Christus und Antichrist: Eine frühchristliche Auslegung der biblischen Prophetien
Von Alexander Basnar und Hippolytus von Rom
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Über dieses E-Book
Wir geben das Buch unter dem Titel "Christus und Antichrist" in heutigem Deutsch heraus, ergänzt durch erläuternde Kommentare und illustriert mit fünf Bildern aus Albrecht Dürers Apokalypse.
Alexander Basnar
Alexander Basnar (geb. 1969) ist Lehrer an einer höheren technischen Lehranstalt in Wien und wohnt in einer täuferisch geprägten christlichen Gemeinschaft in Krumau am Kamp. Seit gut dreißig Jahren dient er in Bibelkreisen, Predigten und Vorträgen am Wort. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher zu biblischen Themen.
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Buchvorschau
Christus und Antichrist - Alexander Basnar
Inhalt
Vorwort
Ermahnung an Theophilus, den Inhalt für sich und die Gläubigen nutzbar zu machen, nicht aber Ungläubigen mitzuteilen [Kap. 1]
Die vom Logos erleuchteten Propheten haben uns die Geheimnisse Gottes mitgeteilt. Eigenschaften des Propheten [Kap. 2]
Der Logos erleuchtete ehemals die Propheten, wie er ohne Ansehen der Person alle erleuchtet, welche zu ihm kommen wollen [Kap. 3]
Die Erlösungstätigkeit Christi verglichen mit Webstuhl und Gewebe [Kap. 4]
Inhaltsangabe der heiligen Schrift über den Antichrist [Kap. 5]
Der Antichrist ist in allem das Zerrbild von Christus [Kap. 6]
Jakobs Weissagung über den Erlöser [Kap. 7]
Erläuterungen des angeführten Textes [Kap. 8-13]
Wie Christus aus dem Stamm Juda kam, so kommt der Antichrist aus dem Stamm Dan [Kap. 14]
Weitere Beweise, dass der Antichrist aus Dan kommt [Kap. 15]
Jesaja über den Antichrist [Kap. 16-17]
Hesekiel über den Antichrist [Kap. 18]
Daniel über den Antichrist und das Weltende; das Gesicht Nebukadnezars [Kap. 19]
Die Vision Daniels von den vier großen Tieren [Kap. 20]
Der Alte an Tagen und das Gericht [Kap. 21]
Der Sohn Gottes [Kap. 22]
Erklärung, Daniel 7, 2-9: Nebukadnezar und sein Reich [Kap. 23]
Meder, Perser, Griechen [Kap. 24]
Das Reich der Römer. Der Antichrist [Kap. 25]
Sturz des Antichrists durch den Sohn Gottes [Kap. 26]
Zeit des Eintretens [Kap. 27]
Was die einzelnen Glieder der Statue Nebukadnezars bedeuten [Kap. 28]
Hippolytus fürchtet sich, es deutlich auszusprechen [Kap. 29]
Was Jesaja über Jerusalem vorhergesagt hat, ist eingetroffen [Kap. 30]
Lob der Propheten Jesaja, Jeremia, Daniel, Johannes [Kap. 31]
Was Daniel über die Bärin und den Panther vorhergesagt hat, ist bereits eingetroffen [Kap. 32]
Die Weissagung über das vierte Tier bestätigt sich [Kap. 33]
Jesajas Weissagung über den Sturz des alten Babylons, angewandt auf Rom [Kap. 34]
Der Herr hat es vernichtet wegen seines Hochmuts [Kap. 35]
Weissagung des Apostels Johannes über Babylon-Rom, den Sitz aller Laster [Kap. 36]
Das Tier mit den sieben Köpfen und zehn Hörnern [Kap. 37]
Die sieben Köpfe sind die sieben Hügel, auf denen Rom gebaut, die zehn Hörner, zehn Könige [Kap. 38]
Babylons Herrschaft über alle Völker der Erde [Kap. 39]
Babylons Sturz wegen seiner Laster [Kap. 40]
Untergang seiner Herrlichkeit und aller Lastermittel [Kap. 41]
Freude der Gerechten über Gottes Gericht [Kap. 42]
Das Gericht wird eintreten in der letzten Jahrwoche, vorher erscheinen Henoch und Elia [Kap. 43]
Henoch und Elia sind Vorläufer des Herrn bei der zweiten herrlichen Ankunft, wie Johannes bei der ersten, leidvollen [Kap. 44]
