Parker heizt dem Panther ein: Butler Parker 227 – Kriminalroman
Von Günter Dönges
()
Über dieses E-Book
Butler Parker ist seinen Gegnern, den übelsten Ganoven, auch geistig meilenweit überlegen. In seiner auffallend unscheinbaren Tarnung löst er jeden Fall. Bravourös, brillant, effektiv – spannendere und zugleich humorvollere Krimis gibt es nicht!
»Mylady wünschen, daß meine bescheidene Wenigkeit sich nach dem Weg erkundigt?« wollte Butler Parker wissen. Er lenkte sein hochbeiniges Monstrum über eine einsame Landstraße, während Agatha Simpson im Fond des Wagens mit einer voluminösen Pralinenpackung beschäftigt war. »Also haben Sie meine Anordnung doch richtig verstanden, Mister Parker«, gab die ältere Dame unwirsch zurück. »Wenn ich lebend wieder nach London zurückkehren soll, benötige ich auf der Stelle eine kleine Stärkung. Der Gasthof, von dem Mister McWarden sprach, muß doch ganz in der Nähe liegen...« Gerade kam ein kleines Haus am Straßenrand in Sicht, und der Butler nahm den Fuß vom Gas. Mit seinem hellroten Ziegeldach, den blank geputzten Butzenscheiben und dem üppig wuchernden Blumengarten wirkte das Häuschen recht einladend. Parker stoppte vor dem weiß gestrichenen Gartenzaun, verließ würdevoll sein Fahrzeug und wollte gerade an der frisch polierten Messingglocke ziehen, als ein furchtbarer Knall die friedliche Stille zerriß. Eine mächtige Stichflamme schoß aus dem Dach eines flachen Anbaus, der hinter dem Haus zwischen Obstbäumen lag. Scheiben barsten, Glassplitter flogen als gefährliche Geschosse durch die Luft. »Diesen hinterhältigen Angriff werde ich sofort mit einer Gegenattacke beantworten«, vernahm er hinter sich das sonore Organ seiner Herrin. Lady Agatha hatte den Wagen verlassen und marschierte mit finsterer Miene auf das Haus zu. Für sie stand bereits fest, daß sie nur mit knapper Not einem heimtückischen Anschlag auf ihr Leben entgangen war. Obwohl sie die Sechzig überschritten hatte und über eine geradezu beeindruckende Leibesfülle verfügte, konnte Agatha Simpson in solchen Momenten eine Dynamik entwickeln, die man ihr nie zugetraut hätte. Ihren Hut (oder was sie dafür hielt) hatte sie tief in die Stirn gezogen, die überdimensionalen Hutnadeln, die eher Bratspießen glichen, wippten bedrohlich. Auch der Pompadour, dessen lederne Riemen die Detektivin ums Handgelenk gewickelt hatte, war schon in lebhafte Schwingung geraten. Dieser lederne Beutel, der eher einem zu heiß gewaschenen Seesack als einem Damenhandtäschchen ähnelte, war mit buntlackierten, gußeisernen Perlen bestickt und hatte es in sich: Er enthielt Lady Simpsons sogenannten Glücksbringer, ein echtes Pferdehufeisen, das die ältere Dame aber aus humanitären Gründen in eine dünne Lage Schaumstoff gewickelt hatte.
