Instagram und Körperbild: Eine quantitative Onlinebefragung zur Nutzung und Wirkung von Sport- und Fitnessinhalten auf Instagram
Von Carolin Krämer
()
Über dieses E-Book
Ähnlich wie Instagram und Körperbild
Ähnliche E-Books
Sozialpsychologie des Körpers: Wie wir unseren Körper erleben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZyklisches Denken: erzählt von Ernst Juchli und Ulrich Schlünder Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBarrierefreiheit im Web 2.0: Ein Leitfaden zu Behinderung und Social Media Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenOnline-Dating - Der kleine psychologische Ratgeber für die Suche nach der großen Liebe: Wie Sie via Internet-Dating zu einer seriösen Partnerschaft finden Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGib endlich ab!: Die Abschlussarbeit erfolgreich fertigstellen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRhetorik-Handbuch 2100 - Wahrnehmung verzerren: Ich glaub' nur, was ich sehe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBildung der Geschlechter Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLernarchitekturen der Zukunft: Von den Besten Lernen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNicht lange fackeln - Mobbing erkennen und richtig handeln: Inklusive Bossing und Cybermobbing Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEinführung in die Bildungsforschung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZeig mal: Gesten: Hände in der nonverbalen Kommunikation Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWeiblich, erfolgreich, MINT 2020: Ihr Wegweiser zum Traumjob Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenErfolgreich OHNE Ziele: Die Gefahren von Zielsetzungen – und was Du stattdessen machen kannst Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLebenskompetenzen erweitern (E-Book): Ein didaktisches Modell Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZeitschrift für Medienwissenschaft 22: Jg. 12, Heft 1/2020: Medium – Format Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKörperlichkeit und Sexualität: bei Menschen mit komplexer Behinderung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenImmun gegen Unsinn: Wie wir uns eine fundierte Meinung bilden | Mit Quizfragen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSozialpsychologie des Schulalltags: Das Miteinander in der Schule Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBildung im digitalen Wandel: Soziologische Perspektiven Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenA Perfect Match?: Online-Partnersuche aus psychologischer Sicht Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenOrganisieren Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Forschungsmethoden der Psychologie und Sozialwissenschaft: Empirische Sozialforschung, Forschungsmethoden und Evaluation einfach erklärt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBerufs- und Arbeitspädagogik: Zur Vorbereitung "Geprüfte/e Kaufmännische/r Fachwirt/in" nach Handwerksordnung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKreativität fördern: Tipps und Methoden zur Förderung der Kreativität Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUnterhaltsrecht für die Soziale Arbeit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEmotionen im Griff - Mit mehr Emotionaler Kompetenz erfolgreich führen: Wie Sie clever Ihr Führungswissen methodisch erweitern Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWachkoma Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenErfolgsfaktoren des Dualen Studiums Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen15 DINGE, DIE DIR DIE SCHULE NICHT BEIBRINGT Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Allgemeine Belletristik für Sie
Das Schloss Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Kinder- und Hausmärchen Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Der Struwwelpeter - ungekürzte Fassung: Der Kinderbuch Klassiker zum Lesen und Vorlesen Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Die Frau ohne Schatten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Schnupfen Bewertung: 3 von 5 Sternen3/5Das Kreuz mit den Präpositionen: Welche Präposition ist richtig? