So weit weg uns doch ganz nah: Lebbaren Weg finden nach einem schweren Schicksalsschlag
Von Eomée Wächter
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Über dieses E-Book
Ein mächtiger Tornado verschiedener Gefühlswelten tobte um mich herum, ohnmächtig dem ganzen Geschehen gegenüber sah ich nur einen Weg: meinem Sohn zu folgen.
Doch ein einschneidendes Erlebnis im Wald brachte mich von diesem Vorhaben weg. Ein Zeichen aus der geistigen Welt kam von meinem Sohn Timo mit dem Hinweis, dass ich mich doch dem Leben widmen soll, einen lebbaren Weg zu finden und diese Erfahrungen in einem Buch für alle Suchenden und Gleichgesinnten niederzuschreiben – mit ihm zusammen – meinem Sohn aus der geistigen Welt.
Ich wünsche mir sehr, dass mein Buch als eine "Brücke zwischen den beiden entstandenen Welten", der alten, verlorenen harmonischen und der neuen unfreiwilligen Welt, gesehen wird, wo sich Betroffene und nicht Betroffene annähern können. Mein Buch soll ebenso eine Hilfestellung für all diejenigen sein, die sich an das gewaltige Thema Tod und Verlust langsam heranwagen wollen.
Ich bin von Geburt an hellfühlig, in meinen weiteren Lebensstationen prägten sich meine Fähigkeiten aus zu einem Schreibmedium, Medium und Heilerin.
Eomée Wächter
Eomée Wächter
Eomée Wächter schreibt aus der Tiefe gelebten Lebens. Ihre Worte entstehen dort, wo Erfahrungen berühren, wo Verlust verwandelt wird und wo neue innere Räume entstehen dürfen. In ihren Büchern öffnet sie leise Übergänge zwischen äußeren Wegen und inneren Welten – zwischen Trauer und Hoffnung, zwischen Fantasie und Wahrheit, zwischen dem Sichtbaren und dem, was sich oft nur im Herzen zeigt. Ob für Erwachsene oder für Kinder: Ihre Geschichten laden dazu ein, inne zu halten, zu fühlen und der eigenen inneren Stimme zu vertrauen. Eomée Wächter versteht ihr Schreiben nicht als Erklärung, sondern als liebevolle Einladung – zu Mut, Verbundenheit und zu einem achtsamen Blick auf das Leben in all seinen Facetten. Die Autorin lebt und wirkt in Deutschland.
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Buchvorschau
So weit weg uns doch ganz nah - Eomée Wächter
So weit weg uns doch ganz nah
Lebbaren Weg finden
nach einem
schweren Schicksalsschlag
Eomée Wächter
Impressum
So weit weg uns doch ganz nah
Eomée Wächter
published by: epubli GmbH, Berlin
www.epubli.de
Copyright: © 2017 Eomée Wächter
Texte und Foto: Eomée Wächter
Internet: www.klangmobil-erlangen.de
Konvertierung: sabine abels | www.e-book-erstellung.de
Inhalt
Mein heilig Gral
Tag „X"
www.Zauberfee
Abschiednehmen
Dem Tod auf der Spur
Die Wand
Trigger – Signale aus traumatischen Erinnerungen
Rituale – eine Art der Verarbeitung
Was wäre, wenn mich der Tod plötzlich holen würde?
Schicksalsschläge
Kalte Duschen
An meine Ex-Polizeikollegen
Trauerverarbeitung – inneren Druck ablassen
Zusammenbruch und Wiederaufbauversuche meines Lebens
Die Türen zur geistigen Welt
Botschaften – Botschafter
Löffel abgeben oder nicht?
Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen
Lebbaren Weg gefunden
Über mich
Nachwort
Mein heilig Gral
Ich steh‘ im Nebel und kann Nichts sehn,
kann weder `nen Schritt nach vorne noch nach hinten gehn.
Was macht der Nebel nur um mich herum?
Bringt er mich zum Nachdenken, gar Verweilen
oder hält er mich nur dumm?
