Über dieses E-Book
In der Tradition der Indianerromane von Karl May.
Dieses Buch enthält zwei Reiseerzählungen:
Bei den Giftpfeil-Indianern der Selvas
Im Dschungel am Kulisehu"
Ähnlich wie Rifland Reiseabenteuer 3
Titel in dieser Serie (29)
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Rezensionen für Rifland Reiseabenteuer 3
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Buchvorschau
Rifland Reiseabenteuer 3 - Egon Schott
1
BEI DEN GIFTPFEIL-INDIANERN
Ramon Royas
Unsere Tropa näherte sich dem Gebiet Independencia. Nur mühsam bahnte sich die lang gezogene Karawane ihren Weg durch schmale Picaden, ¹ über Moraste hin und an dichtverfilztem Farngestrüpp vorbei.
Ein Voraustrupp hatte die Aufgabe, nach passierbaren Stellen zu suchen, Hindernisse aus dem Weg zu räumen oder dort, wo keine Ausweichmöglichkeit bestand, mit der Machete, dem langen Haumesser, eine Bresche zu schlagen.
An ein Reiten war nicht mehr zu denken, denn schon die Tragsättel verfingen sich dauernd im Gewirr des Schlingpflanzennetzes.
Plötzlich ertönte ein Ruf; eine Nachricht wurde von vorne an mich, der ich mich so ziemlich am Ende der Kolonne befand, weitergegeben.
Indianer wären aufgetaucht, hieß es; ich möge deshalb zum Voraustrupp kommen.
Diese Nachricht war überraschend, mehr noch, sie war unglaubwürdig, denn in diesem Gebiet gab es noch keine Indianer. Die ersten Sippen des Bakairistammes finden sich am Rio Kulisehu, ungefähr fünf Kanu-Reisetage von Independencia flussabwärts. Nicht die Entfernung war es, die das Erscheinen von freien Dschungelindianern ausschloss, sondern eine gewisse Grenze, die bei Independencia lag, und die von dem Naturvolk nicht überschritten wurde. Das ist bisher ein ungeschriebenes Gesetz geblieben.
Die am Rio Kulisehu lebenden Indianer, die Bakairi, die Yaulapity, die Mehinacu, Auetö, Kustenau und die Trumai, kannte ich sehr gut und wusste, dass selbst die dem Gebiet von Independencia am nächsten wohnenden Bakairi-Indianer niemals in dieser Gegend erscheinen würden. So war es kein Wunder, dass mich die Nachricht, Indios seien aufgetaucht, überraschte.
Ich eilte nach vorn. Während ich mich an Tragtieren vorbeizwängte oder mich durch Pflanzengewirr arbeitete, dachte ich an Ramon Royas, den alten Indianerkommissar, der in Independencia, in einer Palmstrohhütte residierte und seine Indios aufmerksam überwachte. Wusste er, dass seine Dschungelsöhne unserer Expedition entgegengekommen waren? Handelte es sich vielleicht um eine Art Empfang? Wäre aber dann nicht der alte Haudegen selber mitgekommen? Diese und ähnliche Fragen beschäftigten mich in der halben Stunde, die ich brauchte, den Voraustrupp zu erreichen.
Sapato, der erfahrene und mit dieser Gegend vertraute Waldläufer, kam mir entgegen.
„Was gibt’s?", fragte ich ihn.
„Ein Unterhäuptling der Bakairi mit einigen Indianern ist plötzlich aus dem Dschungel aufgetaucht", berichtete Sapato. „Als ich die Indios mit einem Chorra Bakairi ² freundlich begrüßte, schwiegen sie mit finsteren Gesichtern und rieten uns, wieder umzukehren."
„Soll das am Ende ein Spaß sein?", fragte ich ungläubig.
„So dachte ich auch zuerst, Senhor; als aber der Unterhäuptling, der übrigens sehr gut portugiesisch spricht, mich wütend anstierte, und ich ihm sagte, er möge sich zum Teufel scheren, erklärte er, dass nicht weit von hier eine große Anzahl von Bakairikriegern warte und unseren Weitermarsch verhindern würde. Alle ihre Pfeile, sagte er drohend, seien vergiftet."
„Und das hast du geglaubt?, rief ich lachend. „Komm, wir werden dem Spuk gleich ein Ende bereiten.
