Abendteuer in der Medienwelt: Eine Journalistenleben und vier Dackel
Von Gerhard Friedl
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Über dieses E-Book
Bei allen sonstigen relevanten Medienschritten war der Autor dieses Buches live dabei: Bei Print, beim Radio, beim Fernsehen, öffentlich-rechtlich und privat im Dualen System, analog und digital. Abenteuer eines Journalistenlebens, aber auch jenseits vom medialen Zirkus und diesseits mit vier Dackeln. Um Olympia 1973 zu popularisieren, wurde in München der Olympia-Dackel eingesetzt. Für die Medien versuche ich es mit meinen vier roten Langhaar. Beim Lesen viel Spaß, denn es ist trotz allem ein "politisch" Buch...
Gerhard Friedl
Gerhard Friedl, Jahrgang 1937, Journalist und langjähriger Chefredakteur Hörfunk beim Bayerischen Rundfunk.
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Buchvorschau
Abendteuer in der Medienwelt - Gerhard Friedl
Gerhard FRIEDL
Jahrgang 1937, Journalist in Freilassing, Traunstein, Salzburg, Innsbruck, Bonn, München und als Chefredakteur Hörfunk im Bayerischen Rundfunk all over the world. Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften, Radio- und Fernsehsendungen, mehrere Broschüren und Bücher.
Inhaltsverzeichnis
VORWORT
DIFFUSER START INS MEDIENGLÜCK
ICH HATTE EIN INTERESSANTES LEBEN…
UMBRUCH IN DER MEDIENLANDSCHAFT
ICH HATTE MARKANTE ERLEBNISSE…
SCHÖNE DIGITALE MEDIENWELT
ICH HATTE NOCH EINIGES ZU TUN …
JENSEITS VOM MEDIALEN ZIRKUS
ICH HATTE KEINE LUST AUF HOHES ALTER…
VIER DACKEL DIESSEITS
ICH HATTE KEINE FARM IN AFRIKA...
VORWORT
Nur Johannes Gutenberg war früher dran. Er erfand die beweglichen Lettern und druckte vor gut 500 Jahren die Bibel. Bei allen sonstigen relevanten Medienschritten war ich live dabei: Bei Print, beim Radio, beim Fernsehen, öffentlich-rechtlich und privat im Dualen System, analog und digital. Abenteuer eines Journalistenlebens, aber auch jenseits von medialem Zirkus und diesseits mit vier Dackeln.
Um Olympia 1973 zu popularisieren, wurde in München der bunte Olympia-Dackel eingesetzt. Für die spröden Medien versuche ich es mit meinen vier roten Langhaar.
Beim Lesen viel Spaß und Ärger, denn es ist trotz allem ein „politisch" Buch…
DIFFUSER START
INS MEDIENGLÜCK
Ich hatte ein interessantes Leben…
…und das hing ganz entscheidend damit zusammen, dass mein Journalistenleben in die Phase einer dynamischen Medienentwicklung fiel, die mich alles erleben ließ, von der Printkultur mit Zeitschriften und Zeitungen über die Rundfunkkultur mit Radio und Fernsehen öffentlich-rechtlich und privat, bis zu den digitalen Medien mit Smartphone und sozialen Netzwerken im Internet. Im Medienbereich ist mir eigentlich nur Johannes Gutenberg zuvorgekommen, der die Buchdruckkunst mit austauschbaren Lettern erfunden hat und 1455 die nach ihm benannte Bibel druckte. Vom Buch bis zu den „in regelmäßiger Folge erscheinenden Druckerzeugnissen", also Zeitungen, dauerte es einige hundert Jahre. Dann aber überstürzten sich die Ereignisse. Die Medienentwicklung verlief dank der technischen Fortschritte im Sturm und bescherte mir schon in dieser Hinsicht ein spannendes Leben. Es voll und ganz zu erleben war allerdings noch mein Entschluss notwendig, Journalist zu werden.
Das war gar nicht so einfach in einem Ambiente, das ich als „wohlbehütetes Zuhause anerkenne, aus dem ein Übertritt ins Gymnasium ermöglicht wurde, der musikbegeisterte Vater aber ganz andere Hoffnungen hegte als der musikalisch weitaus weniger begabte Sohn. Ich sah keine Zukunft für mich zwischen Violin- und Bass-Schlüssel. Eher zufällig fand ich noch während der Schulzeit Anschluss an die Heimatzeitung, die mir für 8 Pfennig pro Zeile Berichte über Versammlungen von Trachtenvereinen, kirchlichen Festen und sonstigen Höhepunkten des lokalen Geschehens abnahm. Die spärlichen Einnahmen erlaubten es mir immerhin bei meinen Kameraden im Gymnasium hin und wieder auszuhelfen, wenn es um ein Glas Bier in einer Freistunde ging, das elterliche knapp bemessene Taschengeld, wenn überhaupt, schon Probleme aufwarf. Da konnte ich mit meinem „Honorar
einspringen, um am Abend dann wieder in der Volkshochschule zu sitzen und zur Berichterstattung einem Lichtbildervortrag zu lauschen: Reise in den sonnigen Süden.