Nicht weitergehen, nur stehen bleiben,
sich Verstand und Logik gegenseitig reibend.
Völlig angstvoll und verwirrt,
hab ich mich auf meinen Lebensweg verirrt.
Ist es ‚ne Sackgasse oder gar ein Standby?
Hält er mich fest, macht er mich frei?
Zeit zum Nachdenken allemal
oder such ich nun mein heilig´ Gral?
Werd‘ ich jemals diesen finden,
dann muss ich mutig weitergehn',
mich mit dem göttlich´ Funken nun verbinden,
zu meinen Sorgen & Ängsten stehn.
Ich lasse nun Licht in mein großes Herz,
geplagt, gebeutelt von unsagbarem Schmerz.
Das Licht bringt Wärme & auch Liebe,
vertreibt die Schmerzen, gar die Hiebe.
Heilt alle Wunden in meinem Herzen,
langsam gehen meine Schmerzen,
hinaus in Richtung Licht & Sonnenschein.
Leg‘ meine Hände auf meine Brust,
spüre den göttlich‘ Strom, raus & rein.
Weg sind Angst, Leid, Schmerz & Frust,
spüre wieder Lebenslust.
Nebel, Licht & Liebe sowie Sonnenschein,
alles gehört zusammen.
Ich entscheide was soll sein,
denn ich bin vollkommen.
Ich liebe mich, ich steh‘ zu mir,
halt‘ mein heilig Gral in meiner Hand,
diese Botschaft ist in mir,
nun halte auf auch deine Hand."
Sonntag, 3.11.13 – 01:20 h
Lieber Leser, liebe Leserin,
du hast zu unserem Buch gefunden, hältst es in der Hand und wunderst dich vielleicht, warum nicht erst das Vorwort kommt sondern ein Gedicht.
Wenn du lieber Leser offen bist für die Wahrheit, die Göttlichkeit, dem Spirit, wirst du gleich verstehen, warum das Gedicht an erster Stelle steht.
Ich schreibe zusammen mit meinem verstorbenen Sohn Timo und der geistigen Welt dieses Buch.
Am Sonntag, den 3.11.13 frühmorgens um 01:20 h wurde ich spontan wach, stieg aus meinem Bett und ging zielgerichtet zum Schreibzimmer meines Kurzimmers in Oberstdorf. Ich nahm ein Blatt Papier, einen Stift und schrieb dieses Gedicht, kein einziges mal musste ich absetzen, es lief, so, als würde man es mir diktieren, was dann letztendlich auch so war. Ich nannte es anfangs „das Nachtgedicht", weil ich erst erfahren wollte, was es mir sagen will. Die letzten 4 Zeilen kamen erst Minuten später, es war, als ob ich eine Pause einlegen sollte und ich lief im Zimmer nervös hin und her.
Das Gedicht war nicht fertig, ich hatte noch einen kleinen Platz frei auf dem Blatt und es fühlte sich auch nicht stimmig an. Dann plötzlich kam die Eingebung, ich setzte mich erneut auf den Stuhl und schrieb die letzten 4 Zeilen. Dann wusste ich, wie ich das Gedicht nennen werde: „mein heilig Gral".
Mit diesem Gedicht in der Hand legte ich mich wieder ins Bett, weinte mich in den Schlaf, denn ich habe so etwas noch nie geschrieben. Vielmehr schrieb ich Meditationen jedoch so ein schmerzhaftes tiefgehendes Gedicht war mir fremd und zugleich berührte es mein Herz so sehr, dass ich nur noch weinen konnte. Warum schreibe ich so was mitten in der Nacht?
Am Frühstückstisch erzählte ich meinen Kur-Müttern von diesem Ereignis, sie wollten alle mein Gedicht hören. Somit gingen wir nach dem Frühstück ins Kaminzimmer des Kurhauses, ich zündete intuitiv eine Kerze an, die Mütter setzten sich und hörten mir zu. Alle weinten, waren zutiefst betroffen und konnten sich ebenso nicht erklären, wieso dieses Gedicht in dieser Nacht entstand.
