Die Bombenfunktion Zinseszins: Atom- oder Finanzbombe
Von Peter Arnold und Wolfgang Arnold
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Rezensionen für Die Bombenfunktion Zinseszins
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Buchvorschau
Die Bombenfunktion Zinseszins - Peter Arnold
Vorwort
Es ist ein versteckter Konstruktionsfehler in unserem
Finanzsystem
Wenn Sie die vielfältigen Ereignisse der letzten Jahre in der „Großen Politik" sowie deren sichtbar gewordene Nähe zum Großkapital – wer ist der Herr, wer der Knecht? – auch nachdenklich gemacht haben, dann erfahren Sie in diesem Buch, warum dies so ist.
„Es ist ein Konstruktionsfehler in unserem Geldsystem: der Zins auf den Zins. Die Kritik am Geldsystem stimmt zwar, aber wir verfügen nicht über die Macht und den Willen, es zu ändern. Der Zins gehört zum Eingangsparadigma, das alle Ökonomen akzeptieren müssen – vom Bankberater bis zum anerkannten Experten der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Alle ökonomischen Modelle und Berechnungen setzen den Zins als gegeben voraus."
„Langfristig wird jedes Geldsystem durch Zins und Zinseszins zusammenbrechen."
„… unser Geldsystem ist nicht gottgegeben. Wir Menschen haben es geschaffen und könnten es auch wieder verändern. Geld zu schaffen, das weder einem krankhaften Wachstumszwang unterliegt, noch eine ständige Umverteilung von der großen Mehrheit der Menschen zu einer kleinen Minderheit verursacht."
„Das auf Zins und Zinseszins basierende Geldsystem ist kein natürlicher Organismus. Dieses künstliche Konstrukt folgt einem grundlegend anderen Wachstumsmuster – dem sogenannten exponentiellen oder Verdoppelungswachstum – verursacht durch den Zinseszins-Effekt."
Sie rechnen uns aufgrund dieser „abstrusen Aussagen zu den „spinnerten Verschwörungstheoretikern
, die seit einiger Zeit den Untergang unseres Finanzsystems predigen? Solch ein Schmarren, es geht doch speziell uns Deutschen so gut wie nie, die Aktien-Kurse steigen und steigen und nach Aussage unserer Medien „brummt die Wirtschaft, und die Politik tut auch alles, um die Wirtschaft „anzukurbeln
.
Gemach, gemach! Die oben zitierten Aussagen stammen nicht von den Autoren dieses Buches, sondern von der Kreissparkasse Rosenheim/Bad-Aibling. Unter der Überschrift „Stoff zum Nachdenken: Der Zinseszins-Effekt" war diese These im Mai 2014 auf der Homepage der KSK zu finden.
Unseren höchsten Respekt dafür!
Die Behauptung des „Konstruktionsfehlers ist keine „Verschwörungstheorie
, es ist eine mathematisch eindeutig nachweisbare Tatsache
Mit diesem Buch beabsichtigen wir, auf der Basis von Mathematik – um damit jedem „Verschwörungs-Vorwurf" mit der unbestechlichen Logik der Mathematik den Wind aus den Segeln zu nehmen – dieses Thema anzugehen. Sie werden, nach der Lektüre, aufgrund der mathematischen Zwangsläufigkeit und Eigenschaften der Zinseszins-Funktion erkennen, daß unser Finanz- und damit auch unser Wirtschaftssystem auf einer langfristig denkbar instabilen Basis gegründet wurde.
Dieses System ist zwar unvergleichlich effizient, wenn es gilt, die Menschen zu immer mehr Leistung zu motivieren, ja, sogar systemimmanent dazu zu zwingen. Es hat uns, noch überwiegend unbemerkt, zu Sklaven gemacht, die ihr Los allerdings weitgehend noch ohne Murren tragen, da es uns auch mit einem in der Menschheitsgeschichte wohl einmaligen Wohlstand belohnt hat. Dieses System ist sogar so effizient, daß es notgedrungen, um überhaupt mithalten zu können im weltweiten Wettbewerb, global von allen anderen Systemen dieser Erde übernommen werden mußte.
