Integration gelingt durch faire Bildungschancen: Best Practice aus Zürich, Malmö, Leeds und Toronto - Carl Bertelsmann-Preis 2008
Von Bertelsmann Stiftung (Editor)
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Über dieses E-Book
Die Veröffentlichung zeigt Wege auf, erfolgreich mit Heterogenität in der Schule umzugehen. Schlüsselaspekte sind dabei die Wertschätzung von Vielfalt, moderne pädagogische Methoden, die individuelle Förderung jedes Kindes und die Öffnung von Schule gegenüber ihrem Umfeld.
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Buchvorschau
Integration gelingt durch faire Bildungschancen - Bertelsmann Stiftung
Qualität in multikulturellen Schulen: QUIMS im Kanton Zürich
Claudia Walther
Zürich - kleinste Großstadt der Welt«, heißt es in einem Leitfaden des Kantons für Neuzuzügler und alle, die es werden wollen. Die Recherche führt uns in die Schule Nordstraße im Stadtteil Wipkingen, der in dem Leitfaden als »traditionelles Wohnquartier« bezeichnet wird, »in dem sich auch heute noch günstige Wohnungen finden lassen«. In dem hellen und ruhigen Bibliotheksraum der Grundschule ist das Verkehrsrauschen von der Nordstraße, einer Hauptverkehrsader Zürichs, kaum zu hören. Hier sitzen wir mit einigen Eltern und der Schulleiterin zusammen und sprechen über das Projekt »Qualität in multikulturellen Schulen« (QUIMS).
»Meine Tochter hat von dem integrierten Unterricht und der individuellen Förderung profitiert«, erzählt eine Mutter, die anfangs befürchtete, dass ihre Tochter in der Schule nicht klarkommen würde. Nun sei sie in derselben Klasse wie die besseren Schülerinnen und Schüler, arbeite an ihrem individuellen Lernprogramm, ohne sich abgehängt oder ausgegrenzt zu fühlen. Ein Vater wiederum berichtet, er habe seinen hochbegabten Sohn trotz Umzugs in einen anderen Stadtteil in der Schule Nordstraße gelassen, denn, so sein Hauptgrund: »Die Situation auch von Höherbegabten ist hier besser.«
Was ist das für ein Projekt, das anscheinend die Quadratur des Kreises schafft, nämlich schwächeren und stärkeren Schülerinnen und Schülern gleichermaßen gerecht zu werden und die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund gezielt anzugehen?
»Toll, dass dies eine QUIMS-Schule ist«, begeistert sich eine weitere Mutter. »Der Umgang miteinander steht im Vordergrund. Hier ist viel Elternarbeit nötig.« Schwierige Themen gebe es auch hier, sie würden allerdings nicht tabuisiert, sondern bewusst angegangen. »Dafür müsste es einen Orden geben«, sagt sie voller Überzeugung.
»QUIMS hat uns Zeit zum Nachdenken geschenkt«
Die Schulleiterin erläutert die Motivation der Schule und stellt einige Projekte vor, die auf Integration und individuelle Förderung von sozial schwachen, aber auch allen anderen Schülern zielen. »QUIMS hat uns unterstützt, dass wir solche Projekte entwickeln konnten.« Auf unsere Fragen hin ergänzt sie: »QUIMS hat uns Zeit geschenkt zum Nachdenken.« Das hoch engagierte Lehrerteam wendet ganze Tage auf, auch in den Ferien, um Probleme zu besprechen und Lösungskonzepte zu entwickeln. Die fehlenden Stunden werden wiederum durch QUIMS-Mittel des Kantons für Ersatzkräfte abgedeckt.
Auf dem Weg zu einem Unterrichtsbesuch schauen wir uns in der Schule um. Ein großes Poster illustriert das Leitbild, das sich die Schule letztes Jahr gegeben hat: »Wir integrieren Kinder in ihrer Verschiedenheit.« Bei dem Besuch einer jahrgangsübergreifenden Klasse (4-6) fällt uns auf, wie diszipliniert und eigenständig die Kinder nach dem gemeinsamen Stuhlkreis an ihren Sitzplätzen weiterarbeiten. Nur weil wir zu Besuch hier sind?
Der Mathematiklehrer erläutert uns das Konzept. Die Mittel für eine zusätzliche Förderklasse mit Lehrkräften wurden in den gemeinsamen Unterricht investiert. Dadurch können zwei Lehrkräfte eine Klasse im Team unterrichten. Es gibt einen Basis-Lehrplan, der für alle verbindlich ist, und weiterführenden Stoff, den die Schülerinnen und Schüler im Anschluss bearbeiten können. Dadurch haben alle die Möglichkeit, ein individuelles Programm entsprechend dem eigenen Lerntempo zu absolvieren. Um den Übergang in das Gymnasium zu schaffen, muss man natürlich eine bestimmte Punktzahl vorweisen. Durch die beiden Lehrkräfte bleibt mehr Zeit, jeden Schüler und jede Schülerin zu begleiten.
Teil eines umfassenden Reformpakets
QUIMS ist ein Schweizer Projekt des Kantons Zürich. Ausgangspunkt war 1995 die Leistungsmessung in Mathematik und Deutsch an Schweizer Schulen. Diese zeigte deutlich den Rückstand und die Bildungsbenachteiligung von Kindern bildungsferner Schichten und aus Migrantenfamilien. Inzwischen hat etwa jeder vierte Schüler im Kanton Zürich einen Migrationshintergrund. Insgesamt hat die Schweiz heute bereits mehr Zuwanderer als klassische Einwanderungsländer wie Australien, Kanada oder Neuseeland. Ähnlich wie Deutschland verstand jedoch auch die Schweiz Zuwanderung stets als zeitlich begrenzt von sogenannten Gastarbeitern. Der Anteil der Einwanderer an der Gesamtbevölkerung liegt bei knapp 24 Prozent. Die Einbürgerungsrate ist im europäischen Vergleich am niedrigsten.
Die Schweiz hat, ähnlich wie Deutschland, ein sehr föderales Bildungssystem. Daher variiert Bildungspolitik teilweise stark von Kanton zu Kanton. Allerdings ist hier auch die kommunale Ebene entscheidend. In Zürich ist dies nicht nur die Stadt, sondern auch der Stadtbezirk, der Schulkreis. Letzterer entscheidet beispielsweise durch die Schulpflege über die Stellenzuweisung, die Mittelvergabe und die inhaltliche Konzeptbewilligung für die einzelnen Schulen.
QUIMS gehört zu einem umfassenden Reformpaket, das in den 90er Jahren von der Bildungsdirektion des Kantons in Angriff genommen wurde. Das Hauptziel der Chancengleichheit sollte unabhängig von einer Schulsystemdebatte bereits in der Grundschule angegangen werden. Das Programm setzte auf die Unterstützung von »Brennpunktschulen«, um diese in die Lage zu versetzen, die Chancen von Kindern bildungsferner und Migrantenfamilien zu verbessern. Pate standen nicht zuletzt die »Magnetschulen« nach US-Vorbild, die Schulen in schwierigen Stadtteilen durch gezielte Unterstützung auch für Mittelschichten attraktiver machen.
Hierbei waren die landesspezifischen Faktoren zu berücksichtigen. Eine Reform des gesamten Schulsystems würde nach Schweizer Recht und Tradition eine Volksabstimmung erforderlich machen. Die Schweiz hat ein gegliedertes Schulsystem und teilt die Schülerinnen und Schüler nach sechs Jahren Grundschulzeit in Gymnasium und A-,