Andere Titel in Parker heizt dem Panther ein Reihe ( 30 )
Stoppt den den Amokläufer: Butler Parker 100 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIn den Wahnsinn: Butler Parker 14 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer große Bluff: Butler Parker 3 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer hätte das gedacht: Butler Parker 15 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Katastrophengangster: Butler Parker 150 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Gelben Drachen: Butler Parker 89 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAuf der Spur nach den Dieben: Butler Parker 133 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Sex Report: Butler Parker 101 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMylady keilt nach hinten aus: Butler Parker 117 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParkers Luftsprung mit dem Staatsfeind: Butler Parker 134 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStriptease Girl: Butler Parker 128 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer weiße Hai: Butler Parker 129 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Spiel mit dem kleinen Hasen: Butler Parker 54 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Tiger: Butler Parker 102 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMylady düpiert die Gangster: Butler Parker 125 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Satan: Butler Parker 109 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Todes Looping: Butler Parker 127 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Profikiller: Butler Parker 124 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Kampf mit Dämonen: Butler Parker 110 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie weiße Göttin: Butler Parker 17 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Macht aus Metall: Butler Parker 18 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine Dame tut das nicht: Butler Parker 116 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker und die Agenten: Butler Parker 121 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Vampir: Butler Parker 111 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Augenzeuge: Butler Parker 131 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPoker mit Pistolen: Butler Parker 119 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Wanzenjagd: Butler Parker 130 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker staubt Millionen ab: Butler Parker 123 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker stoppt die Frühlingsrollen: Butler Parker 135 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker völlig sprachlos: Butler Parker 165 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Mehr von Günter Dönges lesen
Ähnlich wie Parker heizt dem Panther ein
Titel in dieser Serie (100)
Stoppt den den Amokläufer: Butler Parker 100 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIn den Wahnsinn: Butler Parker 14 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer große Bluff: Butler Parker 3 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer hätte das gedacht: Butler Parker 15 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Katastrophengangster: Butler Parker 150 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Gelben Drachen: Butler Parker 89 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAuf der Spur nach den Dieben: Butler Parker 133 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Sex Report: Butler Parker 101 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMylady keilt nach hinten aus: Butler Parker 117 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParkers Luftsprung mit dem Staatsfeind: Butler Parker 134 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStriptease Girl: Butler Parker 128 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer weiße Hai: Butler Parker 129 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Spiel mit dem kleinen Hasen: Butler Parker 54 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Tiger: Butler Parker 102 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMylady düpiert die Gangster: Butler Parker 125 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Satan: Butler Parker 109 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Todes Looping: Butler Parker 127 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Profikiller: Butler Parker 124 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Kampf mit Dämonen: Butler Parker 110 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie weiße Göttin: Butler Parker 17 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Macht aus Metall: Butler Parker 18 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine Dame tut das nicht: Butler Parker 116 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker und die Agenten: Butler Parker 121 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Vampir: Butler Parker 111 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Augenzeuge: Butler Parker 131 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPoker mit Pistolen: Butler Parker 119 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Wanzenjagd: Butler Parker 130 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker staubt Millionen ab: Butler Parker 123 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker stoppt die Frühlingsrollen: Butler Parker 135 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker völlig sprachlos: Butler Parker 165 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnliche E-Books