Ich bekam die Antwort Stunden später …
Mein Sohn Timo starb am 3.11.13 frühmorgens gegen 5 Uhr durch ein Zugunfall.
Es stammte von ihm, ein Abschiedsbrief und zugleich ein Dankesbrief an mich, gesandt über den Äther. Im Nachhinein und durch einige Male Durchlesens mit meinen Traumatherapeuten konnte ich zwischen den Zeilen die tiefe Liebe, seine Dankbarkeit mir gegenüber, seine Gefühle und Erlebnisse erkennen und auf einmal spüren und erfühlen. Das traurige Gedicht wandelte sich um in einen Liebesbrief an mich und zuletzt als Botschaft an dich Leser, ja, an dich.
Als ich Monate später mit einem bekannten USA-Medium telefonierte und Micky (das Medium) auf einmal von einem Gedicht sprach, welches 4 Zeilen hätte und sie die deutsche Bezeichnung nicht wusste, schrieb sie es auf ein Blatt Papier und sprach laut: „the holy grail … Dann wusste ich, es ist von dir, mein geliebter Sohn. Micky wusste von diesem Gedicht nichts, sie wusste lediglich, dass es um dich Timo geht. Außerdem war sie viel zu weit entfernt, als das sie hätte etwas mitbekommen können von unserem schweren Schicksal. Ein „reines
Medium will von dir vorerst gar nichts wissen, es will nicht beeinflusst werden, von dem was kommt über den „göttlichen Kanal". Um so mehr war ich erstaunt, als sie sofort danach fragte, ob ich was geschrieben hätte in letzter Zeit.
Die Botschaft aus der geistigen Welt und der Wunsch meines Sohnes ist, dass das Gedicht als Erstes erscheinen soll, denn dieses Gedicht ist nicht nur für mich gedacht, sondern für alle Mamas und Papas, die ihr Kind verloren haben, auf welche Art und Weise auch immer, der Schmerz bleibt gleich groß und kaum zu erklären für nicht Betroffene. Auch vergessen wir die Geschwisterkinder und näheren Verwandten wie Großeltern aber auch die Freunde; auch sie durchleben einen großen Verlustschmerz, deswegen habe ich mich entschlossen, ein Buch zu schreiben, das eine „Brücke zwischen den zwei Welten darstellen soll. Zwischen zwei Welten meine ich nicht, dass es die Welt der Lebenden und Verstorbenen ist. Eine Brücke des Verständnisses und Wiederannäherung, wenn eine Familie einen schweren Verlust zu verzeichnen hat und kein normales Leben, das alt-bekannte und geliebte Leben fortsetzen kann, weil eben ein großes Loch in diese Familie „gesprengt
wurde, es fehlt plötzlich ein geliebter Mensch.
Wie geht man als Nichtbetroffener damit um, die eigene Ohnmacht, Hilflosigkeit, Schock und Ungewissheit, die richtigen Worte zu finden, lassen einen zurück, auf der anderen Seite. Die Kluft zwischen den vorher gelebten Freundschaften wird immer größer, weil diese Familie, die den schweren Verlust zu verkraften hat auch die Herausforderung bekommt, trotz all dem ein normales Alltagsleben weiter zu führen, was nicht mehr möglich ist.
Alles ist anders. Darauf gehe ich in unserem Buch näher ein.
Dieses Gedicht ist auch der Einstieg zu einer Reise, eine Reise zur inneren Heilung deines Herzens, des Verständnisses von Seelenplänen und Freundschaft schließen mit dem Tod. Ja, du hast richtig gelesen: „Freundschaft schließen mit dem Tod".
Er wurde zwangsläufig mit deiner Geburt geboren. Nur wollen wir ihn nicht wahrhaben, ihn wegschieben, verdrängen, denn er ist grausam, er nimmt uns unsere Liebsten weg. Und wir können nichts dagegen tun. Auch wird er uns mal holen und da können wir Deals anbieten, was wir wollen, der Tod ist unbestechlich.
Ich schreibe in Kapiteln, welches jedes für sich abgeschlossen ist. Wenn dir danach ist, dann lese das Thema, welches mit dir gerade besonders in Resonanz geht oder lasse dich durch unser Buch führen.