Journalismus – der Schlüssel zu einem interessanten Leben? Es war ein ziemlich holperiger Start, ein diffuser Einstieg in den Traumberuf. Anleitung oder Orientierungshilfe von außen gab es wenig. Zuhause war die Umgebung ja zu musikalisch. Und die schreibenden „Kolleginnen und Kollegen, denen ich begegnete, waren in ihrem lokalen Journalismus-Kram so frustriert und eingefroren, dass sie dem jungen Volontär allenfalls rieten, sich möglichst umgehend „etwas Gscheites
, etwas Aussichtsreicheres zu suchen, als sich in Polizeiberichten und Meldungen aus dem Vereinsleben zu erschöpfen. Das hatte ich allerdings auch nicht vor. Und genau so wenig beeindruckte mich das wohlfeile aber ziemlich angelesen wirkende Klischee von der „vierten Gewalt", zu der man die Presse oft aus verwirrender Verlegenheit in hehre Höhen beförderte. Das war mir damals schon suspekt. Und auch das Motiv der Weltverbesserung lag mir angesichts meiner dürftigen jugendlich-gymnasial beschränkten Werteerkenntnisse ziemlich fern. Vielleicht ein paar Akzente setzen? Aber das stammt eher von späteren Überlegungen. Alle Ansätze erwiesen sich als äußerst mühsam zwischen Kaninchenzüchterverband und Vorstellung eines neuen Schweinestalls.
Ja, was wollte ich eigentlich als Journalist? Suchend begann ich mich umzusehen. Ich beendete vorzeitig das Volontariat in einer lokalen bayerischen Tageszeitung, probierte in Österreich den Boulevard einer Wiener Wochenzeitung, übernahm die Leitung der Redaktion Tirol, sprang ab und landete in Bonn bei einer Agentur für mittlere Tageszeitungen in deren Parlamentsredaktion am Deutschen Bundestag. Das ist alles recht schnell in wenigen Jahren geschehen. Aus meinem ziemlich unsteten Geist und Verhalten wurden aber auch die Beweggründe für meine Berufswahl des Journalisten klarer. Da gab es eine nachhaltige Neugierde auf alles, worüber sich irgendwie und irgendwann schreiben und Menschen informieren ließ. Das war es!
Und das ist es, was den Journalistenberuf und damit mein Leben zu einem interessanten Leben machte: Das Beobachten von Ereignissen, von Geschehnissen, von Entwicklungen, von Schicksalen und Entscheidungen, das Sammeln von Informationen, das Aufspüren und Verstehen von Zusammenhängen und ihre wahrheitsgetreue Weitergabe an Menschen, die unterrichtet sein wollen über das Geschehen in ihrem Umfeld und in der Welt, Kommunikation in welcher Form auch immer, als einfache Nachricht, als Erläuterung von Zusammenhängen, als Orientierungshilfen in komplexen Vorgängen, auch als Meinung, die ich mehr als Wegweiser, denn als giftigen Kommentar verstand.
Und noch eins kam zu dieser breit verstandenen Kommunikation hinzu: Der Kontakt mit interessanten Menschen, die direkt von Ereignissen und Geschehnissen betroffen sind, an ihnen mitgewirkt haben, sie vorantreiben oder bremsen, durch aktive Handlungen oder dadurch, dass sie sich mit diesem oder jenem Problem intensiv befasst haben, es erforscht und ausgeleuchtet haben und nun ihrerseits ihre Erkenntnisse weitergeben wollen. Als Journalist war ich legitimiert, mit allen Menschen zu sprechen, sie anzusprechen und die entsprechenden möglichst sachgerechten Fragen zu stellen. Der Journalist bezieht dieses Privileg aus seiner Rolle als medialer Mittler zwischen Verursacher und Verarbeiter von Informationen. Ich konnte alle ansprechen, vom Bürgermeister bis zum Müllfahrer, vom Künstler bis zum Politiker, vom Landwirt bis zum Apotheker, es gibt keine Beschränkung. In einer freien Gesellschaft muss kein Journalist, sofern er sich als zivilisierter und einigermaßen gemäßigter Mitteleuropäer beweist, ohne Gesprächspartner bleiben, sei es im vertraulichen Hintergrund oder im offenen Interview. Nur ganz selten wird dem Journalisten ein Gespräch verwehrt. In unserer Mediengesellschaft wissen auch die Partner des Journalisten, dass nur das existent ist, was in den Medien ist.
Bleibt noch die Frage nach den Inhalten, mit denen ich mein Interesse am Journalismus füllen sollte und das mich zu einem interessanten Leben führen könnte. Bei meinen Ausflügen in das Lokale und in den Boulevard merkte ich alsbald, dass dies für mich nicht unbedingt das Richtige war. Das eine war mir zu eng, das andere zu krawallig bunt. Und von Sensations- und Skandaljournaille hielt ich schon gleich gar nichts. Aber auch die ursprünglich heiß ersehnte Korrespondententätigkeit am Deutschen Bundestag versackte alsbald in
