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Norby: Eine dramatische Dichtung
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eBook98 Seiten54 Minuten

Norby: Eine dramatische Dichtung

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Über dieses E-Book

In "Norby", einem faszinierenden Werk von Waldemar Bonsels, entfaltet sich eine poetische Erzählung über die Welt der Insekten und deren vermeintlich bescheidene Lebensweise. Bonsels gelingt es meisterhaft, die kleinen Akteure in der Natur mit einem feinen Gespür für Details und einem lyrischen Stil zum Leben zu erwecken. Der Text, der in der Tradition der Natur- und Fabelliteratur steht, verbindet philosophische Überlegungen mit einem Einblick in die soziale Organisation und die Empfindungen von Insekten, insbesondere der Protagonist Norby, einer neugierigen und tapferen Ameise. Der Autor schafft es, den Leser durch seinen ergreifenden Erzählton und klare bildhafte Sprache in diese mikroskopische Welt einzutauchen. Waldemar Bonsels, ein einflussreicher deutscher Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, ist bekannt für seine tiefen Einblicke in die Natur und deren Zusammenhänge. Sein Interesse an Entomologie und seiner Erfahrung als Naturbeobachter inspirierte ihn zu dieser Erzählung, die nicht nur als Kindergeschichte dient, sondern auch eine philosophische Reflexion über das Leben und die Gemeinschaft darstellt. Bonsels’ Liebe zur Natur spiegelt sich in jedem Satz wider und zeigt seine Überzeugung von den verborgenen Wundern der Tierwelt. "Norby" ist mehr als ein einfaches Kinderbuch; es ist eine Einladung, die Welt durch die Augen eines kleinen Geschöpfs zu betrachten und deren Werte zu reflektieren. Dieses Buch bietet sowohl jungen Lesern als auch Erwachsenen wertvolle Einsichten über Empathie, das Zusammenleben in Gemeinschaften und die Wahrnehmung der Natur. Eine Lektüre, die zum Nachdenken anregt und sowohl emotional als auch intellektuell bereichert.
SpracheDeutsch
HerausgeberSharp Ink
Erscheinungsdatum30. Jan. 2023
ISBN9788028279141
Norby: Eine dramatische Dichtung

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    Buchvorschau

    Norby - Waldemar Bonsels

    Waldemar Bonsels

    Norby

    Eine dramatische Dichtung

    Sharp Ink Publishing

    2024

    Contact: info@sharpinkbooks.com

    ISBN 978-80-282-7914-1

    Inhaltsverzeichnis

    Die Personen der Dichtung

    Erster Aufzug

    Zweiter Aufzug

    Dritter Aufzug

    Vierter Aufzug

    1921


    Verlegt bei Schuster & Loeffler

    Berlin und Leipzig

    Viertes und fünftes Tausend.


    Die Personen der Dichtung

    Inhaltsverzeichnis

    Bernd Oerlsund, Lotse

    Holger, sein Sohn

    Naemi, Oerlsunds Pflegetochter

    Arne, Pfarrer von Norby

    Der Kirchenrat

    Der Knecht Jörgen

    Der Amtmann von Norby

    Der Küster

    Die Moorvettel

    Zwei Moormännchen

    Ein Fischer

    Eine Pflegefrau, Burschen, Gesinde, Volk

    Ort: irgendwo, Zeit: irgendwann, am Meer.


    Erster Aufzug

    Inhaltsverzeichnis

    Wohnraum des Lotsenhauses der Oerlsunds auf Norby. Nacht. Sturm. Mond und die wechselnden Lichter des Leuchtfeuers an den Scheiben. Auf dem Kamin Kerzen. Auf seinem Lager der sterbende Bernd Oerlsund. Holger Oerlsund. Der Großknecht Jörgen. Eine Pflegefrau. Am Kamin Gesinde.

    Jörgen

    Ihr habt noch keinen Sturm gehört wie diesen!

    Und zwiefach bringt sein Brausen Licht und Tod.

    Ich sah den Tod im düstern Abendrot,

    nun hat ihn Gott in dieses Haus gewiesen.

    Solang ich denke, brach der Sturm noch nie

    so fessellos und so allmächtig ein.

    Gott soll dem Haus der Oerlsund gnädig sein.