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGermanische Mythologie: Vollständige Ausgabe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFaust (German Edition) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDienstanweisung für einen Unterteufel Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Zauberberge: Ein Jahrhundertroman aus Davos Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSpanisch lernen in kürzester Zeit Sparpaket Teil 1,2,3,4,5 zusätzlich Anfängerteil mit schriftlicher Aussprache Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Welle: In Einfacher Sprache Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Prozeß: - mit Leitfaden zur Interpretation - Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBegegnungen mit Büchern Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Peperl Mutzenbacher - Tochter der Josefine Mutzenbacher (Ein Erotik, Sex & Porno Klassiker) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie schönsten Erzählungen von Lew Tolstoi Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Das große Buch der Verschwörungen: Vom 11. September bis zu den Schwarzen Koffern Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie schönsten Weihnachtsgedichte (Über 100 Titel in einem Band): Adventlyrik von deutschen Klassikern: Poetische Feier der Weihnachtszeit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenImmanuel Kant: Gesammelte Werke: Andhofs große Literaturbibliothek Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHeinrich Heine: Gesammelte Werke: Anhofs große Literaturbibliothek Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Aristoteles: Gesammelte Werke: Andhofs große Literaturbibliothek Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGrimms Märchen: Gesamtausgabe - 211 Kinder- und Hausmärchen Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Das Nibelungenlied: Vollständige Ausgabe der Nibelungensage Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIm Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque (Lektürehilfe): Detaillierte Zusammenfassung, Personenanalyse und Interpretation Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAndersens Märchen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHandbüchlein der Moral Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSigmund Freud: Gesammelte Werke: Andhofs große Literaturbibliothek Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSternstunden der Menschheit: Historische Miniaturen. Klassiker der Weltliteratur Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5
Verwandte Kategorien
Rezensionen für Instagram und Körperbild
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Instagram und Körperbild - Carolin Krämer
Inhaltsverzeichnis (detailliert)
Inhaltsverzeichnis
Danke
Abstract
1.Relevanz der Arbeit
2.Theoretischer Rahmen und Forschungsstand
2.1.Identität und Mediensozialisation
2.1.1.Identität
2.1.2.Mediensozialisation
2.1.3.Sozialisation im Internet
2.2.Soziale Netzwerke
2.3.Instagram
2.4.Der gesellschaftliche Fitnesstrend
2.5.Körperbild
2.5.1.Das gesellschaftliche Körperbild und seine Entstehung
2.5.2.Definition
2.5.3.Das Körperbild und seine Forschungstradition
2.6.Die Theorie sozialer Vergleichsprozesse
2.7.Die Bedeutung des medialen Drucks
2.8.Der Bereich Sport- und Fitnessmedien
2.9.Diäthalten im Kontext des elastischen Körperbildes
2.10.Die Bedeutung des Selbstwertgefühls
2.11.Theoretischer Zugang zum Thema
3.Forschungsmodell
4.Methode
4.1.Forschungsdesign
4.2.Operationalisierung
4.2.1.Instagram-Nutzung
4.2.2.Körperbild
4.2.3.Soziale Vergleichsprozesse
4.2.4.Wahrgenommener Druck durch Instagram
4.2.5.Fitnessinhalte
4.2.6.Diäthalten
4.2.7.Selbstwertgefühl
4.2.8.Kontrollvariablen
4.2.9.Soziodemografische Merkmale
4.3.Stichprobenkonstruktion
4.4.Pretest
4.5.Untersuchungsdurchführung
4.6.Datenanalyse
5.Auswertung
5.1.Stichprobenbeschreibung
5.2.Statistische Prüfung der Forschungshypothesen
5.2.1.H1 (Instagram-Nutzungsintensität)
5.2.2.H2 (Soziale Vergleichsprozesse)
5.2.3.H3 (Wahrgenommener Druck durch Instagram)
5.2.4.H4 (Fitnessinhalte)
5.2.5.H5 (Diäthalten)
5.2.6.H6 (Selbstwertgefühl)
5.3.Weiterführende Analyse
6.Diskussion und Ausblick
Literaturverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Anhang
A Fragebogen
Mediennutzung
Instagram-Nutzung
Wahrgenommener Druck durch Instagram
Sozialer Vergleich
Selbstwertgefühl
Körperliches Selbstwertgefühl
Körperbild
Soziale Erwünschtheit
BMI
Diagnose Essstörung
Demografische Angaben
B E-Mail-Anschreiben Fitnessaccounts
C Informations-E-Mail zur Rekrutierung
Danke
Mein Dank gilt der Abteilung Empirische Kommunikations- und Medienforschung, dem Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft und den zugehörigen Personen der Universität Leipzig.
