Die schönsten Motorradtouren Pyrenäen: Traumtouren zwischen Atlantik und Mittelmeer
Von Markus Golletz
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Buchvorschau
Die schönsten Motorradtouren Pyrenäen - Markus Golletz
Aragonisches Stilleben: Lauschige und dörfliche Idylle gibt es überall.
Markus Golletz
DIE SCHÖNSTEN MOTORRADTOUREN
PYRENÄEN
Traumtouren zwischen Atlantik und Mittelmeer
Exklusiv für Sie als Leser:
MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD
unter: gps.bruckmann.de
Am Port de Larrau zu früher Stunde
INHALT
Von Küste zu Küste durch die Pyrenäen
Land und Leute
Die drei schönsten Anreiserouten
Praktische Hinweise
DIE TOUREN
1Um den Olymp Kataloniens
Touren rund um den Pic du Canigou
2Katharerburgen und Route des Cols
Vom Mittelmeer bis in die zentralen Pyrenäen
3Katalonische Ansichten am Cap de Creus
Küstenstraßen und mediterrane Landschaften
4Aragonische Touren um das Isábena-Tal
Durch den wilden Westen Aragóns
5Gavarnie bis Ordesa – auf dem Dach der Pyrenäen
Im Pässekarussell durch Nationalparks der Pyrenäen
6Aran, Andorra und Aude
Kammwanderung von West nach Ost durch Andorra
7Navarra und das Baskenland
Im Schmelztiegel der Sitten und Gebräuche
8Zwischen Navarra und Aragón
Unterwegs auf dem »Jakobsweg für Biker«
9Um die Sierra del Cadí
Katalonien nördlich von Montserrat-Ebene und Cadí-Bergen
Register
Impressum
Auf der Routa viejo von Campo nach Isábena: Leere Straße mit Grasbüscheln im Asphalt
Von Küste zu Küste durch die Pyrenäen
Die Pyrenäen sind nicht nur für Neulinge eine positive Überraschung – im Besonderen begeistert der Gebirgszug durch seine Wandlungsfähigkeit. Die Landschaftsvielfalt zwischen Mittelmeer und Atlantik ist extrem, die kulturellen Unterschiede nördlich und südlich des Hauptkamms suchen in Europa ihresgleichen, und auch klimatisch bilden der französische und der spanische Pyrenäenteil zwei völlig verschiedene Welten.
Oft werden die Pyrenäen unter Motorradfahrern dem direkten Vergleich zu den Alpen ausgesetzt. Auch wenn dieser nicht so ohne Weiteres möglich ist, fällt dennoch zuerst eines auf: Die Pyrenäen liegen fernab der europäischen Ballungsräume, sind weniger überlaufen und bieten eine große Vielfalt auf engem Raum. Sie sind kein Vergleich zu den Alpenregionen wie den Dolomiten oder zum Gardasee, weil man in den Pyrenäen die Straße ganz einfach für sich allein hat. Zwar sind die Pässe nicht so hoch wie in den Alpen, trotzdem haben die Pyrenäen ein extremes Relief mit wilden Schluchten und steilen Felswänden, und nicht zuletzt ergeben sich so hervorragend kurvige Motorradstrecken!
Päuschen auf stillgelegter Trans-Pyrenäenstraße im Aragón
Besonders Enduristen finden in den Pyrenäen ein reichhaltiges Angebot von etlichen Kilometern hochalpiner Offroadstrecken. Nachsicht ist gegenüber Natur und Anwohnern geboten, denn auch in den Pyrenäen gibt es die ersten einseitigen Sperrungen für Motorräder, die leider oft von extremen Motocrossern herrühren. Wenn wir uns auf Motorradwandern einigen, kann man mit dem Bike auch in Regionen über 2000 Meter, mit ihrer ausgesprochen schönen und empfindlichen Flora, guten Gewissens eine Rast einlegen. Die Pyrenäen-Lichtblume kann dann sogar im Herbst ein alltäglicher Begleiter sein.
