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Love Guess And Rock On: Unser Leben mit Epilepsie
Love Guess And Rock On: Unser Leben mit Epilepsie
Love Guess And Rock On: Unser Leben mit Epilepsie
eBook200 Seiten1 StundeLove Guess And Rock On

Love Guess And Rock On: Unser Leben mit Epilepsie

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Über dieses E-Book

Ein aufregendes Jahr stand bevor, was keiner von uns ahnte. Ein Pflegehund sollte zu uns kommen und unsere Welt mächtig auf den Kopf stellen.

Herausforderung Basenji, Herausforderung Epilepsie, Herausforderung Corona.

Hier ist unser Weg, den wir im ersten gemeinsamen Jahr gegangen sind. Wer uns begleiten möchte, ist herzlich dazu eingeladen.

Ebenfalls im Buch zu finden sind nützliche Informationen, Kontaktadressen und eine Checkliste zum Thema Epilepsie.
SpracheDeutsch
HerausgeberBoD - Books on Demand
Erscheinungsdatum6. Juli 2021
ISBN9783753457215
Love Guess And Rock On: Unser Leben mit Epilepsie
Autor

Anne Leena Wentscher

Anne Leena Wentscher Geboren 1983 in Göttingen, lebt seit 1983 in Osterode am Harz. Selbstständige geprüfte Hundephysiotherapeutin mit eigener Praxis seit 2007, geprüfte Tierheilpraktikerin seit 2011. Erstes geschriebenes Buch: "Love Guess And Rock On - Unser Leben mit Epilepsie", veröffentlicht im Juni 2021. Hundehalterin seit 2005, derzeit leben drei Hunde im Alter von drei bis dreizehn Jahren bei ihr.

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    Buchvorschau

    Love Guess And Rock On - Anne Leena Wentscher

    1. Kapitel

    Wo beginnt man mit einer Geschichte? Am besten am Anfang. Dieser Anfang war Anfang Dezember 2019. Ich las von einer Tierschutzorganisation aus Südfrankreich, die dringend Pflegestellen für Hunde suchen, da es seit Wochen regnete. Die Zwingeranlage stand völlig unter Wasser, die Hunde lebten dort im Matsch und in ihrem Kot und mussten dringend untergebracht werden. Ich fragte meine Familie, ob es für sie in Ordnung ginge, wenn wir vorübergehend einen dritten Hund aufnähmen, und nachdem alle zustimmten, fragte ich bei dem Tierschutzverein nach. Zunächst hatten sie zwei große Rüden, die ausreisen durften. Das kam für uns jedoch nicht in Frage, da unser alter Rüde keinen weiteren akzeptieren würde, schon gar nicht, wenn er größer ist.

    Das Thema ließ mich nicht in Ruhe und ich fragte eine Woche später noch einmal an. Dieses Mal etwas explizierter, ob es nicht eine kleinere Hündin gäbe, die wir als Pflegestelle aufnehmen könnten, denn diese würde sicherlich von unseren beiden schon hier lebenden Hunden akzeptiert werden.

    Es dauerte nicht lange, bis ich eine Rückmeldung bekam. Am 8. Dezember wurde eine kleine Hündin abgegeben. Eine kleine, etwas pummelige, rot-braune und weiße Hündin mit Ringelrute, spitzen Ohren, so gar nicht mein Beuteschema. „Super!, dachte ich, „die können wir nehmen, ohne dass ich mir Gedanken machen müsste, mich zu schnell an sie zu gewöhnen.

    Auf dem Bild guckte sie auch recht teilnahmslos, als ob sie gerade eigentlich etwas Besseres zu tun hätte, als fotografiert zu werden und die Umstände sie eher langweilten, keine Aufregung für sie darstellten. Meine Vermutung war, dass es sich sicherlich um einen Mischling aus Jack Russel Terrier und ShibaInu handeln musste. Ich hatte noch nie so einen Hund gesehen.

