Über dieses E-Book
Doch was als kleiner Spaß beginnt, wird sehr bald bitterer Ernst.
Hätten sie nur im Entferntesten geahnt, was in der Vergangenheit geschehen ist, dann hätten sie es niemal gemacht.
Nun haben sie den Stein ins Rollen gebracht und da stellt sich die Frage, wie kann man ES aufhalten?
Jede einzelne Minute am Tag wird nun zu einer Gefahr für die Freunde.
Werden sie es überleben?
Ruby Bley
Ich wurde 1984 in Gelsenkirchen geboren. Eigentlich habe ich nie gerne gelesen und trotz meiner Kreativität, habe ich nicht einen Gedanken an das Schreiben verschwendet. Mit 18 Jahren begann ich dann mit dem Lesen und etwa vier Jahre später habe ich die ersten Zeilen auf dem Computer getippt. Daraus hat sich bisher eine ganze Menge ergeben. Seit 2017 veröffentliche ich meine Geschichten als Selfpublisher bei BoD, als E-Book. Seit 2020 werden meine Werke auch als Print veröffentlicht. Ich bewege mich in verschiedenen Bereichen. Mystery, Horror, Liebe und Erotik.
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Spiel mit Folgen - Ruby Bley
Spiel mit Folgen
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Danksagung
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Impressum
Ruby Bley
Spiel mit Folgen
1
Es ist Sommer 2017 und das Wetter ist einfach herrlich. In den Gärten hört man das Gejauchze von spielenden Kindern, welche sich in ihren Planschbecken austoben. Hier und da hört man aus den einzelnen Gärten, leise Musik. Es scheint, als haben einige größere Grillfeste. Die Luft ist erfüllt von dem Geruch, von Kohle und brutzelndem Fleisch. In einem kleinen, ruhigen Stadtteil von Gelsenkirchen trifft sich wie jeden Freitag und Samstag, eine Gruppe von sechs jungen Leuten. Sie alle sind zwischen sechzehn und achtzehn Jahre alt und die Clique besteht aus drei Mädchen und drei Jungen. Sandra ist die Älteste von allen, jedoch ist sie die Kleinste. Ab und zu bekommt sie den Spitznamen Zwerg von ihren Freunden. Sie hat langes, schwarz glänzendes Haar. Michaela, ihre beste Freundin ist etwa eineinhalb Köpfe größer als sie und hat eine lange, blonde Mähne. Dann ist da noch die Nachbarin von Sandra, Bianca. Die beiden kennen sich schon ihr halbes Leben. Bianca hat schulterlanges, rot gelocktes Haar. Von der Größe her ist sie genauso hoch gewachsen, wie Michaela. Patrick, einer der Jungen, ist der Freund von Michaela. Er sieht sehr sportlich aus, ist etwa 1,86 m groß und trägt mit seinen schwarzen Haaren eine schicke Kurzhaarfrisur. Die beiden haben sich vor einem halben Jahr in einer Diskothek kennen gelernt und sind seitdem fest zusammen. Lukas ist der beste Freund von Patrick. Beide machen gerade eine Ausbildung in derselben Firma für Sanitäranlagen. Im Gegensatz zu Patrick ist Lukas etwas stabiler gebaut und hat längeres, zerzaustes Haar. Man könnte dazu neigen diese Frisur als Gestrüpp zu bezeichnen, weil sie so wüst aussieht. Dennoch macht es ihn irgendwie sehr sympathisch und es steht ihm ausgezeichnet. Immer mit im Schlepptau ist der kleine Bruder von Lukas.
