Teufelsmühle und Heiligenberg: Sagen aus dem Kreis Holzminden illustriert von Karl Cohnen
Von Karl Cohnen und August Teiwes
()
Über dieses E-Book
Ähnlich wie Teufelsmühle und Heiligenberg
Ähnliche E-Books
Inntaler Sagen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWelt der Heimatsagen: Thüringer Rhön Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJodocus Temme: Gesammelte Werke Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSagen aus Brandenburg: Sammlung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie schönsten Sagen aus Ballenstedt: & dem Selketal Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Bilmeßreiter: Sagenumwobenes und mystisches Wittelsbacher Land Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSagenhafter Nordharz: Die 100 schönsten Sagen & Märchen von Goslar bis Wernigerode Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSagen, Mythen und Legenden aus dem Harz: Band 3 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHaunted Germany Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie bekanntesten Sagen aus dem Ostharz: und ihre geheime Bedeutung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSagen aus Gernrode: der 1000jährigen Stadt am Harz Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRenate: Eine Liebesgeschichte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSagenbuch der Stadt Erfurt: Gesamtausgabe mit 144 Sagen - Nach dem Kruspe-Original von 1877 [Band 1 und 2 in einem Buch] Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie singenden Totenköpfe - Volkssagen aus Pommern und Rügen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAltmärkische Volkssagen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHeinrich von Plauen (Ritterroman): Historischer Roman aus dem 15. Jahrhundert - Eine Geschichte aus dem deutschen Osten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSagenbuch des Erzgebirges Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSagenhaftes Wernigerode Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSagenhaftes Blankenburg Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSagen und Geschichten aus Baden-Württemberg: Meine Lieblingssagen mit Schwergewicht auf den Schwarzwald Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie schönsten Sagen aus unserem Quedlinburg: Vom Vogelsteller Heinrich bis zum Großen Fritz Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGeschichten und Sagen aus Unterfranken: Geschichten und Sagen liebevoll illustriert, dazu Rezepte für Speisen aus der Region. Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWaldheimat (Autobiografischer Roman): Alle 4 Bände: Das Waldbauernbübel + Der Guckinsleben + Der Schneiderlehrling + Der Student auf Ferien Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwischenWelten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSüdtiroler Sagen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSankt Martin und der Besenbinder: Eine Erzählung zum Martinsfest für ältere Kinder und Erwachsene Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie verlorene Handschrift Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Rhein Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie schönsten Sagen aus der Steiermark Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Geschichte für Sie
Lexikon der Symbole und Archetypen für die Traumdeutung Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Die große Täuschung: John F. Kennedys Warnung & die Bedrohung unserer Freiheit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Narrativ vom »großen Austausch«: Rassismus, Sexismus und Antifeminismus im neurechten Untergangsmythos Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFremdbestimmt: 120 Jahre Lügen und Täuschung Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Kleine Geschichte deutscher Länder: Regionen, Staaten, Bundesländer Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie flache Erde oder Hundert Beweise dafür, daß die Erde keine Kugel ist Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein Weltbild Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Geschichte der Dampfmaschine bis James Watt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUngelöste Rätsel: Wunderwerke, die es nicht geben dürfte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEden Culture: Ökologie des Herzens für ein neues Morgen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWas wäre, wenn?: Ein Gespräch mit Sieglinde Geisel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGefangen im Panoptikum: Reisenotizen zwischen Aufklärung und Gegenwart Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Größte Geheimnis: Dieses Buch verändert die Welt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKriegsausbruch 1914: Der Weg in die Katastrophe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Hexenhammer: Alle 4 Bände Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAuf dem Weg zu einer Neuen Aufklärung: Ein Plädoyer für zukunftsorientierte Geisteswissenschaften Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGEO EPOCHE eBook Nr. 1: Die großen Katastrophen: Acht historische Reportagen über Ereignisse, die die Welt erschüttert haben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie geheim gehaltene Geschichte Deutschlands - Sammelband Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Die Flucht der Dichter und Denker: Wie Europas Künstler und Wissenschaftler den Nazis entkamen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStadt der Ideen: Als Wien die moderne Welt erfand Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenScharfschützeneinsatz in Woronesch: Information + Original-Fotos + Roman Zeitgeschichte Zweiter Weltkrieg Bewertung: 3 von 5 Sternen3/5Was historische Karten uns erzählen: Kleiner Atlas zur Weltgeschichte Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Der reichste Mann von Babylon: Der erste Schritt in die finanzielle Freiheit Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Sternstunden der Menschheit: 14 historische Miniaturen Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Lemuria und Atlantis Bewertung: 1 von 5 Sternen1/5GEO EPOCHE eBook Nr. 2: Die großen Entdecker: Zehn historische Reportagen über Abenteurer, die das Bild der Erde gewandelt haben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAnglizismen und andere "Fremdwords" deutsch erklärt: Über 1000 aktuelle Begriffe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBrennpunkte der »neuen« Rechten: Globale Entwicklungen und die Lage in Sachsen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKinderlieder: 100 Liedertexte der schönsten Kinderlieder Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5
Rezensionen für Teufelsmühle und Heiligenberg
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Teufelsmühle und Heiligenberg - Karl Cohnen
Vorwort
Sagen sind in der Lebens- und Arbeitswelt früherer Zeiten entstanden und mündlich überliefert worden. Sie zeugen von dem mythisch-magischen Bewusstsein der damaligen Menschen. Erst zum Ende des 19.Jahrhunderts wurde von Volkskundlern und Heimatforschern damit begonnen, die Erzählungen des Volkes systematisch zu erfassen. Für den Lehrer August Teiwes, dessen Buch „Die Sagen des Kreises Holzminden" erstmals 1931 erschien, war es zudem ein wichtiges Anliegen, die Sagen im Heimatkundeunterricht einzusetzen.
Die Illustrationen von Karl Cohnen veranschaulichen das Bewusstsein der Menschen früherer Zeiten für fantastische Ereignisse und Naturphänomene in treffender Weise. Cohnens moderne und teilweise rätselhaft überzeichnete Formensprache macht zudem deutlich, dass das mythisch-magische Bewusstsein von der Rationalität nicht ersetzt, sondern nur verlagert wurde – die heutige Medienwelt liefert unzählige Beweise dafür, dass Mythologie und Magie auch im Leben der Jetztzeit eine bedeutende Rolle spielen. Auch und gerade unter diesem Gesichtspunkt übt die Wiederentdeckung der alten Sagen eine große Faszination aus.
Dieses Buch ergänzt in unserem Verlagsprogramm die Publikation „Der Fiedler in der Wolfsgrube | Sagen und Märchen aus dem Solling und dem Wesertal". Während jenes Buch einen inhaltlich strukturierten Überblick auf den Mythenschatz der Region mit einem ausführlichen Quellenverzeichnis gibt, handelt es sich hier um eine leicht gekürzte Version des Buches von August Teiwes. Inhaltlich hat sich Teiwes der Sollingregion nur am Rande gewidmet, sein Schwerpunkt der Sagensammlung liegt auf dem Gebiet zwischen Vogler, Ith und Weser.
Um jüngeren Lesern den Zugang zu den Texten zu erleichtern, wurden die Sagen in eine sprachlich etwas modernere Form gebracht. Begriffe, die heute nicht mehr geläufig sind, aber im Text nicht ersetzt werden sollten, da sie zur Lebens- und Arbeitswelt der damaligen Zeit gehören, wurden von der Bearbeiterin Kathrin Schubert mit Anmerkungen versehen.