Ich danke meinen Eltern für ihre unermessliche Unterstützung. Meiner Familie und meinen Freunden danke ich für stete und unnachgiebige Motivation.
Ganz besonderer Dank für ihre Sorgfalt und wertvollen Tipps im Rahmen des Pretests und Korrekturlesens geht an Francesca Di Gregorio, Stefanie Groll, Julia Felschen, Anne-Sophie Herzet, Nele Käckenmeister, Martina Krämer, Tanja Mantel und Alina Reimer.
Martin Waschipky danke ich darüber hinaus für unsere kreativen Diskussionen.
Für ihre Inspiration und optische Bereicherung der Arbeit danke ich Stefanie Sackmann.
Herzlicher Dank für ihre Hilfsbereitschaft gilt den Instagram-Accounts mir_lar, dinkelflocke, keanaflower, _marielina und christingarcia, ohne die die Befragung keine TeilnehmerInnen gehabt hätte.
Allen Befragten gilt mein uneingeschränkter Dank für ihre Offenheit und ihr Vertrauen.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Lesern.
Abstract
Despite its increasing popularity, studies regarding the usage and effects of the social network Instagram are rare. In the light of media socialization and adolescent identity building, the following research question with regard to the current societal fitness trend was proposed: What effect does the usage of fitness content on Instagram have on the user’s body image? Based on social comparison theory (Festinger 1954), a research model was developed and tested employing an online survey (n = 901). The results showed a hypothesis-confirming negative relation between Instagram usage and body image (r = ‑.12). In this context, social comparison and perceived Instagram pressure proved as mediating processes. A multiple regression analysis revealed self-esteem (.38), dieting (‑.31), perceived Instagram pressure (-.19), social comparison (-.13) and frequency of use of fitness contents (-.07) predicting body image (R2 = .49). Recommendations on future studies such as content analytic designs or explorations of the motives of social comparison on Instagram are made.
Trotz zunehmender Beliebtheit mangelt es vor dem Hintergrund jugendlicher Identitätsbildung und Mediensozialisation an Forschungsergebnissen zur Nutzung und Wirkung des sozialen Netzwerks Instagram. Im Kontext des Sport- und Fitnesstrends wurde folgende Forschungsfrage gestellt: Welche Wirkung hat die Nutzung von Fitnessinhalten auf Instagram auf das Körperbild der NutzerInnen? Aufbauend auf der Theorie sozialer Vergleiche (Festinger 1954) wurde ein Forschungsmodell entwickelt und mittels quantitativer Onlinebefragung geprüft (n = 901). Hypothesenkonform hängt eine hohe Instagram-Nutzung mit einem negativen Köperbild zusammen (r = -.12). Soziale Vergleichsprozesse sowie wahrgenommener Druck durch Instagram erwiesen sich dabei als Mediatoren. In einer multiplen Regression bestimmten Selbstwertgefühl (.38), Diäthalten (-.31), Intensität des wahrgenommenen Drucks (-.19), Häufigkeit sozialer Vergleiche (-.13) und Nutzungsintensität von Fitnessinhalten (-.07) das Körperbild (R2 = .49). Empfehlungen für künftige Studien liegen u. a. in der Umsetzung inhaltsanalytischer Designs oder der Erforschung sozialer Vergleichsmotive auf Instagram.
1. Relevanz der Arbeit
Das Internet hat im Lebensalltag der Deutschen inzwischen einen festen Platz eingenommen. Knapp 80 Prozent geben laut ARD/ZDF-Onlinestudie 2014 an, zumindest gelegentlich online zu sein, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 99 Prozent¹ (vgl. van Eimeren & Frees 2014: 378). Diese bilden die nutzungsintensivste Gruppe unter den Onlinern: Bezogen auf die gestrige Nutzung (93 Prozent²), die Verweildauer (248 Min/Tag³) sowie die Unterwegsnutzung (75 Prozent⁴) führen sie unverändert die ARD/ZDF-Onlinestudie 2014 an (vgl. van Eimeren & Frees 2014: 380-385).