    Daraufhin schrieb ich zurück, wann sie nach Deutschland käme und welche Umstände der Abgabe über sie bekannt wären, damit wir schon einmal gucken können, zu wem sie eventuell im Bekanntenkreis passen könnte, da in den letzten Monaten einige Freunde ihre Hunde verloren hatten und wir ganz sicher waren, dass einer von ihnen die kleine Hündin schon nehmen würden, wenn sie sie erst einmal gesehen hätten.

    Am folgenden Tag kam bereits die Antwort. Guess, so hieß das kleine spitzohrige, kringelschwänzige Hundemädchen, das so über allem zu stehen schien, sollte Ende Dezember nach der Kastration ausreisen. Und anbei war auch die Information, dass sie eine reinrassige Basenji-Hündin sei, die ihr Leben lang zur Zucht eingesetzt wurde und nun anscheinend zu alt war, um weiterhin Welpen zu produzieren. Das ist nicht untypisch in Frankreich, Hundewelpen werden dort oft wie Ware produziert, zu Weihnachten verschenkt und sobald sie nicht mehr niedlich sind oder anfangen, Arbeit zu machen, werden sie ins Tierheim gebracht. Dort verweilen sie nur kurze Zeit, denn nach einer gewissen, recht kurzen Zeitspanne werden sie dort eingeschläfert, wenn sie nicht vermittelt werden können.

    Ich begann mich zu informieren, was für eine Rasse der Basenji ist. Und mir gefiel, dass es sich um eine seltene, urtümliche Rasse handelt. Auch wenn es nicht so aussieht, genetisch dem Wolf noch recht nah, mit den Besonderheiten, nicht zu haaren, nicht zu riechen und nicht bellen zu können.

    Besonders interessant fand ich in der Rassebeschreibung des Basenji, dass die Hunde sehr selbstständig, eigensinnig und mutig sind. Sie sind keine Befehlsempfänger, sondern möchten gebeten werden. Ich dachte an das Bild, das ich von Guess bekommen hatte. Ja, das passte.

    In der Vorweihnachtszeit waren wir mit Vorbereitungen für das Weihnachtsfest beschäftigt. Und Weihnachten kam wie immer zu schnell. Und verging auch ebenso schnell, wie es gekommen war. Und so kam nun auch schnell der Tag, an dem Guess zu uns gebracht werden sollte. Wir hatten zu der Zeit Urlaub, was sicherlich auch eine gute Voraussetzung war, einen Hund bei uns auf Zeit zu integrieren.

    2. Kapitel

    Es war der 28. Dezember, der Tag, an dem Guess bei uns ein Zuhause auf Zeit bekommen sollte. An diesem Tag saß ich auf heißen Kohlen. Weihnachten war gerade vorüber, der Tannenbaum stand geschmückt in der Ecke des Wohnzimmers und leuchtete feierlich für die Ankunft von Guess. Und ich? Ich fühlte mich wie ein Kind am Heiligabend, bevor die Wohnzimmertür sich öffnete, die Glocke läutete und man mit glänzenden Augen die Geschenke öffnen durfte. Seitdem ich die Mail bekommen hatte, in der die Ankunft angemeldet wurde, hatte ich angefangen, mir Gedanken zu machen, wie sich Guess wohl mit unseren vorhandenen Hunden verstehen würde.

    Der Ältere von den beiden, Gâteau, ein ziemlicher Eigenbrötler, der eigentlich niemanden braucht, weder Mensch noch Hund und am liebsten seine Ruhe hat und vor dem Ofen liegt, es aber okay ist, wenn man ihm regelmäßig Futter gibt und ihn ab und zu bewegt. Aber auch hier macht er Ausnahmen: Es muss ihm schmecken, es darf nicht zu wenig Fleisch im Gemüse sein. Und Bewegung? Bitte nur bei angenehmen Temperaturen, ohne Regen und vielleicht gerade so mit etwas Schnee, aber ohne Streusalz auf der Straße.