Er heißt Thomas und ist der Jüngste aus der Gruppe. Keiner der anderen möchte ihn missen, denn wenn einmal die große Langeweile im Anflug ist, fällt ihm immer etwas ein, was man anstellen kann. Er sieht seinem Bruder Lukas überhaupt nicht ähnlich, da sie nicht denselben Vater haben. Wie jedes Wochenende gehen sie in den nahe gelegenen Wald. Sie sind einfach anders als die normalen Jugendlichen heutzutage. Während andere sich nur auf Partys aufhalten, verbringen sie lieber gemeinsam ihre Zeit. Auf Discotheken haben sie alle nicht sonderlich Lust. Dort ist es ihnen zu laut, zu voll und viel zu stickig.
Sie legen eher Wert darauf, miteinander ein wenig zu plaudern oder Blödsinn zu machen, als sich irgendwo zu betrinken. Auf dem Weg zum Wäldchen, gehen sie an einer beleuchteten Straße entlang. Da es schon fast zweiundzwanzig Uhr ist, ist es draußen schon recht dunkel geworden und man kann nur die ersten Bäume am Waldrand erkennen, weil sie von dem Licht der Laternen angestrahlt werden. Es sieht so aus, als würden sie direkt in ein schwarzes Nichts hinein gehen.
Der Anblick dieser Kulisse lässt einem trotz der warmen Nächte, einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen. Obwohl sie sich seit etwa einem halben Jahr hier regelmäßig treffen, gruselt es sie hin und wieder schon ein wenig.
Sandra, die älteste mokiert sich: »Meine Mutter hat schon wieder voll rumgestresst heute!«
Neugierig schaut Lukas sie an und will wissen, was vorgefallen ist.
»Ach, ich habe mich für heute fertig gemacht und dann kam wieder von ihr, wie gefährlich das doch sei und man kann doch nicht bis in die Puppen in einem Wald rum sitzen, das wäre nicht normal.«
»Mach dir nichts draus«, meint Lukas: »Meine Eltern sind genauso drauf. Die machen sich um jedes Bisschen einen Kopf.«
Während sie gelassen und gleichzeitig angespannt, weiter dem kleinen holprigen Pfad folgen, verschwindet hinter ihnen immer mehr und mehr das Licht der Straßenlaternen, welches vereinzelt durch das Gewirr der Bäume zu sehen ist. Ein laues Lüftchen lässt die Blätter, der am Wegrand wachsenden Sträucher rascheln. Zwischendurch hört man ein leises Fiepen, welches einige Mäuse im Unterholz von sich geben. Sie laufen über Stock und Stein immer tiefer in den Wald hinein, bis sie zu einer größeren Weggabelung kommen.
»So, da wären wir endlich«, sagt Michaela richtig erfreut.
Mitten auf der Gabelung steht ein großer, langsam vor sich hin modernder Baumstumpf. Anscheinend hat man den Baum bis zu einer Höhe von etwa sechzig Zentimeter abgesägt und den Rest mit der Wurzel stehen gelassen. Direkt daneben liegen zwei kurze Baumstämme, an deren Seiten große Pilze sprießen. Doch in der Nacht kann man sie nicht wirklich erkennen. Das mit den liegenden Baumstämmen ist sehr praktisch, denn sie können sie als Sitzgelegenheit nehmen und den Stumpf nutzen sie als Art, kleinen Tisch. Jetzt wo jeder seinen Platz gefunden und sich nieder gelassen hat, reden sie gemütlich über das, was auf der Arbeit und in der Schule die ganze Woche über geschehen ist. Auch die Probleme, welche zu Hause aufkommen, werden hier häufig besprochen. Sie sagen immer, dass sie sich hier den Frust von der Seele reden können und es dann verborgen im Wald bleibt, so dass sie davon nichts mehr mit nach Hause nehmen müssen.
»Meine Politiklehrerin ist so eine Hexe«, beginnt Thomas aufgeregt zu erzählen.
»Die hat mich doch heute tatsächlich aus der Klasse geworfen. Dabei habe ich gar nichts gemacht.«
Neugierig schauen ihn alle an.