Als ich dem Unterhäuptling gegenüberstand, fragte ich ihn in seiner Sprache: „Was wollen die Bakairi in diesen Wäldern?"
„Ich bin gekommen, um euch zu warnen, Senhor", antwortete der Indianer in einem ziemlich fließenden Portugiesisch.
„Warnen?, wiederholte ich drohend. „Wovor?
„Eure Tropa soll nicht weitermarschieren. Die Bakairi wollen es nicht, dass so viele Weiße in ihr Gebiet kommen. Ich habe den Auftrag, euch das zu sagen."
„Wer ist dein Auftraggeber?"
„Alanahare, den Ihr sehr gut kennt."
„Alanahare?, fragte ich überrascht. „Was hat der schon zu sagen? Glaubt er vielleicht, weil er der Neffe Katunes, des Oberhäuptlings der Bakairi ist, etwas verbieten zu können? Ja, nicht einmal Katune, dessen Freund ich bin, würde Derartiges wagen. Weiß denn der alte Häuptling überhaupt etwas von dieser Eigenmächtigkeit seines Neffen?
„Nein, er kann es nicht wissen, denn er ist tot. Ac-tuschaua ³ aller Bakairi ist jetzt Alanahare."
„Ach, so ist das!", sagte ich gedehnt.
Der junge Alanahare war alles eher als mein Freund, denn ich hatte ihn einmal gezwungen, Verhandlungen, die mit einem benachbarten Stamm geführt werden sollten, fernzubleiben. Da mir zu jener Zeit vom alten Katune die Würde eines Häuptlings verliehen worden war und Alanahare noch zu den Jungmännern gehörte, musste er mir gehorchen. Das kränkte ihn. Auch war er ein besonderer Hasser der Weißen und trug sich mit allerlei revolutionären Gedanken, die ihm sein älterer Bruder, Mepena, der sich längere Zeit in der Zivilisation aufgehalten hatte, einimpfte. In der Ablehnung dieser unreifen und irrigen Gedankengänge war ich mit dem alten Katune einig, und dies vor allem hatte mir den Hass Alanahares eingetragen.
„Kennst du mich?", fragte ich den Unterhäuptling in der Bakairisprache.
„Ich weiß von euch, Senhor", sagte er, beharrlich bei seinem Portugiesisch bleibend.
„Wie ist es möglich, dass wir einander nie gesehen haben?"
„Weil ich jedes Mal, wenn Ihr zu den Bakairi kamt, nicht im Tapui ⁴ war. Ich hielt mich öfter im Gebiet von Corregofundo und in Luiz de Caceres auf. Ich bin sogar in Cuyaba gewesen."
„So bist du Mepena, der Bruder Alanahares?"
„Der bin ich."
Während ich diese Antwort gab, glitten meine Augen über seine Gestalt. Er war nicht von jenem idealen Wuchs, wie man ihn bei den Indianern zumeist findet. Vor allem war sein linkes Bein bis auf die Knochen abgemagert; er konnte es, wie ich bei einer Bewegung gesehen hatte, nicht so gebrauchen wie eine gesunde Gliedmaße, wodurch er ein wenig humpelte. Diese Verunstaltung war die Folge eines Schlangenbisses.
Als er geantwortet hatte, sagte ich: „Dem Alter nach hättest doch du Oberhäuptling werden müssen?"
„Ich bin lieber der Berater meines Bruders, der ein ausgezeichneter Krieger ist und sich besser zum Oberhäuptling eignet als ich."
„Ich verstehe, sagte ich, mich nun ebenfalls der portugiesischen Sprache bedienend, da der Gedanke, den ich gefasst hatte, in der primitiven Sprache der Bakairi schwer ausdrückbar war. „Du bist der Minister des Äußeren, begibst dich öfter in die Zivilisation, hörst dort herum und bringst in dein Tapui mit, wovon du glaubst, dass es deinem Stamm nützen wird.
„Ihr habt es richtig gesagt, Senhor."
„Nachdem du der Berater Alanahares bist, muss ich annehmen, dass die komische Idee, uns aufzuhalten, von dir stammt."
„Mein Bruder und ich haben diesen Entschluss gemeinsam gefasst."
„Habt ihr auch Ramon Royas davon in Kenntnis gesetzt?"