Parker zieht dem "Hai" die Zähne: Der exzellente Butler Parker 38 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker und sein Doppelgänger: Butler Parker 208 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker legt den Feuerteufel flach: Butler Parker 145 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker packt den Stier "bei den Hörnern": Der exzellente Butler Parker 32 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker sorgt für Ladehemmung: Der exzellente Butler Parker 22 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker scheucht die "Klingelgangstar": Butler Parker 254 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker zähmt das "Murmeltier": Butler Parker 287 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker und die grünen Zwerge: Butler Parker 211 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenButler Parker wirft mit faulen Eiern: Butler Parker 190 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGangsterschach: Butler Parker 154 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker heizt den Brandstiftern ein: Butler Parker 275 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker lackiert den "Roten Hahn": Der exzellente Butler Parker 14 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker schlägt die Bettelmönche: Butler Parker 267 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker boxt sich durch den RIng: Der exzellente Butler Parker 31 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker mimt den Augenzeugen: Butler Parker 322 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker stellt die Strumpfgesichter: Der exzellente Butler Parker 9 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker piesackt die "Piraten": Der exzellente Butler Parker 29 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker holt die Reiter aus dem Sattel: Butler Parker 290 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker und die Steinwurfspezialisten: Butler Parker 276 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker treibt die Ratten raus: Butler Parker 194 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker wäscht den Saubermann: Der exzellente Butler Parker 2 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParkers Luftsprung mit dem Staatsfeind: Butler Parker 134 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Kampf mit Dämonen: Butler Parker 301 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker reizt die Chef-Etage: Butler Parker 214 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker und der Schatz des Keltenfürsten: Der exzellente Butler Parker 23 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker narrt den "Feuer-Profi" - Unveröffentlichter Roman: Butler Parker 262 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker heizt dem "Bäcker" ein: Der exzellente Butler Parker 36 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Satan: Butler Parker 300 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker und die nackte Blondine: Butler Parker 180 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParker und die blonde Dreizehn: Der exzellente Butler Parker 12 – Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Krimi-Thriller für Sie
Ewiger Atem: Thriller | Die Vorgeschichte zum internationalen Bestseller »Die gute Tochter« Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Berlin blutrot: 14 Autoren. 30 Tote. Eine Stadt. Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie gute Tochter: Thriller Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Castle 1: Heat Wave - Hitzewelle Bewertung: 3 von 5 Sternen3/5Die verstummte Frau: SPIEGEL-Bestseller voller Nervenkitzel – für diesen Fall muss Will Trent die Vergangenheit neu aufrollen! Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJames Bond 03 - Moonraker Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Die letzte Nacht: Thriller | Der neue Thriller 2023 der SPIEGEL-Bestsellerautorin um den Ermittler Will Trent Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBelladonna Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Märchenmörder Bewertung: 3 von 5 Sternen3/5Ein Teil von ihr: Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJames Bond 01 - Casino Royale Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Letzte Lügen: Thriller | Der neue Thriller der SPIEGEL-Bestsellerautorin um den Ermittler Will Trent (Georgia-Serie, Band 12) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEis. Kalt. Tot.: Thriller Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5The Family Guest: SPIEGEL Bestseller | Fesselnder psychologischer Spannungsthriller mit tödlichem Twist Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwischen Schutt und Asche: Hamburg in Trümmern 1 (Kriminalroman) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGoldwäsche: Ein Will Trent und Jack Reacher Short Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Schmetterling: Schweden Krimi Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHot Pursuit - 1 Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Spurlos Verschwunden: Detective Paul Cullen, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEiskaltes Sylt: Küstenkrimi - Nordseekrimi Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Verwandte Kategorien
Rezensionen für Parker heizt dem Panther ein
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Parker heizt dem Panther ein - Günter Dönges
Butler Parker
– 227 –
Parker heizt dem Panther ein
Günter Dönges
»Mylady wünschen, daß meine bescheidene Wenigkeit sich nach dem Weg erkundigt?« wollte Butler Parker wissen. Er lenkte sein hochbeiniges Monstrum über eine einsame Landstraße, während Agatha Simpson im Fond des Wagens mit einer voluminösen Pralinenpackung beschäftigt war.
»Also haben Sie meine Anordnung doch richtig verstanden, Mister Parker«, gab die ältere Dame unwirsch zurück. »Wenn ich lebend wieder nach London zurückkehren soll, benötige ich auf der Stelle eine kleine Stärkung. Der Gasthof, von dem Mister McWarden sprach, muß doch ganz in der Nähe liegen...«
Gerade kam ein kleines Haus am Straßenrand in Sicht, und der Butler nahm den Fuß vom Gas.
Mit seinem hellroten Ziegeldach, den blank geputzten Butzenscheiben und dem üppig wuchernden Blumengarten wirkte das Häuschen recht einladend. Parker stoppte vor dem weiß gestrichenen Gartenzaun, verließ würdevoll sein Fahrzeug und wollte gerade an der frisch polierten Messingglocke ziehen, als ein furchtbarer Knall die friedliche Stille zerriß.
Eine mächtige Stichflamme schoß aus dem Dach eines flachen Anbaus, der hinter dem Haus zwischen Obstbäumen lag. Scheiben barsten, Glassplitter flogen als gefährliche Geschosse durch die Luft. Parker drückte sich in den Hauseingang, bis der prasselnde Dachpfannenregen vorüber war;
»Diesen hinterhältigen Angriff werde ich sofort mit einer Gegenattacke beantworten«, vernahm er hinter sich das sonore Organ seiner Herrin. Lady Agatha hatte den Wagen verlassen und marschierte mit finsterer Miene auf das Haus zu. Für sie stand bereits fest, daß sie nur mit knapper Not einem heimtückischen Anschlag auf ihr Leben entgangen war.