»Das Handy von meinem Sitznachbar hat geschellt und irgendein Spaßvogel zeigt mit fuchtelndem Finger auf mich. Egal, wie oft ich der Alten sagte, dass mein Handy gar nicht an ist, es hat sie nicht interessiert!«
Das führt zu neuen Diskussionen und sie reden angeregt über ihre Schulzeit. Zwar kommt dieses Thema sehr oft auf, aber irgendwie scheint ihnen hierbei der Gesprächsstoff nie auszugehen. Aber das kann man ja auch verstehen, wenn man nur selbst an seine Schulzeit zurück denkt, da gibt es unendlich viele, tolle Geschichten.
»Ach, ich hab da ja noch etwas«, meint Bianca freudig und holt aus ihrer Tasche eine extrem große Kerze.
»Was ist das denn für ein Brecher?«, fragt Patrick lachend und kann sich kaum noch auf dem Baumstamm halten.
Darauf erwidert Bianca: »Ja, hier ist es immer so düster, wir sehen uns doch nur dann, wenn sich jemand eine Zigarette anzündet. Und da sie so groß ist, hat sie auch mehrere dicke Dochte und hält ein kleines bisschen Wind aus.«
»Na, dann mach mal.«, meint er skeptisch.
Bianca nimmt ihr Feuerzeug aus der Hosentasche und zündet sie an. Tatsächlich, die Flammen halten dem leichten Wind stand. Nun können sie sich auch in dem Schein der Flammen sehen, wenn sie miteinander reden. Allerdings lässt das schummrige Licht, den Wald um sie herum noch unheimlicher wirken.
Vorher, als sie sich nur auf ihr Gehör konzentriert haben, wussten sie nach kurzer Zeit, zu was die einzelnen Geräusche gehören. Aber jetzt, da es den kleinen Lichtschein der Kerze gibt, drehen sie sich bei dem kleinsten Geräusch um, weil sie jetzt schemenhaft erkennen können, was sich dort bewegt. Der Abend schreitet voran und allmählich geht ihnen der Gesprächsstoff aus. Da fällt Thomas ein, dass er ein Kartenspiel in der Hosentasche hat. Er hat es immer in der Schule bei sich, um in den Pausen etwas mit seinen Mitschülern Pokern zu können und genau das will er jetzt auch tun, schließlich haben sie ja nun etwas Licht. Bianca und Sandra haben dazu nicht sonderlich Lust, denn Kartenspiele sind nicht wirklich ihre Leidenschaft. Außerdem drückt Sandras Blase ganz schön und sie wackelt unruhig hin und her. Sie rügt sich selbst dafür, heute so viel Kaffee getrunken zu haben. Daher entscheiden sie sich ein Stück tiefer in den Wald zu laufen, damit Sandra in ein Gebüsch gehen kann.
»Aber ich kann doch jetzt nicht einfach hier in den Wald pinkeln.«, meint Sandra zerknirscht und etwas angewidert.
»Warum denn nicht? Das machen wir doch alle, wenn wir hier sind und zum Klo müssen.«
»Ja aber ich muss sonst nicht, wenn wir unterwegs sind und außerdem können die anderen mich bestimmt sehen.«
Bianca versucht sie zu beruhigen.
»Da kann keiner was sehen, aber wir können gerne noch ein paar Meter weitergehen und dann gehst du an der Seite in ein Gebüsch.«
Etwas zögerlich willigt Sandra dann schließlich ein.
2
Immer tiefer laufen die beiden in den Wald hinein. Zwischendurch drehen sie sich kurz um, nur um zu schauen, ob sie noch das Licht der Kerze erspähen können. Erst als es kaum noch zu erkennen ist, bleiben sie stehen.
»So, hier kann dich keiner mehr sehen. Dann geh hier rechts schnell in das Gebüsch, ich warte auf dich.«
Sandra bahnt sich widerwillig den Weg durch das, auf dem Boden liegende Geäst und alte Laub, bis sie hinter dem Busch ist.