Während ich schreibe, brennt die Taufkerze von dir Timo, getauft wurdest du am 22.7.1995, geboren am 8.9.1994 um 5.55 h frühmorgens, pünktlich zum Schichtwechsel, meinte dankend die Kinderkrankenschwester. Gestorben bist du am 3.11.13 um 5.09 Uhr (da kam der Zug), unweit von deiner Geburtsstätte, der UNI-Klinik in Erlangen entfernt, ca. 500 m Luftlinie. Deine „Bushaltestelle des Lebens (das Ankommen hier auf Erden) wurde zu deiner „Bushaltestelle der Wiederheimkehr zum Licht
. Dort zu „sterben", wo man auch geboren wird, ist sehr interessant. Es hat alles seinen Grund.
Ein Bild von dir, deinem charmanten Lächeln, begleitet mich in meinen Schreibzeiten am PC. Drei glücklich lachende grüne Frösche sitzen davor, geben mir Mut und Kraft, dieses Buch fertig zu schreiben, durch all den großen Schmerz erneut durchzugehen, um in Heilung zu gehen.
Auch das ist deine Botschaft aus der geistigen Welt: „Mum, schreibe das Buch, es wird dein Herz und Schmerz heilen und das vieler Mütter und Väter sowie Brüder und Schwestern. Ja, und ich tue es, wann es fertig sein wird, kann ich nicht sagen, zu viele Ereignisse und Neuorientierungsphasen quetschen sich durch unser „neues
Leben, die erst einmal betrachtet werden sollen.
Lieber Leser, komm mit mir auf dein Erfahrungsfeld der Sinne, der Gefühle, Emotionen und Innenschau. Ich nenne dich „Leser und meine aber auch dich, Leserin. Um der Einfachheit halber schreibe ich im Maskulinum – dafür bitte ich dich um Verständnis. Letztendlich sind wir alle eins – kommen „aus einem Topf der göttlichen Suppe
.
Ich schreibe das Buch gemeinsam mit meinem Sohn Timo, er hat mit dem Gedicht angefangen, nun liegt es an mir, das Buch mit weiteren Kapitel zu befüllen. Zu deinem besseren Verständnis möchte ich erklären, dass ich selbst ein Medium bin, als Heilerin sowie Klangschalen- und Entspannungs-therapeutin meine Berufung gefunden habe, neben meinen anderen gelernten Berufen wie Zahnarzthelferin und Sekretärin. All diese „Berufsstationen machen Sinn, wenn man auf der Suche nach dem „neuen lebbaren Weg
ist, der sehr schwer am Anfang zu finden ist.
Meine Fähigkeiten der Hellfühligkeit, Empathie und Hellsichtigkeit unterstützen mich auf der Suche danach. Und nicht jeder hat seine Fähigkeiten bis jetzt entdeckt oder glaubt daran. Das ist auch in Ordnung. Doch wenn du mein Buch nun in Händen hältst und es bereits hierher geschafft hast zu lesen, dann freue ich mich, dass du den Mut hast, dich dem allen zu öffnen.
Persönliche Worte an die Betroffenen/Hinterbliebenen:
„Ich bin hunderte Herzinfarkte „gestorben, mein Herz zeigt Risse, „atmet schwer
und dennoch lebe ich weiter. Es muss ja einen Sinn ergeben, warum nicht ich sondern Timo in die geistige Welt – in unsere Heimat – zurück gereist ist. Wenn wir immer nur trauern und den Verlust noch mehr Brennstoff geben, werden wir uns im Karussell des Schmerzens finden und nicht mehr herauskommen.
Ja, wir sollen und müssen trauern, damit wir selbst und in uns heilen können. Diesen Schmerz kann uns niemand abnehmen außer wir selbst. Doch ist es auch wichtig, wieder in ein Leben einzutauchen, das für uns neu und noch fremd ist, weil wir das alte verlassen mussten, ohne gefragt zu werden.
