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Robbi, der Heuler vom Wattenmeer
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eBook137 Seiten1 Stunde

Robbi, der Heuler vom Wattenmeer

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Über dieses E-Book

Es ist eine einsame Sandbank im Watt, auf der das Robbenjunge Robbi zur Welt kommt. Es ist eine große und unbekannte Welt in die es hinein schaut. Alles dort ist neu und interessant: der Sand, die Sonne und die flatternden Schatten der kreischenden Möwen. Die Gegenwart seiner Mutter verspricht ihm Geborgenheit, doch bald wird die Flut kommen, also muss er bald schwimmen lernen. Der junge Leser lernt gemeinsam mit dem kleinen Seehund die Welt der Robben kennen und welchen Gefahren die Tiere ausgesetzt sind.In dieser spannenden und wundervoll geschriebenen Buchreihe für Kinder von 10-12 Jahren, lernt der junge Leser viele verschiedene Tiere kennen. Direkt durch die Augen des jeweiligen Tieres bekommt man eine faszinierende, erkenntnisreiche und einfühlsame Erzählung von dessen Leben. Dazu erhält man viele wissenschaftliche Informationen über die Umwelt und Lebensweise der Tiere und ihre Gefahren. In vielen Fällen werden unter diese Gefahren auch die Menschen gezählt. Dadurch bringt Streblow den jungen Lesern früh bei, dass bedrohte Tierarten geschützt werden sollten und das Menschen andere Lebewesen respektieren sollten. Diese Reihe macht nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen, beim Lesen Spaß.
SpracheDeutsch
HerausgeberSAGA Egmont
Erscheinungsdatum20. Feb. 2018
ISBN9788711807521
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    Buchvorschau

    Robbi, der Heuler vom Wattenmeer - Lothar Streblow

    Dröscher

    Robbis erster Tag

    Es war eine stürmische Nacht, düster und wolkenverhangen. Ein steifer Nordwestwind peitschte Schaumkronen aus den Wogen, bevor sie an der Küste brachen, Stunden um Stunden. Nun lag Dämmerung über dem Watt, eine fahle Helligkeit. Der Sturm ließ nach, flaute mehr und mehr ab. Die Ebbe hatte eingesetzt, aber noch gab das Meer die Sandbänke nicht frei. Immer wieder rollten die Brecher dagegen, überrollten das kaum sichtbar gewordene Land. Und der Gischt schäumte in den Prielen.

    Weiter draußen, im tieferen Wasser, glitt ein Seehundrudel durch die hochgehenden Wogen. Hin und wieder hob einer den runden dunklen Kopf aus der aufgewühlten See, um nach einer trockengefallenen Sandbank auszuspähen. Vor allem einer tat es mit Ungeduld. Es war ein Weibchen, ein trächtiges Weibchen. Es spürte, daß seine Zeit gekommen war: die Zeit der Geburt, und es brauchte die Sandbank, die Ruhe und die wärmende Sonne für ihr Junges.

    Endlich zogen sich die Wasser zurück, leckten nur mehr spielerisch gegen die Prallhänge. Es war still geworden, der Sturm vorüber. Nasser Sand glitzerte im Morgenlicht.

    Die Hündin kannte das Watt. Sie wußte, welche Sandbänke am längsten trocken lagen. Sie brauchte Zeit. Und sie wußte, daß ihre Zeit begrenzt war durch die wiederkehrende Flut. Dann mußte alles geschehen sein.

    Mit kraftvollen Bewegungen ihrer Hinterflossen schwamm sie einen Priel aufwärts, durchglitt fast mühelos die starke Strömung des zurückflutenden Wassers. Der Druck machte ihr nichts aus. Sie war eine gewandte Schwimmerin. Dann robbte sie schwerfällig über den Sand und legte sich nieder, etwas abseits des Rudels, und wartete, wartete keuchend auf den Schmerz.

    Als die ersten Strahlen der Morgensonne das Watt in ein gleißendes Licht tauchten, hatte sie es geschafft. Neben ihr lag ihr Junges: ein Männchen. Kopfüber war es in sein neues Leben gestürzt. Es quäkte leise an ihrem Bauch. Sie atmete schwer, durchbiß die Nabelschnur und leckte das Junge ab, immer wieder.