»Mist! Mist verdammter!«
»Was ist los?«, will Bianca sofort wissen und geht erschrocken zu Sandra.
Ihr Puls beschleunigt sich leicht und sie wird auf einmal ganz nervös.
»Ach, ich wollte gerade meine Hose runter ziehen, als hinter mir etwas geknackt und geraschelt hat. Ich habe mich so erschrocken, dass mir mein Handy runter gefallen ist. Da das Display aber aus ist, weiß ich nicht wo es hingefallen ist.«
Vor lauter Schreck und Besorgnis um ihr Handy, hat Sandra vergessen, dass sie eigentlich auf die Toilette muss und macht nur schnell ihre Hose wieder zu. Gemeinsam tasten die beiden auf dem Boden nach dem Telefon, sie können es jedoch nicht zwischen dem Laub finden. An einer Tour hören sie hinter sich zerbrechendes Gehölz, so als wenn jemand auf kleine Äste tritt und diese unter der Last bersten. Die Geräusche werden immer lauter und scheinen näher zu kommen. Jetzt ist ihnen das Handy vollkommen egal, sie wollen nur noch zurück zu den anderen. Sie merken, wie Adrenalin in ihnen aufsteigt und sie hasten um das Gebüsch herum, um wieder auf den Weg zu gelangen. Sie sehen kaum die Hand vor Augen und das Licht der Kerze ist nirgendwo mehr zu erkennen. Wirsch blicken sie in alle Richtungen. Da die beiden durch die anhaltenden Geräusche immer tiefer in ihre Angst hinab rauschen, rennen sie Hand in Hand einfach drauf los. Egal wo hin. Sie wollen einfach nur weg. Nach ein paar Minuten lassen ihre Kräfte nach und die beiden werden langsamer.
»Müssten wir nicht eigentlich schon längst wieder bei den anderen sein? Soweit waren wir doch gar nicht weg.«, sagt Sandra vollkommen außer Atem.
Ihre Beine fühlen sich an, als würden sie aus Pudding bestehen.
»Normal schon. Ich glaube wir sind in die falsche Richtung gerannt. Sollen wir die anderen einfach mal rufen?«
»Nein, bloß nicht! Wenn da wirklich jemand ist, dann findet er uns.«
Ängstlich und schnell atmend gehen sie weiter. Allerdings rennen sie nicht mehr, denn beide haben bereits von dem kurzen Stück immense Seitenstiche. Das Rascheln und Fiepen der Tiere um sie herum dröhnt durch die Stille der Nacht. Sandra hat solch eine Angst, dass ihre Augen heiß anlaufen und schon Tränen beginnen, sich ihren Weg zu bahnen. Sie versucht angestrengt die salzigen Perlen weg zu blinzeln, was ihr jedoch nicht wirklich gelingt. Nach ein paar weiteren, tapsigen Schritten können sie im Dunkeln nach und nach etwas erkennen. Die Bäume stehen hier nicht mehr so dicht bei einander, so dass der Mond ihnen ein wenig Licht spendet.
»Wie spät haben wir es eigentlich?«, möchte Bianca wissen.
Sandra schaut mit zusammengekniffenen Augen auf ihre Uhr. Sie muss sich ein Stück drehen, damit sie die Zeiger im Mondlicht sehen kann.
»Es ist jetzt zwanzig vor zwölf. Wir sind schon recht lange weg, normal müssten die anderen uns schon längst suchen.«
Bianca nickt mit leichten Sorgenfalten.
»Hoffentlich.«
Mittlerweile schmerzen die Füße der beiden und gerade als sie sich einfach auf den Boden setzen wollen, um sich kurz auszuruhen, erkennen sie schemenhaft ein kleines Haus.
»Schnell, lass uns da mal klopfen. Vielleicht kann uns jemand sagen, wie wir wieder aus dem Wald kommen.«
»Bianca nicht! Was ist wenn da ein Mörder oder so etwas wohnt?«, fleht Sandra sie panisch an.
