Schnee-Bantu: nannte man mich im südlichen Afrika
()
Über dieses E-Book
Jürgen Heinzelmann
Jürgen Heinzelmann, 1938 geboren in Frankfurt a.M., verbrachte seine Kindheit in Oberhessen und die spätere Gymnasialzeit in Hamburg. Es folgten 8 Jahre Bundeswehr. Angetrieben von Abenteuerlust wanderte er 1964 aus Deutschland aus und fand sich durch Ver-mittlung eines Freundes mehr oder weniger zufällig auf einer Rinderfarm im damaligen Südwestafrika, dem heutigen Namibia, wieder. Land und Leute gefielen ihm auf Anhieb so, dass er blieb. Seit frühesten Jugendtagen begeistert von Leben und Arbeit auf einem Bauernhof, vor allem dem Umgang mit Tieren, gab ihm die Tätigkeit auf verschiedenen Farmen Gelegenheit, einen Traum zu verwirklichen. Schnell lernte er die dortigen Lebensbedingungen kennen und eignete sich die Sprachen, wie Afrikaans, otjiHerero und Owambo, an. Er respektierte die Menschen und wollte sie verstehen. Deren Weisheit, spontane Hilfsbereitschaft und die ansteckende Fröhlichkeit vieler Einheimischer begeis-tern ihn bis heute.
Ähnlich wie Schnee-Bantu
Ähnliche E-Books
Australisches Radabenteuer: Über Queenslands Rüttelpisten zur Nordspitze Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Traum ist nicht genug: Kurze Geschichten von langen Reisen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen100% Down Under: Ein Rucksack voller Australiengeschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTatort Namibia Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWien - Wo alles begann Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenExpeditionsreise Südostafrika Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Fünf waghalsige Reisen in Afrika: Tagebücher und Briefe aus den 1970er Jahren Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIrgendwann ist irgendwann zu spät: Warum Vater & Sohn das große Motorradabenteuer wagten und wie es sie veränderte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDown Under: Die Viererbande unterwegs auf dem fünften Kontinent Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Dorfelvis: Wie er Fats Domino den Arsch rettete und Chuck Berry in Unterhosen sah. Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPaula on Tour - „Etappen um die Welt“: Westafrika Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDummelhumm - Im Angesicht des Löwen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKilimanjaro & Mount Meru: Zwei Jahre, Sechs Besteigungen & unvergessliche Momente Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNamibia - eine abenteuerliche Reise Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRadflimmern – Mit dem Fahrrad unterwegs in Afrika Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Schaffhauser auf dem West Highland Way: Die Sache mit dem Rucksack Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPilgern nach Norden: Auf Jakobswegen, Ochsenweg, Heerweg und Olavsweg von der Haustür bis nach Trondheim Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFahrradtouren am Niederrhein: ... sowie Fahrradtouren im Münsterland, im Teufelsmoor bei Bremen, in der Lüneburger Heide, im Emsland und in Ostfriesland Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie verrückte Alte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHin und weg: Tagebuch einer Weltreise Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAbenteuer Afrika - Europa bis Kapstadt: Drei Overlander, zwei Autos, ein Kontinent und viel Verrücktes Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBruckmann Reiseführer Namibia: Zeit für das Beste: Highlights, Geheimtipps, Wohlfühladressen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFernweh - mit dem Motorrad um die Welt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAls Frau allein mit dem Fahrrad rund um Afrika: Durch 33 Länder auf dem schwarzen Kontinent Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAppalachian Trail: eines der letzten Naturerlebnisse auf einem ausgebeuteten Planeten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWitara: Ruf der Namib Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen2 Schweine in Australien: Die saukomischen Reisetagebücher von Joe S. Nuts & Jo Piccol Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen49.847 Kilometer: 29 Länder, zwei Motorräder, ein Zelt, ein Mann und ich Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUnbequem glücklich: Auf dem Pacific Crest Trail von Mexiko nach Kanada Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Biografien / Autofiktion für Sie
