Amos das Piratenschaf
Von Rainer Dietrich und Hartmut T. Reliwette
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Über dieses E-Book
Rainer Dietrich
Rainer Dietrich, geb.1949 im Rheinland , lebt heute in Ganderkesee und Hartmut T. Reliwette , geb.1943 in Berlin, lebt seit 1981 in Ostfriesland. Beide Autoren sind innerhalb der Bildenden Kunst unterwegs, Maler, Zeichner, Autoren. Reliwette ist außerdem Performer und Bildhauer. Aus der Kunstgruppe Araskade 69 entstand die Kunst- und Literaturcooperative in Nord-Rhein-Westfalen.
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Buchvorschau
Amos das Piratenschaf - Rainer Dietrich
Inhalt
Was man über Amos, das Piratenschaf, wissen muss
Wie alles begann
Amos kehrt zurück
Die Cara Mia in Leer
Die Schiffsbesichtigung
Piraten in Leer
Die Piraten sind los
Käpten Hornblewer und die Kochsendung
Landgang für die Mannschaft
Balgerei auf der Cara Mia
Der Pirat Onnen und der „geile Heinz"
Opa Hermann und die Prophezeiung
Der Wollene Erich
Beim Wollenen Erich
Amos und die wilde Fahrt
Amos und der Rasenmäher-Mann
Quälende Erinnerung
Begegnung mit Linda
Der große Knall
Der große Tag
Die Cara Mia auf Kaperfahrt
Opa Herrmann und die Maulwurfshügel
Amos und die Titanic
Die lakonische Sprache
Opa Hermann und die Erfindungen
Amos und die tote Amsel
Mummenschanz in Plümelsdörp
Rentnertreffen
Die Kids und ihre „Schmattfonns"
Neues aus dem Schrebergarten
Amos und die rote Kiste
Opa Hermann und der homo sapiens
Opa Hermann, Amos und die drei Streifen
Amos und das Manager-Training
Opa Hermann geht in medias res
Ich Mercedes – du Opfer
Amos und das falsche Vorbild
Amos und die Parteigründung
Amos und die Wahlplakate
Innovativer Dativ oder jedem sein(en) Fortschritt
Skatbrüder im Mediterran
Das Fahrradparadies
Opa Hermann erklärt Amos das Pokemon
Das Interview
Opa Hermann und die Gesetzgebung
Der Wahlkampf
Möwenkacke vor dem Einkaufszentrum?
Schnäppchenjäger
Amos und die Allgemeinbildung
Deutschland schlägt zurück
Unzufrieden und aufgeregt
Besserwisser
Ausklang
Erstes Buch
Amos und die lieben Piraten
Was man über Amos, das Piratenschaf,
wissen muss
Erfinder des gefährlichen (zuweilen belämmerten) Piratenschafes ist Rainer Dietrich aus Ganderkesee. Er war schon mehrere Male mit seiner Idee in den Medien u. a. den Printmedien. Irgendwann machte der gebürtige Rheinländer mich zum Miterfinder. Nun ja, Geschichten müssen halt erfunden werden. Vielleicht ist der Begriff des „Findens" treffender gewählt – obschon: lange suchen müssen Autoren nicht, wenn sie sich mit Begebenheiten ihres näheren und weiteren Umfeldes auseinandersetzen.
Amos ist also von Piraten am Ostufer der Leda (Ostfriesland) aufgefunden worden. Sie griffen das Lämmchen mit in der Absicht auf, es als lebende Verpflegung mit an Bord der „Cara Mia zu nehmen, die im Leeraner Hafen geankert hatte, um Tee zu verkaufen, ein Viermaster, dem der Besanmast abgefault war und der nun als 3/4 Vollschiff die Weltmeere bereist. Als sich aber herausstellte, dass Amos die Piratensprache erlernte und als er größer wurde einen Volljob im Mastkorb des Großmastes (das ist der zweite von rechts!) ausfüllte, wurde er von der Speisekarte gestrichen und direkt dem Käpten Hornblewer (nicht mit „o
– aus datenschutzrechtlichen Gründen) unterstellt. Er wurde mit einer schwarzen Augenklappe versehen, damit er gefährlicher aussah. Alle Piraten tragen schwarze Augenklappen. Wir lernen daraus, dass sich niemand im Auge reiben soll, wenn er anstelle einer Hand einen Haken für die täglichen Verrichtungen bemüht. Übrigens befindet sich Amos ununterbrochen auf der Suche nach seiner Schafsdame „Linda", die er bei einem späteren Landgang (die Ostfriesen wollen andauernd Tee kaufen!) auf einem Deich der Leda kennengelernt hatte. Amos war lange Zeit beim Patentamt angemeldet und als Markenname und Stofftier geschützt. Wie es nun mal bei Krämerseelen so üblich ist: eine Verlängerung des Markenschutzes wird von Mal zu Mal teurer.
