Yiquan: Mit medizinischem Aspekt Körper und Geist zugleich kultivieren
Von Jumin Chen
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Über dieses E-Book
Ein umfangreicher Theorieteil liefert profundes Hintergrundwissen über die geistigen Wurzeln chinesischer Heilkunst und die Zusammenhänge zwischen Bewegung und Gesundheit.
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Buchvorschau
Yiquan - Jumin Chen
Inhalt
Yiquan
TEIL I: yiquan - Theoretischer Hintergrund
Was ist Yiquan
Begründer des Yiquan: Der legendäre Wang Xiangzhai
Die geistigen Wurzeln des Yiquan
Bewegung einst und heute
Gesundheit durch Yiquan
Trainingsinhalt
Zhanzhuang – Stehen wie ein Baum
Shili – Die Kraft testen und beibehalten
Mocabu – Das Training der Schritte
Tuishou – Pushing Hands
Fali – Die Kraft explodieren lassen
Sanshou – Freikampf
Shisheng – Einsatz der Stimme
Die fünf Hauptkategorien von Yiquan: Shen und Yi, Qi, Li und Xing
Drei wichtige Prinzipien für die Praxis
Trainingserscheinungen
Yiquan im Sport
TEIL II: yiquan - Die Übungen
Grundstellung Pingbu – der Parallelstand
Grundregeln für die Haltung
Grundvorstellung – Stehen im Wasser
Trainingsplan
Zhanzhuang – Stehen wie ein Baum
1. Wuji Zhuang (Natürliche Position)
2. Fu’an Zhuang (Berühren – Drücken)
3. Tuobao Zhuang (Tragen – Umarmen)
4. Chengbao Zhuang (Dehnen – Umarmen)
5. Ticha Zhuang (Ziehen – Stechen)
Zhanzhuang im Liegen
Zhanzhuang im Sitzen – Yangsheng Zhuang
Übungen im Rollstuhl
Yiquan gegen Rückenbeschwerden
Shili – Die Kraft testen und beibehalten
1. Pingtui Shili (Schieben – Ziehen)
2. Poshui Shili (Heben – Senken)
3. Kaihe Shili (Öffnen – Schließen)
Mocabu – Reibende Schritte
Mocabu – Reibende Schritte im Sitzen
Stufe IV
Neue Grundstellung: Dingba Bu – T-Acht-Stellung
Zhanzhuang – Stehen wie ein Baum
1. Hunyuan Zhuang – die Übung der ausbalancierten Kraft
2. Gougua Zhuang (Haken - Hängen)
Shili – die Kraft testen und beibehalten
Übung 1: Gougua Shili
Übung 2: Piangua Shili – Seitlich haken
Übung 3: Yaofa Shili – Schaukeln
Übung 4: Shen Gui Chu Shui Shili – der Schildkröter steigt aus dem Wasser
Fali – Die Kraft explodieren lassen
Tuishou – die schiebenden Hände
Übung 1: Gleichgewichtstraining zu zweit
Übung 2: Tuishou mit einer Hand
Übung 3: Tuishou mit Doppelhänden
Duli Zhuang – Auf einem Bein stehen – Stufe V
Shili – Stufe V
Übung 1: Fu’an Shili mit Dingba Bu
Übung 2: Gemischtes Shili – Hunhe Shili
Sanshou – freier Kampf
Shisheng – Einsatz der Stimme
Nachwort
JUMIN CHEN
YIQUAN
MIT MEDIZINISCHEM ASPEKT
KÖRPER UND GEIST ZUGLEICH KULTIVIEREN
Impressum
© Verlagshaus der Ärzte GmbH, Nibelungengasse 13, 1010 Wien, Österreich
www.aerzteverlagshaus.at
2. Auflage 2020
Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere das der Übersetzung, des Nachdrucks, der Entnahme von Abbildungen, der Funksendung, der Wiedergabe auf fotomechanischem oder ähnlichem Weg und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben auch bei nur auszugsweiser Verwendung, vorbehalten.