Der Mann ohne Eigenschaften Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Idiot: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKrieg und Liebe: Erich Maria Remarque und die Frauen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStolz und Vorurteil: Vollständige deutsche Ausgabe mit neuer Rechtschreibung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen33 Länder, 33 Wochen, 33 Jobs: Als Jobhopper unterwegs von Aalborg bis Zagreb Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHinter Frack und Fliege: Intime Geschichten um die Wiener Symphoniker 1977 bis 1988 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMontaigne Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSeelenTanz: John Cranko und das Wunder des Balletts Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGanz normale Tage: Geschichten von Träumen und Traumata Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Neurochirurg, der sein Herz vergessen hatte: Eine wahre Geschichte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDIE SEELE IM JENSEITS. Erleuchtung geschieht, wenn von uns nichts als Liebe übrig ist Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Bahnwärter Thiel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMao Zedong. ›Es wird Kampf geben‹: Eine Biografie Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Im Familiengericht mit einem Narzissten: Russisches Roulette in deutschen Behörden Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWolfgang Borchert: Alle Werke, alle Schriften: Die Gesamtausgabe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMagellan Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Tochter des Bildhauers Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Trinker: - Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAchterbahn - Eine Biografie Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Limonow Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Kundalini und die Lehren eines Meisters Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Warum nur einen lieben, wenn ich alle haben kann?: Bekenntnisse einer Nymphomanin Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWie das Jugendamt wirklich tickt: Meine Erfahrungen mit dem Jugendamt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEiserner Wille: Mein Leben und die Lektionen von Cus D'Amato Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDraußen vor der Tür Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenYo es otro. Septología III-V: Septología III-V Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Schnee-Bantu
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Schnee-Bantu - Jürgen Heinzelmann
Die Rahmenhandlung des Buches ist eine Tour des Autors mit seinen Söhnen Dirk und Gerhard, damals 13 und 17 Jahre alt, durch Südwestafrika, das heutige Namibia, etwa zwei Jahre vor dessen Unabhängigkeit. Sie kampierten wild, was man damals noch konnte und durfte. Am wärmenden Lagerfeuer erzählt er abends von seinen früheren Erlebnissen, von Land, Leuten und Tieren.
Jürgen Heinzelmann, 1938 geboren in Frankfurt a.M., verbrachte seine Kindheit in Oberhessen und die spätere Gymnasialzeit in Hamburg. Es folgten 8 Jahre Bundeswehr. Angetrieben von Abenteuerlust wanderte er 1964 aus Deutschland aus und fand sich durch Vermittlung eines Freundes mehr oder weniger zufällig auf einer Rinderfarm im damaligen Südwestafrika, dem heutigen Namibia, wieder. Land und Leute gefielen ihm auf Anhieb so, dass er blieb. Seit frühesten Jugendtagen begeistert von Leben und Arbeit auf einem Bauernhof, vor allem dem Umgang mit Tieren, gab ihm die Tätigkeit auf verschiedenen Farmen Gelegenheit, einen Traum zu verwirklichen. Schnell lernte er die dortigen Lebensbedingungen kennen und eignete sich die Sprachen, wie Afrikaans, otjiHerero und O-wambo, an. Er respektierte die Menschen und wollte sie verstehen. Deren Weisheit, spontane Hilfsbereitschaft und die ansteckende Fröhlichkeit vieler Einheimischer begeistern ihn bis heute.
Seine beiden Söhne Gerhard und Dirk motivierten ihn dazu, einige seiner vielfältigen Erlebnisse schriftlich festzuhalten.
Für meine Söhne
Gerhard und Dirk
„Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann."
Jean Paul
Kursiv gesetzte Begriffe, Eigennamen und landesübliche Bezeichnungen werden im Glossar am Ende des Buchs in alphabetischer Reihenfolge erläutert.
INHALT
Noordoewer
Ankunft auf ›Frischgewagt‹
Blacky
AI-AIS
Blackys Zähmung
Steinfeld Garage
Rindertreck
Die Wüste
Mit Blacky nach ›Omateva‹
Sesriem
Gepardenjagd
Sossusvlei
Henno Martin Höhle
Hyänen
Festgefahren
Leopardenjagd
Spitzkoppe
Blacky ist weg
Brandberg
Roland und Geisha
Tsisab-Schlucht
Zähmung der Wildpferde
Blackout
Twyfelfontein
Beaufort West
Heimfahrt
Malaria
Danke
Glossar
NOORDOEWER
(Nordufer)
Fast ohne Übergang ist es stockfinster geworden. In diesen Breiten gibt es so gut wie keine Dämmerung. Der Mond ist noch unsichtbar, nur unendlich viele gleißende Sterne am nächtlichen Himmel, der sich über unseren Köpfen wölbt, als wolle er Schutz gewähren.