Es liegt an uns, dieses Karussell zu verlassen, auszusteigen und die Welt neu zu entdecken mit ihrer Vielfalt, ihrer Liebe, neuen Erkenntnissen und mit unseren Kindern im Herzen. Wenn wir das geschafft haben, werden wir mit unseren Liebsten kommunizieren können, so als wären sie physisch bei uns. Unsere Sternenkinder sind bei uns, sie sind nicht weit weg, sie leben nur ANDERS bei uns. Wenn wir uns dieser Tatsache annähern, sind wir bereits einen Schritt gegangen, auf dem lebbaren Weg.
Jeder von uns hat ein schweres Schicksal zu verarbeiten, niemand außer du selbst kennst es genau, spürst den Schmerz Tag und Nacht, Stunde um Stunde. Du gehst auch mit dem Gedanken an dein Kind ins Bett und schläfst irgendwann mal ein, du wachst mit dem Gedanken an dein Kind auf und versuchst, den frühen Morgen irgendwie zu begrüßen und den Alltag zu überstehen. Doch soll es so weitergehen, dein ganzes Leben lang?
Ich kann dir nur eins sagen: Das wollen unsere Kinder nicht! Auch wenn wir sie nicht mehr sehen und umarmen können, mit ihnen lachen und weinen, streiten und diskutieren, sie sind aber bei UNS und möchten garantiert nicht, dass wir auf dieser Leidensleiter weiter emporsteigen. Sie wollen uns wieder lachen und fröhlich sehen, sie möchten erkennen können, dass du wieder in ein Leben eingetaucht bist, dass für dich annehmbar ist und du deine „Rolle in diesem Leben" weiterspielen kannst.
Auch du hast deine Aufgaben, deine „To-do-Liste mit auf Erden gebracht, einiges steht sicherlich noch drauf, um irgendwann abgehakt zu werden. Lege los step-by-step und sei achtsam und aufmerksam, was das Leben und die Impulse daraus dir zeigen. Unsere Kinder kommunizieren mit uns, wenn wir „frei von negativen Gefühlen„ sind, weil der „Kommunikationskanal
nur so über den Äther laufen kann. Wenn du negative Gefühle hast, stets nur traurig bist und weinst, kommt „dein Kind nicht bei dir durch", das ist wie ein Rauschen im Radio, wenn du versuchst, den richtigen Sender einzustellen.
Glaube mir, ich durchlebe es, ich bekomme wunderschöne Impulse von Timo wenn ich mich davon befreit habe. Klar, darf ich weinen und trauern, doch immer nur für eine kurze Zeit, dann tauche ich wieder aus meinem Tränental auf und los geht’s. Ich mache dir Mut, dich zu öffnen, nicht nur den Verstand einzusetzen sondern dein Herz sprechen und fühlen zu lassen. Und wenn du bereit bist, wirst du spüren, wie leicht es ist, den neuen lebbaren Weg zu gehen, mit deinem Kind in deinem Herzen, immer auf „Empfang" und offen für Impulse von der geistigen Welt. Öffne dich – lebe und liebe dich. Dein Kind will es so!
Was auch immer du jetzt denkst, lasse es zu, verdränge niemals den ersten Gedanken, denn die sind es, die uns mit der Göttlichkeit verbindet, die uns lenken …. Während du liest, empfehle ich dir, einen Block und Stift daneben zu legen, denn du wirst auf Themen in deiner Lebenswelt stoßen, die du verdrängt hast, die angesehen, aufgedeckt und verarbeitet gehören, die dich zum Loslassen anstupsen, um befreit deinen Lebensweg weiter zu gehen. „Wenn du loslässt, hast du beide Hände frei um zu empfangen".
Ich bin glücklich, dass ich einen Traumatherapeuten gefunden habe, der genau diese hochkommenden Empfindungen mit mir gemeinsam durchleuchtet, den Ursprung erkennt und ich die Chance bekomme, dies alles zu transformieren in Verständnis und Liebe zu verwandeln. Ich stimme dir zu, wenn du dir sagst, dass das eine der schwersten Aufgaben ist in deinem Leben. Aber denke daran, die hast du dir gesetzt, diese Aufgabe steht auf deinem Seelenplan, den du zusammen mit deinem Kind in der geistigen Welt getroffen hast. Es war deine Entscheidung – so schwer das jetzt zu verstehen auch ist.
