Viva Rex oder die Suche nach sich selbst
()
Über dieses E-Book
David Gerson Rolinger
David Gerson Rolinger ist ein Dramen Autor und Student der Biologie. Neben Theaterstücken gehören auch Lese-Dramen und Kurzgeschichten zu seinen Werken. Sein Stil ist geprägt von phantastischen Elementen und zum Teil eines zynischen Kommentars auf Fragen nach dem Sinn des Lebens und des Umgangs mit Schuld und Vergebung.
Ähnlich wie Viva Rex oder die Suche nach sich selbst
Ähnliche E-Books
Erster Teil einer Tragödie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Canterbury-Erzählungen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMephistos Tod: Spiel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAlso sprach Zarathustra Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Steineiche goldene Zweige: Dichtung in Gesängen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer zerbrochne Krug,: Ein Lustspiel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenParzival und Titurel: Rittergedichte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFabeln und Erzählungen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGesammelte Werke Friedrich Maximilian Klingers Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFabeln Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch leih mir Sterne vom Himmel: Was ich Dir schon immer sagen wollte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie beliebtesten Fabeln von Äsop Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein Märchenbuch: Mit 176 Holzschnitten nach Originalzeichnungen von Ludwig Richter Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAlso sprach Zarathustra - Nietzsches Meisterwerk: Ein Buch für Alle und Keinen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenCoriolanus Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Sohn: Ein Drama in fünf Akten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenReineke Fuchs Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKaiser Karls Geisel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMärchen für Trauer und Trost: Zum Erzählen und Vorlesen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKönig Ödipus Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie göttliche Komödie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLeonce und Lena: Ein Lustspiel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFiammetta Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAlso sprach Zarathustra: Alle 4 Bände: Ein Buch für Alle und Keinen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Elixiere des Teufels Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Das neue Jerusalem Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEnde gut, alles gut Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Gleichen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Darstellende Künste für Sie
Lexikon der Symbole und Archetypen für die Traumdeutung Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Rebecca Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5William Shakespeare - Dramatiker der Welt: Ein SPIEGEL E-Book Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEmilia Galotti Bewertung: 3 von 5 Sternen3/5Alles Materie - oder was?: Das Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRetro TV - So war Fernsehen früher: Die schönsten Quiz- und Fernsehshows des deutschen Fernsehens Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFilmMusik - Martin Scorsese Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen40 Fragen an eine Rolle: Eine Methode zur selbstständigen Erarbeitung der Rolle Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSchauspielen - Theorie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAnimationsfilm: Konzept und Produktion Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAuf dem Weg zu einer Neuen Aufklärung: Ein Plädoyer für zukunftsorientierte Geisteswissenschaften Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWer hat Angst vorm Schwarzen Mann Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Frau ohne Schatten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGesammelte Werke Hugo von Hofmannsthals: Dramen und Erzählungen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenComputergeschichte(n): Die ersten Jahre des PC Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGöttliche Komödie Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Kinderlieder: 100 Liedertexte der