Joseph Frey und Karl Frey: Kunst- und Fassmaler vom Lechrain
Von Alois Epple und Hermann Wiedmann
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Über dieses E-Book
Alois Epple
Alois Epple wurde 1950 in Türkheim geboren. Nach dem Studium an der Ludwig-Maximilian-Universität in München promovierte er an der Universität in Augsburg und unterrichtete an den Gymnasien in St. Ottilien, Kempten und Landsberg a.L. Er erhielt den Preis für "Bayerische Landeskunde" und ist Geschäftsführer der Joseph-Bernhart-Gesellschaft. Von seinen über 400 Veröffentlichungen seien erwähnt: Die Geschichte von Türkheim (5 Bände), das KZ bei Türkheim, Das Leben und Sterben des hl. Aloysius, Johann Georg Bergmüller - die Gemälde (zusammen mit Josef Straßer), Arbeiten über quantitative Landschaftsanalysen, über Augsburger Barockkünstler, über Wessobrunner Baumeister, Stuckatoren und Maler (Johann Schmuzer, die Familie Jaud, Dominikus Zimmermann, die Familie Stiller), über den Dichter Ludwig Aurbacher und über Schwaben. Er brachte 97 Hefte der "Türkheimer Heimatblätter" heraus, die "Materialien zur Bergmüller-Forschung" und die "Türkheimer Krippenhefte".
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Buchvorschau
Joseph Frey und Karl Frey - Alois Epple
Vorwort
Es war im Jahre 2003, anlässlich der Jubiläumsausstellung über den Maler Johann Mutter in der Säulenhalle in Landsberg, als ich mit Herrn Huschka, Vorstandsmitglied des Historischen Vereins in Landsberg, ins Gespräch kam. Dabei erwähnte ich, dass ich von Seiten meiner Großmutter, eine geborene Frey, einen Kunstmaler Karl Frey in der Familie hatte, von dem ich noch drei Porträts und die Immatrikulationsurkunde der Akademie in München vom 18. März 1861 besitze. Herr Huschka zeigte sich sofort interessiert und meinte, dass ich doch Nachforschungen anstellen solle. Diese könnte man dann für einen Aufsatz in den „Landsberger Geschichtsblättern verwenden. Im Ruhestand war es mir möglich, die Sache in Angriff zu nehmen. Das Interesse vom Historischen Verein wurde mir dadurch bestätigt, dass sich Herr Anton Lichtenstern und Herr Dr. Alois Epple bei mir meldeten und mir ihre Unterstützung und Mitarbeit anboten. Ein gemeinsamer Besuch bei Herrn Pfister, Kirchenrestaurator in Heinrichshofen, ergab, dass es nicht nur einen Karl Frey als Kunstmaler gab, sondern auch einen Joseph Frey, der überwiegend Fassmaler war. Herr Pfister übergab uns auch eine Liste seiner in Erfahrung gebrachten Werke dieser beiden Künstler. Weitere Hinweise über Mal- und Fassarbeiten von Joseph Frey fanden sich auch in dem Kirchenführer von Egling a.d. Paar. Zunächst gab es Schwierigkeiten, den Maler Joseph Frey einzuordnen. In der Chronik von Schmiechen und Unterbergen – ein ganz hervorragendes Werk – wurde ich jedoch fündig. Hieraus ergab sich, dass 1831 ein Fassmaler, aus Prittriching stammend, eine Witwe Elisabeth Schöpf geheiratet hat. Dann fand ich in der Chronik noch eine Zeichnung des Schmiechener Kirchplatzes um 1835 von Joseph Frey sowie den Hinweis über Fassung der Altäre in der Kirche von Unterbergen. Da die Großeltern „unseres
Karl Frey ebenfalls aus Prittriching stammten, begab ich mich ins Gemeindearchiv nach Prittriching. Mit der dankenswerten Hilfe von Frau Brigitte Heigl konnte ich bald feststellen, dass die Eltern von Joseph Frey aus Prittriching waren und sechs Kinder hatten, das jüngste war Joseph Frey. Gleichzeitig ergab sich der Nachweis, dass sein Bruder Johann Georg, der 1830 nach Egling zog und dort Landarzt war, der Vater von „unserem" Karl Frey ist. Jetzt war endlich meine Vermutung bestätigt, dass es sich bei den beiden Malern um Onkel und Neffen handelt. Während man in Prittriching und in Schmiechen keine Nachkommen der Freys mehr findet, gibt es in Egling noch Nachfahren von Lorenz Frey, dem ältesten Bruder von Joseph Frey.