Wir haben dabei nur einiges übersehen:
Dieses höchst effiziente System braucht andauerndes reales Zinseszins-Wirtschaftswachstum, da es ein aus einem kleinen Ball zu einer mächtigen Lawine anwachsendes „Schneeballsystem (andere Worte dafür: ein „Ponzi-System
oder, im Klartext, ein „Betrugssystem") ist, das immer neue, zusätzliche Nach- Schuldner für die nächste Spielrunde braucht. Der unscheinbare Flecken Schnee, der oben am Hang ins Rutschen kommt, entwickelt sich mit plötzlicher Urgewalt zu einer riesigen Schneelawine, die alles unter sich begräbt, was ihr im Wege steht. So verhält sich auch unser Finanzsystem: findet es keine Nach-Schuldner mehr – aus welchen Gründen auch immer –, dann bricht das ganze darauf aufbauende Finanz- und Wirtschaftssystem zwangsläufig zusammen, mit unabsehbaren und höchst dramatischen Folgen für alle Beteiligten.
Das dafür notwendige reale Wachstum konnte die Menschheit in all den zurückliegenden Jahren nur schaffen, indem sie die natürlichen Ressourcen unserer Erde höchst innovativ ausgebeutet hat. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Energieversorgung. In Form der billigen fossilen Energieträger stehen jedem von uns unzählige willige Energiesklaven rund um die Uhr tätig zur Seite. Noch gelingt es, bei den Menschen die Illusion aufrechtzuerhalten, daß sich daran auch zukünftig nichts Grundsätzliches ändern würde und Innovationen in Wissenschaft und Technik, angeleitet durch die Politik, bereits auf dem richtigen Weg sind. Noch wird die Illusion aufrechterhalten, daß weiteren Milliarden von Menschen damit ebenfalls ein Leben nach bisherigen westlichen Maßstäben möglich wäre. Tatsächlich aber haben wir, in unserer unersättlichen menschlichen Gier, die leicht erreichbaren Schätze dieser Erde bereits jetzt weitgehend ausgebeutet und dabei billigend die Gefahr in Kauf genommen, die Lebensgrundlagen auf unserer „einzigen und „einzigartigen
Erde nachhaltig zu zerstören. Die vielgepriesenen alternativen Energieträger, wie Sonne, Wind, Biogas oder „Fracking-Gas, werden daran grundsätzlich nicht viel ändern. Sie haben vor allem die Funktion, uns zu signalisieren, daß die „Handelnden
alles im Griff haben; aber auch nicht zuletzt, um dringend immer noch neue „Nach-Schuldner für die dazu notwendigen Investitionen zu finden. Daß diese „Nach-Schuldner
unsere Urenkel sein werden, während einige, wie praktisch, bei dieser großen „Reise nach Jerusalem auch noch recht gut verdienen, wird weitgehend akzeptiert und sogar „moralisch
positiv bewertet. Tatsächlich gibt es jedoch guten Grund zu befürchten, daß Langfristauswirkungen der genannten Alternativen zur Gefährdung der elementarsten Lebensbedürfnisse des Menschen – wie dies gute, gesunde Nahrung oder sauberes Wasser sind – führen könnten. Dies sollte wenigstens öffentlich „ergebnisoffen" diskutiert werden. Es gäbe noch viel dazu zu sagen.
Die gefährlichste einer Vielzahl von Exponentialfunktionen, die die Menschheit buchstäblich umzingeln, ist die globale Bevölkerungsentwicklung. Es brauchte zwölftausend Jahre, um die Zahl von einer Milliarde Menschen zu überschreiten. Das war etwa um die Wende von 1800. Weitere 200 Jahre reichten dann aus, um die Zahl der Erdbewohner auf über sieben Milliarden Menschen ansteigen zu lassen. Beflügelt nicht zuletzt durch die positiven Wirkungen des geschilderten Finanzsystems und die gnadenlose Ausbeutung der Ressourcen dieser Erde, der Tier- und Pflanzenwelt, aber auch anderer Völker, die wir wohl mit Bedacht als „unterentwickelt" bezeichnen.