ISBN 978-3-99052-276-9
Umschlagfoto: Nikos Stavlas
Grafik Umschlag: Grafikbüro Lisa Hahsler, 2232 Deutsch-Wagram
Buchgrafik: Xiaosong Wang
Projektbetreuung : Mag. Michael Hlatky
Lektorat: Stefanie Zweckl und Joachim Paul; Lektorat 2. Auflage: Veronika Gmachl
Sämtliche Angaben in diesem Buch erfolgen trotz sorgfältiger Bearbeitung und Kontrolle ohne Gewähr und müssen vom jeweiligen Anwender im Einzelfall anhand anderer Literaturstellen auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Eine Haftung des Autors oder des Verlages aus dem Inhalt dieses Werkes ist ausgeschlossen.
VORWORT
In einer Zeit, in der die Themen Lifestyle-Erkrankungen wie Metabolisches Syndrom oder Burn Out allgegenwärtig sind, bietet gerade das Wissen der chinesischen Gesundheitslehre einen unermesslichen Schatz zur Erhaltung und Wiedererlangung der eigenen Gesundheit. Zahlreiche Werke sind diesbezüglich bereits erschienen. Kaum jedoch ein Buch präsentiert sowohl historische als auch physiologische Hintergründe in einer derart klaren und verständlichen Form wie dieses Buch. Jumin Chen schafft es, das Wissen und die Erfahrung seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Lehrer in China und in Europa in dieses Buch zu integrieren. Zahlreiche bildhafte Vergleiche erleichtern das Verständnis der spannenden Materie.
Die wohldurchdachten Bilder unterstützen beim eigenständigen Üben. Sie helfen, sich die Bewegungsabläufe besser einzuprägen, um so in weiterer Folge auch eigenständig üben zu können. Gleichzeitig verweist Jumin Chen auf zahlreiche Möglichkeiten der Integration der Übungen zur Optimierung des Heilungsprozesses beziehungsweise der Befindlichkeit verschiedener Krankheitsbilder. Ein chinesisches Sprichwort sagt:
„Du kannst einen guten Arzt bezahlen, aber keine Gesundheit kaufen!"
Um die muss man sich selbst bemühen. Dieses Buch kann dabei wunderbar unterstützen. Vergessen Sie nicht – der Mensch, der den Berg versetzte, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen. Beginnen Sie Ihr Haus der Gesundheit zu bauen – es ist nie zu spät!
Ich wünsche allen gesundheitsinteressierten Menschen viel Freude und Erfolg mit diesem Buch.
Prof. Dr. Andrea Zauner-Dungl
DUNGL MEDICAL-VITAL RESORT
Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin & Komplementärmedizin
Donau-Universität Krems
VORWORT
Am Anfang unserer Freundschaft kooperierte ich mit Jumin, indem ich viele meiner Athleten zu ihm schickte, um Yiquan zu erlernen und zu praktizieren. Die meditativen Elemente des östlichen Trainings, seine Wirkung auf die Körperenergie, die konzentrativen Fähigkeiten und die Gesundheit des Menschen schaffen eine ideale Ergänzung zu meinen Trainingsprogrammen.
Erst Anfang dieses Jahres schafften Jumin und ich den nächsten Schritt: er ließ sich in meinem Zentrum ergometrieren und wir untersuchten ihn sowohl bei seinen Übungen als auch beim moderaten Ergometertraining. Nach einer Grunduntersuchung erstellte ich für Jumin ein Trainingsprogramm, das er über Wochen auf dem Ergometer befolgte. Bereits nach wenigen Tagen fühlte Jumin, wie das moderate Ausdauertraining seine Methode unterstützte. Nach einigen Wochen machten wir die Untersuchungen wieder und bekamen die Bestätigung: Er war fitter geworden, konnte seine Übungen intensiver und mit weniger Belastung ausführen.
Wir haben im Kleinen geschaut, was passiert, wenn man zwei, rein äußerlich betrachtet sehr unterschiedliche Trainingsmethoden kombiniert, und den Erfolg, den wir uns dadurch erwarteten, auch bestätigt bekommen. Es wäre wünschenswert, wenn auch größere Gesundheitsstrukturen sich öffneten, um andere wirkungsvolle Wege zur Besserung der Gesundheit zuzulassen.
Es gibt keinen Therapeuten, der einen Klienten gesünder machen kann – aber Therapeuten können Wege aufzeigen, die zur Gesundung und Steigerung der Lebensqualität führen. Jumin und ich konnten zeigen, dass die richtige Kombination von Wegen genussvoller und sicherer ans Ziel bringt.