schönsten Kinderlieder Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Anglizismen und andere "Fremdwords" deutsch erklärt: Über 1000 aktuelle Begriffe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKreatives Drehbuchschreiben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBrecht lesen Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Grimms Märchen (Komplette Sammlung - 200+ Märchen): Rapunzel, Hänsel und Gretel, Aschenputtel, Dornröschen, Schneewittchen, Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Möwe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen50 Meisterwerke Musst Du Lesen, Bevor Du Stirbst: Vol. 2 (Golden Deer Classics) Bewertung: 3 von 5 Sternen3/5Selbstlernkurs: Schreiben wie ein Profi: Von der Pike auf schreiben lernen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTraumberuf Schauspieler:in: Der Wegweiser zum Erfolg Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMit ChatGPT Drehbücher und Romane schreiben: Leitfaden für Autor*innen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Gefühl des Augenblicks: Zur Dramaturgie des Dokumentarfilms Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Menschenfeind (Le Misanthrope): Der verliebte Melancholiker (Eine Komödie) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenImprovisationstheater: Die Grundlagen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Reale der Perspektive: Der Barock, die Lacan'sche Psychoanalyse und das 'Untote' in der Kultur Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Viva Rex oder die Suche nach sich selbst
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Viva Rex oder die Suche nach sich selbst - David Gerson Rolinger
Viva Rex oder die Suche nach sich selbst
Titelseite
Impressum
Prolog
Akt I, Szene I
Akt I, Szene II
Akt I, Szene III
Akt I, Szene IV
Akt I, Szene V
Akt I, Szene VI
Akt I, Szene VII
Akt I, Szene VIII
Akt I, Szene IX
Akt I, Szene X
Akt I, Szene XI
Akt I, Szene XII
Akt I, Szene XIII
Akt I, Szene XIV
Akt I, Szene XV
Akt II, Szene I
Akt II, Szene II
Akt II, Szene III
Akt II, Szene IV
Akt II, Szene V
Akt II, Szene VI
Akt II, Szene VII
Akt II, Szene VIII
Akt II, Szene IX
Akt II, Szene X
Akt II, Szene XI
Akt II, Szene XII
Akt II, Szene XIII
Akt II, Szene XIV
Akt II, Szene XV
Akt II, Szene XVI
Akt II, Szene XVII
Akt III, Szene I
Akt III, Szene II
Akt III, Szene III
Akt III, Szene IV
Akt III, Szene V
Akt III, Szene VI
Akt III, Szene VII
Akt III, Szene VIII
Akt IV, Szene I
Akt IV, Szene II
Akt IV, Szene III
Akt IV, Szene IV
Akt IV, Szene V
Akt IV, Szene VI
Akt IV, Szene VII
Akt IV, Szene VIII
Akt IV, Szene IX
Akt IV, Szene X
Akt IV, Szene XI
Akt IV, Szene XII
Akt IV, Szene XIII
Akt IV, Szene XIV
Akt IV, Szene XV
Akt V, Szene I
Akt V, Szene II
Akt V, Szene III
Akt V, Szene IV
Akt V, Szene V
Akt V, Szene VI
Akt V, Szene VII
Akt V, Szene VIII
Akt V, Szene IX
Akt V, Szene X
David G. Rolinger
Viva Rex
oder die Suche nach sich selbst
Drama
Impressum
Texte: © 2020 Copyright by David G. Rolinger
Umschlag: © 2020 Copyright by David G. Rolinger
Verantwortlich
für den Inhalt: David G. Rolinger
Sittersweg 1
66130 Saarbrücken
david.rolinger@gmail.com
Prolog
Auftritt der Puppenspieler.
Puppenspieler: zum Publikum. Ihr seid also der Menschenstrom, von dem der Herr gesprochen hat. Ihr seid gekommen, um die Geschichte eines Volks zu hören, das nichts sehnlicher sich wünschte, als einen König zu haben, der es liebt. Es war das auserwählte Volk des Moses und so wünschten sie sich auch einen auserwählten König. Doch wie sollte man bestimmen, wer würdig ist, die Krone auf sein Haupt zu nehmen? Lange wusste niemand darauf eine Antwort, bis eines Tages eine Reihe von Ereignissen dazu führte, dass sich bald viele berufen fühlten, König zu werden. Alles begann mit der Niederkunft Heras. Sie hatte mit Zeus einen Sohn gezeugt und nun, da er auf der Welt war, kam ein jeder aus dem Volk, um sich das Kind anzusehen. Zeus und Hera waren sehr beliebt beim Volk. Nicht nur aufgrund ihrer gewaltigen Kräfte, sondern auch weil sie sich maßgeblich für den Aufschwung des Volkes einsetzten. So hatte Hera einen großen Beitrag zur Errichtung des Tempels zu Ehren Gottes geleistet. Auch Zeus war ein frommer Mann, der sich sehr für seine Mitmenschen stark machte, auch wenn er gelegentlich unter melancholischen Anfällen litt. Als die Beiden nun ein Kind bekamen, freute sich jeder und so begannen bald alle, das geliebte Kind ‚Geliebter‘ zu nennen.
