Pflegemodell für stationäre Hospize: Theorierahmen und pflegepraktische Aspekte der Modellumsetzung
Von Miriam Püschel
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Über dieses E-Book
Das hier vorliegende ´Pflegemodell für stationäre Hospize' stellt nun erstmals einen theoretischen Bezugsrahmen für die palliative Pflege und Betreuung in einem stationären Hospiz dar. Dieser Bezugs- oder Handlungsrahmen gibt jedoch keine normativen Strukturen vor, sondern eröffnet theoriegeleitete Räume, die es ermöglichen, dem Sterbenden in der konkreten Pflegehandlung situativ, individuell, flexibel und intuitiv zu begegnen.
Miriam Püschel
Miriam Püschel ist stellvertretende PDL im stationären Hospiz Minden/Volker Pardy Haus. Sie ist Pflegemanagerin (BA) sowie ausgebildete QM-Koordinatorin (GAB), QM-Fachkraft (TÜV) sowie QM-Auditorin für Hospize.
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Buchvorschau
Pflegemodell für stationäre Hospize - Miriam Püschel
Die hier vorliegende Modellfassung ist unter Mitwirkung zahlreicher Akteure aus der Hospizgemeinschaft entstanden. Mein Dank gilt:
Pflegewissenschaftliche Begleitung: Marianne Rahner
Moderation: Claudia Luz
Unter Mitwirkung von:
Kerstin Bergmann (Hospiz Chemnitz)
Maria Bohndieck (mission:lebenshaus Hospiz am Wattenmeer, Laurentius Hospiz Bremen)
Katharina Caspelherr (Hospiz Essen Steele)
Claudia Deichsel (Hospiz am Buck Lörrach)
Andreas Deutsch (St. Elisabeth-Hospiz Marburg)
Eva Maria Dippel (St. Elisabeth-Hospiz Marburg)
Christian Freitag (Hospiz veritas Lübbecke)
Silke Grau (Hamburger Hospiz im Helenenstift)
Sabine Große (Hospiz Amalie-Sieveking-Haus Lüdenscheid)
Antje Hanisch (Anhaltische Hospiz- und Palliativgesellschaft Dessau-Roßlau)
Danny Hase (Hospizhaus Wolfsburg)
Maik Hinrichs (mission:lebenshaus Hospiz am Wattenmeer, Varel)
Eileen Hurtz (AWO Hospiz Bad Münder)
Stephanie Kaiser (AWO Hospiz Bad Münder)
Bianca Kalz (Hospiz zum hl. Franziskus Recklinghausen)
André Karn (Anhaltische Hospiz- und Palliativgesellschaft Dessau)
Yvonne Knamm (Anhaltische Hospiz- und Palliativgesellschaft Zerbst)
Lucyna Krzeminski (Hospiz Mutter Teresa GmbH Iserlohn)
Judith Leiße (Hosta Stationäres Hospiz Rhein-Erft Erftstadt)
Heike Lenze (Hospiz zum hl. Franziskus Recklinghausen)
Sabine Lippert (Hospiz Chemnitz)
Regina Lorenz (Christliches Hospiz Am Roten Läppchen
Hamm)
Constance Micurda (Hospiz veritas Lübbecke)
Monja Mika (Evangelisches Hospiz Mülheim an der Ruhr)
Simone Mühlenweg (Hospiz veritas Lübbecke)
Klaus-Dieter Proost (Hospizhaus Wolfsburg)
Luisa Reicksmann (Hospiz St. Veronika Thuine)
Martina Reykowski (Hospiz Anna Katharina Dülmen Coesfeld)
Christine Schäper (Hospiz Amalie-Sieveking-Haus Lüdenscheid)
Axel Schaude (Hospiz Agathe Streicher Ulm)
Kathrin Schröpf (Anhaltische Hospiz- und Palliativgesellschaft Chemnitz)
Verena Tophofen (Hosta Stationäres Hospiz Rhein-Erft Erftstadt)
Dr. Paul Timmermanns (Bundes-Hospiz-Akademie)
Karola Vocke (Hospiz St. Veronika Thuine)
Andreas Wagner (Hospiz St. Peter Oldenburg)
Sigrid Woda (Friedel-Orth-Hospiz Jever Bremen)
INHALT
Vorwort
Grundgedanken zur Modellentwicklung
Theorierahmen des Pflegemodells
Hospizliche Wurzeln, Traditionen und Palliativpflege
Bewusste Orientierung am sterbenden Menschen
Systematische Einbeziehung und Begleitung der Zugehörigen
Philosophische Grundannahmen und Perspektiven
Humanistische und existenzialistische Perspektive
1.1. Menschenwürde und Selbstbestimmung
1.2. Selbstverwirklichung
Konstruktivistische Perspektive
Hermeneutische Perspektive
Körperphänomenologische Perspektive
Systemische Perspektive
Ziel der Palliativpflege
Entspannung als Basisdimension des Wohlbefindens
Erlebensbereiche des Wohlbefindens
Aufgabe der Palliativpflege
Palliativpflegerische Handlungsfelder
1.1. Körperliche und seelische Symptomkontrolle
1.1.1. Beobachtung und Beobachtungsprozess
1.1.2. Beobachtungssystem
1.1.3. Mögliche Beobachtungsfaktoren:
1.1.3.1. Vitale Funktionen
1.1.3.2. Bewusstseinslage
1.1.3.3. Ausscheidungen
1.1.3.4. Körpersensibilität
1.1.3.5. Ernährung