Wenn sich zu dieser Jahreszeit die Sonne im Westen am Horizont verabschiedet, kann man für eine kurze Phase im Osten erkennen, wie sich ein dunkler, nahezu schwarzer Schleier in die Höhe entfaltet, als stülpe sich wie früher auf einer Kirmes beim ›Raupenkarussell‹ das Verdeck über den Wagen. Der Schatten der Erde zeichnet sich in der reinen Atmosphäre deutlich als Farbunterschied ab. Welch einzigartiges Erlebnis, dieses Phänomen der Natur zu beobachten.
Ein schwaches Restfeuerchen zeugt von der vorangegangenen Mahlzeit. Hier sitze ich, gleich hinter der Grenze von Südafrika nach Südwestafrika, mit meinen Söhnen Gerhard und Dirk, 17 und 13 Jahre alt. Namibia wird dieser Staat erst 1990 – zwei Jahre darauf – genannt werden, nachdem er die Unabhängigkeit von Südafrika erlangt hat.
Mit unserem betagten VW-Bulli, Baujahr 1971, sind wir in aller Frühe in Paarl, unserem Heimatort in der Nähe von Kapstadt, gestartet. Die Jungen beginnen gerade, ihre Juni/Juli-(Winter-)Ferien nach Herzenslust zu genießen. Es soll eine ›echte Männertour‹ durch das Land werden, das 11 Jahre meines Lebens entscheidend geprägt hat. Ich will ihnen Berge mit mannigfaltigen Strukturen, einförmige Steppe, die Namib-Wüste mit hohen Wanderdünen, den Reichtum der wilden Tiere und das eindrucksvolle Leben in freier Natur näherbringen, dazu all mein erworbenes Know-how, das manchmal zum Überleben im Veld unentbehrlich ist. Ich will sie auf dieser Tour aber auch teilhaben lassen an zahlreichen Begebenheiten auf den Farmen, wo ich als Eleve in der Landwirtschaft begann und in der Folge die Position des Verwalters einnahm.
Wir haben die Grenzbrücke überquert und schlagen unmittelbar am Nordufer des Oranje unser erstes Lager auf. Tief eingeschnitten in die kantigen Felsen des nördlichen Namaqua-Landes, bildet dieser Fluss die natürliche Grenze zwischen Südafrika und Namibia. Es besteht noch kein Gedanke daran, dass nach der Aufhebung des südafrikanischen Protektorats dort ein offizieller Grenzposten eingerichtet wird, mit Zollkontrolle und Passstempel.
Hohe, dickstämmige Eukalyptusbäume stehen, dürftigen Schatten spendend, auf dem Campingareal unweit der kleinen, viereckigen Chalets, die zu der Motelanlage gehören.
»Ihr könnt euch aussuchen, wo ihr hinwollt. Da ist eine Menge Platz. Nur zwei Wohnwagen sind eingeschrieben«, klärt die hilfsbereite Dame Dirk auf, den wir zum Fragen an die Rezeption vorgeschickt haben.
Nach einem flüchtigen Erkundungsgang entschließen wir uns einstimmig für eine Stelle mit ebenem, sandigem, aber festem Untergrund. Für diese Übernachtung perfekt. Mehr als genug Fläche für drei Personen zum Schlafen nebst Ferienmobil.
»Da hinten sieht man ja Südafrika!«
Dirk weist mit gestrecktem Arm über die Schlucht hinweg. Andächtig, wie vor dem Gemälde eines Alten Meisters stehen wir für einen Augenblick und genießen die herrliche Fernsicht über das schroffe Flusstal auf die Silhouette der in der Nachmittagssonne farbenprächtig glühenden Bergrücken.
Vor der Abreise hatten wir vereinbart, alle Aktivitäten zünftig und naturnah anzugehen. Das wird auch mühelos beim allerersten Nachtmahl in die Tat umgesetzt. Instantkaffee beispielsweise kommt schlicht nicht infrage! Dunkelbraun geröstete Kaffeebohnen befinden sich in einer luftdicht verschlossenen Verpackung in der blechernen Vorratskiste. Während Dirk eine ausgiebige Portion davon geschickt zwischen zwei flachen Steinen zu einem feinkörnigen Granulat zermahlt, unterhalten wir uns angeregt über Sternkonstellationen. Im traditionellen, gusseisernen Dreifußtopf, den man in Südwest seit jeher auf offener Flamme verwendet, beginnt das Wasser zu kochen. Auf den Moment hat Dirk gewartet, der unsere allgemein fast in Vergessenheit geratene Zubereitungszeremonie liebt, obwohl er in seinem Alter noch kein echter Kaffeefan ist. Er hebt den Pot mit dem zu diesem Zweck zurechtgebogenen Drahthaken zur Seite und schüttet sein selbst fabriziertes Kaffeepulver Löffel für Löffel hinein. Ein Weilchen ziehen lassen, umrühren, dann der Trick: mit einem an der Spitze glühenden Stock schreckt er die dunkle Flüssigkeit ab, wobei all die winzigen, schwebenden Teilchen nach unten sinken. Ohne Sieb können wir das dampfende Getränk mit unseren Koppies herausschöpfen. Frisch aufgebrüht duftet es unwiderstehlich und schmeckt köstlich in dieser besonderen Stimmung am Lagerfeuer. Besser als jemals zuvor. Vorsichtig tasten wir vor dem ersten gierigen Schluck mit der Zunge den Rand des Blechbechers ab, um die Lippen nicht zu verbrennen.