Jumin ist ein Meister seines Fachs, der sich Neuem nicht verschließt, der seinen Weg geht und doch bereit ist, diesen zu verbreitern. Mit seiner Expertise und Offenheit bringt er viele Menschen in ihre Mitte und ist so ein Botschafter für eine gesunde, selbstverantwortliche Lebensführung – eine Lebensführung, die im Licht der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung mehr und mehr an Wert gewinnen wird.
Ich wünsche ihm auf seinem Weg alles Gute und viel Erfolg – denn sein Erfolg ist auch der Erfolg seiner Klienten.
Heinrich Bergmüller
Eisenstadt, im Juli 2009
VORWORT
Für meinen lieben Freund
Jumin Chen hat mich um ein kurzes Vorwort gebeten, um meine Erfahrungen mit Yiquan zu schildern. Ich „durfte" eine lebensbedrohliche Krankheit erleben und vor allem überleben. 2003 bekam ich einen bösartigen Gehirntumor (Medulloblastom). Nach zwei Operationen, Chemotherapie und 36 Bestrahlungen wurde aus einem jungen 33-jährigen ein Häufchen Elend. Trotz all der Behandlungen wuchs der Tumor weiter, doch es war nach dieser Tortur nicht mehr möglich, wieder zu operieren. Nachdem ich in der klassischen westlichen Medizin keine Chance mehr sah, versuchte ich es mit alternativen Methoden. Werner Tautermann regulierte 14 Mal meinen Energiekreislauf. Auf sein Anraten ging ich in einen seiner Kurse. Anschließend kam Mag. Wendtner bei der Chemotherapie zu mir und versuchte zu helfen. Beide Freunde rieten mir, Jumin Chen um Rat zu fragen. Als ich zu Jumin kam, hatte ich unter anderem Bewegungsstörungen, Gedächtnisverluste und Sprachstörungen. Zu dieser Zeit schlief ich zwischen 17 und 18 Stunden täglich und die verbliebene, kurze Zeit war ich immer noch von Müdigkeit geplagt. In Disziplin (vier Jahre Bundesheer) und Selbstdisziplin (Zithersolist) besonders gut geschult, begann ich mit Jumin das Yiquan-Training. Schon nach einem Monat intensiven Übens konnte ich erste Erfolge beobachten. Durch strenge Disziplin gelang es mir, unter seiner sehr liebevollen Art Fortschritte zu erlangen. Als ich drei Monate nach Trainingsbeginn zur Kontrolluntersuchung ins Landeskrankenhaus Salzburg ging, konnten es selbst die Ärzte kaum glauben: der Tumor war verschwunden! Es war einer der schönsten Tage meines Lebens.
Heute besuche ich regelmäßig eine Meditationsgruppe und fühle mich durch tägliches Yiquan-Training besser, gesünder und glücklicher als je zuvor. Ich hoffe, dass Yiquan noch mehr Leuten helfen kann.
Michael Ginsberger
Salzburg, im Juli 2009
Zum Geleit
Yiquan übt anscheinend eine besondere Anziehungskraft aus, denn in den Kursen finden die meisten Schüler die einfachen Übungen sehr spannend. Seit einigen Jahren bitten mich meine Kursteilnehmer, ein Buch über Yiquan zu schreiben, um einen Überblick zu diesem System zu bekommen. Es war keine leichte Aufgabe, aber ich finde es sehr sinnvoll, diese alte traditionelle chinesische Methode zu veröffentlichen, weil ich selbst schon viel von Yiquan profitiert habe. Ich muss sagen, es ist ein Schatz. Ein Schatz, der noch nicht durch Mystifizierung und Fälschung, wie es leider so oft in der Vergangenheit mit anderen Übungssystemen geschehen ist, zerstört ist. Daher sind wir Wang Xiangzhai dankbar, dass er diese Kunst weitergegeben hat. Einerseits versuchte er, durch Wissenschaft die Theorie, Prinzipien und Übungsformen der traditionellen chinesischen Methode zu erklären, andererseits gab er die Essenz der inneren Kampfkunst durch Erklärung der inneren Arbeit weiter.