    Es war ein gutes, zärtliches Gefühl. Das Kleine grunzte zufrieden.

    Plötzlich spürte sie die weiche Schnauze des kleinen Seehundes gegen ihren Bauch stoßen. Er hatte Hunger. Behutsam wälzte sie sich auf die Seite. Instinktiv suchte er nach der mütterlichen Milchquelle. Und er fand sie, stupste immer wieder dagegen und fing gierig an zu trinken.

    So begann Robbis erster Tag. Als er satt war, schlief er ein, die kleine Schnauze im Sand. Sein weißlichgraues Fell mit den dunklen Flecken war noch feucht. Doch die höher steigende Sonne leckte es allmählich trocken. Und sie wärmte ihn.

    Robbis große runde Augen blickten erstaunt in die noch unbekannte Welt. Alles war neu für ihn: der Sand und die Sonne und die flatternden Schatten der kreischenden Möwen und Seeschwalben über ihm. Nur der mächtige dunkle Leib seiner Mutter versprach Geborgenheit. Robbi kroch näher heran. Und er spürte die zärtlich streichelnde Berührung ihrer Vorderflosse in seinem kleinen Nacken.

    Von See her kam Wind auf. Eine sanfte warme Junibrise wehte winzige Sandkörner vor sich her. Das interessierte Robbi. Er hob seine feuchte dunkle Nase in den Wind. Und der warme Wind verfing sich in seinem Fell. Es war wie ein Streicheln. Wohlig wälzte er sich ein wenig zur Seite und kratzte sich mit seiner zierlichen Vorderflosse am Bauch.

    Eine Weile lag er so und genoß die wärmenden Strahlen der Sonne und das Streicheln des Windes. Dann verspürte er ein seltsames Gefühl im Magen: Er hatte schon wieder Hunger. Doch jetzt brauchte er nicht mehr lange zu suchen. Er stupste energisch seine dösende Mutter, die ihm bereitwillig ihren Bauch zukehrte. Und Robbi trank in vollen Zügen.

    Die ungewohnte Anstrengung machte ihn müde. Endlich hatte er genug getrunken. Er ließ den kleinen Kopf in den Sand sinken und schloß schläfrig seine Augen.

    Als Robbi das nächste Mal erwachte, trieben bauschige Wolken am Himmel und verdeckten die Sonne. Er vermißte ihre wärmenden Strahlen. Noch etwas träge vom Schlaf robbte er langsam um seine Mutter herum und verbarg sich behaglich im Windschatten ihres Körpers.

    Ein Stück entfernt lagen die anderen Seehunde des Rudels auf der Sandbank und dösten geruhsam vor sich hin. Nur einer hob ab und zu seinen Kopf wachsam gegen den Wind. Aber zwischen den Großen bewegte sich etwas, etwas viel Kleineres, bewegte sich auf Robbi zu. Und es bewegte sich sehr schnell. Er stutzte. Da Seehunde außerhalb des Wassers ziemlich kurzsichtig sind, konnte er es nicht erkennen. Und er hatte so ein Tier ja noch nie gesehen. Robbi erschrak.

    Aber dann siegte seine Neugier. Aufmerksam hob er ein wenig den Kopf. Das seltsame Tier lief auf flinken Beinen. Und es lief seitwärts, kam dabei immer näher. Plötzlich bog es ab und flitzte haarscharf an Robbis Nase vorbei.

    Erstaunt blickte Robbi dem sonderbaren Tier nach, bis es hinter einer Unebenheit der Sandbank verschwunden war. Robbi hatte seine erste Strandkrabbe gesehen.

    Als sein kleiner Magen wieder knurrte, begann Robbi zu trinken. Das kannte er jetzt schon. Die fette Milch schmeckte ihm, und er trank sehr viel. Es war, als wisse er, daß ihm nur noch wenig Zeit dazu blieb.