Öffne dich dem dir Unbekannten, vorurteilsfrei und mit Vertrauen. Vor nicht allzu langer Zeit dachten wir auch noch, die Erde sei eine Scheibe … und die Menschen, die die Erde als rund bezeichneten, wurden als verrückt erklärt. Ich bin gerne mal verrückt, da lebt es sich besser und gelassener. Und bin auch immer noch im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte (das zur Beruhigung für meinen Therapeuten – grins). Und ob die Erde wirklich rund ist, sich in seinem schnellen Spinn auf einer Laufbahn um die Sonne drehen soll, darf sich jeder selbst beantworten. Allein bei dem Gedanken wird mir schon schlecht, da ich auch seekrank bin. Zu diesem Thema ergänzend: ich habe mich immer gefragt, wieso ich jeden Abend das gleiche Sternenbild sehe, wenn ich mit Mutter Erde so eine große Reise um die Sonne mache. Da müssten sich doch andere Sternenkonstellationen zeigen. Na ja, ich bin weiterhin offen für das facettenreiche Leben und deren Darbietungen.
Ja, mein altes Leben existiert nicht mehr. Ich habe einen Weg gefunden, es liebevoll in meine Schatztruhe abzulegen und mich dem Neuen aufzuschließen, zu vertrauen. Ein neues Leben entsteht und ich fühle, dass du, mein geliebter Sohn Timo, immer bei mir bist, mich inspirierst, die leeren Seiten des Buches zu befüllen für die Menschen, die ebenso einen neuen Weg finden müssen, weil der alte versperrt wurde, nicht mehr existiert.
Ich nehme meinen irdischen Sohn Robin an die Hand und wir beide versuchen, uns gegenseitig zu stützen, uns Freiraum zu lassen für unserer Trauerarbeit, die doch so verschieden ist. Jeder trauert anders und das mussten wir auch erst erkennen. Das Reden ist von großer Bedeutung aber auch das Schweigen, wenn es der eine wünscht. Ich nehme die Minuten wahr, die Robin mit mir verbringen will in einem Gespräch oder auch nur zum gemeinsamen Abendessen. Es ist ein Seiltanz der Gefühlswallungen und Robin versteht langsam, dass ich keinen Groll gegen ihn hege, wenn ich mit einem „zerknitterten Gesicht herumlaufe, die Augen geschwollen vom zu vielen Weinen. Wir sagen es uns, wenn es dem einen nicht gut geht und er eine „Auszeit
braucht.
Auch bin ich mir sicher, wenn du Leser die Zeilen liest, nie allein sein wirst. Dein Kind in der geistigen Welt wird mit dir lesen, denn du hast unser Buch gefunden, du wurdest dorthin geführt, weil du das gleiche Thema hast.
In tiefer Verbundenheit und dem großen Wunsch, dass du lieber Leser einen Weg finden wirst, deine Trauer so zu verwandeln, dass du wieder ein Lächeln aufbringen kannst, wenn die Sonne scheint, den frühen Vogel zuhörst, wenn er dich mit seinem Gesang weckt oder ein Eichhörnchen im Wald gerade den Baum hochklettert und du es mit einer tiefen Freude beobachtest. Solche kleine Glücksmomente mögen deinen neuen Lebensweg zieren. Öffne dich diesen.
Herzlichst
Eomée mit Timo im Herzen
Tag „X"
Wenn ich nur den Tag „X ausradieren könnte, ihn löschen, so, als wäre er nie dagewesen, dann würde der 3.11.13 im Kalender fehlen. Für manche könnte es genau der Geburtstag, Hochzeitstag oder ein anderer besonderer schöner Tag sein. Für mich, als deine Mum, ist es der schlimmste Tag, der dunkelste und ekelhafteste in meinem Leben. Dieser Tag kann nicht mehr getoppt werden – er ist endgültig in seiner Bestimmung, in seinem Schicksal. Und dieser Tag „X
wird mich solange begleiten, bis ich die Augen schließen werde. Er wird jedes Jahr kommen, unbarmherzig und gnadenlos vor meiner Türe stehen, anklopfen, ohne jede Chance, ihn zu überspringen, ihn zu vermeiden. Und er wird mich herausfordernd fragen: „weißt du noch, wie es war?"