Es gibt bereits mehrere Piratengeschichten von Amos und seinen lieben, leider etwas schussligen Piratenfreunden, von Ibrahim, dem Kanonier der Cara Mia (er trägt als Zeichen seiner Würde ein Glasauge) oder dem Smutje Ten Brat, der nicht kochen kann. Der Käpten ist übrigens publicity-geil. Das gehört heutzutage zum guten Ton. Wer am wenigsten auf die Beine stellt, der hat gute Chancen auf die Titelseite zu kommen. Na, bei welchem Presseprodukt wohl? Richtig!
Dass hier die eine oder andere Episode aus dem Fließtext auf verschiedenen Foren veröffentlicht wurde, ist längst kein Geheimnis mehr. Es sind ja mehr oder weniger Märchen für jung gebliebene Erwachsene und große Kinder, die den „Durchblick bereits erworben haben.
Wir wünschen diesen Zeilen eine freundliche Aufnahme!
Wie alles begann
Die Sonne stand bereits hoch am Himmel. Sie warf irisierende Lichtflecke auf die Wasseroberfläche der Ems, die im Dollart in die Nordsee mündet. Ein wunderschönes Schauspiel bot sich den Reisenden auf der Fahrt mit dem Katamaran nach Helgo-land. Noch war die offene Nordsee nicht erreicht, deshalb war die Wasseroberfläche auch nur leicht gewellt und wechselte in rascher Folge die Farben, so dass ein menschliches Auge sich schwer tat, die Farben von Wellenspitzen und -tälern so zuzuordnen, dass man das malen könnte. Es wird gesagt, dass sich im Wasser die Farben der Umgebung widerspiegeln, wobei auch die Farbe des Himmels eine Rolle spielt. Bei der Ems gesellt sich noch eine weitere Farbe hinzu: sie rührt vom Schlick her, welchen der Gezeitenlauf in Richtung Binnenland herein spült. Mit einiger Verspätung erreicht die Flut unter anderem das riesige Emssperrwerk und darüber hinaus auch die Leda, welche bei Leer in die Ems mündet.
Der Katamaran war ein geschlossenes Fahrgastschiff mit gewaltiger Motorenstärke. Sobald das Schiff das Binnengewässer verlassen hatte, nahm es Fahrt auf und hob sich zum Teil aus dem Wasser, berührte es nur noch mit den Gleitkufen am Rumpf des Bootes und dem Antrieb am Heck. Die Fahrgäste hatten sich bereitwillig auf dieses Abenteuer eingelassen. Nur wenigen war bekannt, dass bei hohem Seegang das Reisen mit dem Katamaran alles andere als erholsam war. Dann kam es vor, dass das Boot Bocksprünge vollzog, so dass es einigen Reisenden auch schon mal hundeübel wurde.
Dies war an jenem schönen Vormittag aber nicht der Fall. Das Meer zeigte sich von seiner schönsten Seite. Der Wind wehte aus West-Südwest und Seevögel unternahmen in Landnähe Gruppenausflüge in der Hoffnung, Abfälle von einem Fischkutter zu ergattern. Es sind Möwen, die sich in Scharen um Fischkutter versammeln, auch dann, wenn Hochseeangler einen Kutter gechartert haben und auf Makrelenfang zu „gehen. Diese intelligenten Vögel beobachten aus der Luft, wo sich gerade ein Makrelenschwarm aufhält und kreisen an der Stelle. Sie zeigen dem Bootsführer an, wohin er sein Schiff steuern muss, so dass die Anglercrew an dieser Stelle ihre Fächerangeln auswerfen kann. So ein Makrelenfächer besteht aus einer Kurzrute mit etwa sechs scharfen Haken an
Federködern. Wenn das Boot die Fahrt gestoppt hat, schaukelt es leicht bis heftig auf den Wellen. An der Steuerbord- und Backbordseite werden die
Angelschnüre mit den Fächern" ins Wasser gelassen. Makrelen sind Raubfische, die sich in den nackten Haken verbeißen und sich bereits nach wenigen Augenblicken gleich haufenweise aus dem Meer ziehen lassen.