Den Medien kommt im Zeitalter einer massenmedialen Kultur ein hoher Stellenwert bei der Ausformulierung und Präsentation von Identität zu (vgl. Wegener 2010: 55). Die in der sozialen Realität und mit den Medien gemachten Erfahrungen der Jugendlichen werden immer wieder durch neue Erfahrungen mit Medien und Freunden revidiert und erweitert, sodass sich die Identitätsbildung im Sozialisationsprozess als dynamischer Prozess vollzieht (vgl. Mikos et al. 2007: 14).
Die besondere Relevanz des Internets in Bezug auf die Identitätsbildung liegt darin, dass es „neben den rezeptiven Funktionen ‚traditioneller’ Medien wie Unterhaltung, Information und Identifikation (inter)aktive Nutzungsweisen zulässt: hier können reale Interaktionen und Kommunikationen stattfinden [...] und man kann sich selbst mittels eigener Medienerzeugnisse" öffentlich präsentieren (Misoch 2007: 165).
Zu den meistgenutzten Funktionen bzw. Anwendungen im Internet gehören seit Jahren die Suche nach Information, das Nutzen von Suchmaschinen sowie das Senden und Empfangen von E-Mails (vgl. van Eimeren & Frees 2014: 386). Die höchsten Zuwachsraten genutzter Anwendungen zeigten sich in den letzten Jahren u. a. bei Onlinecommunities, wobei deren Nutzung 2014 erstmals leicht rückläufig war (vgl. ebd.). Andere Kommunikationsdienste, bspw. Fotocommunities wie Instagram, scheinen gleichzeitig an Attraktivität zu gewinnen (vgl. ebd.). Diese konnten laut ARD/ZDF-Onlinestudie eine wöchentliche Nutzung von 19 Prozent⁵ der 14- bis 29-Jährigen verzeichnen (vgl. ebd.). Insgesamt stellen 85 Prozent der SmartphonenutzerInnen dieser Altersgruppe ihre Bilder in soziale Netzwerke (vgl. bitkom.org 2015: o. S.).
Laut GlobalWebIndex Social, einer vierteljährlich durchgeführten internationalen Studie zur Nutzung sozialer Netzwerke, hat Facebook zwar noch immer die meisten Mitglieder und aktiven NutzerInnen, ist zugleich aber das einzige große Netzwerk, welches im letzten Jahr Verluste in der aktiven Nutzung (minus 9 Prozent) erfahren musste (vgl. 2015: 4). Instagram zeigte diesbezüglich hingegen einen Anstieg von 46 Prozent und zählt damit neben Pinterest und Tumblr zu den drei am stärksten wachsenden sozialen Netzwerken (vgl. ebd.). Gemäß Social Media-Analytics-Anbieter quintly ist die Interaktionsrate auf Instagram bis zu zehnmal höher als auf Facebook (vgl. quintly.com 2015: o. S.). Unter Jugendlichen gilt Instagram nach YouTube als die „coolste" Anwendung (GlobalWebIndex Social 2015: 5). Im Oktober 2015 wurde Instagram fünf Jahre alt und hat nach eigenen Angaben weltweit über 400 Mio. NutzerInnen, die pro Tag durchschnittlich 80 Mio. Bilder hochladen (vgl. blog.instagram.com 2015: o. S.).