Wie sollte ich es jemals vergessen können. Er ist fest eingebrannt in meinem Herzen wie ein Tattoo. Ich kann ihn nicht auslöschen, denn er gehört zu dir Timo, zu unserem gemeinsamen Leben.
Dieser Tag zeigte mir eine Grenze auf, eine sehr hohe Mauer der Unüberwindbarkeit. Es war dein Todestag. Plötzlich bleibt die Welt stehen, ich erstarrte in der Fassungslosigkeit. 19 Jahre jung, viel zu jung, viel zu früh …
Seit diesem Tag „X" gibt es keine gemeinsamen Erlebnisse mehr, keine abendlichen Essen, kein Miteinander, alles weg. Ich habe nur noch die Möglichkeit, mich in Erinnerungen zu wiegen, unsere gelebten 19 Jahre als Kleinfamilie immer wieder aus dem Gedächtnisspeicher herauszuholen.
Und gerade erinnere ich mich daran, als dein Papa und ich von der langen und wunderschönen Neuseeland-Reise im Januar 1994 wieder nach Hause kamen, dich im „Gepäck mitgebracht. Ja, du bist ein Neuseeländer, wir haben dich dort gezeugt und vielleicht war es auch deine Bestimmung, dorthin wieder zurück zu kehren, zu deinem Ursprung. Das wolltest du ja am Ostersonntag, den 21.4.14 tun. Der Flug gebucht, dich mit Julia und Jakob dort treffen. Mit „Work & Travel
wolltest du beginnen, die Welt zu erkunden, angefangen mit Neuseeland. Dort arbeiten, leben, Land und Leute kennenlernen und vielleicht auch dann studieren. Deine große Vorfreude glänzte in deinen Augen, wenn du darüber gesprochen hast. Ich schenkte dir Bücher, DVDs und die Vorbereitungen waren voll im Gange.
Neuseeland hast du nicht mehr gesehen, das Land nicht betreten können, von woher wir dich damals mitbrachten.
Erinnerungen werden wach, wo es um deinen Namen ging, wie du heißen sollst. Lange Diskussionen seitens der werdenden Großeltern und ich machte mir den Spaß daraus, sie mit dem Namen „Detlef-Dieter" zu ärgern. Bis zur Geburt war dieser Name in aller Munde und deine Oma Betty entsetzt darüber. Doch dein Name stand schon lange fest. Timo Alexander Hanke.
Als ich von meiner Schwangerschaft mit dir erfuhr, hatte ich ein Glücksgefühl in mir, unbeschreiblich. Diese große Freude, Mutter werden zu dürfen, die Vorbereitungen für ein schönes Kinderzimmer, Spielsachen, Anziehsachen, liefen auf vollen Touren. Das erste Ultraschallbild, deine ersten spürbaren Bewegungen im Bauch – ein kleines Kribbeln, die Geburtsvorbereitungen. Voller Stolz zeigte ich auch meinen Bauch, schiebte sozusagen die „ruhige Kugel", genoss das Mutterwerden.
Der August 1994 war ein sehr heißer Monat, nur mit eiskaltem gefüllten Wasser in Fußbadewannen ließen die schweren Pfunde erträglich werden, die ich zu schleppen hatte, wobei ich nur 10 kg zugenommen hatte.
Dein errechneter Geburtstermin, 4.9.94 rückte immer näher und du hattest gar keine große Lust, aus dem gemütlichen Ein-Zimmer-Appartement auszuziehen. Und schließlich kamst du mit vier Tagen „Verspätung" auf die Welt, am 8.9.94 um 5.55 Uhr.