Später, wenn auf der Rückfahrt die geangelten Fische ausgenommen werden, erhalten die Möwen ihren Anteil. Eine ausgewachsene Möwe kann im Flug eine Makrele von etwa 25 Zentimetern an einem Stück verschlingen, wenn sie ihr mit dem Kopf voran aus der Hand angeboten wird.
Solche und ähnliche Gespräche wurden an jenem Tag zwischen einzelnen Fahrgästen des Katamarans diskutiert. Befindet sich das Boot erst einmal auf der offenen See, also hinter der Inselkette Borkum, Juist, Norderney, ist außer Meer und Himmel nicht mehr viel zu beobachten, so dass Themen gerne von erfahrenen Küstenbewohnern dargeboten und vor allem von Touristen aufgegriffen werden, die von weit aus dem Binnenland angereist sind, um an der ostfriesischen Küste ihren Urlaub zu verbringen.
In einer der vorderen Reihen saß ein untersetzter Mann mit einer Sonnenbrille, die er bis auf die Haare hochgeschoben hatte und unterhielt die Fahrgäste links und rechts mit erlebten und erfundenen Anekdötchen. Dabei ließ er seine lebhaft funkelnden Augen unstet umherwandern, als wolle er nichts, aber auch nicht das kleinste Detail seiner Umgebung verpassen. Offensichtlich fühlte sich dieser gedrungene Endfünfziger als Mittelpunkt des Geschehens. Plötzlich rief er erregt: „Schaut mal da vorne! Seine ausgestreckte Hand wies in Richtung des Buges. Er hatte es so laut gerufen, dass jetzt auch der Kapitän aufmerksam wurde und über die Lautsprecheranlage die Information an die Fahrgäste lieferte: „Kaperschiff backbord voraus!
Alles schaute in die angegebene Richtung. Das geschieht, in dem man dahin guckt, wo alle hingucken! Wer von den Landratten
weiß denn schon, dass steuerbord in Fahrtrichtung rechts und backbord eben links liegt? Und „stürbord besitzt ein
ü" und hat dem zu-folge eine grüne Positionsbeleuchtung, und auf der anderen Seite ist rot.
Es wird berichtet, dass der Kapitän eines Frachtschiffes über eine geheime Kassette verfügte, an die er keinen heran ließ, nicht einmal seinen ersten Offizier. Bei der Mannschaft hatte sich diese Tatsache längst herum gesprochen. Eines Tages, es war ein trauriger, wurde der Kapitän sehr krank und verstarb bald darauf. Kurz nach der Bestattung liefen die Offiziere in die Kapitänskajüte, um nach dem Kästchen zu forschen. Sie wollten das Geheimnis endlich lüften und öffneten es heimlich. In der Kassette lag ein Zettel, auf dem mit zittriger Handschrift geschrieben stand: steuerbord ist rechts, backbord ist links
.
Jedenfalls kam ihnen ein großer Dreimaster entgegen, der auf dem Großmast die Flagge der Seeräuber gehisst hatte: der Totenschädel über gekreuztem Knochenbein! Der Kapitän setzte ein akustisches Signal ab: einen durchdringenden, langgezogenen Bass - Ton. Dagegen mutet eine normale Autohupe wie das Zirpen einer Grille! Als die beiden Schiffe sich auf gleicher Höhe
befanden, rief der besagte Herr mit der Sonnenbrille im Haar: „Da, schaut mal auf den Mastkorb! Mich laust der Affe! Da sitzt ein Schaf im Ausguck!"
Amos kehrt zurück
„Wer diskutiert weiß nicht was er will"
Das Piratenschaf hatte es sich im Mastkorb der „Cara Mia bequem gemacht und spähte das Meer nach Schiffen ab. Es hatte seine schwarze Augenklappe etwas hochgeschoben, weil sie die freie Sicht doch etwas behinderte. Hornblewer, der Piratenkapitän mit dem Schleppsäbel am breiten Gurt, hatte einen neuen Kurs ausgegeben. Demnach sollte zunächst Emden angelaufen werden. Später sollte der Segler bei auflaufender Flut die Ems stromaufwärts bis nach Leer entweder per Windkraft oder Treidelschlepp gelangen und im Leeraner Hafenbecken festmachen. Leer, so wusste man auf dem Piratenschiff, ist eine Teestadt. Die „Cara Mia
hatte 14 Kisten Darjeeling-Tee geladen, die man mit erheblichem Gewinn verkaufen wollte. In der letzten Mannschaftssitzung vor einigen Tagen hatte ein Neuanstrich des Schiffes auf der Tagesordnung gestanden. Der langsam abblätternde schwarze Anstrich war nicht mehr zeitgemäß, und es waren tolle Vorschläge aus den Reihen der Piraten gekommen.