    Und die in Seenot sind, Gott schütze sie. —

    Der Kranke schläft. Der Sturm wiegt seinen Traum.

    Holger

    Sein starkes Angesicht verrät es kaum,

    daß er uns läßt. Er stirbt, wie er gelebt.

    Nie hat der Tod ihm Graun und Furcht gemacht.

    Jörgen

    Sprich leise, daß er nicht erwacht.

    Holger

    Im Frühling, in diesem bösen Jahr,

    als Hög den letzten Seeadler erlegt,

    der auf den Norbyer Klippen war,

    war ich erzürnt und tief bewegt,

    als sei nun eine große Zeit,

    ihre freie und wilde Herrlichkeit

    für immer dahin. Glutrot hinter den Hügeln

    versank der Tag. Der Schuß traf gut.

    Der Vogel peitschte mit zornigen Flügeln

    das Meer, das aussah wie Blut.

    Lang hinhallend über die See

    klagte sein letztes Geschrei,

    dann sanken die Schwingen. Es war vorbei.

    Mir tat sein Tod in der Seele weh,

    und immer war mir ums Herz bis heute,

    als ob das Unheil für uns bedeute.

    Jörgen

    So darfst du nicht denken. Wie kann das sein.

    Holger

    Das Unglück brach bald genug herein.

    Zwei Wochen darauf ohne Dank und Gruß

    verließ Naemi im Trotz das Haus.

    Die Dirne des Pfarrers wurde daraus!

    Jörgen

    Kein Herz weiß, was ein anderes muß.

    Holger

    Ich aber weiß, welch Unheil mir geschehn.

    Oh, wer begreift den Zorn, die bittere Pein,

    den Taumel von Erniedrigung und Not,

    wenn die geliebten Augen nicht mehr sehn

    und nicht mehr kennen, was ihr treuer Schein

    noch gestern traf als Leben oder Tod!?

    Ach, keine Macht auf Erden je gekannt,

    war groß genug, den trüben Bann zu brechen,

    in dem die teuren Augen nicht mehr sprechen,

    was einst Verheißung allen Glücks genannt.

    So muß ich gehen, wo ich kommen möchte,

    und dort entweichen, wo ich stetig bin,

    und alle Kraft erschöpft sich im Vergeben.

    Mich würgt der Haß, den ich ihr täglich brächte,

    wenn nicht mein Stolz ihn, im verkehrten Sinn,

    zu Gift vertauschte meinem eigenen Leben.

    Jörgen

    Wie gern ich deine Lasten auf mich nähme

    und deinen Gram und deine Ungeduld.

    Ich bin zu alt, als daß der Menschen Schuld

    mir nicht erst weit nach ihren Schmerzen käme.

    Doch sag mir eins, auf daß ich gut empfinde,

    wie tief die Hoffnung noch in deiner Brust

    zu recht sich regt. Du gabst dem lieben Kinde

    dein ganzes Herz, mit Willen und bewußt,

    doch hat auch sie dir je ein Wort gesprochen,

    das sie mit ihrem Abschiedsgruß gebrochen?

    Holger

    Was gelten Worte, wo mir jeder Blick

    und ihres ganzen Wesens holde Fülle

    zu eigen war, wie ein vertrautes Glück,

    fernher aus unserer Kindheit erster Stille.

    Schlief nicht ihr Haupt an meinem Herzen ein,

    wenn wir am Strand, als Kinder, müde waren.

    Wer durfte ihr in Freuden und Gefahren

    ihr Freund, ihr Retter, ihre Zuflucht sein?

    Nur ich und niemand! Binden solche Gaben

    und solch Vertrauen erst nach einem Spruch?

    Oh, weh der Seele, der sie nicht genug

    und mehr als alles eingegeben haben.

    Wie sollt ich fordern, was ich nie erflehte,

    und wie verlangen, was ich tief besaß.

    Oh, schlechter Rat, durch den ich mich verräte,

    wer denkt das Licht, das er noch nie vergaß?

    Das Meer erwacht im unsichtbaren Wind,

    und wer erblickt die Kraft, in der es ruht?

    Jörgen

    Die Herzen der jungen Frauen sind

    Gottes geheimnisvollstes Gut,

    mit dem er nach seinem Willen tut.

    Was uns wie Trotz und Willkür scheint,

    war oft von seiner Güte gemeint.

    Holger

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