Der kleine Patient: Kurfürstenklinik 74 – Arztroman
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Über dieses E-Book
Die "Kurfürstenklinik" ist eine Arztromanserie, die das gewisse Etwas hat und medizinisch in jeder Hinsicht seriös recherchiert ist.
Nina Kayser-Darius ist eine besonders erfolgreiche Schriftstellerin für das Genre Arztroman, das in der Klinik angesiedelt ist. 100 populäre Titel über die Kurfürstenklinik sprechen für sich.
»Ob die hier wohl jemals fertig werden, Frau Senftleben?« fragte Dr. Adrian Winter seine Nachbarin, die er zufällig beim Einkaufen getroffen hatte. Auf dem Heimweg mußten sie an einer riesigen Baustelle vorbei, die die Nerven der Anwohner arg strapazierte: Lärm, Dreck und Verkehrsbehinderungen waren seit Monaten an der Tagesordnung. Adrian und Frau Senftleben schätzten sich glücklich, nicht unmittelbar betroffen zu sein, da sie einige Straßen entfernt wohnten. »Wenn ich zur Klinik gehe, komme ich ja auch immer hier vorbei«, fuhr er fort. »Ich habe den Eindruck, daß die gar keine Fortschritte machen.«
Dr. Adrian Winter war Unfallchirurg und leitete die Notaufnahme der Kurfürsten-Klinik in Berlin-Charlottenburg. Er war zwar erst Mitte dreißig, aber dennoch bereits Chefarzt und einer der bekanntesten Notfallmediziner des Landes. Er liebte seinen Beruf über alles und konnte sich nicht vorstellen, jemals einen anderen auszuüben.
»Doch, doch, Adrian, die machen schon Fortschritte«, widersprach Frau Senftleben, während sie an der fensterlosen Fassade in die Höhe sah. »Sehen Sie nur: Es ist schon wieder ein Stockwerk dazu gekommen.« Carola Senftleben ging auf die Siebzig zu, was ihr niemand ansah. Adrian und sie hatten einander von Anfang an gemocht – und im Laufe der Jahre war eine echte Freundschaft daraus geworden.
Da Frau Senftleben eine leidenschaftliche Köchin war, lud sie Adrian, der vom Kochen überhaupt nichts verstand, oft zum Essen ein. Sie hatte gern Gesellschaft, und er war froh, daß er sich nicht in die Küche stellen und eine tiefgekühlte Pizza auftauen mußte. Außerdem kochte Frau Senftleben nicht nur gern, sondern auch ganz ausgezeichnet,
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Buchvorschau
Der kleine Patient - Nina Kayser-Darius
Kurfürstenklinik
– 74 –
Der kleine Patient
Tapfer erträgt Malte seine großen Schmerzen
Nina Kayser-Darius
»Ob die hier wohl jemals fertig werden, Frau Senftleben?« fragte Dr. Adrian Winter seine Nachbarin, die er zufällig beim Einkaufen getroffen hatte. Auf dem Heimweg mußten sie an einer riesigen Baustelle vorbei, die die Nerven der Anwohner arg strapazierte: Lärm, Dreck und Verkehrsbehinderungen waren seit Monaten an der Tagesordnung. Adrian und Frau Senftleben schätzten sich glücklich, nicht unmittelbar betroffen zu sein, da sie einige Straßen entfernt wohnten. »Wenn ich zur Klinik gehe, komme ich ja auch immer hier vorbei«, fuhr er fort. »Ich habe den Eindruck, daß die gar keine Fortschritte machen.«
Dr. Adrian Winter war Unfallchirurg und leitete die Notaufnahme der Kurfürsten-Klinik in Berlin-Charlottenburg. Er war zwar erst Mitte dreißig, aber dennoch bereits Chefarzt und einer der bekanntesten Notfallmediziner des Landes. Er liebte seinen Beruf über alles und konnte sich nicht vorstellen, jemals einen anderen auszuüben.
»Doch, doch, Adrian, die machen schon Fortschritte«, widersprach Frau Senftleben, während sie an der fensterlosen Fassade in die Höhe sah. »Sehen Sie nur: Es ist schon wieder ein Stockwerk dazu gekommen.« Carola Senftleben ging auf die Siebzig zu, was ihr niemand ansah. Adrian und sie hatten einander von Anfang an gemocht – und im Laufe der Jahre war eine echte Freundschaft daraus geworden.
Da Frau Senftleben eine leidenschaftliche Köchin war, lud sie Adrian, der vom Kochen überhaupt nichts verstand, oft zum Essen ein. Sie hatte gern Gesellschaft, und er war froh, daß er sich nicht in die Küche stellen und eine tiefgekühlte Pizza auftauen mußte. Außerdem kochte Frau Senftleben nicht nur gern, sondern auch ganz ausgezeichnet, so daß jedes Treffen mit ihr ein Genuß war – ebenso wie die Gespräche, die Adrian mit ihr führte, denn sie war eine kluge, liebenswerte und vielseitig interessierte Frau.