„Schwarz macht den Leuten Angst, hatte der Segelmacher Louis in die hitzige Debatte eingebracht. Der krummbeinige Pirat mit der flammend roten Narbe über seinem linken Jochbein galt in der Mannschaft als besonders fortschrittlich – fast progressiv. Wenn er ein Segel flickte, so gerieten die Flicken immer zu mehr oder weniger großen Herzen. So bestand das Großsegel am Vorschotmast eigentlich nur noch aus lauter weißen Herzen, die sich vor dem ockerfarbenen Segeltuch deutlich abhoben. In jedes Herz stickte Lois seine Initialen ein: L.B. Das stand für Louis Belsace. Der gelernte Segelmacher hatte einst an einem Patchwork-Kurs in Frankreich teilgenommen, einer besonderen Form der Flickenschneiderei, bevor er sich für die Piratenlaufbahn entschieden hatte. Ibrahim, der immer finster dreinblickende 1. Kanonier des Schiffes, hatte seinen schwarzen Wuschelkopf geschüttelt und sich dagegen ausgesprochen: „Da halte ich nicht viel von
, hatte er gemault, „wir verlieren an Ansehen und Gefährlichkeit. Ich bin weiterhin für schwarz! Er kam sich ohnehin ziemlich überflüssig vor, denn er konnte sich nicht daran erinnern, dass auch nur eine seiner ständig blank geputzten Kanonenkugeln gegen ein anderes Schiff zum Einsatz gekommen wäre. Wenn geschossen wurde, dann nur Salut, weil das 3/4 Vollschiff über kein Nebelhorn verfügte, mittels dessen man vorbeifahrenden Schiffen einen tüchtigen Schrecken einjagen konnte. Der Proviantmeister und Schiffskoch, Ten Brat, hatte sich für rote, gelbe und blaue Punkte auf weißem Grund entschieden. Er sah während der Überfahrten das Schiff ohnehin nur von innen, musste ständig mit Töpfen und Pfannen hantieren und hatte schon mehrmals darüber geklagt, dass ihm niemand beim Kartoffelschälen helfen wollte. Kartoffelschälen ist für einen Piraten undenkbar! Der Käpten musste sich jedes Mal etwas ausdenken, um zwei, drei Leute abzustellen, die dem Koch bei Verrichtungen in der Kombüse behilflich waren. Zum Beispiel ließ er die Mannschaft antreten und führte eine „Kleiderinspektion
durch. Wem ein, zwei oder drei Knöpfe an Jacke, Hemd oder Hose fehlten, hatte sich für mehrere Tage für den Küchendienst qualifiziert, entsprechend der fehlenden Knöpfe. Ein anderes Mal hatte er gesagt: „Mal herhören, wer als erster „hier schreit, der….
Weiter kam er nicht. Drei der Piraten hatten sofort „hier gebrüllt in der Erwartung, es gäbe eine Sonderration Rum. Doch der raffinierte Käpten beendete seinen angefangenen Satz mit: „Der hilft dem Koch beim Kartoffel-schälen
. Schon hatte er drei Rufer beim Wickel.
„Der Käpten ist ganz schön ausgebufft, gab sich einer der „Freiwilligen
geschlagen. Die beiden anderen stimmten ihm zu: „Dem kommen wir nicht bei, deshalb ist er ja auch unser Boss!
Rückblende
Der Versammlungsleiter - es handelte sich selbstverständlich um Käpten Hornblewer - klingelte mit einem Glöckchen. „Ruhe im Kabarett! rief er laut. Er meinte natürlich „Kabinett
, aber das fiel gar nicht weiter auf. Das Stimmengewirr verebbte: „Wer ist noch für rote, gelbe und blaue Punkte auf weißem Grund? Mit diesen Worten hob er selbst schon einmal die rechte Hand und blickte in die Runde. Der Segelmacher hob ebenfalls die rechte Hand und der Proviantmeister natürlich, kam doch der Vorschlag von ihm. „Na, was ist?
, rief Hornblewer, „oder muss ich Euch das erst noch einmal erklären? Nun wollte keiner der Anwesenden zugeben, dass man ihm einen feststehenden Sachverhalt erst noch erklären muss, und so hoben die restlichen Stimmberechtigten zögerlich nach und nach die Hände zur Zustimmung. „Einstimmig angenommen
, säuselte Hornblewer milde, „ich wusste doch, dass ich es hier mit intelligenten Köpfen zu tun habe", lobte er seine Mannschaft. Und somit war es beschlossen.
„Ende der Sitzung