„Nein. Wir taten es nicht, weil wir wussten, dass sich Royas auf eure Seite stellen würde."
„Ihr tut also etwas, womit die Regierung dieses Landes nicht einverstanden ist. Ihr droht mit vergifteten Pfeilen, obwohl ihr wisst, dass man euch, wenn ihr Ernst machen würdet, nicht als indianische Krieger, sondern einfach als Mörder verfolgen würde. Die Tapuis der Bakairi liegen ja doch noch zu nahe an der Zivilisation, als dass ihr euch derartigen Unsinn leisten könntet. Da ich ein Freund der Bakairi bin, will ich dir deine Aufgabe erleichtern: Schicke deine mit vergifteten Pfeilen bewaffneten Krieger zurück und begleite mich zu Ramon Royas, wo wir einen palavrorio ⁵ halten wollen."
Der Indianer lächelte, blickte mich mit seinen klugen Augen an und sagte: „Ihr seid sehr geschickt, Senhor. Ihr wisst sicherlich, dass es außer diesen drei Kriegern, die neben mir stehen, keinen einzigen Bakairi in der ganzen Umgebung gibt und dass wir uns hüten werden, in der Nähe von Independencia mit vergifteten Pfeilen zu schießen. Trotzdem sagt Ihr, ich möge meine Krieger zurückschicken?"
„Sollte ich dich zwingen, eine Lüge einzubekennen? Nachdem du aber selbst zugibst, nicht die Wahrheit gesagt zu haben, möchte ich gerne wissen, was mit dieser plumpen List hätte erreicht werden sollen."
Mepena überlegte eine Weile und sagte dann: „Die Antwort auf Eure Frage, Senhor, lasst mich später geben. Zuerst wollen wir einen palavrorio bei Ramon Royas halten."
„Gut, ich bin einverstanden", erwiderte ich und gab Befehl zum Weitermarsch.
Am späten Nachmittag erreichten wir eine Lichtung, durch die der Kulisehu ruhig dahinfloss. An seinem Ufer waren die Dächer einiger Palmstrohhütten zu sehen und ein wenig abseits, auf einer kleinen Anhöhe, stand ein bungalowartiges, mit Baumrinde gedecktes Haus: das Regierungsgebäude von Ramon Royas.
Ich ließ die Tropa halten, bestieg mein Maultier und ritt auf das Haus zu. Da trat auch schon ein Mann heraus, schritt die Stufen, die zur Veranda des Hauses führten, hinunter und kam mir langsam entgegen; es war Ramon Royas, der alte Indianer-Kommissar. Wir umarmten einander, wie es in Brasilien üblich ist, beklopften uns gegenseitig die Schultern und sagten herzliche Worte zur Begrüßung. Um der Form zu genügen, musste ich auch Royas bitten, meiner Expedition das Lagern auf der Lichtung zu gestatten.
Während die Tropa aufmarschierte und mit den Arbeiten zur Errichtung eines vorläufig behelfsmäßigen Lagers begonnen wurde, saß ich mit dem weißhaarigen Royas auf der primitiven Veranda seines Hauses.
„Bevor wir uns über Zweck und Ziel meiner Expedition unterhalten, begann ich, „möchte ich fragen, ob der Mexikaner Gonzales bei Ihnen aufgetaucht ist.
„Natürlich! Er ist gestern abgehetzt und voll Eile angekommen und hat heute früh ebenso eilig die Reise fortgesetzt. Ich habe ihm jede nur mögliche Unterstützung gewährt und hoffe, dass Sie zufrieden sein werden."
„Zufrieden?, fragte ich überrascht. „Seit wann unterstützen Sie Verbrecher?
Royas machte ein erstauntes Gesicht: „Verbrecher, sagen Sie? Gonzales kam doch in Ihrem Auftrag. Er brachte mir Grüße von Ihnen und erzählte, dass er seine Diamantensucherei mit Ihrer Expedition verbunden hätte und dass er dies alles gemeinsam mit Ihnen durchführen werde."
„Daran ist kein wahres Wort. Der geriebene Gauner hat Sie hineingelegt. Was für einen Bären hat er Ihnen aufgebunden?"