Um den Sinn einer chinesischen Kunst zu verstehen, ist es wichtig, dass man von innen lernt. Nur durch äußere Beobachtung und Perfektionierung der Bewegungen bleibt das Ergebnis oberflächlich. Je länger ich trainiere, desto stärker spüre ich diese „einfache Kunst". Daher verstehe ich, wie wichtig ein systematischer Trainingsinhalt von Shen und Yi ist.
Viele Schüler sagen, dass ich Menschen gut motivieren kann, konsequent zu üben. Zwar bin ich in dieser Richtung nicht begabt, doch motivieren mich meine Schüler mit ihrem eigenen Erfolg ebenso, sodass ich fleißig übe und ich so durch deren Erfolge die anderen weiter motivieren kann. Daher möchte ich mich zuerst bei allen Schülern von mir bedanken. Durch die Bemühungen meiner Schüler und Freunde konnte das Buch über Yiquan endlich erstellt werden. Die deutsche Sprache ist nicht meine Muttersprache, daher habe ich nicht das gleiche sensible Sprachgefühl wie im Chinesischen. Dank sagen möchte ich deshalb meinem Schüler Michael Bouda für die Ausformulierung und Verbesserung des Textes. Dank auch an Stefanie Zweckl und Joachim Paul für ihre unermüdlichen Bemühungen beim Lektorieren des Buches.
Weiter möchte ich mich bei Sven Röckle, Dr. Danilé Martin und Ralph Schnitzler für die Anregungen und Texte bedanken.
Nicht zuletzt sei Sven Christinger, Reinhold Kobler, Stefan Österreicher für Korrekturlesen und Thomas Huber für seinen Textbeitrag besonders gedankt.
Spezieller Dank sei Veronika Gmachl, Reinhold Kobler, Werner Caspers, Marco Spadin, Sven Christinger, Thomas Farnbacher und Joachim Paul für die bereitwillige Mitwirkung bei den Fotoaufnahmen zu Tuishou und der Kampfszenen.
Ich hoffe, dass ich mit diesem Buch einen Beitrag für diejenigen leisten kann, die schon lange nach einer ganzheitlichen Gesundheitsmethode suchen, sowie für diejenigen, die grundlegende Kenntnisse der chinesischen Kampfkunst erstreben.
Allen Lesern und Übenden wünsche ich Gesundheit und ein langes Leben.
Jumin Chen
Luzern, März 2020
TEIL I:
YIQUAN -
THEORETISCHER HINTERGRUND
Was ist Yiquan
Yiquan ist eine traditionelle chinesische Heil- und Kampfkunst, die im Westen noch relativ unbekannt ist, obwohl Elemente daraus im Qigong, Taiji und den inneren Kampfkünsten enthalten sind. Das Wort Yiquan (sprich i’tschüan) enthält den Begriff Yi, die Vorstellungskraft, und quan, was wortwörtlich Faust bedeutet, hier aber als die Kunst eines Systems verstanden wird.
Das Spektakuläre an diesem System ist, dass durch ausgeklügelte Vorstellungsbilder Empfindungen erzeugt werden, die im Körper Reaktionen auslösen, die Muskelbewegungen bis in tiefe Schichten bewirken, sowie den Blutkreislauf und den Stoffwechsel anregen. Diese tiefgreifenden Veränderungen ermöglichen es dem Körper, Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Für die Kampfkunst bedeutet das, dass innere Kraft aufgebaut wird, die explosionsartig freigesetzt werden kann. Die Kampfkunst dieses Systems hat aber nicht das bloße Schlagen zum Ziel, ihr Ideal ist ein entspannter Zustand ohne schlaff zu sein, Geschicklichkeit und Schnelligkeit, um den Gegner aus der Balance zu bringen und ihn im Notfall kampfunfähig zu machen.
Im Yiquan sind keine komplizierten Bewegungsabläufe notwendig, um ein perfektes Einvernehmen von Körper und Geist zu erreichen. Es ist ein einfaches Übungssystem, das keine Geräte und keine extra Ausrüstung benötigt. Um sich konzentrieren zu können, ist ein ruhiges Plätzchen sinnvoll. Die Effizienz beim Aufbau von Kraft, Geschicklichkeit, Vitalität und Lebensfreude kommt allen Altersstufen zugute.