Wenn man betrachtet, welche Bilder dabei besonders beliebt sind, stößt man schnell auf Fitness- und Sportinhalte. In den sozialen Medien ist eine Fülle von gesundheits- und fitnessbezogenen Inhalten für Jugendliche verfügbar, die sich großer Beliebtheit erfreuen und vielfältig und interaktiv genutzt werden (vgl. Carrotte et al. 2015: o. S.). Die Ergebnisse von Carrotte et al. (vgl. 2015: o. S.) belegen, dass die Nutzung dieser Inhalte in den sozialen Medien unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen ganz alltäglich ist: 38 Prozent der 15- bis 29-Jährigen folgen bzw. liken gesundheits- und fitnessbezogene Inhalte auf Facebook, Instagram oder Twitter, wobei „Fitspiration, Diät- und Fitnesspläne sowie „Detox
- bzw. Entgiftungskuren zu den beliebtesten Inhaltstypen zählen (vgl. ebd.). Welche Wirkung die Nutzung dieser Inhalte auf die Rezipienten und besonders auf deren Körperzufriedenheit und Ernährungsweisen hat, muss hingegen erst noch erforscht werden (vgl. Boepple & Thompson 2016: 100).
An dieser Stelle knüpft die vorliegende Untersuchung an. Sie wirft eine Frage auf, die bis dato mehr als einhundert Studien hervorbrachte (vgl. Grabe et al. 2008: 460), nämlich die nach der Wirkung der Medien auf das Körperbild ihrer Rezipienten. Der Forschungsfokus lag dabei bislang hauptsächlich auf Fernsehen und Zeitschriften (vgl. Bair et al. 2012: 398). Die Wirkung Neuer Medien⁶ auf das Körperbild bedarf hingegen noch grundlegender Klärung (vgl. López-Guimerà 2010: 409). Vor allem auf stark frequentierten Internetseiten müssen Angebote, Rezeption und Aneignung von Körperbildern laut Hoffmann (vgl. 2010: 352-355) empirisch untersucht werden. Vor dem Hintergrund der Ubiquität der Onlinemedien, besonders in der jungen Zielgruppe, erscheint es dabei umso relevanter, deren Wirkung auf das Körperbild am Beispiel des beliebten sozialen Netzwerks Instagram zu untersuchen. Denn trotz der Tatsache, dass Instagram die populärste Foto-App ist, hat sie von der Forschungsgemeinschaft bislang relativ wenig Aufmerksamkeit erhalten (vgl. Hu et al. 2014: 1). Ziel vorliegender Arbeit ist es deshalb, herauszufinden, welche Wirkung die Nutzung von Fitnessinhalten auf das Körperbild der NutzerInnen von Instagram hat. Deshalb lautet die der vorliegenden Arbeit zugrundeliegende Forschungsfrage,
Welche Wirkung hat die Nutzung von Fitnessinhalten auf Instagram auf das Körperbild der NutzerInnen?
Um zu verstehen, welche Bedeutung Anwendungen wie Instagram für junge Menschen haben und warum Medien besonders im Jugendalter eine wichtige Rolle spielen, wird im folgenden Abschnitt ein Fokus auf den Bereich Mediensozialisation und Identität gelegt (s. Abschnitt 2.1). Darauf folgen eine Charakterisierung sozialer Netzwerke (s. Abschnitt 2.2) und eine Darlegung der Funktionen, Besonderheiten und bisherigen wissenchaftlichen Befunde hinsichtlich Instagram (s. Abschnitt 2.3). Im nächsten Schritt wird der Begriff Fitness definiert (s. Abschnitt 2.4), bevor das Konstrukt Körperbild vor seinem theoretischen Hintergrund und Forschungsstand erläutert wird (s. Abschnitt 2.5). Dabei wird zunächst auf das gesellschaftliche Körperbild und eine Definition des Begriffs eingegangen. Im darauffolgenden Abschnitt wird die Theorie sozialer