Wir müssen uns heute eingestehen, daß wir alle, vor allem im Westen, von diesem System in den letzten Jahrzehnten, wie niemand zuvor in der Geschichte, profitiert haben. Dies geschah aber alles zu Lasten anderer Menschen auf diesem Planeten, zu Lasten der Natur und zu Lasten der Lebensmöglichkeiten kommender Generationen. Durch unsere Lebensweise sind wir zwischenzeitlich als Gesellschaft so degeneriert, daß wir das absolut dramatische Weltgeschehen nicht einmal mehr wahrnehmen und die Ereignisse, die nur notdürftig verhüllt vor unseren Augen ablaufen, nicht einmal zur Kenntnis nehmen und wenn, dann nicht richtig einordnen können.
Der Politik und Wissenschaft ist das alles längst bekannt. Dazu liegen schon viele entsprechende Studien vor, die sich mit diesem Problem teilweise schon vor Jahrzehnten auseinandergesetzt haben. Es gibt aber genauso sehr gute Gründe für Politik und Wissenschaft, dies vor der Mehrzahl der Menschen noch weitgehend verborgen zu halten.
Wir werden, in wahrscheinlich nicht mehr allzu langer Zeit, eine sehr lange Rechnung für unser Tun präsentiert bekommen, und wir werden diese Rechnung bis zum letzten Cent auch bezahlen müssen. Und wir haben alles was kommen wird, als Gesellschaft – nicht als Individuum – mehr als verdient! Wer in der Demokratie schläft, wacht eben in der Diktatur auf.
Der Schlüssel zum Verständnis des ganzen
Geschehens sind die mathematischen Eigenschaften
der Zinseszinsfunktion
Keine Angst, auch wenn Sie zu denen zählen, die mit Mathematik absolut nichts am Hut haben. Sie werden es spielend begreifen. Es gibt gleich zwei gute Gründe für diese optimistische Aussage: Zum einen ist Finanzmathematik absolute Schmalspurmathematik. Alles, was Sie dafür brauchen, ist ein gesunder und wacher Menschenverstand. Wenn Sie sich für dieses Buch interessieren, haben Sie dafür den Beweis bereits erbracht. Des weiteren: Die dazu notwendige Schmalspurmathematik – notfalls sogar beginnend bei der Prozent- und Bruchrechnung – werden Sie mit unserer Hilfe schnell erfassen. Gehen Sie dazu einfach auf die Homepage von MathePeter: www.MathePeter.eu und laden Sie sich den entsprechenden Kursus unter Verwenung des Code: zZsS88361 herunter. Der freiwillig und ohne jede Gewähr oder Verpflichtung angebotene Download umfasst folgende 3 Kurseteile:
Teil 1: Basiskenntnisse Rechnen, die für das Verständnis des Zinseszins und im Alltagsleben eines jeden Menschen unbedingt vorhanden sein sollten.
Teil 2: Konzentrierte Einführung in die Grundkenntnisse der Mathematik (z.B. Potenzrechnung, Logarithmus usw). Ein konzentrierter, aber gleichzeitig sehr anschaulicher und effizienter Lehrgang der Mathematik, mit dem Sie dann wirklich alle(!) mathematischen Kenntnisse besitzen werden, um grundsätzlich die ganze „Ballahoo-Wissenschaft Finanzmathematik, die im Grunde ausschließlich auf der Zinseszinsformel basiert, verstehen zu können. Dabei geht es beispielsweise um die Begriffe und das Anwenden von „Potenzrechnung und Logarithmus
. Übungsaufgaben sind ebenfalls enthalten.
Teil 3: Grundlagen der speziellen Finanzmathematik.
Ein kleiner Kursus der speziellen Finanzmathematik, der über die im Buch vermittelten Kenntnisse hinausgeht. Auch dieser vollwertige Kursus der „Einführung in die spezielle Finanzmathematik" bietet Übungsaufgaben an.