Mit Spannung verfolgte man sein Aufwachsen und mit Freude sah das Volk, dass der Geliebte in die großen Fußstapfen seiner Eltern treten wollte. Die Legende erzählt, er habe sich schon als Kind um Aussätzige und Kranke gekümmert. Als Jüngling wurde er dann Ritter im Dienste des Volkes des Moses, was bedeutet, dass er Verantwortung für jeden einzelnen seiner Mitbürger übernahm und diese vor jeder drohenden Gefahr beschützen sollte. Es war in jener Zeit, da er sich mit einem anderen Ritter von ebenso jungem Blut anfreundete, der Ikarus genannt wurde. Es war eine Zeit, in der das Volk mächtiger und weiser wurde und um diesen Einfluss zu festigen und nach außen zu repräsentieren, wünschte man sich nun nur umso mehr einen König herbei. Da hatte Natan der Prophet eine Offenbarung, die ihm einen Irrgarten zeigte. Dieser sollte als Probe dienen, um festzustellen, wer würdig sei, den Thron zu besteigen. Damit aber keiner im Volk einen Vorteil haben sollte, beauftragte man einen Fremden mit dem Bau. So entstand ein gewaltiger und magischer Irrgarten. Als man den Fremden auf die sonderbaren Dinge darin ansprach, gab er sich als Erzengel Nuntiu zu erkennen. Im göttlichen Auftrag hatte er den Garten auf mystische Weise verändert.
In den nächsten Jahren kamen viele, die die Prüfung bestehen wollten, doch kaum einer schaffte es besonders weit. Erst Jallah gelang es die Herausforderungen zu bestehen und den Garten samt der Mauer, die ihn vom Schloss trennte, zu überwinden. Daher krönte man sie zur Königin. Für gewöhnlich folgt nach der Krönung noch eine Salbung, die einen ewigen Treuebund zwischen dem König und dem Volk bezeugen sollte. Doch bei Jallah war es anders, denn sie erwies sich schnell als großes Übel. Weder war sie weise noch gerecht oder gütig. Und mit der Zeit verblasste ihr Antlitz und sie verdarb völlig, bis sie ihrem Wahn erlag. Dies hemmte den Drang auf den Thron, denn niemand wollte so enden wie sie. Erst nach geraumer Zeit schaffte es das Volk, einen sehr erfahrenen Mann dazu zu bringen, dass er sich dem Garten stellte. Er hatte viele Geschichten zu erzählen und war unerschöpflich an Ratschlägen. Außerdem liebte er sein Volk und baute es stets auf, wenn es am Boden lag. Er schien der perfekte Mann zu sein. Und so gab man ihm, nachdem er den Garten bezwungen hatte, den Namen König Rex, um sein Talent für die Aufgabe herauszustellen. Zur Überraschung aller weigerte sich Rex aber, die Salbung zu empfangen, da er nicht sicher war, ob er auf Ewigkeit einen solchen Bund eingehen könne. Er fürchtete, dass ihm im Alter die Kräfte ausgehen könnten und er so dem Volk nicht bis in Ewigkeit gerecht werden könne.
Nun aber genug der Chroniken und hin zu den bedeutenden Figuren der Stunde. Es war in der Amtszeit des mittlerweile alten Königs Rex, dass ein Prinz aus dem Morgenland zum Volk kam und sich anbot, König zu werden. Er war der Ansicht, seine Abstammung aus einer anderen königlichen Familie würde ihn zu solchen Aufgaben befähigen und er wäre bereit sich dem Volk des Moses anzunehmen. Auch wenn er sich schnell mit dem Geliebten und über ihn mit Ikarus anfreundete, missfiel dem Geliebten die Idee eines fremden Königs und so gedieh in ihm ein neuer Wunsch…
Abgang der Puppenspieler.
Akt I, Szene I
Auftritt der Geliebte, aufgebracht, die Gebrüder Natan und Nathan, auf den Geliebten einredend, Prinz Siddhartha aus dem Morgenland, hinter ihnen schlendernd.
Der Geliebte: Ich werde zum König werden, das ist gewiss. Das Volk liebt mich und ich will ihnen Liebe schenken. Darum frage ich euch, wer sollte es nicht wollen?