Obwohl sie die Sechzig überschritten hatte und über eine geradezu beeindruckende Leibesfülle verfügte, konnte Agatha Simpson in solchen Momenten eine Dynamik entwickeln, die man ihr nie zugetraut hätte. Ihren Hut (oder was sie dafür hielt) hatte sie tief in die Stirn gezogen, die überdimensionalen Hutnadeln, die eher Bratspießen glichen, wippten bedrohlich.
Auch der Pompadour, dessen lederne Riemen die Detektivin ums Handgelenk gewickelt hatte, war schon in lebhafte Schwingung geraten. Dieser lederne Beutel, der eher einem zu heiß gewaschenen Seesack als einem Damenhandtäschchen ähnelte, war mit buntlackierten, gußeisernen Perlen bestickt und hatte es in sich: Er enthielt Lady Simpsons sogenannten Glücksbringer, ein echtes Pferdehufeisen, das die ältere Dame aber aus humanitären Gründen in eine dünne Lage Schaumstoff gewickelt hatte.
»Mister Parker, sehen Sie nach, wo diese Feiglinge sich verborgen halten«, ordnete sie an. »Ich will die Kerle zur Rede stellen und ihnen eine gehörige Lektion erteilen!«
»Wie Mylady wünschen«, antwortete der Butler höflich und klopfte ein paar Glassplitter vom Ärmel seines Covercoats. »Man wird nichts unversucht lassen, um der Ursache dieser Explosion auf den Grund zu gehen.«
In diesem Moment taumelte eine rußgeschwärzte Gestalt aus der Tür des Anbaus.
»Feuer!« schrie der Mann mit zittriger Greisenstimme. »Hilfe, es brennt!«
»Darf man sich erlauben, diesen Gartenschlauch zu benutzen, um den Flammen Einhalt zu gebieten?« erkundigte sich Parker.
»Gartenschlauch? Was für ein Gartenschlauch?« fragte das Männchen verwirrt. Offenbar hatte die Explosion ihm einen gehörigen Schock versetzt. »Ach ja, der Gartenschlauch! Daß ich nicht gleich darauf gekommen bin!«
Das Gartenhaus bot ein Bild der Verwüstung. Die heftige Detonation hatte das Dach abgedeckt und sämtliche Scheiben zertrümmert. Die Flammen hatten jedoch gerade erst begonnen, an der hölzernen Dachkonstruktion zu lecken. So hatte der Butler keine Mühe, das Feuer innerhalb weniger Minuten zu löschen.
»Leider ist mir ein kleines Mißgeschick unterlaufen«, sagte der Mann und versuchte, ein entschuldigendes Lächeln auf sein schwarzverschmiertes Gesicht zu zaubern. »Aber eigentlich war der Versuch ein voller Erfolg. Das sollten wir feiern! Ich habe noch einen feinen, alten Kognak im Haus.«
Lady Agatha, die schon zu einer ihrer gefürchteten Ohrfeigen ausgeholt hatte, erstarrte mitten in der Bewegung, das Angebot machte sie unsicher. Wenn der Mann bereit war, seinen Kognak mit ihr zu teilen, konnte er eigentlich keine feindlichen Absichten hegen. Oder war die Einladung vielleicht eine List?