»Ach du spinnst doch! Wenn dann ist es ein Forsthaus oder ein Zweithaus. Viele Menschen haben eine Hütte am oder im Wald.«
Alles Flehen von Sandra hilft nicht. Bianca steuert schnurstracks auf das Haus zu. Doch mit einem Mal bleibt sie abrupt stehen.
»Was ist los?«, flüstert Sandra verschüchtert und sie merkt, dass direkt ihre Hände beginnen zu zittern.
»Das Haus scheint leer zu stehen.«
Zögerlich und eher mit tapsenden Schritten, gehen sie weiter auf die Hütte zu. So schnell, wie das Adrenalin anstieg, so schnell ist es durch die kleine panische Flucht auch schon fast aufgebraucht. Prompt macht sich die Blase von Sandra wieder bemerkbar. Da sie soweit gelaufen sind, sie anscheinend doch niemand verfolgt hat und das Haus unbewohnt zu sein scheint, geht sie hinter das nächste Gebüsch am Wegesrand.
»Oh man. Das nächste Mal werde ich vorher keinen Kaffee trinken. Das ist ja ekelhaft.«
Bianca kann nicht anders und muss sich über das Getue von Sandra amüsieren.
»Man kann sich auch anstellen.«
Nachdem Sandra sich wieder richtig angezogen hat, begutachten die beiden das Haus weiter von Nahem. Die Angst scheint wie verflogen zu sein und Neugier fesselt sie. Es muss schon lange leer stehen, denn es sieht sehr verwittert aus. Das Holz ist ausgeblichen, rissig und an einigen Stellen moosbedeckt. Plötzlich hören sie hinter sich etwas. Schlagartig drehen die beiden sich um und versuchen die Geräusche zu orten. Es sind ihre Freunde. Weil die beiden so lange weg waren, machten sie sich auf den Weg, um Sandra und Bianca zu suchen.
»Was macht ihr denn hier so tief im Wald?«, fragt Lukas verdutzt.
»Ach, frag nicht. Wir haben etwas gehört und sind dann einfach nur noch gerannt. Leider in die falsche Richtung, wie wir dann festgestellt haben.«, erklärt Sandra.
»Was ein schmuckes Häuschen! Steht es leer? Das habe ich hier noch nie gesehen. Und ich dachte immer ich war schon im gesamten Wald.«, unterbricht Patrick sie.
Kaum, dass er dieses sagt, sehen sich alle das Haus an.
»Stimmt, ich kannte es bisher auch nicht. Warum treffen wir uns denn jetzt nicht immer hier? Dann müssen wir beim nächsten Regen oder Gewitter nicht doof zu Hause rum sitzen.«, wirft Michaela aufgeregt ein.
Sie waren alle hin und her gerissen, doch als sie eine Weile darüber diskutiert haben, ist es beschlossene Sache.
»Wir gehen jetzt besser wieder nach Hause, sonst hab ich noch mehr Theater mit meinen Eltern.«, meint Michaela leicht genervt.
Auf dem Rückweg ruft Lukas immer wieder auf Sandras Handy an, damit sie es wieder finden. Nach etwa zehn Anrufen hören sie es endlich klingeln. Lukas geht hinter das Gebüsch und kommt prompt mit dem verlorenen Telefon hervor. Sandra ist überglücklich und fällt ihm vor Freude und Dankbarkeit um den Hals.
»Danke, danke, danke. Ich wüsste nicht, was ich ohne mein Handy machen sollte.«
Sie laufen weiter und jetzt, wo sie die Lichter der Straße sehen können, sind sie innerlich ein wenig erleichtert, auch wenn es niemand von ihnen zugeben würde. Als Erste verabschiedet sich Michaela, die anderen gehen gemeinsam noch ein Stück weiter. Wie es sich gehört, bringen die Jungen, die Mädchen bis zu den Haustüren, dann verabschieden auch sie sich.
