Das Montessori Wut-Buch Für Eltern & Pädagog:Innen. Die Methode Der Lehrerin Hansi: 50 Strategien Zur Selbstregulation Bei Hochsensiblen Kindern Mit Trotz & Oppositionellem Verhalten: Toolbox für starke Kinder, #2
Von HANSI BASTIANE
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Über dieses E-Book
Wut ist kein Feind.
Wut ist ein Signal – ein Ruf nach Verbindung, Verständnis und Begleitung.
Als Montessori-Pädagogin, Lehrerin und Mutter habe ich in den letzten Jahren mit unzähligen Kindern gearbeitet, die mit starken Gefühlen, Trotz und herausforderndem Verhalten kämpfen. Ich weiß, wie überwältigend es für Eltern, Pädagog:innen und auch für die Kinder selbst sein kann, wenn Emotionen wie Wut den Alltag bestimmen.
Mit diesem Buch möchte ich dich an die Hand nehmen und dir zeigen:
- Wut muss nicht "wegtrainiert" oder unterdrückt werden – sie darf gesehen, verstanden und liebevoll begleitet werden.
- Selbstregulation ist ein Weg, der über Beziehung, Vertrauen und Achtsamkeit führt – nicht über Strafen, Drohungen oder Machtkämpfe.
- Montessori ist nicht nur eine Methode, sondern eine Haltung: Kinder als ganze Menschen sehen, ihnen auf Augenhöhe begegnen, und gemeinsam Wege finden, mit großen Gefühlen umzugehen.
___
In diesem Buch findest du:
? Verständnis und Wissen:
- Was Wut wirklich ist – und warum sie oft missverstanden wird
- Wie hochsensible Kinder fühlen, reagieren und welche Unterstützung sie brauchen
- Warum Gehorsam nicht das Ziel ist, sondern Selbststeuerung und emotionale Stärke
- Wie du die Montessori-Haltung in deinem Alltag leben kannst
? 50 praktische Strategien für Kinder von 4–12 Jahren:
- Von der Wut-Box bis zum Mut-Armband
- Von der Gefühls-Treppe bis zum Zuhörglas
- Von Atemspielen bis zu Ritualen für Verbindung statt Kontrolle
Alle Strategien sind erprobt, alltagstauglich und liebevoll beschrieben – für Zuhause, Kita und Schule.
? 6 Bonus-PDFs, die dich noch weiter unterstützen:
- Oppositionelle Verhaltensstörung bei Kindern (ODD) – Ein kompakter Ratgeber für Eltern und Pädagog:innen
- Achtsamkeits- und Atemübungen für Kinder
- Montessori-inspirierte Achtsamkeit bei starken Gefühlen
- Was im kindlichen Gehirn bei Wut geschieht
- Knigge für Kinder – Gutes Benehmen leicht gemacht
- 100 stärkende Botschaften für Kinder
…und mehr!
Dieses Buch ist für dich, wenn du:
- ein Kind liebst, das oft "zu viel" fühlt und "zu stark" reagiert
- mehr Verständnis statt Vorwürfe willst
- deine eigene Haltung reflektieren und neue Wege gehen möchtest
- nach Strategien suchst, die nicht nur "nett klingen", sondern wirklich im Alltag helfen
- ein liebevoller Begleiter für Kinder sein willst – mit Herz, Geduld und Respekt
___
Ich wünsche mir, dass dieses Buch dir Mut macht. Dass du darin Antworten findest, wenn du dich fragst:
"Wie kann ich meinem Kind helfen, mit seiner Wut umzugehen – ohne es zu brechen?"
Dass du spürst:
Du bist nicht allein. Es gibt Wege. Und du bist genau die Mama, der Papa oder die Lehrerin, die dieses Kind gerade braucht.
Mit Vertrauen, Herz und vielen praktischen Werkzeugen,
deine Lehrerin Hansi
? Ein Buch für alle, die Kinder mit großen Gefühlen begleiten – respektvoll, achtsam und mit viel Liebe.
Ähnlich wie Das Montessori Wut-Buch Für Eltern & Pädagog:Innen. Die Methode Der Lehrerin Hansi
Titel in dieser Serie (1)
Das Montessori Wut-Buch Für Eltern & Pädagog:Innen. Die Methode Der Lehrerin Hansi: 50 Strategien Zur Selbstregulation Bei Hochsensiblen Kindern Mit Trotz & Oppositionellem Verhalten: Toolbox für starke Kinder, #2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
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Buchvorschau
Das Montessori Wut-Buch Für Eltern & Pädagog:Innen. Die Methode Der Lehrerin Hansi - HANSI BASTIANE
Die Wut verstehen heißt, das Kind sehen lernen
Wut ist laut, intensiv und manchmal beängstigend – vor allem, wenn sie aus dem kleinen Körper eines Kindes herausbricht. Viele Erwachsene erleben diesen Gefühlsausbruch als Kontrollverlust, als Grenzüberschreitung, als etwas, das möglichst schnell „weg" muss. Doch genau hier beginnt der Fehler. Wut ist kein Problem, das es zu unterdrücken gilt – sie ist eine Botschaft, ein Ausdruck von etwas Tieferem. Wer die Wut eines Kindes wirklich versteht, beginnt, das Kind in seiner Ganzheit zu sehen.