Wichtige Anmerkung auf www.mathepeter.eu
Dieser Kursus ist kein Bestandteil dieses Buches, sondern lediglich ein unverbindliches Angebot. Es handelt sich dabei um eine rein freiwillige Leistung von MathePeter, ohne jede Begründung eines irgendwie gearteten Rechtsanspruchs. MathePeter behält sich ausdrücklich vor, die Zurverfügungstellung der Unterlagen jederzeit einzustellen oder diese überhaupt nicht anzubieten. Entsprechend ist die Weitergabe des entsprechenden Codes an jeden (auch ohne Erwerb des Buches) ausdrücklich erlaubt und erwünscht.
Um die mathematischen Ausführungen des vorliegenden Buches zu erfassen, das Buch mit deutlichem Erkenntnisgewinn und, hoffentlich, auch zeitweilig mit Vergnügen einfach zu lesen, reichen elementarste Mathematik- und Rechenkenntnisse bereits aus. Wenn Sie sich später dann auch die Mathematik-Kenntnisse angeeignet haben, arbeiten Sie das Buch eben nochmals gründlich durch.
Für den Fall, daß Sie bisher noch immer nicht davon überzeugt sind, daß das vorliegende Buch für Sie eine lohnenswerte Lektüre ist, bieten wir Ihnen auf den kommenden Seiten noch einen etwas ausführlicheren „Check" an.
Faktencheck
Notwendige Vorbildung und Voraussetzungen
Wir wünschen und erhoffen uns, daß möglichst viele „ganz normale" Menschen dieses Buch mit einer gewissen Neugierde zur Hand nehmen, um mehr über die Mathematik des unser ganzes Leben dominierenden Geldsystems zu erfahren. Dieses Wissen müssen Sie haben, um voll verstehen, nachrechnen und erfassen zu können, auf welcher geradezu grotesk instabilen und mathematisch zwangsläufig in die Katastrophe führenden Basis unser Finanzsystem konstruiert wurde.
Dabei verstehen wir unter „normalen" Menschen z.B. Menschen, die Tag für Tag ihrer Arbeit und ihren täglichen Verpflichtungen nachgehen, um den Lebens-unterhalt durch harte Arbeit zu verdienen. Möglicherweise haben Sie nicht das Glück gehabt, studieren zu können, auch wenn Sie dazu zweifellos alle Fähigkeiten gehabt hätten. Und vielleicht haben Sie ja sogar studiert, aber nicht Mathematik und auch kein technisches Fach, für das gewisse Mathematik-Kenntnisse unerläßlich sind.
Vielleicht haben Sie von der zu Schulzeiten ungeliebten Mathematik nicht viel wirklich verstanden. Vielleicht waren Sie in der Lage, mit Formeln mechanisch zu arbeiten, die Aufgaben wie nach Kochrezepten zu lösen, und haben so die Mindestanforderungen der Prüfung erfüllt. Den tieferen Sinn Ihrer Mathematik-Bemühungen haben Sie aber nie so richtig erfaßt.
Wie auch immer Ihre schulische Vorgeschichte verlief: Sie haben heute praktisch alle Mathematikkenntnisse vergessen und erinnern sich nur noch vage an Begriffe wie „Exponentialfunktionen, Potenzen oder Logarithmus".
Sie haben mit zunehmend immer mehr Menschen
gemeinsam das ungute Gefühl, daß mit unserem
Finanz- und Wirtschaftssystem etwas Grundsätzliches
nicht stimmen kann?