Gerhard hat längst die erforderlichen Essenszutaten griffbereit nebeneinander auf der Gummimatte in der geöffneten Autoschiebetür platziert. Nun pult er das rechteckige Stück Streckmetall aus seiner Verpackung, das uns mit seinen rautenförmigen Öffnungen als Reiserost dienen soll. Aus den lodernden Holzscheiten ist derweilen die erwünschte Glut entstanden, worauf für drei redlich Hungrige die Lammkoteletts fachmännisch gegrillt werden. Ein Eckchen bleibt seitlich frei für den Topf, in dem der Reis vor sich hin quillt, und auf dem aufgeklappten Dreibein aus Rundeisen brutzelt der Dosenmais mit einem Klecks Margarine in der von jahrelangem Gebrauch verbeulten Aluminiupfanne.
Großen Wert legen wir stets auf einen ordentlich gedeckten Tisch mit einem grünkarierten Leinentuch, das über die Proviantkiste gebreitet wird, nachdem wir alle Sachen, die wir brauchten, herausgenommen haben. Neben Teller und Besteck ist sogar für jeden eine gemusterte Papierserviette dabei. Obwohl wir drei mitunter bei Muttern über solcherlei ›Safari-Etikette‹ lästerten, ist es spaßig, in der einsamsten Wildnis an einer gewissermaßen vornehm gedeckten Tafel Platz zu nehmen. Unweigerlich wird das mit ›Mama würde sich über uns freuen!‹ von einem der Jungs kommentiert.
Nachhaltig gesättigt bereiten wir geschwind alles für die Nachtruhe sowie den frühen Aufbruch vor. Die picobello gespülten Essgerätschaften und sonstigen Kochwerkzeuge werden in den dafür vorgesehenen Fächern im Bulli verstaut. Anschließend machen wir uns auf, die Umgebung zu erkunden, beginnend auf dem abschüssigen, befestigten Pfad die Böschung hinunter zwischen Klettgras, niedrigem, dornigem Gestrüpp und einigen hochstämmigen Berg-Aloen zum Oranje, einem der wenigen, aufgrund von Staudämmen ganzjährig wasserführenden Flüsse Südafrikas. Die meisten Flussläufe sind nämlich monatelang ausgetrocknet, solange im Zulaufgebiet der Regen ausbleibt. Wasserreserven in Form von Schneekuppen gibt es nicht. Wie geschmolzene Schokolade schiebt sich das braune Wasser zäh in einer der breiten Passagen dahin. Weiter unten brandet es über polierte Steine, zwängt sich nach zahllosen Kaskaden durch eine Felsenenge, um fernab in den Atlantischen Ozean zu münden. Am Ufer angeschwemmter Löss bietet einen prächtigen Nährboden für Luzerne, auch Alfalfa genannt, die bei genügend Feuchtigkeit im Sommer alle sechs bis acht Wochen mähreif ist.
Ein verschlungener Weg leitet uns von den Feldern wieder nach oben zum Raststättenbereich, zu dem auch ein Restaurant und ein Laden gehören. Zunächst ziellos schlendern wir auf dem Terrain der angrenzenden Tankstelle herum. Vielleicht zeigt sich ja ein bekanntes Gesicht. In Noordoewer ist das durchaus möglich.
»Es gab hier doch immer ein Kamel«, murmele ich vor mich hin. »Habt ihr Lust zu gucken?«
In Richtung Grenzübergang entdecken wir den Kral, eine mit Holzpfählen und Draht eingezäunte Koppel, in dem das große Wüstentier phlegmatisch wiederkäuend herumsteht. Wiewohl die Augen geöffnet sind, kann man schwer feststellen, ob es wacht, schläft oder nur tiefgründig meditierend das Dasein verdöselt.
