Modernes Pharisäertum
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Über dieses E-Book
Pharisäertum. Klingt nach verstaubter Geschichte – ist aber überraschend aktuell. Eine große Herausforderung für jeden Christen!
Nach außen wirkten sie tadellos. Bestens vertraut mit der Heiligen Schrift. Doch dahinter? Stolz, enge Regeln und die Suche nach
menschlichem Applaus.
Der Spiegel der Pharisäer offenbart oft mehr von uns, als uns lieb ist. Aber er ist auch eine wunderbare Chance: frei zu werden.
Dieses Buch spricht Klartext, gibt Denkanstöße und fragt: Wo gibt es bei uns mehr Schein als Sein? Wo verwechseln wir Absonderung mit Hochmut? Welche Prioritäten setzt Gott – und welche setzen wir? Und wie gehen wir richtig mit Traditionen um?
Wer den Mut hat, sich diesem Spiegel zu stellen, entdeckt den Weg, der in die Freiheit führt.
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Buchvorschau
Modernes Pharisäertum - Jan Philip Svetlik
Die Bibelzitate sind meist der überarbeiteten Elberfelder Bibel (Edition CSV Hückeswagen) entnommen.
Die Bezugnahme auf Veröffentlichungen von Autoren, die im vorliegenden Werk erwähnt werden oder aus denen zitiert wird, muss nicht bedeuten, dass deren theologische Ansichten vom Autor und vom herausgebenden Verlag geteilt werden.
Modernes Pharisäertum – Vom frommen Schein zu dem, was wirklich zählt
1. Auflage November 2025
© 2025 by Hmaidan.Media, Zum Weidchen 1A, 35708 Haiger
Umschlaggestaltung: David Lehnhardt
Satz: The Bereans Publishing Ltd.
Druck: BasseDruck
ISBN: 978-1-913232-91-7 (Buch)
Art-Nr. 367391
ISBN: 978-1-913232-92-4 (E-Book)
Feedback oder Fragen an: info@ausglaubenleben.org
Inhaltsverzeichnis
Vorwort – Damit deutlich wird, dass es uns alle betrifft
Kapitel 1. Wenn Hingabe entgleist: Vom guten Start zum harten Herzen
Kapitel 2. Absonderung – göttlicher Auftrag oder menschliches Rückzugsprogramm?
Kapitel 3. Die Pharisäerfalle – Wenn der Zaun heiliger wird als der Garten
Kapitel 4. Am Ziel vorbei – mit bester Absicht. Prioritäten, die ins Leere laufen
Kapitel 5. Ein krankes Herz – Mehr Schein als Sein?
Kapitel 6. Gefangen im Traditionalismus?
Kapitel 7. Befreiung von Pharisäertum
Zusammenfassung
Geistlicher Missbrauch – Symptome und Schutzmaßnahmen
Vorwort – Damit deutlich wird, dass es uns alle betrifft
Was geht dir durch den Kopf, wenn du das Wort „Pharisäer" hörst?
Wahrscheinlich: die Heuchler von damals. Gesetzestreue Theologen. Die mit den komischen Sonderlehren. Starrer Blick. Kalte Herzen. Feinde Jesu. Kritiker der Gnade. Fromme Profis – ohne echtes Leben.
Doch dann folgt schnell der innere Reflex:
„Das ist Geschichte. Damit habe ich nichts zu tun."
Wirklich? Haben die Pharisäer vor 2000 Jahren tatsächlich aufgehört zu existieren? Oder haben sie nur ihr Gewand gewechselt – und tragen heute andere Namen?
Ich glaube: Die Pharisäer sind bis zum heutigen Tag putzmunter und erfreuen sich bester Gesundheit. Der pharisäische Geist lebt!
Er sitzt in Gemeindebänken.
Er steht am Rednerpult.
Er wohnt in „frommen" Herzen.
Man erkennt ihn nicht immer auf den ersten Blick – aber er ist da.
Still. Stolz. Unbemerkt.
Er tarnt sich nicht mit Sünde, sondern mit Frömmigkeit. Mit „Bibel-Treue, die herzlos ist. Mit „Ordnung
, die kalt macht. Mit „Grundsätzen", die Menschen erdrücken.
Und – das ist die eigentliche Herausforderung – er lebt nicht nur um uns herum. Er steckt auch in meinem und deinem religiösen Fleisch. Deshalb kann er in jedem von uns zum Vorschein kommen.
Darum geht es in diesem Buch. Nicht um die Pharisäer von gestern. Sondern um ihren Geist, der heute noch lebendig ist – und den Gott entlarven möchte.
Nicht um uns zu verurteilen, sondern zu befreien.
Randthema? Fehlanzeige!
Schon gewusst? In den Evangelien tauchen die Pharisäer in über 100 Versen auf. Nicht als Randnotiz. Nicht als Fußnote. Sondern als Hauptgegner Jesu – als Feinde der Gnade.
Mal in Diskussionen, mal mit hochgezogenen Augenbrauen, mal mit Steinen in der Hand.
Da stellt sich doch die Frage: Warum beschreibt die Bibel ihr Denken, ihr Handeln, ihr Verhältnis zum Gesetz – und vor allem: ihre Dauer-Konflikte mit Jesus Christus – so ausführlich?
Die Antwort ist so unbequem wie deutlich: Weil Gott will, dass wir genauer hinschauen. Nicht nur auf sie – sondern auf uns selbst.
Die Bibel sagt nicht umsonst:
„Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung…" (2. Tim 3,16).
