit ich es nicht „vergesse":

    Der M. Ménière ist absolut keine Erkrankung der „modernen Jetzt-Zeit"!

    Weit gefehlt.

    Es dürfte gesichert sein, dass so bekannte wie berühmte Männer wie Vincent van Gogh, Martin Luther, Jonathan Swift und auch Julius Cäsar unter und am Ménière’schen Symptomenkomplex gelitten hatten.

    Zurück zum Thema.

    Fakt ist:

    Das Gesamt-Beschwerdebild ist die Folge einer Erkrankung des ‚häutigen Labyrinths’, vor allem des Vestibularis-Apparates – der Bogengänge – im inneren Ohr. Diese - den M. Ménière auslösende, bewirkende und auch unterhaltende - Erkrankung ist immer vergesellschaftet mit einer generalisierten Ausweitung des membranösen Labyrinths & mit Ausbildung eines „endo-lymphatischen Hydrops".

    Durch diesen Hydrops kommt es zum Riss (Ruptur) der Reissner’ schen Membran (= untere Umkleidung im Schneckengang) und dadurch zum Ausfließen der Endo- in die Perilymphe.

    Folge:

    Dies löst dann schlag- und kettenreaktionsartig die Trias der klassischen Ménière-Symptome aus:

    1. Drehschwindel

    2. Schwerhörigkeit

    3. Ohrensausen

    Diese „Ménière-Trias" wird zum „Ménière-Quartett" durch die zumeist zusätzlich vorliegenden Begleitbeschwerden, die

    4. Vegetativ-funktionelle Symptome bedingt durch Nystagmus.

    Die Schwindel-Attacken treten „schlag- und explosionsartig" auf.

    Es handelt sich dabei um einen „Drehschwindel".

    Dieser Schwindel kann dauern von einigen wenigen Minuten bis zu etlichen Stunden und (in sehr seltenen Fällen) auch 1-2 Tage. Dann lässt der Schwindel langsam an Intensität nach und verschwindet allmählich gänzlich!

    Es gibt Menière-Kranke, die nur wenige Anfälle in ihrem Leben erdulden müssen, ohne dass eine bleibende Schwerhörigkeit entsteht, bei anderen Erkrankten verläuft die Erkrankung oft schubweise über Jahre, wobei im Laufe der Zeit meist auf dem betroffenen Ohr eine mittel- bis hochgradige Schwerhörigkeit auftritt und bestehen bleibt. 

    Das Hörvermögen wird parallel zum Schwindel ebenfalls mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt zur (einseitigen) Schwerhörigkeit und zwar handelt es sich um eine ‚senso-neurale Schallempfindungs-Schwerhörigkeit vom cochlearen Typ’.

    Im Tonaudiogramm findet sich charakteristischerweise die „typische Ménière-Wanne". Außerdem findet sich ein „positives Recruitment" (= der Lautheitsausgleich bei Schwerhörigkeit; d.h. starke Schallreize werden trotz der erhöhten Hörschwelle auf dem erkrankten Ohr ebenso laut [und oft sogar lauter] empfunden wie auf dem gesunden Ohr).

    Das Hörvermögen des erkrankten Ohres schwankt – von leichtgradiger und nur kurze Zeit bestehender Hörminderung bis zum massiven Hörverlust –. Mit Fortdauer der Erkrankung (bzw. mit wiederholten Schwindel-Attacken) neigt das Gehör allerdings zu fortschreitender Verschlechterung. Dies kann (und führt auch dazu) in schweren Verlaufsfällen bis zur völligen Taubheit auf der betroffenen Ohrseite (z.B. so beim berühmten deutschen Komponisten, Ludwig van Beethoven) führen!

    Das Ohrgeräusch im Sinne von Ohrensausen (Tinnitus aurium – s. später) wird subjektiv zumeist wahrgenommen als ein dumpfes und tiefes Brummen oder auch als zischende Geräusche. Dieses Geräusch kann dabei entweder konstant oder intermittierend sein und sich sowohl vor, als auch während und/oder nach dem Schwindelanfall verschlimmern.

    In vielen Fällen kündigt der Tinnitus den Ménière-Anfall an!

    Mit Einsetzen des Schwindels treten auch die vegetativ-funktionellen Symptome bedingt durch Nystagmus schlagartig auf.

    Bei dem Nystagmus [= „Augenzittern"] handelt es sich zu allermeist um einen sogen. horizontalen Spontan-Nystagmus und meist zur kranken Seite hin.

    Das bedeutet:

    Bereits in Ruhestellung - Augen in Fernblickstellung - kommt es zum Auftreten von unwillkürlichen und rhythmischen Augenbewegungen und zwar mit einem „Augenzittern", wobei einer langsamen Bewegung auf der einen Seite eine schnellere nachfolgt , die zudem in der entgegen gesetzten Richtung erfolgt auf der anderen Seite; und nach der schnelleren wird der Nystagmus benannt.

    Eine zweite Variante ist ebenfalls möglich:

    Es kommt zu gleichmäßig pendelnden, wellenartigen Bewegungen (= undulierender Nystagmus).

    Was die Intensität angeht, so kann es sich um einen fein-, mittel- und grobschlächtigen Nystagmus handeln. Stets handelt es sich beim M. Menière um einen horizontalen (was die Ebene angeht) und um einen spontanen Dreh-Schwindel (was die Schwindelform betrifft).

    In sehr vielen Fällen kommt es zur Ausbildung eines spezifischen Phänomens, des sogen. Dandy-Syndroms (benannt nach dem US-amerikan. Neurochirurgen Dandy).

    Das heißt:

    Bei Bewegungen des Kopfes scheinen sich feststehende Gegenstände zu bewegen.

    Bedingt durch den Nystagmus einerseits und den Schwindel andererseits werden dann die vegetativ-funktionellen Symptome ausgelöst. Zumeist sind dies: Sehstörungen (als unmittelbare Folge des Nystagmus) und dann Brechreiz/Übelkeit/Erbrechen; aber auch Hypersalivation (= vermehrter Speichelfluss), Hyperhidrosis (= starke Schweißausbrüche), Diarrhoe (= Durchfall), Blässe und Kopfschmerzen.

    Nicht wenige Betroffene klagen über ein wechselndes ‚Verstopfungs- und Druckgefühl’ im betroffenen Ohr.

    Beim sogen. Lermoyez-Syndrom - benannt nach dem französ. HNO-Arzt Marcel Lermoyez (1858-1929) -

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