1.1.3.6. Körperpflege und Kleidung
1.1.3.7. Bewegung
1.1.3.8. Kommunikation
1.1.3.9. Umgebungsgestaltung
1.1.3.10. Beziehungs- und Interessensgestaltung
1.1.3.11. Versorgung des Verstorbenen
1.1.4. Symptomberatung und Prozessplanung
1.2 Psychosoziale sowie spirituelle Begleitung
1.3. Komplementäre Pflegeansätze
Palliativpflegerische Handlungsvoraussetzungen
2.1. Fachkompetenz
2.1.1. Palliativpflegerisches Fachwissen (Know-that)
2.1.2. Palliativpflegerische Erfahrung (Know-how)
2.1.3. Wahrnehmende Intuition
2.2. Caring
2.2.1. Empathische, einfühlsame Grundhaltung
2.2.2. Bewusste Kommunikationsgestaltung
2.3. Situatives Handlungsvermögen
Schritte des palliativen Pflegeprozesses
Pflegeplanung und pflegerische Vereinbarung
Pflegedurchführung und –evaluation
Nutzen des Pflegeprozesses im Hospizalltag
Zusammenfassende Modellanalyse
Philosophische Grundüberzeugungen
Metaparadigma
Person (Mensch und Menschenbild)
Umwelt (Umgebung)
Gesundheit (Wohlbefinden)
Pflege (Pflegeverständnis)
Pflegepraktische Aspekte der Modellumsetzung
Palliative Pflegeorganisation
Schwerpunkte in der palliativen Pflegepraxis
Impulse für die palliative Pflegeausbildung
Innere Haltung
Methoden der Kommunikation und Gesprächsführung
Anhang: Fachliche Spezialkenntnisse im Überblick
Literatur
ABKÜRZUNGEN
ABBILDUNGEN UND TABELLEN
Abb. 1: Ergebnisse der Befragung: Welche Schwerpunkte wünschen sich die Hospize in einem hospizspezifischen Pflegemodell?
Abb. 2: Philosophische Grundannahmen und Perspektiven
Abb. 3: Hermeneutische Spirale
Abb. 4: Erlebensbereiche des Wohlbefindens
Abb. 5: Pflegerischer Beobachtungsprozess
Abb. 6: Beobachtungssystem im Überblick
Abb. 7: Caring als Ausdruck bewusster Beziehungsgestaltung
Abb. 8: Situativer Pflegeansatz
Abb. 9: PDCA-Zyklus nach Deming
Abb. 10: PDCA-Spirale als hermeneutisches Erkenntnisverfahren
Abb. 11: PTDCA-Phasen des palliativen Pflegeprozesses
Tab. 1: Merkmale einer palliativpflegerischen ‚inneren‘ Haltung
Tab. 2: Kommunikationsmethoden im Überblick
GLOSSAR
VORWORT
Die Hospizidee ist in der Gesellschaft angekommen und hat sich weitestgehend institutionalisiert. Für viele sterbende Menschen ist das Hospiz mittlerweile ein Zufluchtsort, ein Ort, der eine besondere menschliche Begegnung und Begleitung in der letzten Lebensphase ermöglicht. Dort, wo der Heilung, Mobilisierung oder Rehabilitation jedoch weniger Bedeutung geschenkt wird als einer Geborgenheit spendenden und einfühlsamen Sterbebegleitung, sind an die Pflegetätigkeit besondere Anforderungen zu stellen.
Hospizpflege ist höchst individualisiert und gestaltet sich von Moment zu Moment im jeweiligen Dialog mit dem Sterbenden¹/² und dessen Zugehörigen. Sie ist in ihrem Kern kaum standardisierbar und daher nur schwer kompatibel mit den gängigen pflegewissenschaftlichen Modellen und Theorien. Dies ist keineswegs verwunderlich, betrachtet man die Ursprünge der Hospizbewegung. In ihren Anfängen entstand die Hospizpflege geradezu unverbildet aus einer mitfühlenden, inneren Haltung der Nächstenliebe heraus, die in Zitaten wie ‚Du zählst, weil Du Du bist‘³ oder ‚den Tagen mehr leben schenken‘⁴ ihren Ausdruck fand. Pflege war fachlich kompetent, wenngleich auch hoch intuitiv in ihrer Herangehensweise und vom Ansatz her keiner bestimmten Struktur folgend. Heute sieht sich die Hospizpflege zunehmend der auch gesetzlichen Herausforderung gegenüber, ihr Selbstverständnis sowie ihre Individualität in ein theoriegeleitetes Handeln zu überführen, nicht zuletzt, um den geforderten Qualitätsvorgaben gerecht zu werden.
Bemüht man die gängige Pflegefachliteratur, so lassen sich kaum Hinweise auf ein hospizspezifisches Pflegemodell finden. Mitunter wird der Versuch unternommen, bereits bestehende, etablierte Pflegetheorien auf das pflegerische Hospizgeschehen zu übertragen, was häufig nur in Ansätzen gelingt.⁵
Das hier vorliegende ´Pflegemodell für stationäre Hospize` ist auf der Basis einer bundesweit angelegten Interviewreihe mit etwa 190 stationären Hospizen im Vorfeld der Anfertigung einer Bachelorarbeit entstanden.