Das gilt auch für die Stellen, bei denen wir beim Bibellesen gerne denken:
„Ach ja – die Pharisäer. Gut, dass ich keiner bin!"
Aber Vorsicht: Vielleicht hat Gott genau deshalb so viel über sie schreiben lassen – weil sie mehr mit uns zu tun haben, als uns lieb ist.
Ein Buch für Leute, die dachten, sie hätten kein Problem
Als ich vor einiger Zeit zum ersten Mal das Buch von Tom Hovestol¹ über die Pharisäer las, wurde ich regelrecht erschüttert. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen, wie viel modernes Pharisäertum ich in meinem eigenen Leben habe – ohne es zu merken.
Wie oft war ich stolz auf meine vermeintliche Bibelkenntnis. Wie schnell habe ich Christen in Schubladen gesteckt, nur weil sie Dinge anders gesehen haben.
Wie leicht habe ich Leistung und Routine über den Zustand meines Herzens gestellt – und wie selten habe ich mich selbst und mein geistliches Umfeld ehrlich hinterfragt.
Für diesen Augenöffner bin ich sehr dankbar. Denn nur wer erkennt, dass er krank ist, kann sich auch heilen lassen (s. Lk 5,31).
Allerdings muss ich zu meiner Beschämung feststellen, dass der Heilungsprozess länger dauert als ich dachte…
Wenn ich in diesem Buch über Pharisäertum schreibe, dann nicht aus sicherer Distanz. Ich schreibe als einer, der selbst infiziert ist – und der gelernt hat, wie sehr man Gottes Hilfe braucht, um frei zu werden.
Deshalb: Prüfe die Gedanken in diesem Buch am Wort Gottes – und das Gute halte fest. Ich gebe nur weiter, wovon ich überzeugt bin – und was hoffentlich weiterhilft. Aber: ich habe die Wahrheit nicht gepachtet, bleibe ein Lernender und erkenne nur stückweise.
Dieses Buch ist kein Gerichtssaal – sondern ein Spiegel.
Keine Anklage – sondern ein Weckruf.
Eine Einladung, ehrlich hinzusehen.
Zu erkennen, wo wir innerlich hart geworden, äußerlich angepasst – und geistlich ausgetrocknet sind.
Es geht um Heilung. Persönlich – und gemeinschaftlich.
Um Befreiung von einem Geist, der fromm wirkt, aber das Herz aushöhlt.
Und es geht darum, mutig aufzubrechen: Raus aus der Fassade. Hin zu einem Glauben, der echt ist, lebendig – und tief mit Jesus verwurzelt.
Wenn Wahrheit wehtut – und doch heilt
Dieses Buch richtet sich nicht an eine bestimmte Gruppe, Denomination oder Gemeinde. Ich habe Kontakte zu Gläubigen aus ganz verschiedenen kirchlichen Hintergründen – und weiß inzwischen: Der Pharisäer kennt keine Konfessionsgrenzen.
Manche Punkte, die ich bringe, entspringen meiner eigenen Erfahrung. Vieles kommt aber auch durch den Austausch mit Christen aus unterschiedlichen Kreisen zustande. Also bitte nicht versuchen, Namen oder Gemeinden zu erraten. Spekulationen können schnell zu falschen Unterstellungen führen.
Entscheidend ist: Lass die Beispiele auf dich wirken – und frag dich, wo sie dich selbst betreffen könnten.
Pharisäertum ist heutzutage leider ein weit verbreitetes Übel unter vielen Gläubigen. Eine geistliche Krankheit, die wie Aussatz um sich greift und zum Schaden vieler Kinder Gottes ist.
Was ich in diesem Buch schreibe, wird nicht allen gefallen. Einige werden nicken. Andere die Stirn runzeln. Manche werden sich ärgern. Warum?
Weil es trifft.
Weil es persönlich wird.
Weil es ans Eingemachte geht.
Sollte man das Thema deshalb besser ausklammern – um des lieben Friedens Willen? Jesus Christus hat das nicht getan! Er ist den Pharisäern nicht höflich ausgewichen – Er ist ihnen frontal begegnet. Er hat nicht geschwiegen, sondern ihre Gesinnung enttarnt. Sie ins Licht Gottes gestellt.
Und genau darum geht‘s: Dass wir uns alle den Spiegel vorhalten, den Gott uns durch die Pharisäer in die Hand gibt. Dass wir uns ganz persönlich die Frage stellen: Erkenne ich mich in diesem Spiegel wieder?
Es geht also nicht darum, dass wir jetzt alle in unserem Umfeld auf Pharisäer-Jagd gehen. Wie mal jemand treffend gesagt hat:
„Wenn du unbedingt nach Fehlern suchen willst, dann benutze einen Spiegel und kein Fernglas!"
1 Extreme Righteousness – Seeing ourselves in the Pharisees / Moody Publishers (Deutsch: Die Pharisäerfalle – Damit engagiertes Christsein nicht zum frommen Übereifer wird / Brockhaus Verlag). Das Buch ist auf Deutsch leider vergriffen. Es war mir eine große Hilfe. Deshalb habe ich einige Gedanken Hovestols in diesem Buch wieder aufgegriffen. Der Inhalt dieses Buches entspringt also nicht allein meiner begrenzten Erkenntnis.
Kapitel 1.
Wenn Hingabe entgleist: Vom guten Start zum harten Herzen
Mal ehrlich: Wann hast du dich das letzte Mal gefragt, ob du noch kritikfähig bist? Oder anders gesagt: Verkrafte ich es, wenn Gott mir auf die Füße tritt –