Vergleichsprozesse betrachtet (s. Abschnitt 2.6), bevor die Aspekte medialer Druck (s. Abschnitt 2.7), Sport- und Fitnessmedien (s. Abschnitt 2.8), Diäthalten (s. Abschnitt 2.9) und Selbstwertgefühl (s. Abschnitt 2.10) fokussiert werden. Zudem werden weitere theoretische Zugänge zum Thema erwähnt (s. Abschnitt 2.11). Auf den Kenntnissen aufbauend werden sodann die Unterforschungsfragen, Hypothesen und das Forschungsmodell erläutert (s. Abschnitt 3). Anschließend folgt die Beschreibung der angewandten Forschungsmethode (s. Abschnitt 4), bestehend aus den Abschnitten Forschungsdesign (s. Abschnitt 4.1), Operationalisierung (s. Abschnitt 4.2), Stichprobenkonstruktion (s. Abschnitt 4.3), Pretest (s. Abschnitt 4.4), Untersuchungsdurchführung (s. Abschnitt 4.5) sowie einem Abschnitt über die Datenanalyse (s. Abschnitt 4.6). Dann wird zu den statistischen Befunden (s. Abschnitt 5) übergegangen, zunächst im Rahmen einer Stichprobenbeschreibung (s. Abschnitt 5.1), dann im Zuge der Hypothesenprüfung (s. Abschnitt 5.2) und einer weiterführenden Analyse (s. Abschnitt 5.3). Abschließend werden die Ergebnisse diskutiert, Grenzen und Stärken der Studie erläutert sowie Ausblicke für die künftige Forschung gegeben (s. Abschnitt 6).
2. Theoretischer Rahmen und Forschungsstand
Damit die vorliegende Untersuchung auf einem soliden Fundament aufbauen kann, werden in diesem Abschnitt die wichtigsten theoretischen Überlegungen sowie die damit in Zusammenhang stehenden bisherigen empirischen Befunde dargelegt.
Grundsätzlich lässt sich diese Arbeit dem Bereich der Medienwirkungen zuordnen. Medienwirkungen auf Individuen, Gruppen, Organisationen und Gesellschaften sind laut Schweiger und Fahr (vgl. 2013: 9) die zentrale Relevanzbegründung jeglicher kommunikationswissenschaftlichen Forschung. Während in der öffentlichen Diskussion jedes neue Medium seit jeher auf seine möglichen Effekte „abgeklopft wird, zumeist ausgerichtet an negativ-dramatischen Einzelfällen, stehen negative Wirkungsannahmen in der Kommunikationswissenschaft seltener im Mittelpunkt, häufiger geht es um Medienfunktionen, „d. h. um intendierte, positive Medieneffekte wie beispielsweise um Informationsverbreitung, Lernen oder Identitätsbildung
(Schweiger & Fahr 2013: 10).
2.1.Identität und Mediensozialisation
Nach Mikos et al. (vgl. 2007: 14) leisten der Konsum und die Aneignung von Medien sowie die Anschlusskommunikation mit Familienmitgliedern und Freunden zusammen einen wesentlichen Beitrag zur Identität und zum Selbstverständnis von Jugendlichen. Dadurch spielen Medien neben anderen Sozialisationsinstanzen wie Familie, Schule und die Gruppe der Gleichaltrigen im Sozialisationsprozess eine besondere Rolle (vgl. ebd.).
2.1.1.Identität
Nach Misoch (vgl. 2007: 163) bezeichnet Identität die Übereinstimmung eines Subjekts mit sich selbst. Identität ist allerdings nicht stabil und unveränderlich (vgl. Mikos et al. 2007: 12), sondern muss vom Individuum erarbeitet und ggf. je nach Lebenskontext angepasst werden (vgl. Misoch 2007: 163). In der alltäglichen Identitätsarbeit wird versucht, „stimmige Passungen zwischen inneren und äußeren Erfahrungen zu schaffen und unterschiedliche Teilidentitäten zu verknüpfen" (Keupp et al. 1999: 60). Es handelt sich dabei um