»Sie werden doch nicht im Ernst annehmen, daß eine Lady Simpson in eine derart plumpe Falle tappt«, herrschte sie den Mann an, der instinktiv den Kopf einzog. »Erst versuchen Sie, mich in die Luft zu sprengen, und dann wollen Sie mich auch noch unter einem fadenscheinigen Vorwand in ihr Haus locken ...«
»Ich? Sie in die Luft sprengen?« rief der Mann entsetzt aus. »Nie könnte ich einem Menschen etwas zuleide tun. Bitte, nehmen Sie mir ab, daß es sich um einen bedauerlichen Unglücksfall handelte, Mylady! Alles Nähere kann ich Ihnen erklären, wenn Sie meine Einladung annehmen.«
»Mit Ihren Ausflüchten können Sie eine Detektivin meines Formats nicht beeindrucken«, entgegnete die ältere Dame ungerührt. »Sie können den Kognak ja herausbringen, um zu zeigen, daß es Ihnen Ernst damit ist. Ich werde mir inzwischen auf der Gartenbank eine Verschnaufpause gönnen.«
Mit einem Obstbaumzweig fegte Parker die Glassplitter von der Bank, während der zierlich Gebaute zum Haus ging.
»Mister Parker, begleiten Sie ihn, damit er keine Dummheiten macht«, verlangte die Detektivin. Dann ließ sie sich auf der Bank nieder, die unter ihrer Fülle bedrohlich ächzte, aber doch standhielt.
*
»Ich fürchte, ich habe eben versäumt, mich vorzustellen, Mylady«, erklärte der Gastgeber, als er mit der Kognakflasche und Gläsern in den Garten zurückkehrte. »Lindsay ist mein Name. Lawrence Lindsay, ehemals Professor der Chemie an der Universität zu Edinburgh.«
Lindsay hatte die wenigen Minuten genutzt, um sich von den ärgsten Spuren der Explosion zu befreien. Seinen rußverschmierten Laborkittel hatte er gegen einen frischen, schneeweißen getauscht. Wasser und Seife hatten seine natürliche Gesichtsfarbe wieder zum Vorschein gebracht.
Außer ein paar Schrammen schien er unverletzt. Auch sein weißer Vollbart und der Haarkranz, der seine spiegelnde Kugelglatze umrahmte, waren nur geringfügig angesengt. Seine kleinen, hellblauen Augen hinter den frisch geputzten Gläsern der altmodischen Nickelbrille blickten freundlich und offen.
Mylady wirkte etwas geistesabwesend. Sie hatte nur Augen für die bauchige Flasche, die der Professor auf den hölzernen Gartentisch stellte. Das Etikett eines renommierten französischen Abfüllers gefiel ihr auf Anhieb. Dagegen störte sie die Zahl der Gläser, die Lindsay mitgebracht hatte.
»Mein Personal trinkt im Dienst keinen Alkohol«, erklärte sie kategorisch und schob das dritte Glas beiseite, während der Gastgeber einschenkte.
»Daß es bei dem Experiment knallen würde – damit habe ich natürlich gerechnet«, begann der Chemieprofessor seinen Bericht. »Was die Stärke der Explosion angeht, muß ich mich allerdings um eine Potenz geirrt haben. Anders ist diese Wirkung bei nur zehn Milligramm explosiver Substanz nicht zu erklären. Das werde ich gleich nachher noch mal überprüfen.«
»Darf man Ihre Erklärung so deuten, daß Sie in Ihrem Labor mit Sprengstoffen experimentiert haben, Sir?« ließ der Butler sich vernehmen.
»Nicht ganz«, schränkte der Professor lächelnd ein. »Eigentlich ist die hochexplosive Substanz, die ich in jahrelangen Versuchsreihen entwickelt habe, nur ein Nebenprodukt.«
»Allerdings ein recht interessantes Nebenprodukt, falls man sich diese Bemerkung erlauben darf«, entgegnete der Butler, während Mylady unter wohligem Schnalzen ihr Kognakglas leerte und sich von Lindsay gleich wieder nachfüllen ließ. »Hat meine Wenigkeit richtig vernommen, Sir, daß es sich lediglich um zehn Milligramm Sprengstoff handelte, die die recht beachtliche Detonation auslösten?«
»Genaugenommen, waren es sogar, nur 9,8«, bestätigte der Gelehrte stolz. »Das eigentliche Ziel meiner Versuchsreihe ist aber noch wesentlich interessanter.«
»Dabei kann es sich doch nur um die Entwicklung