Es ist das letzte seiner Art im Land. Ein Überbleibsel der Polizeieskorten, die einst auf Kamelrücken durch die steinige Halbwüste Streife ritten, um Diamantenschmuggler aufzuspüren. Inzwischen gilt es quasi als Museumsstück, das die nostalgischen Saiten der alten Südwester zum Klingen bringt. Niemand weiß genau sein wahres Alter. Auf eine diesbezügliche Frage bekommt man als einzige Antwort:
»Keine Ahnung, vor dreißig Jahren kam ich zum ersten Mal hierher. Da stand es auch schon da.«
In der nächsten Minute rollen hintereinander drei wuchtige Viehtransporter mit dröhnender Motorbremse an die Zapfsäulen. Zugmaschinen und Anhänger, beladen mit je dreizehn ausgewachsenen Ochsen, sind unterwegs zum zentralen Schlachthof in Kapstadt. Hier in Noordoewer machen die Fahrzeugführer eine kurze Rast, um Diesel zu tanken, die Lkws zu inspizieren und die Reifen zu prüfen. Gleichermaßen werden sämtliche Lichter unter die Lupe genommen.
Die Tiere stehen zumeist ruhig auf der Ladefläche; das eine oder andere legt sich hin. Während der Fahrt müssen sie grundsätzlich aufrecht bleiben, da andernfalls unvermeidliche Tritte zu dauerhaften Blutergüssen führen. Im Ablauf des Schlachtvorganges werden diese verletzten Fleischteile herausgeschnitten. Der entstehende Gewichtsverlust bedeutet für den Züchter einen erheblichen finanziellen Schaden. Jeder, der lebendes Vieh transportiert, beachtet deshalb vor der Abfahrt strikt diese Regel.
»Na, wenn das mal nicht der Erwin ist, der da aus dem Laster steigt«, staune ich hörbar. Als ich überzeugt bin, rufe ich laut seinen Namen. Der Gerufene blickt sich suchend um. Ein überraschendes Wiedersehen nach vielen Jahren, auf das eine wortreiche Begrüßung folgt.
»Hallo, altes Haus! Hast dich aber gut gehalten und das ist Gerhard? Junge, ich kann mich noch genauestens erinnern! Du bist so tapfer neben der großen Hündin – Geisha hieß sie doch oder? – mit einem dicken Windelpaket um den Po auf dem Farmhof herumspaziert! An ihrem Halsband hast du dich festgehalten. Meine Güte, wie die Zeit vergeht!«, dann, mit der Hand auf den Jüngeren zeigend, »Und wer ist das? Wie heißt du denn?«
»Dirk«, lautet die einsilbige Antwort.
»Hast also noch ’nen Bruder bekommen, Gerhard? Und wo habt ihr eure Mutter gelassen? Ist die nicht mit?«
Die Fragen prasseln einem tropischen Wolkenbruch gleich auf uns nieder. So rasch können wir gar nicht antworten und begleiten den ehemaligen Nachbarn zum Restaurant, wo er seine Thermosflasche mit kochend heißem, aromatischem Kaffee füllen lässt. In einer knappen halben Stunde tauschen wir die Ereignisse der verflossenen fünfzehn Jahre aus. Wir berichten unter anderem auch, dass Mutter Siegrid nach Deutschland geflogen sei, ihre Familie zu besuchen.
Gut gelaunt schwingt Erwin sich wieder über das Vorderrad hoch auf den gefederten Sitz ins Führerhaus. Die wohlgenährten Schlachtochsen, die er geladen hat, stammen aus der eigenen Viehhaltung. Er verstaut den großen, isolierten Getränkebehälter in Griffweite, wirft den schweren Motor an, schaltet die Scheinwerfer ein und brummt mit seinem Truck davon. Wir schauen ihm in Richtung Oranje-Brücke nach, bis die roten Schlusslichter allmählich im aufgewirbelten Staub der Räder verblassen.
Gestärkt vom reichhaltigen Abendessen in der Gaststätte, ebenfalls mit der obligatorischen Thermoskanne unterm Arm, klettern auch die anderen Fernfahrer in ihre Zugmaschinen und machen sich auf den langen Weg. Nicht alle haben Rinder geladen. Manche transportieren Schafe. Um die annähernd siebenhundert Kilometer nach Kapstadt bis zum Morgengrauen zu bewältigen, müssen sie ohne nochmalige Unterbrechung durchfahren.