3
Als Sandra in das Haus ihrer Familie kommt, steht ihre Mutter mit verschränkten Armen vor ihr. Kurz stockt Sandra, da sie nicht damit gerechnet hat, dass sie noch wach ist. An dem finsteren Gesichtsausdruck erkennt sie, dass sie nichts Gutes zu erwarten hat.
»Wo kommst du jetzt her, mein liebes Fräulein?! Hatte ich nicht gesagt, dass ich nicht möchte, dass du bis mitten in die Nacht in diesem dämlichen Wald hockst? Wenn dann doch mal etwas passiert, was ist dann?! Du machst dir auch um gar nichts Gedanken. Dass du dir nicht vorstellen kannst, dass ich mir vielleicht Sorgen um dich mache, aber soweit denkst du ja nicht! Du willst immer, dass wir dich wie eine Erwachsene behandeln, dann verhalte dich auch so!«
Weiter vor sich her schimpfend geht Sandras Mutter in das Wohnzimmer. Kaum, dass sie aus dem Flur ist, atmet Sandra tief durch und denkt nur, Man, die lässt einen ja nicht einmal zu Wort kommen. Da Sandra weiß, dass es besser ist ihre Mutter jetzt nicht mehr anzusprechen, geht sie schnurstracks auf ihr Zimmer. Schnell macht sie sich bettfertig und legt sich auf ihr Bett. Auf dem kleinen Nachttisch links neben ihr liegt ihr Laptop, welchen sie sich nimmt. Bevor sie schlafen geht möchte sie noch kurz mit ihren Freunden schreiben, auch wenn sie sich bis eben noch gesehen haben. Gerade als sie online ist, macht es auch schon Bing.
Sandra hat eine Nachricht von Michaela. Sie schreibt ihr, dass sie auch großen Ärger bekommen hat, als sie zur Tür herein kam. Bei den anderen aus der Gruppe läuft es viel entspannter ab. Allerdings haben sie ihren Eltern auch nicht gesagt, dass sie sich in einem Wald aufhalten.
So, ich geh jetzt schlafen. Dann treffen wir uns morgen Abend um achtzehn Uhr direkt vor dem Wald, schreibt Sandra ihren Freunden und klappt den Laptop zu.
Sie wälzt sich von einer Seite auf die andere. Irgendwie kann sie nicht so recht einschlafen, denn sie muss die ganze Zeit darüber nachdenken, was ihre Mutter ihr an den Kopf geworfen hat. Sicher kann sie die Angst von ihr verstehen und es tut ihr auch leid, dass sie sich immer wieder deswegen streiten, aber sie kann nicht begreifen warum ihre Mutter nicht versucht, sie auch einmal zu verstehen.
Mittlerweile denkt Sandra schon seit geschlagenen zwei Stunden über alles nach und schläft letztendlich doch ein, allerdings eher vor Erschöpfung als durch Entspannung. Auch im Schlaf kommt sie nicht zur Ruhe. Sie träumt von dem Knacken im Wald und was sie noch alles erlebt hat. Das ganze mischt sich in ihrem Kopf zu einem ausgewachsenen Alptraum zusammen. Am anderen Morgen steht sie wie gerädert erst um zehn Uhr auf. Zuerst wundert sie sich, dass niemand zu Hause ist, aber dann fällt es ihr ein. Es ist Samstag, also Einkauftag. Sie setzt sich in die Küche und schüttet sich den Rest Kaffee ein, welchen ihre Mutter Sandra netter Weise übrig gelassen hat.
Als ihre Eltern wieder daheim sind, spricht sie mit ihrer Mutter über den Vorabend und entschuldigt sich bei ihr. Nachdem jeder der beiden seinen Standpunkt in Ruhe erklärt hat, artet das Gespräch aus und sie geraten wieder aneinander. Sauer und mit den Füßen stampfend, geht Sandra auf ihr Zimmer und schmeißt