Johannes ist auch Vorläufer in der Unterwelt [Kap. 45]
Henoch und Elia werden unter Wundern die zweite Ankunft Christi verkündigen, um die Menschen zu bekehren [Kap. 46]
Sie werden vom Antichrist getötet werden [Kap. 47]
Charakter des Antichrists, sein Zeichen und sein Name [Kap. 48]
Er wird das römische Reich und den Götzendienst wieder herstellen [Kap. 49]
Wie Antiochus wird er die Christen quälen: der Name der Zahl 666 ist ungewiss [Kap. 50]
Die Nachkommen Edoms und Moabs werden sich mit dem Antichrist verbinden [Kap. 51]
Eroberungen des Antichrists in Afrika und Kleinasien [Kap. 52]
Er macht sich zum Gott in seinem Übermut [Kap. 53]
Er wird die Juden versammeln und ihnen vorspiegeln, ihr Reich wieder herzustellen [Kap. 54]
Das trügerische Treiben des Antichrists [Kap. 55]
Verfolgung der Christen von den Anhängern des Antichrists [Kap. 56]
Der Antichrist ist der ungerechte Richter im Evangelium, die Witwe ist Jerusalem [Kap. 57]
Das jüdische Volk ist dem Antichrist überliefert, weil es Christus nicht anerkennen wollte, und der Hauptfeind der Christen [Kap. 58]
Vergleich der Kirche mit einem Schiffe auf dem Meere [Kap. 59]
Johannes hat die Verfolgung vorhergesagt unter dem Bild der Frau und des Drachen [Kap. 60]
Auslegung der Weissagung des Johannes [Kap. 61]
Das Weltende kommt plötzlich und unter großen Schrecknissen [Kap. 62]
Dem Weltende gehen der Glaubensabfall und die Herrschaft des Antichrists voraus [Kap. 63]
Nach dem Sturz des Antichrists folgen der Weltbrand und das Gericht [Kap. 64]
Belohnung der Guten und Bestrafung der Bösen folgt der Auferstehung [Kap. 65]
Die dann lebenden Frommen werden ohne Tod in die Herrlichkeit mit Christus eingehen [Kap. 66]
Zweck der Schrift ist, Theophilus zu einem gottgefälligen Leben anzuspornen [Kap. 67]
Epilog
Vorwort
Über den Autor
Hippolytus von Rom war ein Presbyter (Gemeindeleiter) und Märtyrer im frühen 3. Jahrhundert nach Christus.
Er genoss hohes Ansehen wegen seiner Gelehrsamkeit, seines Glaubens und seiner Standhaftigkeit bis zum Tod und verfasste weithin geschätzte frühchristliche Bücher, die uns bis heute erhalten geblieben sind, wie etwa „Refutatio omnium haeresium" (Widerlegung aller Häresien), Canones (Kirchenordnungen) und „De Christo et Antichristo" (Das Buch über Christus und den Antichrist), das die Grundlage dieses vorliegenden Werkes ist. So wurde Hippolytus einer der fruchtbarsten Schriftsteller des christlichen Altertums.
Besonders erwähnenswert erscheint uns, dass Hippolytus ein Schüler von Irenäus war, und der wiederum ein Schüler des Polykarp, welcher ein Schüler des Apostels Johannes war. Wegen dieser unterbrechungsfreien und kurzen Überlieferungskette zu jenem Apostel, der fünf biblische Bücher, darunter die Offenbarung, verfasste, ist Hippolytus daher ein unschätzbares Bindeglied zur Lehre und Auslegungspraxis der Heiligen Schriften wie sie die Apostel von Jesus lernten und an ihre Schüler weitergaben. Johannes (ca. 7-101) → Polykarp (ca. 69-156) → Irenäus (ca. 120-205) → Hippolytus (ca. 170-236): welcher andere bekannte Ausleger der Offenbarung, welcher moderne Bibelgelehrte, welcher Bibelkommentar kann auch nur ansatzweise so eine zuverlässige und lückenlose Überlieferungskette zu jenem Apostel vorweisen, der die Offenbarung persönlich von Jesus Christus empfing und diktiert bekam?