Ein weiteres interessantes Detail ergab sich beim Fotografieren der Porträts von Karl Frey, die im Besitz der Familie Gottfried Grad sind.¹ Die Familie Grad besitzt eine eigene Familienchronik (Familien-Beschreibung), die einmal von einer verwandten Lehrerin, Frau Urban, ausgearbeitet wurde. Diese Chronik war mir auch bei meinen Recherchen sehr hilfreich. Aus meinen Unterlagen waren bisher zwei Brüder von Karl Frey ersichtlich, doch jetzt tauchte auch noch eine Schwester mit Namen Rosa auf, die einen Johann Baptist Grad heiratete. Damit war nun klar, weshalb die Familie Grad diese Porträts von Karl Frey besitzt. Zwei der Porträts zeigen seine Schwester Rosa und ihren Mann.
Weiter war mir bekannt, dass mein Bruder Herbert und mein Cousin Gotthard Bilder von Karl Frey besitzen. Was ich jedoch nicht mehr wusste war, dass mein Cousin Gotthard Wiedmann in Augsburg auch ein Kinderbild hat, das Maria Frey mit einem Jahr und zwei Monaten zeigt (Vermerk auf der Rückseite). Maria Frey war die älteste Tochter von Karl Frey und unsere Großmutter, die einen Gotthard Wiedmann (Großvater) von Egling geheiratet hatte. Leider haben wir sie nicht mehr persönlich kennen gelernt. Das „Porträt einer schönen Dame, das mein Cousin in Augsburg hat, gibt uns gewisse Rätsel auf und lässt keine hundertprozentige Zuordnung zu. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass es sich um Karl Freys Ehefrau Theresia handelt, die schon sehr jung verstorben ist. Wenn es eine Auftragsarbeit gewesen wäre, wäre es mit Sicherheit nicht mehr im Besitz der Nachkommen und aller Wahrscheinlichkeit nach auch von ihm signiert worden. Da Fotografieren erst ab 1871 richtig aufkam, kann man davon ausgehen, dass er seine gut-aussehende Ehefrau auch einmal porträtiert hat. Vor allem das Bild der Tochter Maria, die geboren wurde als die Ehefrau 28 Jahre alt war, lässt vermuten, dass das Gemälde um diese Zeit (1877/78) entstanden ist. Die Nachfrage bei meiner Cousine Maria Schuster (geb. Wiedmann) ergab, dass sie auch vier Ölbilder hat, die möglicherweise von Karl Frey stammen. Bei meinem Fototermin bei ihr konnte ich feststellen, dass von der Malweise her (glatter Pinselstrich) und den jeweils gut gemalten Gesichtern die Bilder durchaus von unserem Urgroßvater sein könnten. Ein kleines Jagdbild trägt sogar in der rechten Ecke die Initialen „KF
(Karl Frey) und die Jahreszahl „1866".
Mein Bestreben war, alles so gut wie möglich zu recherchieren, aber oft kam ich einfach nicht weiter. Vor allem die Frage, ob Joseph Frey, der laut Chronik zweimal verheiratet war, auch Nachkommen hat, konnte ich nicht herausbekommen. Die Einsichtnahme in das noch vorhandene Matrikelbuch der Pfarrgemeinde Schmiechen von 1854-1916 ergab lediglich das genaue Todesdatum von Joseph Frey.
Bei Karl Frey war das wesentlich einfacher, da mein Vater eine Ahnentafel