Unterdessen sind wir auf unserem abwechslungsreichen Rundgang im bunt bestückten Souvenirladen gelandet. Kalte Getränke, bedruckte T-Shirts, Springbockfelle und Zebrahäute, Holzschnitzereien aus dem Owamboland, geschliffene und polierte Halbedelsteine, wie man die Schmucksteine nannte. Alles nur Erdenkliche lohnt sich hier zu verkaufen, da tagsüber viele ortskundige Touristen, aber genauso Durchreisende an diesem logistisch zweckmäßigen Rastplatz eine Pause einlegen.
»An der Spitzkoppe müssen wir achtgeben, ob dort noch ›Halbedelsteine‹ in rohem Zustand vorkommen. Womöglich werden wir fündig. Weit oben im Berg weiß ich von einem Fleck, wo seinerzeit unterschiedlichste Sorten wie Kieselsteine im Bergbach herumlagen. Wenn wir Glück haben, sind da noch welche!«
Zurück am Lager siedet leise der vor dem gemeinschaftlichen Spaziergang aufgesetzte Rooibos-Tee im schlichten, rußgeschwärzten Aluminiumkessel vor sich hin. Das braucht er: leicht vor sich hin köcheln. Solch ein Tee mit einem Schuss gesüßter Kondensmilch ist das Beste vor dem Zubettgehen, besser gesagt, vor dem Inden-Schlafsack-kriechen.
Die knorrigen Holzscheite sind runtergebrannt, glimmen nur noch matt. Gerhard und Dirk robben in ihre Thermohüllen, die nebeneinander mit den Fußenden zur wärmenden Glut hin ausgerichtet sind.
Um zu verhindern, dass lichtscheues Viehzeug, wie Schlangen, Skorpione, Käfer oder ähnliches zudringlich wird, haben wir vorher eine Segelplane auf der Erde ausgebreitet und rundum am Saum mit passenden Stöckchen und Steinen angehoben. Hier kommen uns die Erfahrungen früherer Ausflüge zugute, dass Kriechtiere unbeirrt versuchen nur unter einem Hindernis durchzukriechen. Das Zelt blieb auf einhelligen Beschluss zusammengefaltet in der Gartenhütte in Paarl. Mit Regen ist in diesem Monat sowieso nicht zu rechnen.
»Morgen geht’s vor dem Aufstehen weiter, Jungs!« prophezeie ich an diesem ersten Abend unserer sorgsam geplanten Safari. Während die Jungen sich bis zum Kinn einmummeln, hocke ich versonnen auf der Klappkiste, die vorhin noch als Esstisch gedient hatte. Zum letzten Mal für die folgenden drei Wochen gehe ich im Geiste meine hoffentlich korrekten Anweisungen vor Urlaubsantritt durch. Letztlich trage ich als Manager der Dieselpumpen- und Autoelektrofirma dafür die Verantwortung. Nun heißt es abschalten, mich ausschließlich auf die Unternehmungen freuen.
Gerhard überraschte mich vor Reisebeginn mit der Neuigkeit, dass er die theoretische Prüfung für seinen Führerschein bestanden habe. Mit dieser ›Learner’s License‹ darf er nach hiesigem Gesetz im Beisein eines Führerscheinbesitzers einen Pkw lenken. Auf einsamen Straßen, über Pässe und durch die Wüste wird er sich ausgiebig mit der Praxis anfreunden können. Tausende Kilometer Straße und kaum Fahrzeuge.
Lebhaft erinnere ich mich an die allgemeine Erheiterung auf einer unserer früheren Besuchsfahrten von Paarl durch Südwest, als uns in der fortgeschrittenen zweiten Tageshälfte das erste Gefährt entgegenkam und der sechsjährige Dirk gewohnt nüchtern rausplatzte:
»Papa, komm wir drehen um, hier ist zu viel Verkehr.«
Während ich mir die Schuhe ausziehe, um endlich in dem schützenden Daunensack zu verschwinden, höre ich neben mir eine Stimme flüstern:
»Papa, wo ist denn das Kreuz des Südens?«
»Kann man nicht mehr gut sehen, weil der Mond zu hell scheint. Zeige ich dir, wenn er untergegangen ist. Außerdem steht es zu dieser Nachtstunde dort drüben, genau hinter dem großen Eukalyptusbaum. Schlaf gut!«
»Och nee, Papa, erzähl’ doch noch, wie du dein Pferd eingefangen hast! Bitte, bitte!«, bettelt Dirk.