Hinter jedem Wutausbruch steckt ein inneres Ungleichgewicht, ein nicht erfülltes Bedürfnis, eine überfordernde Situation oder ein verzweifelter Versuch, verstanden zu werden. Wenn wir die Wut lediglich als Fehlverhalten betrachten, reagieren wir mit Strafen, Drohungen oder moralischem Druck – und verpassen damit die Chance, dem Kind wirklich zu begegnen.
Ein Kind, das schreit, tobt oder sich verweigert, ruft nicht nach Kontrolle. Es ruft nach Verbindung. Nach Halt. Nach einem Erwachsenen, der bleibt, auch wenn es gerade „zu viel" ist. Ein Kind zeigt durch seine Wut: Ich bin überfordert. Ich brauche dich.
Wer beginnt, Wut als Teil des Entwicklungsweges zu begreifen, erkennt darin ein kostbares Lernfeld – nicht nur für das Kind, sondern auch für uns Erwachsene. Denn in der Begleitung dieser starken Emotionen liegt eine Einladung zur Reflexion, zur Veränderung und zur Beziehung auf Augenhöhe. Wir müssen kein perfektes Wissen über kindliche Psychologie haben. Aber wir brauchen den Mut, hinzusehen, präsent zu bleiben – und das Verhalten nicht als Störung, sondern als Signal zu verstehen.
Dieses Buch möchte dir helfen, genau das zu tun: Wut nicht als Gefahr, sondern als Gelegenheit zu begreifen. Es lädt dich ein, die Perspektive zu wechseln – vom Reagieren zum Verstehen, vom Kontrollieren zum Begleiten, vom Zuschauen zum echten Sehen.
Die Macht der Selbstregulation statt Erziehung durch Kontrolle
In stressigen Momenten greifen viele Erwachsene – ob aus Gewohnheit, Hilflosigkeit oder Zeitdruck – zu Strategien, die auf Kontrolle basieren: Befehle, Konsequenzen, Belohnungssysteme oder Bestrafung. All das zielt darauf ab, ein bestimmtes Verhalten zu „erzwingen" oder möglichst schnell zu beenden. Doch während das Verhalten vielleicht oberflächlich verschwindet, bleibt das, was es ausgelöst hat, ungelöst. Das Ergebnis: Das Kind lernt, sich anzupassen – aber nicht, sich selbst zu verstehen oder zu beruhigen.
Erziehung durch Kontrolle bringt kurzfristige Ruhe – doch sie verhindert langfristige Entwicklung.
Was Kinder stattdessen brauchen, ist die Fähigkeit, ihre Gefühle selbst zu regulieren. Und diese Fähigkeit entsteht nicht durch Druck, sondern durch Begleitung. Selbstregulation bedeutet nicht, dass ein Kind „funktioniert", sondern dass es lernt, sich selbst zu spüren, zu verstehen und in emotional aufgeladenen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Es geht darum, das innere Gleichgewicht zu finden – und genau darin liegt eine der wichtigsten Lebenskompetenzen überhaupt.
Hier beginnt die Kraft der bindungs- und beziehungsorientierten Pädagogik. Wir helfen Kindern nicht, wenn wir sie „zum Schweigen" bringen. Wir helfen ihnen, wenn wir sie befähigen, ihre Gefühle zu erkennen, anzunehmen und in gesunde Bahnen zu lenken. Dabei ist unser eigenes Verhalten entscheidend: Ein Kind lernt emotionale Selbstregulation nicht durch Worte, sondern durch Vorbilder.
Dieses Buch zeigt, wie wir Kindern auf respektvolle, achtsame Weise helfen können, mit starken Gefühlen wie Wut, Trotz oder Frustration umzugehen – ohne sie zu unterdrücken, ohne sie zu beschämen. Du wirst entdecken, wie Montessori-Prinzipien uns dabei helfen, Räume, Rituale und Haltungen zu gestalten, die echte Selbstregulation ermöglichen – und nicht bloß Anpassung an äußere Erwartungen.
Denn Kinder, die sich selbst regulieren können, werden nicht nur ausgeglichener – sie wachsen zu Menschen heran, die mit Herausforderungen gesund umgehen können. Und das ist ein Geschenk fürs ganze Leben.