Nathan der Weise: Denkt nur an die Freunde König Rexs. Dazu kommen noch jene, die Siddhartha auf den Thron bringen wollen. Prinz, Ihr könnt die Lage sicher am besten einschätzen.
Prinz Siddhartha: Von klein auf habe ich gelernt, was es heißt, ein Volk zu führen. Mit Schmeicheleien habe ich das des Moses für mich gewonnen. Lange liegt der Stein in meinem Brett, nur König Rex steht mir im Weg.
Der Geliebte: Ach redet doch keinen Unsinn. Rex ist ein alter Mann, der wird sich nie mehr salben lassen. Da ist es gut, dass ich nun komme und dieses Volk an mich binde. König Rex unterstützt mich sogar. Meine Ahnen haben ewig dieses Volk geleitet. Wenn auch nicht als Könige, so doch durch ihre Liebe. Prinz, verzeih mein ungeübtes Wort, doch ein Fremder kann dieses Reich nicht führen. Du verstehst es nicht, erkennst die Probleme nur schwer und deine Traditionen belasten dieses Volk noch mehr.
Prinz Siddhartha: Die Liebe aus sich selbst heraus wirkt immer schwach gegen die Liebe eines Fremden. So schätzen wir die Meinung eines neuen Hausgastes mehr als die der eignen Familie. Geliebter, was soll der plötzliche Ehrgeiz? Hast du Angst das Volk an mich zu verlieren?
Der Geliebte: Das hab ich wohl und ich tue Recht daran. Du reißt mit deinen gierigen Klauen und fremden Sagen tiefe Wunden in das Fleisch einer gesunden Stadt. Und alles jubelt dir noch zu. Ehrlich, ich kann das nicht fassen.
Nathan der Weise: Es liegt daran, dass er sie liebt. Um jene Liebe zu erfahren, weiß so mancher Körper viel Leid in sich aufzunehmen. Und sie wünschen sich doch, dass einer König werden will. Gerade, weil sich Rex nicht salben lässt.
Natan: Der Herr schenkte uns Liebe, sie ist seine gütigste Gabe. Darum fordere ich euch auf, nehmt sie, wenn sie kommt und streut sie, wenn sie fehlt.
Prinz Siddhartha: Das tue ich. Ich liebe dieses Volk nicht weniger als der Geliebte.
Der Geliebte: Rede doch nicht solchen Unsinn. Du bist erst vor wenigen Jahren hierher gekommen, die Namen dieser Leute sind dir fremd und nun willst du sie so lieben wie einer, der ihre Geburt bestaunen durfte? Deine Liebe ist nur von kurzer Dauer, meine aber währt ewig.
Natan: Tut sie das? In letzter Zeit sehe ich den Prinzen mehr Freunde grüßen als euch. Habt ihr euch nicht in euch selbst verloren?
Der Geliebte: Was kann ich dafür, dass ich der Welt mein Leid ersparen will. Drum grüße ich nicht jeden Tag, um sie nicht weiter zu belasten. Ich maße mir auch nicht an, mit ihnen zu speisen, sind sie mir nicht vertraut aufs Blut. Jener aber hockt sich ins gemachte Nest. Anmaßend setzt er sich an jeden Tisch und tut, als sei er Teil von dieser Esskultur.
Nathan der Weise: Er bemüht sich nur. Ein guter König muss das können.
Prinz Siddhartha: Zudem erreiche ich damit mehr als du. Das ist doch, warum mich alles Volk so liebt. Ich reiche ihnen die Hand, wenn sie mir ihre Freude schenken wollen, anstatt zu warten, bis die Höflichkeit mich dasselbe erfahren lässt. Und alles freut sich drüber.
Der Geliebte schnaubt verächtlich. Auftritt ein volksnaher Bürgermeister.
Nathan der Weise: Guten Tag Herr Bürgermeister! Schön, dass wir euch heute noch treffen. Sicher könnt ihr unsere Unterhaltung mit eurem Wissen vortrefflich bereichern.
Bürgermeister: Guten Tag die Herren! Was ist der Kern der Unterhaltung?