Was die Unterkunft angeht, so empfehle ich, in kleinen, ländlichen Hotels, den Casa Rurales oder Chambre d’Hôtes, oder auf privaten Campingplätzen (Camping à la ferme) zu übernachten. Nur so kommt man mit Land und Leuten und mit den kulturellen Besonderheiten in Kontakt, genießt authentisches Essen – und übernachtet zudem recht preiswert.
Die Streckenwahl in diesem Buch konzentriert sich auf landschaftlich schöne Strecken, kulturelle Highlights und Sehenswürdigkeiten, die nahe an der Route liegen, und unterscheidet sich so vom Mainstream. Ein Reisehandbuch kann dieser Tourenführer dennoch nicht komplett ersetzen, er soll jedoch ein wenig zum Entdecken und Erkunden auf eigene Faust ermuntern.
Und nun wünsche ich viel Spaß und Inspiration bei Ihren Reiseplanungen mit diesem Pyrenäen-Motorradbuch, ob zu Hause oder unterwegs!
Markus Golletz, im Frühjahr 2019
Land und Leute
Gebirge zwischen zwei Meeren – Mittelmeer und Atlantik –, zwischen Frankreich und Spanien: Das sind die Pyrenäen. Knapp 450 Kilometer Luftlinie liegen zwischen den Küsten, in Straßenkilometern ein Vielfaches mehr. So unterschiedlich wie die kulturellen und klimatischen Bedingungen sind auch die Landschaften und deren Bewohner. Kurzum, die Pyrenäen sind ungemein vielfältig und damit höchst interessant zum Motorradfahren – gepflastert mit Straßen und Pässen, Bergen bis 3400 Meter Höhe, Felsenkesseln, Schluchten und Hochebenen. Die französische Seite glänzt mit dem üppigeren Grün, den älteren verwinkelten Bergstraßen und den Katharerburgen. Ganz anders verhält es sich im trockenen Aragón oder im Ordesa-Nationalpark, wo man an amerikanische Grand-Canyon-Landschaften erinnert wird. Noch weiter im Süden weichen die porösen Karstberge den Sierra-Hochebenen. Überraschend findet man hier eines der beliebtesten Canyoning-Gebiete Europas vor – in der Sierra de Guara. Insgesamt ist die Motorradsaison am Atlantik etwas kühler, was im Sommer kein Nachteil sein muss.
Cañon de Añisclo: Naturschönheit und Top-Motorradstrecke
Sprachengewirr
An die Pyrenäen grenzen drei Länder, in denen mehr als vier Sprachen und verschiedene Dialekte gesprochen werden. Die Andorraner sprechen schon allein drei von ihnen: Katalanisch (58 %, Amtssprache), Spanisch (35 %) und Französisch (20 %). In den westlichen Pyrenäen weicht das Spanische oft dem Baskischen, und auch in grenznahen Tälern Frankeichs hört man häufig eine Mundart (Patois), die stark vom Spanischen beeinflusst ist. Der Südosten der Pyrenäen spricht überwiegend Katalanisch.
Wirtschaft und Geschichte
Bezahlt wird überall mit dem Euro, auch in Andorra, obwohl das Land nicht an der Europäischen Währungsunion beteiligt ist. In Andorra werden wirtschaftlich gesehen die größten Umsätze erzielt, was sich an einem beträchtlichen Bruttosozialprodukt ablesen lässt, denn Andorra ist zollfrei und ein Steuerparadies. Die potenteste Region auf französischer Seite ist die um Toulouse. Hier gibt es viele Zulieferer für die Luft- und Raumfahrtindustrie (Airbus). Besonders gewinnt in den Pyrenäen aber der Dienstleistungssektor dazu. Während Bergbau und Textilindustrie einem kontinuierlichen Niedergang entgegensahen, entwickelte sich das touristische Gewerbe besonders an den Nationalparks, in Lourdes und am Jakobsweg sehr gut. Ähnlich gut gestellt sind auch Katalonien und das Baskenland, letzteres vor allem mit seinen häufig kooperativ wirtschaftenden Industriebetrieben. Aragón ist zwar nicht arm, doch sind die nördlichen Landesteile in den Pyrenäen deutlich strukturschwächer. Aragón hat als Kapital eine wunderbare Natur, von der allmählich Sommer- und Wintertourismus profitieren.