Montessori als Haltung: achtsam, respektvoll, beziehungsorientiert
Oft wird Montessori lediglich mit Holzmaterialien oder freien Arbeitszeiten in Verbindung gebracht – doch das ist nur die Oberfläche. In Wahrheit ist Montessori keine Methode im engeren Sinne, sondern eine Haltung. Eine Haltung, die zutiefst menschlich, achtsam und entwicklungsorientiert ist. Sie basiert auf der Überzeugung, dass jedes Kind einen inneren Bauplan in sich trägt – und dass unsere Aufgabe als Erwachsene darin besteht, diesen Plan zu erkennen, zu begleiten und nicht zu stören.
In der Begleitung starker Gefühle – wie Wut, Frust oder Trotz – zeigt sich, wie tief wir diese Haltung wirklich leben. Montessori bedeutet: Ich sehe das Kind als eigenständige, kompetente Persönlichkeit, auch wenn es schreit, tobt oder sich verweigert. Ich kontrolliere nicht, ich begleite. Ich bestrafe nicht, ich verstehe. Ich reagiere nicht automatisch, ich beobachte bewusst.
Diese Haltung ist weder passiv noch „laissez-faire". Sie ist klar, präsent und aktiv. Sie bietet Strukturen, ohne starr zu sein. Sie setzt Grenzen, ohne zu verletzen. Und vor allem: Sie basiert auf Beziehung, nicht auf Macht.
Wenn wir als Eltern oder Pädagog:innen die Montessori-Haltung ernst nehmen, beginnen wir, das Verhalten des Kindes nicht als Problem zu sehen, sondern als Spiegel seiner inneren Welt. Wir erkennen: Die größte Aufgabe liegt nicht darin, das Kind zu verändern – sondern darin, unsere Reaktionen, unsere Sprache und unsere Erwartungen zu reflektieren.
Dieses Buch will dich dabei unterstützen, genau das zu tun – mit liebevoller Klarheit, mit fundiertem Wissen und mit praxisnahen Werkzeugen.
Für wen ist dieses Buch gedacht?
Dieses Buch richtet sich an alle Erwachsenen, die Kinder mit starken Gefühlen begleiten – mit Herz, Verstand und der Bereitschaft, hinzuschauen. Ob du Mutter oder Vater bist, Pädagog:in im Kindergarten, Lehrkraft in der Grundschule oder Betreuungsperson im Hort – dieses Buch gibt dir das nötige Wissen, die passenden Strategien und den Mut, neue Wege zu gehen.
✓ Es ist für dich, wenn du das Gefühl kennst, an deine Grenzen zu stoßen.
✓ Es ist für dich, wenn du nach Alternativen zur klassischen Strafe-Sanktion-Spirale suchst.
✓ Es ist für dich, wenn du Kinder nicht „managen", sondern stärken möchtest.
Und es ist vor allem für dich, wenn du daran glaubst, dass hinter jedem herausfordernden Verhalten ein Kind steckt, das gesehen, verstanden und begleitet werden will.
Teil 1 – Wut und Selbstregulation verstehen
1: Was ist Wut eigentlich?
Neurobiologische Grundlagen kindlicher Wut
Wut ist keine Laune, kein Zeichen schlechter Erziehung und schon gar kein „Fehlverhalten". Sie ist eine biologische Realität – eine zutiefst menschliche Emotion, die im zentralen Nervensystem verwurzelt ist und eine klare evolutionäre Funktion erfüllt: Selbstschutz.
Schon in der frühesten Menschheitsgeschichte diente Wut als Überlebensmechanismus. Sie aktivierte den Körper in Momenten von Bedrohung, Frustration oder Ungerechtigkeit. Ein wütender Mensch war ein Mensch, der sich verteidigte, Grenzen setzte oder für seine Bedürfnisse einstand. Diese Funktion ist bis heute im menschlichen Gehirn gespeichert – auch im Gehirn unserer Kinder.
Was passiert im Gehirn eines Kindes bei Wut?
Um zu verstehen, warum Kinder in bestimmten Situationen scheinbar „ausflippen", müssen wir einen Blick auf die neurobiologische Entwicklung werfen.
Das kindliche Gehirn ist kein Miniaturmodell eines Erwachsenen-Gehirns, sondern ein sich dynamisch entwickelndes System. Besonders drei Hirnbereiche sind für das Thema Wut entscheidend:
Der präfrontale Kortex (Frontallappen)
➤ Zuständig für: Impulskontrolle, rationale Entscheidungen, Emotionsregulation
➤ Entwicklung: Noch nicht vollständig ausgebildet – diese Region reift bis ins junge Erwachsenenalter (ca. 25