Die Geburtswehen, die Schmerzen, alles vergessen, als du in meinen Armen lagst, völlig erschöpft und gesund, trotzdem die Nabelschnur sich 2 x um deinen Hals gewickelt hatte. Schon da hat es mir gezeigt, dass du ein Kämpfer bist, dass du einen Grund hast, auf die Erde zu kommen, zu mir.
Als du deine Augen öffnetest und wir uns ansahen, spürte ich die tiefe Liebe, die uns bis zum Tag X verband und immer noch da ist. Mein Mutterglück war perfekt, ich war so glücklich. Welche Mama denkt in diesem Moment daran, dass sie ihr Baby, ihr Kind wieder hergeben muss?
Der natürliche Ablauf zeigt uns, dass die Kinder ihre Eltern beerdigen, sie bis zum Tode begleiten. Das Schlimmste im Leben einer Mutter ist es, das eigene Kind loslassen zu müssen, wieder der geistigen Welt zurückgeben, von wo es kam. So wie ich dich als Baby in den Armen hielt, so hielt ich deine Urne bis zu deinem Baumgrab fest in meinen Armen, bis sie im Erdloch verschwand. Sie war fast so schwer, wie dein Geburtsgewicht. Dich nochmal an mein Herz zu drücken, dich fest umarmen, das durfte ich mit deiner Urne.
Der Tag X, der uns erwartet, bedingungslos, ohne Chance zum Verhandeln, ohne Terminvorgabe, wird unangemeldet vor unserer Türe stehen und sagen: „es ist soweit". Vielleicht ist es der Grund, warum wir diesen Tag nie wahrhaben wollen, ihn wegschieben, verdrängen und sogar Angst vor ihn haben. Wir kämpfen um unser Leben, jede Sekunde zählt, versuchen, unser Leben zu verlängern, egal was es uns kostet, doch der Tod lässt nicht mit sich verhandeln.
Der Tod kommt ohne Vorbereitungen, er meldet sich nicht an, damit du noch Zeit hast, schnell mal noch in den Urlaub zu fliegen, deine Freunde zu besuchen, dein Testament zu schreiben, deine persönlichen Dinge zu ordnen. Nein, er überrascht dich, deine Familie und der Schock ist riesengroß, unermesslich der Verlustschmerz.
Ich habe mich gefragt, warum es auch mich so hart getroffen hat, wo wir doch alle wissen, dass bei der Geburt der Tod bei uns ist, mit uns verbunden ist, untrennbar. Liegt es daran, dass wir uns nicht genügend vorbereiten, ihn nicht akzeptieren wollen, den Tod am liebsten zum Mars schicken möchten ohne Rückfahrkarte, weil wir leben wollen? Ja, das wollen wir! Und doch wissen wir, dass es begrenzt sein wird, dass wir irgendwann in die Box springen werden, wann und zu welchen Konditionen wissen wir nicht. Macht uns das Angst, weil wir nicht wissen, WIE er zu uns kommen wird? Werden wir mit einer schweren Krankheit konfrontiert, durch Unfall, durch Suizid? Was hat unser Schicksalsplan, unser Seelenplan vorgesehen?
Ich spreche immer wieder vom Seelenplan, denn ich bin davon überzeugt, dass unsere Seele unsterblich ist, dass sie immer wieder in einen neuen Körper reinkarniert, um Erfahrungen zu sammeln, um sich weiter zu entwickeln. Wenn du Leser nicht daran glaubst, kannst du spätestens hier das Buch wieder zurücklegen, denn ich bleibe bei dieser Erkenntnis, bei diesem „Modell" der Wiedergeburten.
Auch wenn ich keiner Religion „angehöre", glaube ich an Gott, der schwer zu definieren ist, jedoch jeder mit ihm auf seine Art und Weise Kontakt hat, das sollte jeder respektieren, gleich welcher Religion er angehört, es gibt nur einen Gott, der hat aber viele Namen hier auf Erden.
Und ich habe mit meinem Gott geschimpft, mit ihm gehadert, ich war wirklich böse auf ihn. Wie