»Wie hoch soll denn dieser häßliche Kasten noch werden?« murrte Adrian. »Der paßt nicht hierher – die werden die ganze Straße verschandeln, wenn sie so weitermachen.«
»Ich bin da gar nicht so sicher«, meinte sie, während sie ihren Weg gemächlich fortsetzten. Adrian hatte Zeit, er mußte erst abends in die Klinik, denn er hatte Nachtdienst. »Rohbauten sind meistens häßlich, aber ich könnte mir vorstellen, daß das später mal ein recht hübsches Gebäude wird.«
Adrian blieb skeptisch, aber er widersprach ihr nicht. »Ach, Frau Senftleben«, seufzte er, »die ganze Woche Nachtdienst! Ich komme nicht ein einziges Mal in den Genuß Ihrer Kochkunst. Ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll.«
Sie lächelte ihn von unten herauf an – er überragte sie um mehr als einen Kopf. »Ich denke mir ein besonderes Menü für unsere erste gemeinsame Mahlzeit nach Ihrem Nachtdienst aus«, versprach sie. »Was halten Sie davon?«
Sie waren zu Hause angelangt, er schloß die Haustür auf und ließ ihr höflich den Vortritt. »Diese Aussicht wird mich die ganze Woche über beflügeln, Frau Senftleben«, sagte er.
Gemeinsam betraten sie den Fahrstuhl, den Adrian sonst, der Gesundheit zuliebe, immer verschmähte. Doch Frau Senftleben konnte nicht mehr gut Treppen steigen, und so verzichtete er jetzt darauf.
Oben verabschiedeten sie sich freundlich voneinander. Während Frau Senftleben in ihre Küche eilte, um ihre Einkäufe in den Kühlschrank zu räumen, warf Adrian sich auf sein Sofa, griff nach der Zeitung und genoß es, noch mehrere Stunden vor sich zu haben, in denen er nichts tun mußte.
*
»ALLE haben ein Haustier, Papa!« behauptete Malte Mommsen mit klagender Stimme. »Bloß ich nicht! Ich will doch nur eine winzige Katze haben – nicht mal einen großen Hund! Wir haben Platz genug für die Katze!«
»Platz genug vielleicht – aber ich weiß doch, wie das dann läuft«, entgegnete Maltes Vater Wolfgang Mommsen leicht gereizt. »Die ganze Arbeit wird an mir hängen bleiben. Am Anfang wirst du dich kümmern, aber dann wird es dir irgendwann zu lästig, weil du lieber mit deinen Kumpels Fußball spielen oder ins Kino gehen willst oder was weiß ich – und dann kann ich das Futter besorgen, das Katzenklo saubermachen, mit der Katze zum Tierarzt fahren und so weiter und so fort. Kommt überhaupt nicht in Frage, mein Lieber. Schlag dir das aus dem Kopf.«
»Aber du behauptest das einfach!« beharrte Malte. »Du kannst doch gar nicht wissen, daß das wirklich so kommt. Ich würde mich nämlich wohl kümmern! Du müßtest überhaupt nichts machen. Und mit einer Katze muß man nicht dauernd raus wie mit einem Hund. Katzen sind viel selbständiger.«
»Das weiß ich, aber ich will trotzdem keine. Basta!«
Wolfgang verschanzte sich hinter seiner Zeitung, um dem Jungen zu zeigen, daß die Diskussion beendet war. Meistens kamen sie gut miteinander aus, sein Sohn und er. Sie lebten allein, Wolfgang und Maltes Mutter Heide hatten sich vor zwei Jahren scheiden lassen. Da das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ausgesprochen eng gewesen war, hatte es keine Diskussion gegeben: Malte war bei seinem Vater geblieben, er selbst hatte es so gewollt. Wolfgang war Gymnasiallehrer, und so war die Entscheidung auch dadurch beeinflußt worden. Er war nachmittags zu Hause und konnte sich um Malte kümmern, während Heide als Chefsekretärin den ganzen Tag über im Büro saß.
»Mann, du bist vielleicht autoritär!«
Wolfgang ließ die Zeitung sinken und sah seinen Sohn erstaunt an. »Wo hast du denn das Wort aufgeschnappt?«
»Das kennt doch jeder«, erwiderte Malte wegwerfend. Er war vor kurzem neun Jahre alt geworden.
»Und du weißt genau, was es bedeutet?«
»Ja, wenn einer immer seine Meinung durchsetzen will und nicht auf das hört, was der andere sagt.«
»Mhm.« Wider Willen fühlte sich Wolfgang getroffen, aber das würde er in dieser Situation nicht zugeben. »Ich habe zugehört«, sagte er, »aber du hast mich nicht überzeugt. Das ist etwas anderes. Ich glaube dir einfach nicht, daß du dich um die Katze kümmerst. Erinnere dich bitte an die Goldfische, die du unbedingt haben wolltest! Die haben wir schließlich verschenkt, weil sie sonst wahrscheinlich eingegangen wären. Du hast sie meistens vergessen.«
Malte wurde ganz rot vor Zorn. »Immer kommst du mit dieser alten Geschichte wieder an! Da war ich sieben, Papa! Jetzt bin ich neun! Das kann man nicht vergleichen, und es ist ungerecht, daß du mir das ständig wieder aufs Butterbrot schmierst.«
»Na gut, das stimmt«, räumte Wolfgang ein. »Aber du mußt zugeben, daß es für mich nicht einfach ist. Nehmen wir mal an, ich kaufe eine Katze – und dann stellt sich heraus, daß ich Recht hatte. Was machen wir dann? Eine Katze ist ein Lebewesen, das gibt man dann nicht einfach zurück. Es ist aber nun einmal so, daß ich keine Lust habe, mich ständig um eine Katze zu kümmern.«
»ICH würde mich ja kümmern!« sagte Malte aufgebracht. »Das habe ich schon mindestens tausend Mal gesagt! Du machst es dir leicht. Du sagst einfach, du glaubst mir nicht, und damit ist die Sache für dich erledigt. Soll ich dir mal was sagen? Erwachsene sind blöd! Immer haben sie Recht, und wenn sie nicht weiter wissen, sagen sie einfach ›Basta‹! Ich will nie so werden. Nie, nie, nie!« Er stand auf, rannte aus der Küche