    Robbi und das Meer

    Die Flut kam, langsam, aber unaufhaltsam. Erst waren es nur winzig kleine Rinnsale, die in den Prielen strandwärts trieben, das weitverzweigte Adernetz mählich mit Wasser füllten. Dann begann es zu strömen, immer breiter werdend. Noch lagen die Sandbänke trocken. Aber das Wasser stieg weiter. Da und dort leckte es schon über die sandigen Ränder.

    Robbi sah auf. Ein leises Erschrecken spiegelte sich in seinen großen Augen. Das war wieder etwas Neues, Unbekanntes. Und es drang auf ihn ein. Einzelne flache Wellen näßten sein Fell. Es wurde kühl an seinem kleinen Bauch. Unbeholfen platschte Robbi mit seinen winzigen Vorderflossen. Wasser spritzte ihm ins Gesicht und perlte von seinem Schnurrbart.

    Beunruhigt blickte er zu seiner Mutter hinüber. Aber sie rührte sich nicht, sah ihn nur aufmerksam an, während die Wellen um ihren massigen Körper schwappten. Sie schien das alles nicht zu stören. Robbi beruhigte sich wieder.

    Doch dann wurde es ihm unheimlich. Plötzlich spürte er keinen Sand mehr unter seinem Bauch. Sein kleiner Körper sank hilflos ab. Luftblasen stiegen gurgelnd auf. Und eine Welle klatschte über seinen Kopf.

    Als er auftauchte, stieß seine Mutter ihn mit der Flosse erneut unter Wasser. Er kam hoch, schnappte verzweifelt nach Luft, versuchte sein Köpfchen über Wasser zu halten und ruderte instinktiv mit den Flossen. Und wieder bekam er einen leichten Flossenschlag, der ihn unter Wasser drückte – immer wieder. Robbi bekam panische Angst. Doch jedesmal unterstützte ihn seine Mutter rechtzeitig, damit er genug Luft holen konnte. So lernte Robbi schwimmen, auf eine etwas rabiate Weise. Doch das war notwendig, denn es mußte ja schnell gehen, damit er in der auflaufenden Flut nicht ertrank.

    Und es gelang. Robbi schwamm. Zwar noch unbeholfen, aber er schwamm: zum ersten Mal in seinem Leben, schwamm auf den sanft schaukelnden Wellen. Es war ein seltsames Gefühl, und noch machte es ihm keinen Spaß.

    Jetzt war auch seine Mutter dicht bei ihm, glitt neben ihm vorbei in das tiefere Wasser des Priels und schob sich unter seinen kleinen Körper. Und Robbi folgte ihr, ganz nah über ihrem Rücken und klammerte sich mit seinen winzigen Vorderflossen an ihr fest. So fühlte er sich sicherer. Und auch die anderen Seehunde kamen. Das Rudel blieb zusammen und schwamm gemeinsam der Flut entgegen.

    Robbi beobachtete sie. Und er sah, wie ihre runden, dunklen Köpfe plötzlich im Wasser verschwanden und an anderer Stelle wieder auftauchten, nun ein zappelndes Etwas zwischen den Zähnen haltend. Nach der langen Ruhepause im Watt gingen die Seehunde auf Jagd nach Fisch.

    Nur Robbis Mutter jagte nicht. Sie wachte über ihr Junges, ließ es keinen Moment aus den Augen. Erst wenn es etwas selbständiger geworden war, würde sie es für kurze Jagdausflüge allein lassen. So lange lebte sie von ihrer Speckschicht. Doch das alles wußte Robbi noch nicht.

    Inzwischen war die Sonne hinter den Wolkenbänken hervorgekommen. Das Wasser schimmerte hell über dem sandigen Meeresboden. Robbi wurde neugierig. Er sah nach unten, spürte, wie die Wellen über seinem Kopf zusammenschlugen. Und er bemerkte, daß er unter Wasser viel besser sehen konnte als draußen. Schatten glitten unter ihm hinweg und seltsame Tiere. Er hätte gern damit gespielt, aber noch traute er sich nicht. Alles war so fremd. Und er brauchte die Nähe seiner Mutter.

    Plötzlich verfing sich etwas in seinem Bart, klebte ihm an der kleinen Schnauze. Robbi erschrak. Aber es war nur ein

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