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Buchvorschau
Herbst des Kapitalismus - Andreas Meusch
Ausgangspunkt: Die Finanzkrise seit 2008
O Tempora, o Mores! Seit Cicero in seiner ersten Rede gegen Catilina den Sittenverfall anprangerte und rhetorisch fragte, wie lange dieser – Catilina – noch die Geduld (des Staates) missbrauchen wolle⁶, gehört die Klage über das Erodieren der normativen Grundlagen des Staates zum Standardrepertoire der politischen Rhetorik. Allein, das Abendland ist noch nicht untergegangen. Warum sollte man sich also im Kontext mit der Zäsur des Krisenjahres 2008 mit den normativen Grundlagen des Staates und deren Verfall beschäftigen? Ist es mehr als der übliche Kulturpessimismus? Was sind die unverzichtbaren Grundlagen eines Staates und wodurch werden sie gefährdet? Reicht es nicht, dafür die gierigen Banker verantwortlich zu machen, die das Geld lieber für sich haben wollen, lieber Steuerschlupflöcher schaffen als Steuern zu zahlen?
„Wir scheinen uns in einer Wende- oder Übergangszeit zu befinden, in einem Abschnitt, wo sich ‚nicht mehr‘ und ‚noch nicht‘ treffen".⁷ Der „Krisenreigen von Finanzmarkt-, Staatsschulden- und Eurokrise erzwingt, „auch über die Reformtrends im Sozialstaat neu
nachzudenken.⁸ Diese Zitate finden sich in einer „Denkschrift zum 60jährigen Jubiläum des Bundessozialgerichts in Kassel. Sie hätte auch „Festschrift
heißen können, tut es aber nicht. Die Autoren wollen also bewusst 60 Jahre Bundessozialgericht nicht feiern, sondern einen Denkanstoß geben. Es ist also ein Ruck-Buch, wie der ehemalige Bundespräsident Herzog eine Ruck-Rede gehalten hat. Dieser Anstoß verdient es, aufgenommen zu werden. Das hier vorgelegte Ergebnis sieht den Krisenreigen als einen Aspekt in einer umfassenderen Veränderung des Meinungsklimas in der westlichen Welt. Krisen haben die westlichen Demokratien und der Kapitalismus schon viele überstanden. Es gibt eine reiche Empirie, dass die westlichen Demokratien besser auch mit extremen Herausforderungen fertig werden als andere Gesellschaftsformen.⁹ Die Diagnose „Herbst des Kapitalismus" besagt nichts über die empirisch untermauerte Problemlösungskompetenz des Kapitalismus. Ob er nach intersubjektiv überprüfbaren Kriterien besser oder schlechter in der Lage ist, die gegenwärtigen Krisen zu bewältigen, ist nicht Gegenstand dieses Essays, auch wenn der Verfasser persönlich davon überzeugt ist, hier geht es um Veränderungen in den Köpfen der Menschen, um Wetterwechsel beim Meinungsklima.
Warum nutzen dem Kapitalismus jetzt seine Erfolge nichts mehr? Wie kommt es dazu, dass viele Menschen die feste Allianz, die der Kapitalismus mit dem Fortschrittsgedanken der Aufklärung eingegangen war, in Zweifel ziehen? Sind es nur die schwindelerregenden Milliardensummen durch die die Finanz- und Staatsschuldenkrise zur Systemkrise wird? Wie kommt es, dass der Kapitalismus nicht mehr als Mittel zur Lösung der (Umwelt)Probleme, sondern als das Problem an sich gesehen wird?
Die wirkmächtigen Narrative haben ihre Bindungswirkung verloren und bislang sind keine in Sicht, die mit Zukunftsoptimismus an ihre Stelle treten können. Die Hochzeit des Kapitalismus ist vorbei, weil das Meinungsklima sich gegen ihn wendet und das tut es, weil die Erfolgsgeschichte, das Narrativ des Kapitalismus nicht mehr das Meinungsklima prägt. Narrative Atrophie ist das Kennzeichen des Herbstes des Kapitalismus.
Grundlage: Wie wichtig sind Ideen?
In demokratischen Staaten, die nicht auf Gott verweisen können oder Herrschaft durch Gewalt ausüben, gibt es nur ein begrenztes Set von Optionen, wie Herrschaft legitimiert werden kann. In der Regel sind dies die Zusage, dass die Herrschenden in einem geordneten Verfahren zum Teufel gejagt werden können (Wahlen) und es ein ebenso geordnetes Verfahren gibt, wie man zu seinem Recht kommt (Rechtswegegarantie). Verfahrensansprüche sind aber für Menschen eher spröde. Insbesondere weil wir uns inzwischen so daran gewöhnt haben, dass wir sie für so selbstverständlich halten, dass sie als Ressource für Zustimmung nicht sehr weit reichen. Außerdem legitimieren sich Demokratien wie alle anderen Herrschaftssysteme auch durch ihre Problemlösungskompetenz. Solange ein Herrschaftssystem in den Augen der Regierten die wichtigsten Probleme erfolgreich löst, braucht sich kein Herrscher große Sorgen zu machen. Spannend wird es erst, wenn Krisen kommen, die Problemlösungskompetenz in Frage gestellt wird. Dann braucht es darüber hinaus noch weiteren Kit.
Fußballweltmeisterschaften, Goldmedaillen, der eigenen Volkswagen mit der Hoffnung auf einen Daimler: „das war das Symbol des gelungenen Aufstiegs, die Bestätigung des Erfolgs"¹⁰, der sichtbare Beweis dafür, dass die Vision Ludwig Erhards vom Wohlstand für alle Realität geworden war. Die Legitimität der Bundesrepublik wurde in hohem Maße vom Output seines politischen Systems gestärkt.
Das ist unproblematisch, solange dieser Output stimmt, das Wirtschaftswachstum eine berechenbare, berechtigte Hoffnung bietet, dass der zu verteilende Kuchen größer wird und möglichst viele davon abbekommen. Was ist aber, wenn der Output zu wünschen übrig lässt, der Mangel