»Nein, lieber wie du den Leoparden geschossen hast!«, verlangt Gerhard, nur um den jüngeren Bruder ein bisschen zu triezen.
Ich habe zwar etliche Stunden hinter dem Lenkrad gesessen und bin nach den vorangegangenen arbeitsreichen Tagen leidlich erschöpft, doch gegen die Ferienlaune der beiden, die keineswegs auf Bettruhe eingestellt sind, komme ich nicht an und lasse mich überreden. Es ist ja auch gerade erst halb neun.
»Na gut. Heute das Pferd, der Leopard ist ein andermal dran! Hiermit liegen wir auch chronologisch in der richtigen Reihenfolge.«
ANKUNFT AUF ›FRISCHGEWAGT‹
Es war Winter auf der nördlichen Halbkugel, als ich meine alte Heimat verließ. Von Hamburg flog ich, unterbrochen vom zweitägigen Aufenthalt und Besuch bei Onkel Ernst in Frankfurt sowie Zwischenlandung auf den Kanarischen Inseln, nach Johannesburg. Tags darauf ging es mit einer zweimotorigen Maschine weiter nach Windhoek.
Ende 1964 landete ich also im damaligen Südwestafrika und wurde zuerst von Familie Schuhmann auf der Farm ›Frischgewagt‹, nicht weit hinter ›Seeis‹, aufgenommen. Von einem Bundeswehrkameraden hatte ich deren Anschrift erhalten, weil es Verwandte von ihm waren. Auf meine Anfrage nach einer Einwanderungsmöglichkeit, erhielt ich postwendend die positive Mitteilung, dass sie mir einen Arbeitsvertrag zusenden würden. Dies war Voraussetzung beim südafrikanischen Konsulat für eine permanente Aufenthaltsgenehmigung.
Nuppi, die jüngste Tochter des Ehepaars, hatte gerade ihren Weihnachtsurlaub angetreten und empfing mich beim alten Eros-Flughafen vor den Toren der Stadt. Mit forschem Schritt kam sie zielstrebig auf mich zu, als ob mir ein Schild mit der Aufschrift ›Ich bin der Neue‹ vor der Brust gehangen hätte.
»Herzlich willkommen im ›Paviansland‹, Jürgen! Ich bin die Nuppi!«, waren ihre Begrüßungsworte, besiegelt von einem festen, regelrecht männlichen Händedruck. Mit ihrem hellbraunen, vom Wind zerzausten Pagenkopf und fröhlich leuchtenden, blauen Augen machte sie auf mich den Eindruck einer erdverbundenen jungen Frau, mit der man Pferde stehlen könnte. So ähnlich kam es dann auch später. Ich schätzte sie so auf mein Alter, Mitte zwanzig.
»Wo ist denn dein Gepäck«? Ein ›Sie‹ schien es hier nicht zu geben. Das gefiel mir.
»Wird da drüben gerade abgeladen!« Mit einer Armbewegung wies ich auf die überdimensionale Schubkarre, die zwei schwarze Männer von der Landebahn in den weitläufigen Ankunftsbereich geschoben hatten.
Kurz entschlossen rief meine resolute Begleiterin in mir unverständlichen Worten einem der Dienstmänner etwas zu, woraufhin dieser umgehend meine kärglichen Habseligkeiten ergriff und sich durch die umstehenden, ungeduldig auf ihre Koffer und Taschen wartenden Passagiere, auf uns zu schlängelte. In der geräumigen Halle hielten Angehörige und Freunde rufend, hüpfend und fuchtelnd nach Ankömmlingen Ausschau. Quirlig liefen barfüßige Kinder umher, von sommerlich gekleideten Frauen nur mäßig im Zaum gehalten. Männer mit verschwitzten Safarihüten, Khakihemden und -shorts, sowie Socken in Halbschuhen standen vor der Absperrung herum. Typisch deutsche Farmer. Andere wiederum sollte ich später als Buren kennenlernen, mit festen Schnürschuhen und Kniestrümpfen, an deren Bund daumenbreit der grobe Teil eines Kamms eitel hervorlugte. Sonnenverbrannte Arme und Beine, lederhäutige Gesichter, bei denen, wenn der breitkrempige Hut winkend in der Luft geschwenkt wurde, eine schweißglänzende, blasse Stirn zum Vorschein kam. Alles in allem glich die Atmosphäre wahrlich mehr einer größeren Familienzusammenkunft als einem Flughafenbetrieb.