Und noch ein Vorzug von Hippolytus gegenüber allen späteren Bibelauslegern erscheint uns nennenswert: er war nicht nur mit der Sprache der frühen Christen (und damit der Autoren des Neuen Testamentes) bestens vertraut, er sprach sie und schrieb in dieser Sprache; er war nicht nur mit der Kultur der frühen Christen bestens vertraut, er war nicht nur ein Schüler von herausragenden Lehrern, die über jeden Zweifel erhaben waren, sondern er brillierte mit einer heutzutage schier unfassbaren Kenntnis der Heiligen Schriften (sowohl jüdische als auch christliche). Seine Auslegungen strotzen vor Zitaten aus den Heiligen Schriften (sowohl Altes Testament, wie auch Neues), die er seitenweise zum Großteil sogar auswendig wiedergab und legte dabei Zusammenhänge von Worten und Passagen dar, die mit modernen Methoden und Werkzeugen der Bibelauslegung kaum zustande gebracht werden können. Wir mussten Computer- und Datenbankwerkzeuge verschiedenster Art benützen, um das nachschlagen und erkennen zu können, was dieser Mann aus dem Gedächtnis niederschrieb, wobei er die Grundtexte sorgfältiger und besser las und interpretierte, als viele moderne Bibelübersetzer, wie wir leider feststellen mussten. Doch dazu später mehr in den Kommentaren, die wir in das Buch eingearbeitet haben und die nicht nur unseren tiefen Respekt vor Hippolytus ausdrücken, sondern eine Hilfe für die Leser des 21.Jahrhunderts sein sollen, um die Schriftauslegung der frühen Christen zu verstehen und darin einzutauchen.
Hippolytus setzte nämlich – wie viele frühchristliche Lehrer – eine Schriftkenntnis voraus, wie sie heute leider kaum noch vorhanden ist. So zitierte er nicht nur über einhundert Bibelstellen in diesem relativ kurzen Buch, sondern nennt dabei keine Angabe zu Buch, Kapitel oder Vers (so wie es heute üblich ist). Seine Leser und Schüler mussten wissen, wo das steht. Und wussten es wohl auch. Hier fällt eine Parallele zu Jesus Christus und seinen Aposteln auf. Auch Christus nannte nie die Stellenangabe, sondern höchstens den Autor („David sagte, „Mose sagte
, etc.), wenn er seine vielen Zitate aus der Heiligen Schrift brachte. Seine Zuhörer mussten diese kennen, um seine Beweisführung zu verstehen. Kein einziges Mal lesen wir in einem Evangelium, dass ein Zuhörer Jesus fragte „Wo steht das? Woher hast du das?" Sie kannten die Stellen. Ebenso predigten und schrieben auch die Aposteln und andere Autoren des Neuen Testamentes, die niemals exakte Quellenangaben machten, sondern sie zitierten wie selbstverständlich die Heiligen Schriften im Textfluss (zum Beispiel die Pfingstpredigt von Petrus, die eine Aneinanderreihung von Zitaten aus den Propheten und Psalmen sind). Erst die Bibelübersetzer und Kommentatoren späterer Epochen machten sich die Arbeit, feinsäuberlich die Zitate zu markieren und mit Stellenangaben und Parallelstellen zu versehen. So gut sie das eben konnten und soweit sie das verstanden. Hippolytus und andere frühchristliche Lehrer und Autoren waren da von einem ganz anderen Schlag, was sicherlich auch dem für uns ungewohnten Meister-Jünger-Ausbildungsprinzip geschuldet ist, das Jesus seinen Jüngern beibrachte und diese wiederum ihren. Das hielt sich bis ins 3.Jahrhundert nach Christus, bis zu Hippolytus. Ein Jahrhundert, das noch recht nahe an den Aposteln und frühen Christen war, aber noch keine Landeskirchen und deren Schriftauslegungen kannte, weder die Römisch Katholische Kirche noch die Lutherische und erst recht nicht die unzähligen Freikirchen. Daher ist Hippolytus frei von mittelalterlichem Gedankengut, ebenso wie von Dogmen des Papsttums, ebenso wie von reformatorischen Lehrsätzen und erst recht von modernen Interpretationen und Lehren zur Bibel.
Deswegen ist Hippolytus heute für uns eine kostbare Quelle der frühen apostolischen Lehre, da seine Ausführungen völlig frei von späteren Spaltungen und deren Irrlehren sind. Er lehrte und leitete eine Gemeinde