„Das, was er sagte, klang gar nicht nach einem aufgebundenen Bären. Sie selbst ließen mich schon vor Wochen verständigen, dass Sie mit einer besonders großen Tropa eintreffen würden. Es war also glaubwürdig, wenn Gonzales erklärte, er müsse in Ihrem Auftrag eiligst zu den Bakairi, um eine größere Rudermannschaft und einige Ubas ⁶ heraufzuholen, da Sie mit rund zwanzig Personen und dem dazugehörigen riesigen Gepäck die Fußreise antreten würden. Auch zeigte er mir ein Empfehlungsschreiben vom Ackerbauministerium, und sogar meine Tochter und mein Schwiegersohn haben sich für ihn eingesetzt. Ich hatte also wirklich keinen Grund, diesem Mann zu misstrauen."
„Ich erinnere mich, sagte ich, „Ihre Tochter und deren Mann standen mit Gonzales in Verbindung, ohne Ahnung, dass sie es mit einem Verbrecher zu tun hatten. Dieser Mann hat zwei Mordversuche auf dem Gewissen. In beiden Fällen hätte ich das Opfer sein sollen.
Royas stieß einen seiner kräftigen Flüche aus, sprang auf und begann wütend auf der brüchigen Veranda auf- und abzugehen. Das ganze Haus kam unter den trotzigen Schritten des alten Soldaten ins Wanken und es dauerte eine Weile, bis er sich in neuerlichen Flüchen Luft machte: „Ich habe diesem Erzgauner alle meine Tauschgegenstände mitgegeben, ihn mit Proviant versorgt und meine zwei schönsten Boote zur Verfügung gestellt. Plötzlich blieb er stehen und fragte: „Warum aber tat er das? Wäre es ihm um die Diamantensucherei, die er vorgab, ernst gewesen, hätte er doch meine Hilfe gebraucht und sicher nicht ...
Ich unterbrach seinen Wutausbruch: „Das Diamantensuchen war nur ein Vorwand. Gonzales brach durch seine Handlungsweise alle Brücken hinter sich ab, weil er dazu gezwungen war; er ist geflüchtet."
„Geflüchtet? Zu den Bakairi? Für gar so dumm halte ich ihn nicht. Was will er bei den Indianern? Er weiß genau, dass es nur eines Wortes von mir bedarf, und die Bakairi liefern ihn als zusammengeschnürtes Bündel bei mir ab. Da steckt etwas ganz anderes dahinter."
„Sehr richtig! Was dahintersteckt, werde ich Ihnen sagen, sobald Sie mir ein paar Fragen beantwortet haben. Seit wann ist Katune tot?"
Royas rechnete nach, dann sagte er: „Vor einem Jahr waren Sie bei mir und sind dann zum Paranatinga hinüber. Damals begleitete Sie Ihr Freund Katune hierher und trank zum Abschied meinen Rum aus. Ungefähr zwei Monate später bekam ich Nachricht, der Oberhäuptling sei von einer Schlange gebissen worden und unmittelbar darauf in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Katune ist also rund zehn Monate tot."
„Und Gonzales? Wann tauchte der auf?"
„Kurz nach Katunes Tod. Er war über den Paranatinga ins Gebiet der Bakairi gelangt und ist über den Kulisehu zurückgekehrt. So kam er hier vorbei. Er befand sich in Begleitung Mepenas, eines Neffen Katunes. Dieser Indio vertritt in blindem Fanatismus den Gedanken, die Indianer hätten sich von den Weißen fernzuhalten. Nur Gonzales bezeichnete er als einen Freund der Indios, der, wie kaum ein anderer Zivilisationsmensch, Verständnis ihren Schwächen und Stärken entgegenbringe. Auch dies bewog mich, den Mexikaner gut aufzunehmen und ihm zu vertrauen."
„Das genügt vorläufig, sagte ich befriedigt. „Wir wissen jetzt, woran wir sind.
„Ich weiß vorderhand gar nichts", warf Royas missmutig ein.