In den gesamten Pyrenäen spielt die Landwirtschaft mit ihrer Viehhaltung die größte Rolle. Das bemerkt man im Aragón, wenn man an den vielen Schweinemastbetrieben (zu erkennen an den Futtersilos) vorbeifährt. Spaniens aromatische Serrano- und Iberico-Schinken werden in den Pyrenäen und in südlicheren Landesteilen erzeugt. Aragón ist auch eine autonome Gemeinschaft innerhalb Spaniens, die den höchsten Prozentsatz an verlassenen Siedlungen hat. Annähernd 400 Dörfer sollen es sein, und in vielen von ihnen findet man oft einen der unverputzt errichteten Schweinemastställe. Viele von ihnen werden wieder aufgegeben, denn im Aragón besteht auch heute noch eine extreme Landflucht. Gründe für die ländliche Armut in den Pyrenäen gehen bis auf das Franco-Regime zurück. Zur Zeit des faschistischen Machthabers wurde Aragón wirtschaftlich systematisch abgehängt, um die Menschen aus der unkontrollierbaren Bergregion, die als Hort des Widerstands galt, in die Städte des Südens zu zwingen. Francos Zwangsumsiedlungen sind auch aus anderen spanischen Regionen bekannt: Aus Granada und Valencia wurden Menschen gegen ihren Willen nach Katalonien und vor allem ins Baskenland umgesiedelt. Man hoffte, so die Separatisten zu unterwandern und sie gefügig zu machen.
Topografie der Pyrenäen
Die Pyrenäen sind geologisch betrachtet älter als die Alpen. Von Osten nach Westen gesehen, steigen die Pyrenäen vom Mittelmeer/Cap Creus mit weniger als zehn Kilometer Breite allmählich an. Der Pass, an dem die Autobahn den Kamm überquert (Col du Perthus), ist gerade mal 290 Meter hoch. Danach beginnt ein kontinuierlicher Anstieg zum Pic du Canigou. Sein Gipfel liegt in Frankreich und knackt die 2600-Meter-Marke; dann führt der Kamm in noch größere Höhen nach Andorra. Zuvor trifft man auf eine kontinentale Hochebene (1200–1800 m) bei Puigcerdà, in der das schöne Aude-Tal seinen Ursprung hat.
Andorra la Vella (das alte Andorra) setzt dem Ganzen die Krone auf, auch wenn es nicht unbedingt das schönste Gebiet der Pyrenäen ist – Bausünden haben ihren Anteil daran. Nach Andorra bleibt es hoch, im Aran macht die Grenze einen Schlenker zugunsten Kataloniens und beherbergt das Aran-Tal mit seinem Sonderstatus in verschiedener Hinsicht: Es gehört zu Spanien, liegt aber auf der Nordseite der Pyrenäen. Zwischen dem Aran und Andorra sind die Pyrenäen am breitesten, zum Atlantik nehmen sie nun etwas ab. Hier sind auch die höchsten Gipfel, wie der des Pic d’Aneto (3404 m) im Maladeta-Massiv, zu finden. Etwa in ihrer Mitte bieten sie die eindrucksvollsten Landschaften: den Cirque de Gavarnie, den Cirque Troumouse und sein spanisches Gegenstück, den Ordesa-Nationalpark. Riesige Felskessel mit Wasserfällen (graves) in Frankreich oder canyonartig anmutende Felslandschaften im Ordesa-Park bringen die ganze Pracht der zentralen Pyrenäen zum Ausdruck. Hohe Pässe wie Pourtalet, Somport und Tourmalet liegen grenznah oder queren den Kamm, bis das Höhenniveau der Pyrenäen nach Navarra und zum Atlantik hin deutlich abflacht. In Spanien reichen die Berge noch bis an Pamplona heran und gehen dort in den baskischen und kantabrischen Gebirgszug über. Wo die Berge an der Grenze am Atlantik bis ans Meer reichen, ist besonders auf der französischen Seite sehr schnell Schluss mit den Pyrenäen. Der Aussichtspunkt la Rhune (905 m) ist die letzte höhere Bastion des Gebirges. Richtung Bayonne und nach Norden weichen die Pyrenäen den Stränden und Kiefernwäldern des Landes.