    Der andere Hund bei uns, das Fräulein Smilla, war gerade knapp zwei Jahre alt und von klein auf bei uns, schwierig im Umgang mit fremden Menschen, draußen aber super verträglich mit Hunden jeglicher Art und Geschlechts. Das sieht in „ihrer" Wohnung anders aus. Fräulein Smilla hatte immer fast die gesamte Aufmerksamkeit von mir und wurde von klein auf als Prinzessin verwöhnt. Und nun sollte sie ihr königliches Reich mit einem kleinen, selbstbewussten Hundemädchen teilen?! Mir war etwas flau in der Magengegend, eine Mischung aus Sorge und Freude.

    In den letzten Stunden hatte ich noch schnell in unserem örtlichen Zoofachgeschäft eine kleine Grundausstattung für Guess besorgt. Ich glaubte, an alles gedacht zu haben, was ein Hundemädchen so brauchen könnte: einen Porzellannapf in rosa und beige, bedruckt mit einem kleinen Hund, Trockenfutter ohne Getreide in diversen Geschmacksrichtungen, denn sie war ja nur ein Hund zur Pflege und sollte alsbald wieder ausziehen. Die Umstellung auf die Rohfütterung wollten wir deshalb vermeiden.

    Hundebetten waren glücklicherweise schon in diversen Ausführungen und Formen vorhanden, ebenso wie diverse Kuscheldecken, Geschirre, Leinen und natürlich auch viele, viele Leckerli, die dem kleinen Hund die Eingewöhnung bei uns erleichtern sollten.

    In der vorausgegangenen Nacht schlief ich unruhig, aber in einer eigenartigen Form war ich zufrieden, als ob sich ein Puzzlestein zum nächsten fügen sollte.

    3. Kapitel

    Wir schauten eine Serie, der Weihnachtsbaum war erleuchtet, und ich glühte innerlich vor freudiger, aber nervöser Erwartung. Wie ein kleines Kind an Weihnachten. Ich denke, das kann man ungefähr vergleichen. Guess war auf dem Weg zu uns im Fellnasentaxi und wurde uns sogar direkt nach Hause gebracht. Sie war sicherlich nun schon den dritten Tag unterwegs und auch dies bereitete mir Sorge: Der kleine Hund in einer Box auf den vielen tausend Kilometern aus Südfrankreich bis nach Norddeutschland. Ganz allein, frisch kastriert, aus der Welt gerissen, die sie kennt und dies nicht zum ersten Mal. Armes kleines Mädchen!

    Mit dem Fahrer, der Guess transportierte, hatte ich Kontakt über WhatsApp und er kontaktierte mich gegen 14 Uhr, um mir mitzuteilen, dass er mit Guess ungefähr gegen 16 Uhr ankommen würde. Und von da an lief mein innerer Countdown, die Gedanken überschlugen sich. Sollte ich mit meinen beiden noch einmal spazieren gehen, bevor Guess ankommt? Oder sollten wir lieber gleich mit ihr gemeinsam gehen? Ich entschied mich für die zweite Variante. Dann konnten die drei sich schon einmal außerhalb des eigenen Reviers beschnüffeln und gemeinsam die Wohnung betreten.

    Und dann war es so weit. Das Fellnasentaxi hielt direkt vor unserem Wohnzimmerfenster. Wir zogen schnell Gâteau und Fräulein Smilla an und liefen zusammen nach draußen, um Guess in Empfang zu nehmen.

    Und dann ging alles ganz schnell. Der Fahrer öffnete den Kofferraum seines Transporters, öffnete die Box und Guess sprang heraus. Sie trug das kleine graue Halsband, welches ich von ihrem Bild kannte, sowie ein Halsband gegen Flöhe und Zecken. Sie lief zielstrebig die Treppe zu unserer Haustür hoch und in den Hausflur hinein. Dort hatte ich ihr schon das Welpengeschirr von Fräulein Smilla und die passende Leine bereitgelegt und wollte es ihr zu unserem ersten Spaziergang anziehen.

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