Nathan der Weise: Erneut die Königswahl.
Natan: Königswahl? Mir scheint, der Garten sei umsonst.
Der Geliebte: Sicher nicht! Der Garten muss um jeden Preis durchdrungen werden. Nur will man vorher beruhigt wissen, dass man am Ende Salböl und Hauptes Zierde wirklich erhält.
Natan: Der Herr hat uns die Propheten geschenkt, dass wir ihrem Rat munter vertrauen können, doch wir betrügen uns selbst und meinen klüger zu sein als die Propheten.
Nathan der Weise: Der Herr gab uns auch den Verstand, mit dem wir entscheiden können, was uns mehr behagt. Nun ist die Zeit zum Denken, später mögen wir folgen und sehen, ob unser Geist uns nicht betrogen hat und unser probatorischer König auch den Prophezeiungen standhält. Nun Herr Bürgermeister: Wie steht es um des Volkes Stimme?
Bürgermeister: Wie immer ist es gespalten. Im Wesentlichen sind da drei Fraktionen: Die einen wollen warten, bis König Rex sich salben lässt, die anderen wollen den Geliebten oder Prinz Siddhartha aus dem Morgenland zum König machen und salben.
Der Geliebte: hektisch erregt. Und weiter? Wie stehen sich die Massen zahlenmäßig gegenüber?
Bürgermeister: Da die meisten Royalisten der Empfehlung unseres Königs, euch, den Geliebten, zu unterstützen, gefolgt sind, hat sich eine breite Menge für euch aufgestellt. Doch habt ihr euch oft mit dem Prinzen blicken lassen und nun haben sich einige von seiner aktiveren Art in den Bann ziehen lassen, sodass sich Teile eurer Unterstützer zu ihm gesellten.
Der Bürgermeister macht eine Pause und sein Gesicht verkrampft sich etwas.
Der Geliebte: Sprecht schon weiter!
Bürgermeister: Die Zahlen haben sich verkehrt. Auf den Straßen steht das Volk und sie wollen Prinz Siddhartha salben.
Der Geliebte: Unmöglich!
Prinz Siddhartha: Ich werde diese Würde annehmen, denn ich habe sie verdient. Stets habe ich den guten Kontakt gepflegt und ihnen Geschenke gemacht. Ein offenes Ohr drängte ich ihnen auf, damit sie ihre Sorgen an mich wenden konnten. Ich gab ihnen das Gefühl, etwas wert zu sein, indem ich forsch und schnell zu ihnen vordrang und mein Vertrauen ihnen schenkte, sobald ihr Name bei mir fix war. Ich müsste lügen, würde ich behaupten, der Geliebte habe mir nicht geholfen. Im Gegenteil, denn viele hohe Würdenträger lernte ich erst durch ihn kennen und so manchen Freund habe ich erst dadurch erringen können. Stets hast du mich begleitet, Geliebter, und nun habe ich dich vollends überboten.
Bürgermeister: Was wird mit König Rex geschehen, wenn der Prinz sich salben lässt? Er ist noch immer der rechtmäßige König.
Nathan der Weise: Wenn sie ihn nicht verjagen, was ich für ausgeschlossen halte, wird er König bleiben.
Prinz Siddhartha: Seid euch nicht zu sicher. Wenn sie erst einmal sehen, wie herrlich ich sie regiere, dann werden sie Rex schnell vergessen. So wie sie auch Jallah vergessen haben.
Auftritt ein aufgeregter Mann.
Mann: außer Atem. Prinz Siddhartha aus dem Morgenland, bald wird man euch König heißen. Kommt nun rasch mit, denn ein Priester will euch salben.
Prinz Siddhartha: Großartig!
Prinz Siddhartha und Mann wollen gehen.
Natan: Haltet ein! Erst muss er den Garten und die Mauer überqueren, dann erst darf man ihn zum König machen und erst hiernach darf die Salbung folgen. Haltet bloß die Rituale ein, sonst prophezeie ich euch ein übles Ende. Der Garten wurde aus gutem Grund erschaffen.