Sie sind geistig wach geblieben, und Ihnen ist in letzter Zeit aufgefallen, daß – sobald Sie nur das Radio oder den Fernseher anstellen – in den Wirtschaftsnachrichten und Börsenberichten immer erzählt wird, daß es mit der Konjunktur weiter aufwärts geht, wenn nicht heute, dann, nach den neuesten Wirtschaftsprognosen, aber bestimmt nächstes Jahr; daß in diesem und im nächsten Jahr die Wirtschaft wieder um soundso viel Prozente steigt, die Krise schon fast überwunden ist, daß die Politik wieder einmal – dank der rasch steigenden Steuereinnahmen und der staatlichen Ankurbelungen – glaubt, daß nächstes Jahr zum ersten Mal seit Jahren ein Haushalt ohne weitere zusätzliche Verschuldung aufgestellt werden kann. Die Wirtschafts- und Börsennachrichten sind zum stündlich wiederholten Mantra geworden, und die Verkündigung von notwendigem Wachstum und nochmals Wachstum hat das Gebet um Gottes Segen längst verdrängt.
So langsam fragen Sie sich auch, warum denn ein dauerndes Wirtschaftswachstum so existentiell wichtig zu sein scheint. Warum muss es eigentlich überhaupt weiteres Wachstum geben? Sollten wir nicht versuchen, mit dem auszukommen, was wir haben?
Wenn wir es so richtig verstehen, werden wir mit allen Mitteln der Kunst dazu verführt, immer mehr wegzuwerfen, um dafür neue Produkte zu kaufen, mit immer neuen Funktionen, die wir eigentlich gar nicht brauchen, und Dingen, die offensichtlich häufig so hergestellt wurden, daß diese das Ende der Garantiezeit gerade noch erleben.
Warum eigentlich wird mit Inbrunst an die Unternehmen und die Verbraucher appelliert, positiv in die Zukunft zu schauen. Dabei meint man doch ganz deutlich nur eines: immer mehr zu investieren und immer mehr Geld auszugeben.
Im sich stetig steigernden Bemühen lautet die intensive Botschaft: Die Politik muß die Wirtschaft durch weitere Investitionsprogramme möglichst effektiv und intelligent ankurbeln. Dabei lässt der positive Effekt solcher staatlichen Programme – für jeden erkennbar – immer rascher nach. Dafür aber explodiert die Verschuldung des Staates weiter, gerade durch alle diese Ankurbelungen immer rascher.
Warum muß denn das Bruttosozialprodukt eigentlich andauernd um bestimmte Prozentsätze wachsen? Können wir nicht mit dem Wohlstand zufrieden sein, den wir bereits heute erreicht haben? Warum drohen Rentenversicherungen und die Wirtschaft, einschließlich der damit verbundenen Arbeitsplätze, zusammenzubrechen, wenn unsere Wirtschaft nicht immer weiter wächst? Wäre es nicht längst an der Zeit, anstelle immer mehr zu arbeiten, nur um immer mehr zu konsumieren – wobei dieser Mehrkonsum teilweise schon deutlich abartige und abstruse Züge hat –, über einen Ausweg aus dem Teufelskreis nachzudenken, in dem wir alle ganz offensichtlich gefangen sind.
Augenscheinlich befinden wir uns wie ein Radfahrer auf einem schmalen Pfad, schon nach wenigen Zentimetern droht rechts oder links der Abgrund. Wenn wir anhalten, ist unsere Lage nicht mehr stabil, und wir stürzen sofort unweigerlich in die Tiefe, sobald das stabilisierende Kreiselmoment der rotierenden Räder wegfällt. Also müssen wir immer weiter fahren, obwohl wir das Ende unseres Weges ganz vorne auch schon erkennen können, da wo unser schmaler Pfad aufhört und dann auch dort nur noch Tiefe gähnt.
Ihr Gefühl täuscht nicht: Es gibt eine Erklärung, warum wir gezwungen sind, unsere Wirtschaft immer weiter wachsen zu lassen, obwohl wir wissen, daß so oder so das Ende unseres Weges bald erreicht ist.
Wo bleibt für uns Bürger der „Segen" der wachsenden
Wirtschaft und der immer weiter steigenden
Steuereinnahmen?
Als wachgebliebener Bürger drängt sich Ihnen zunehmend die Frage auf, wo denn all die positiven Effekte eines andauernden Wirtschaftswachstums bleiben? Wirtschaftswachstum bedeutet nach
