Denn unser Leben ist tierisch lustig: Kurzgeschichten zum Schmunzeln und mehr
Von Maria Andrea
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Über dieses E-Book
Überraschende Alltagserlebnisse wie Hasen, die plötzlich verschwinden; Hunde, die zu Katzen mutieren; Ausflüge, die vor einer Kamera enden bis hin zu Begegnungen mit nachtaktiven Untieren machen unser tierisches Miteinander phänomenal!
Kurze Geschichten - knackig erzählt! Zum Schmunzeln und mehr ...
Maria Andrea
Maria Andrea lebt mit ihrem Mann und ihren Tieren in der Pfälzer Rheinebene. Mit 'Denn unser Leben ist tierisch lustig' startete sie 2014 ihre heitere Kurzgeschichtenreihe. Es folgte 2016 'Fährste Zug, haste Spaß!' Wenn sie nicht gerade Kurzgeschichten schreibt, widmet sich die Autorin ihren Romanen. 2008 erschien ihr Debütroman 'Denn auch im Himmel will ich reiten', der in 'Denn mein Leben hat vier Hufe' seine Fortsetzung fand. Maria Andrea lebt ihre Geschichten und fühlt mit ihren Protagonisten als wären sie ihre engsten Freunde. So schafft sie es mit ihrem herzlichen, spannend interessanten Schreibstil ihre Leser mitzureißen.
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Buchvorschau
Denn unser Leben ist tierisch lustig - Maria Andrea
Für Gustav,
den schönsten schwarzen Kater, den ich kenne
Ich konnte wieder einmal nicht schlafen. Seit Stunden lag ich wach und wälzte mich von einer Seite auf die andere. Jetzt drückte auch noch meine Blase! Ich stand auf und ging sie entleeren. Beim Zurücklaufen ins Schlafzimmer fiel mein Blick durchs weit geöffnete Fenster auf meinen Nachbarn, der nach seinem Hoftorschlüssel suchend in seiner Jackentasche kramte. Abgesehen davon, dass Vollmond war, wurde der junge Mann vom strahlenden Licht der Straßenlaterne angeleuchtet und es war unübersehbar, dass er sich zu dieser fortgeschrittenen Stunde mitten in der Nacht oder besser gesagt am frühen Morgen in einem äußerst heiteren Zustand befand. Die deutlich unkoordinierten Bewegungen seiner Arme und Hände sowie das Schwanken seines Körpers ließen auf etwas übermäßigen Alkoholgenuss schließen. Ich hoffte, dass er mein amüsiertes Kichern nicht wirklich hören konnte.
Hinter dem gut drei Meter fünfzig hohen Hoftor tummelten sich eifrig seine vier Katzen. Sie freuten sich laut miauend auf das nahende Frühstück.
Endlich! Er hatte den Schlüssel in den Tiefen seiner Jackentasche gefunden. Noch immer schwankend und immens unbeholfen begab er sich nun auf die Suche nach dem passenden Schlüsselloch. Höchst konzentriert – ich konnte die Anspannung seiner Gesichtszüge deutlich sehen – stocherte er rund um den tatsächlichen Schlüsseleingang. Sein anfänglich leises Fluchen wurde mit zunehmender Nicht-Treffer-Quote lauter. Das Miauen ebenfalls. Seine Katzen hatten Hunger.
Tapfer stocherte er weiter. Da! Schon glaubte ich, er hätte das Schlüsselloch endlich gefunden, fiel ihm mit einem fassungslosen „Oh! Hoppla! der Schlüssel aus der Hand und sauste gen Boden. Glücklicherweise gab es vor seinem Hoftor weit und breit keinen Gully. Der Schlüssel folgte recht rasant dem Gesetz der Erdanziehungskraft und landete mit einem leisen „Klack
auf der rechten Schuhspitze meines Nachbarn.
Und natürlich löste diese Berührung bei einem so geübten Fußballer wie ihm einen reflexartigen Kick aus! Schon schwebte der Schlüssel unter dem schmalen Hoftorspalt hindurch auf die andere Seite. Was freuten sich die Katzen! Herrchen hatte ihnen soeben ein neues Spielzeug zugeworfen! Prima! Munter kickten sie den Schlüssel zwischen ihren kleinen Pfötchen hin und her! Am meisten Spaß dabei hatte Gustav. Gustav, ein rabenschwarzer Kater, der bereits etwas in die Jahre gekommen war und dennoch nirgends, an keiner einzigen Stelle seines Körpers auch nur ansatzweise ein graues oder gar schon weißes Haar besaß, lebte inmitten den anderen Katzen jedes Mal auf, wenn es etwas zum Spielen gab. Mit geübten Sprüngen krallte er sich den Schlüssel, um ihn im nächsten Atemzug mit einem gekonnten Pfötchenschlag zur nächsten Katze zu kicken. Postwendend hechtete er im typischen Katzenbuckelsatz hinter her und schnappte ihr ratz fatz den Schlüssel vor ihrer Nase wieder weg! Ich amüsierte mich prächtig! Und konnte mich an den spielenden Katzen gar nicht satt sehen.
Und mein Nachbar? Der stand im ersten Moment völlig irritiert vollkommen still und kerzengerade da, bis er sein Missgeschick realisierte. Dann bückte er sich, so tief es ihm in seinem trunkenen Zustand möglich war und versuchte im Flüsterton mit „Komm, Miez, Miez, Miez! Komm!" seinen pfotigen Vierbeinern den Schlüssel zu entlocken. Natürlich interessierten sich die Katzen nicht die Bohne für ihr Herrchen! Das Schlüsselspiel machte ihnen viel zu viel Spaß!
Jetzt konnte ich mich keine Sekunde mehr länger zurückhalten! Dieses faszinierende nächtliche Schauspiel war so viel besser als jede Komödie im Fernsehen. Das hier war real. Schallend lachte ich hell hinaus! Prustete und gluckste bis mir vor lauter Lachen die Tränen über die Wangen liefen!
Entgeistert schaute mein Nachbar zu mir herüber. Die Attribute, die er mir im Geiste verbal zurief, waren wenig nachbarschaftlich … Schwankend verschwand er vor sich hin