Mann: Nichts, was man nicht auch nachholen könnte. Kommt jetzt, Prinz! Der Priester und das Volk sind bereit.
Nathan der Weise: Mir scheint das jetzt auch sehr plötzlich. Man sollte nicht einem Impuls folgen, wenn es um solche Fragen geht. Schon gar nicht, wenn sie den Riten und Prophezeiungen widersprechen.
Prinz Siddhartha: Eure Riten sind doch längst nicht mehr zeitgemäß. Ich werde den Garten schon bezwingen, gebt mir nur etwas Zeit.
Mann: Und diese Zeit sollt ihr schon nutzen. Daher kommt jetzt mit, sodass wir euch salben können.
Nathan der Weise: Es ist ein Fehler!
Natan: Der Herr gebietet anderes!
Abgang Prinz Siddhartha und Mann.
Der Geliebte: Sie lassen sich blenden von kurzweiligen Versprechungen, doch würden sie das Ganze sehen, dann würden sie erkennen, dass Demütigung und Leid mit dieser fremden Liebe einhergehen. Ich selbst erkenne meine Freundschaft zu Siddhartha nun als Münze. Die eine Seite zeigt mir die Freuden eines Freundes, die andere erobert meinen Thron und ersetzt mich vor dem Volk. Wenn ich bestehen will, muss ich mich durch den Garten kämpfen.
Natan: Euren Thron? Aber wahrlich, wollt ihr ihn besteigen, müsst ihr den Garten durchqueren.
Nathan der Weise: Wenn du König sein willst, musst du dich deinem Volk beweisen. Zeig ihm mit ehrenwerter Geste, was du ihm Gutes tun kannst.
Der Geliebte: Ihr seid zu gütig zu mir und allen anderen. Aber ich kann mich dieser Güte nicht immer rühmen. Ich fühle mich gekränkt, verletzt und Wut durchdringt mehr und mehr meinen Körper. Prinz Siddhartha darf nicht König werden, sonst verliere ich mich selbst. Ich muss kämpfen.
Nathan der Weise: Das Kämpfen endet niemals gut. Ihr werdet beide nur verlieren.
Der Geliebte: Sei‘s drum! Ich kann nicht anders.
Szene II
Auftritt Prinz Siddhartha und Priester auf einem Podest auf dem Marktplatz. Eine tosende Menge Menschen um sie herum. Darunter auch der Geliebte.
Priester: zur Menge. Heute werde ich im Namen des Volkes Prinz Siddhartha aus dem Morgenland salben. Mit dieser Salbung verpflichtet er sich ewig für das Volk des Moses, sein Volk, da zu sein und das Volk des Moses, unser Volk, verpflichtet sich im Gegenzug ewig für ihn da zu sein.
Die Menge jubelt auf.
Priester: zu Siddhartha. Seid ihr bereit, eure Salbung zu empfangen?
Prinz Siddhartha: zu allen mit lauter Stimme. Das bin ich!
Der Priester bestreicht seine Stirn mit Salböl.
Priester: Hiermit steht der Bund auf ewig.
Der Geliebte: laut rufend aus der Menge. Dieser Bund ist null und nichtig. Prinz Siddhartha hat die Riten nicht erfüllt. Weder den Garten hat er durchquert, noch die Mauer überwunden, noch wurde er zum König erhoben.
Prinz Siddhartha: Und doch bin ich gesalbt. Du hast mir beizustehen.
Der Geliebte: Als Freund stehe ich dir bei, nicht aber als Gesalbter. Das Öl, es ist noch nicht verdunsen. Wisch es weg, bevor ein Streit entsteht!
Prinz Siddhartha: Das Volk wünscht, dass ich gesalbt bin und ich werde dem folgen.
Der Geliebte: Ich bin nicht der Einzige, der glaubt, dass diese Salbung nicht rechtens ist. Er wendet sich an die Menge. Fragt nur die Gebrüder Natan und Nathan, sie werden euch das Gleiche sagen. Ihrem Rat werdet ihr doch vertrauen!
Ein Raunen geht durch die Menge.
Prinz Siddhartha: Es ist