Mit seiner Rechten meinen kleinen Koffer auf dem Kopf im Gleichgewicht haltend und links die längliche Tragetasche, die den Anschein erweckte, als enthielte sie Golfschläger, kämpfte sich unser Gepäckträger zum Ausgang. Die ›Golfschläger‹ waren in Wirklichkeit ein recht großes Zusatzgerät für eine Strickmaschine, das ich für Frau Schumann mitgebracht hatte. Von ihr bei einer Firma in Berlin bestellt, war es vor meiner Abreise in Hamburg abgeliefert worden. Um Übergewicht zu vermeiden, musste ich doch tatsächlich den Koffer zur Hälfte wieder auspacken.
Ein gelangweilt vorbeischlendernder Mann in Uniform, offensichtlich ein Zollbeamter, grüßte Nuppi wie eine alte Bekannte und nickte mir zu. Ich solle das Golfspielen genießen. Verlegen dankend und froh, dass niemand das illegal importierte Ersatzteil erkannt hatte, heftete ich mich an die Fersen der jungen Frau Richtung Parkplatz.
Auf ein Handzeichen brachte der Einheimische die Gepäckstücke zu einem staubigen VW-Pritschenwagen und verstaute sie auf der Ladefläche unter der Segeltuchplane. Nuppi bedankte sich bei ihm in der mir fremden, melodisch klingenden Sprache, von der ich bis dato nicht wusste, dass es die der Hereros war. Ein Geldschein wechselte den Besitzer. Zufrieden lachend trottete der Mann zum Flughafengebäude und ich hätte zu gerne gewusst, welche Bemerkung von ihr die Übergabe abgerundet hatte. Meine Neugier auf diese sehr klangvolle Sprache der Hiesigen war geweckt. Ich ging um das Auto herum, um auf der gewohnten Beifahrerseite einzusteigen.
Wir schrieben den 22. Dezember 1964, Hochsommer im südlichen Afrika, kalendarischer Zeitpunkt der südlichen Sonnenwende im Tierkreiszeichen des Steinbocks.
»Andere Seite! Hier ist Linksverkehr!«, Nuppi lachte.
»Wirst dich dran gewöhnen müssen. Den Fehler machen alle, die von ›drüben‹ kommen. Heute bleiben wir in Windhoek, morgen fahren wir dann raus zur Farm!«
Sie hatte einige Freunde ins geräumige Stadthaus ihrer Eltern zu einer Party im engsten Kreis eingeladen, bei der ich gleich am ersten Tag junge Leute in meinem Alter kennenlernte. Welch ein Empfang!
Im Laufe des nächsten Vormittags erledigten wir die wichtigsten Farmeinkäufe, wobei meine zweihundertfünfzig Deutsche Mark bei der Standard Bank in die Landeswährung, derzeit kaufkräftige fünfzig Südafrikanische Rand, umgetauscht wurden. Zwischendurch besorgte ich an einem der raren Blumenläden einen üppigen Blumenstrauß. Danach verließen wir Windhoek in Richtung Osten. Am Ortsausgang endete die gut ausgebaute, glatte Teerstraße und ging über in die rumplige Grondpad, eine Schotterstraße. Die kurvenreiche Strecke führte aus der Hauptstadt im Tal (1655 Meter über NN) auf die von Bergen begrenzte Hochebene hinauf.
Während der Fahrt über eine flache Erhebung stießen wir unversehens auf einen altehrwürdig dasitzenden, kapitalen Pavian, dem ein zweiter hingebungsvoll Schuppen aus dem Fell pulte. Wilde Tiere, zum Greifen nahe, am Rand der breiten Fahrbahn kauernd.
»Siehst du, Jürgen, jetzt weißt du auch, warum wir unser schönes Land ›Paviansland‹ nennen«, erklärte Nuppi mit spöttischem Lächeln, derweil sie in sanftem Bogen rücksichtsvoll die Affen umkurvte, die sich augenscheinlich durch nichts in der Welt bei ihrer sorgfältigen Fellpflege irritieren ließen.
Wiederholt musste ich aussteigen, um Tore, die die freie Durchfahrt verhinderten, zu öffnen und zu schließen.
Nuppi klärte mich über die Bewandtnis dieses umständlichen Vorgehens auf: »Farmen erstrecken sich meist über zehntausend Hektar, wobei fünftausend Hektar bei dem hiesigen Graswuchs das absolute Existenzminimum darstellen. Sie sind nicht nur an ihren Grenzen eingezäunt, sondern zusätzlich in ungleich große Weidekamps aufgeteilt. Bei