Serraduy im Isabenatal: Von hier aus ist es nicht weit zum Col du Vent.
Mit knapp 3500 Meter Höhe sind die Pyrenäen zwar niedriger als die Alpen, die mittlere Höhe ist den Alpen aber ebenbürtig. Das liegt daran, dass die Pyrenäenpässe nicht so tief eingeschnitten sind, wodurch das Gebirge weniger zerklüftet, aber insgesamt massiver wirkt. Obwohl zwei Drittel der Pyrenäen zu Spanien gehören, findet man die Mehrzahl der befestigten Pässe auf französischer Seite. Dies liegt nicht nur an der stärkeren Besiedlung und dem daraus resultierenden höheren infrastrukturellen Interesse Frankreichs, sondern auch an der Morphologie der Pyrenäen, die nach Norden (Frankreich) hin relativ schroff und steil abfallen. Der Übergang zur Ebene des Ebro auf spanischer Seite vollzieht sich viel allmählicher. Das schroffe und steilere Relief in Frankreich sorgt besonders um den Col du Tourmalet, den Col d’Aubisque und beim Cirque de Gavarnie für sehr spektakuläre Straßen! Die spanische Seite ist nicht minder interessant, dort trifft man auf eine völlig andere Geologie und eine wärmere Klimazone. Erosion und an Utah erinnernde trockene Canyon-Landschaften prägen hier oft das Bild, bis die Pyrenäen sanft nach Süden in die Sierra-Gebiete Aragoniens, Kataloniens und des Baskenlands auslaufen.
Infrastruktur
Seit Spaniens EU-Beitritt 1986 flossen Milliardenbeträge in den Verkehrssektor und damit in den Straßenbau. Wen wundert es da, dass Straßen in den spanischen Pyrenäen im Durchschnitt neuer und besser ausgebaut sind als in Frankreich. Das kam einigen infrastrukturschwachen Regionen zugute. Mancherorts fragt man sich zwangsläufig, auf welcher Grundlage bzw. welchem Verkehrsgutachten derartige Highways gebaut wurden. Nicht selten begegnet man über Stunden keiner Menschenseele. Auch von Korruption ist die Rede.
Nur wenige Hauptstraßen überqueren die Pyrenäen in Nord-Süd-Richtung. Für eine Ost-West-Querung muss man immer wieder weit nach Norden oder Süden ausweichen; nur Enduristen werden entlang des Hauptkamms fündig. Spanien baut kontinuierlich an einer »Transpyrenaica«, einer Verbindung zwischen den Meeren, die nicht fern der Grenze verläuft. Zwischen Ainsa und Campo ist bereits ein Stück fertig, verwaist sieht man neben der neuen Trasse noch die geschwungenen alten Straßen und Brücken.
Straßenbaulich hat Frankreich mehr »altes Europa« zu bieten, die Straßen sind zum Teil recht abenteuerlich, manchmal geflickt, aber zumindest dem Verkehrsaufkommen angemessen. Vielleicht hätte man die Gelder gerechter aufteilen sollen? Schade ist es um die altbackenen Kurvenstrecken, die in Spanien nun durch »Startbahnen« und Hochsicherheitstunnel ersetzt wurden. Vor allem Durchgangsstraßen wurden und werden (leider) vor allem für den grenzüberschreitenden Lkw-Verkehr ausgebaut. In jedem Fall sind die Pyrenäen gut erschlossen, und wer Glück hat, findet noch eine Menge abenteuerlicher Strecken.
Sitten und Gebräuche
Regionale Unterschiede sind sehr ausgeprägt im Gebirge zwischen den Meeren – genau genommen gibt es sogar in fast jedem Tal andere Dialekte oder Gebräuche. Die Sprachenvielfalt der Pyrenäen ist aber nicht so exotisch, als dass sich Mitteleuropäer wie beim Turmbau zu Babel fühlen würden. Mit rudimentären Französisch- und Spanischkenntnissen kommt man überall durch. Deutsch und Englisch sind