„Etwas Geduld, alter Haudegen", erwiderte ich, „Sie werden rascher im Bilde sein, als Sie glauben. Hören Sie zuerst folgende Vorgeschichte, die in Rio ihren Anfang nimmt: Dort treibt sich ein an die Luft gesetzter Dominikanerpater umher. Dieser ehemals fromme Bruder erzählt jedem, von dem er sich einen Vorteil erwarten kann, dass er im Besitz eines von ihm in alten Klosterchroniken gefundenen Planes sei, mit dessen Hilfe todsicher ein am Rio Kulisehu vergrabener tesouro jesuitico ⁷ gefunden werden könne. Auch Gonzales war einer seiner Gimpel, die an diesen Schwindel glaubten. Der Padre ließ durchblicken, dass der Schatz in der Nähe einer Bakairisiedlung verborgen sei. Gonzales, dem schon früher etwas von einem Schatz am Kulisehu zu Ohren gekommen war und der deshalb die Bakairi aufgesucht hatte, glaubte unerschütterlich an die Verwendbarkeit dieses Planes, den er um jeden Preis von dem Padre haben wollte. Da diese Skizze wahrscheinlich nur eine Erfindung des nach Schnaps dürstenden und zahlende Gimpel suchenden Klosterbruders ist, schob dieser die Übergabe immer wieder hinaus, bis ihm kein anderer Ausweg blieb, als mich in diese alberne Geschichte hineinzuziehen."
„Sie, den erbitterten Gegner aller Schatzsucherei?", fragte Royas erstaunt.
„Leider, gerade mich. Ich muss sagen, der Padre hat da sehr schlau gehandelt und zwei Fliegen mit einem Schlag getroffen. Er erklärte Gonzales, mir, der ich doch eine wohlausgerüstete Expedition zum Kulisehu führe, habe er den Plan übergeben. Ich sei ein seriöser und dem Schatzsucherschwindel abholder Mann, der nur dann zugreife, wenn es sich um eine wirklich aussichtsreiche Sache handle. Mit mir, unterrichtete er Gonzales, würde er gerne teilen, denn nur so gelänge er mit Sicherheit in den Besitz eines Millionenvermögens. Diese erlogene Geschichte erweckte in Gonzales erst recht den Glauben an das Vorhandensein des Schatzes, und sein Vorsatz, mir den Plan abzunehmen, wurde unerschütterlich."
„Darüber hat Gonzales kein Wort gesprochen."
„Das kann ich mir denken."
„Gut! Möge es sich nun so oder anders verhalten, ich versteh nur eines nicht: Was will der Mann bei den Bakairi, die ohne meine Einwilligung keinen Weißen in ihrem Gebiet dulden? Ich werde sofort ein Kanu losjagen und Alanahare den Befehl überbringen lassen ..."
„Das wäre vielleicht verfrüht. Wir werden zuerst mit Mepena sprechen; er ist hier."
„Mepena soll hier sein? Unmöglich!"
Ich stand auf, rief einen Caboclo heran und beauftragte ihn, Mepena unter den Expeditionsleuten zu suchen und zu uns zu beordern. Dann erzählte ich Royas, was sich zugetragen und welchen Beschluss Alanahares mir Mepena mitgeteilt hatte. Dabei erwartete ich, der alte Soldat würde wutschnaubend, wie es seine Gewohnheit war, wenn er von einer Disziplinlosigkeit erfuhr, zu toben beginnen. Aber nichts von dem. Er blieb ruhig sitzen, blickte starr vor sich hin. Man konnte sagen: wie ein Vater, dem man soeben eine Nachricht über seinen missratenen Sohn überbracht hat, und er schwieg. Erst nach geraumer Zeit wandte er den Kopf zu mir mit dem Bemerken: „Das ist der Anfang vom Ende. Wenn sich freie Indianer mit Weißen verbünden, sind sie dem Untergang geweiht. Dieser Mepena ist ein Querkopf. Er betreibt das, was wir Politik nennen. Obwohl er sich von den Einflüssen der Zivilisation freihalten möchte, will er sich ihrer Segnungen bedienen. Kaum dass er Gonzales in Luiz de Caceres kennenlernte, scheint er an diesem Gauner einen Narren gefressen zu haben. Wer weiß, welche unsinnigen Gedanken in den Gehirnen der Bakairi herumspuken. Da müssen wir dahinterkommen. Royas stand auf, legte seine Hand auf meine Schulter und sagte: „Ich bin froh, dass Sie jetzt hier sind.
Als der Caboclo, der Mepena hätte holen sollen, zurückkehrte und berichtete,