Jörg Mitzkat
cohnen-mauer-eichen.pngDer Teufel und der Schmied
(Weserdorf)
In einem Ort an der Weser lebte ein Schmied, dessen Geschäfte so schlecht liefen, dass er arm und ärmer wurde. Eines Tages ging er trübe und traurig von zu Hause fort. Unterwegs traf er mit einem Fremdling zusammen, der ihm die Tageszeit sagte und dann dies und jenes redete. Endlich fragte der Wandersmann den Meister, warum er so einsilbig und kopfhängerisch sei. Der Schmied erzählte ihm seine Um- stände, worauf dann der Fremde sich für einen Schmiedegesellen ausgab und den Wunsch äußerte, bei ihm in Arbeit zu treten. Der Meister aber gab zur Antwort: „Ich kann Euch nicht einstellen, denn ich habe schon lange kein Eisen mehr. Der Geselle aber versprach ihm daraufhin, nicht nur tüchtig zu arbeiten, sondern auch genug Eisen heranzuschaffen. Doch er fügte hinzu: „Eins müsst Ihr mir versprechen. Sobald Ihr mal keine Arbeit mehr für mich habt, müsst Ihr mein sein, samt allem, was Euch gehört!
Der Meister dachte, an Arbeit soll es schon nicht fehlen, und schlug ein.
Am anderen Morgen in der Frühe standen ein paar Fuhren voll mit Eisenstangen vor der Schmiede. Der fremde Geselle lud sie ab und ließ sich dann vom Meister in die rückständige Arbeit einweisen. Am Abend war er mit allem fertig. Tags darauf erhielt er die Weisung, einen großen Ackerwagen zu beschmieden. Der Geselle war wieder bis zum Feierabend damit fertig. Am folgenden Morgen verlangte der Meister von ihm, acht Eggen zu beschmieden. Auch das war für den Gesellen nur die Arbeit eines Tages. Jetzt hatte der Meister für den flinken Menschen keine Beschäftigung mehr in der Werkstatt, sondern trug ihm für den vierten Tag auf, zwei Morgen Stuken auszuroden und das Holz zu zerkleinern und aufzubansen. Am Abend war auch das gemacht. Nun verlangte der Meister für den fünften Tag, einen Pump (Stumpf, Vertiefung) mit Erde auszufüllen. Der Geselle vollbrachte auch das, obwohl er 600 Fuder Boden dahin schaffen musste. Das wurde dem Meister dann doch zu arg, und weil er für den sechsten Tag gar keine Arbeit mehr aufzutreiben vermochte, lief er ratlos zum Haus hinaus. Da begegnete ihm ein altes Weib, das ihn fragte, warum er denn so griesgrämig aussehe. Der Meister offenbarte ihr seine Not. Das Weib lachte listig und rief: „Der dumme Teufel! Wir wollen ihm schon etwas aufgeben, sodass er mit Schimpf und Schande abziehen muss! Und dann raunte sie dem Meister zu: „Lasst Euch drei krause Haare von Eurer Frau geben, Meister Pinkepank! Die gebt Ihr dem Gesellen mit der Aufgabe, sie geradezuhämmern. Dann sollt Ihr mal sehen, wie er laufen kann!
Gesagt, getan. Als der Meister seinem Gesellen die drei krausen Haare vorhielt, ist dieser zornwütig von dannen gefahren.
Die Eichelsaat
(Fürstenberg)
In der Nähe von Holzminden, Richtung Fürstenberg, liegt ein Wald, der ehemals ganz aus Eichen bestand. Viele davon stehen jetzt noch da. Er heißt de Dickte. Diese Hölzung war früher ein Ackerfeld, das zwei Frauen für einige Zeit in Benutzung hatten. Nach Ablauf der abgemachten Frist mussten sie es dem eigentlichen Besitzer wieder überlassen. Ehe aber die Zeit ganz herum war, baten die Frauen den
Herrn, er möge ihnen doch gestatten, noch eine Frucht zu bauen; wäre diese reif und abgeerntet, würden sie ihm bereitwillig Grund und Boden wieder überweisen. Die Bitte wurde ihnen auch gewährt, aber die klugen Frauen legten Eicheln in die Furchen. Ehe die zu großen Bäumen geworden waren, hatte man längst vergessen, dass jenen Frauen der neue Wald gar nicht gehörte, und so sind ihre Nachkommen im Besitz des Erbes geblieben.
4_eichensaat.jpg2_teufel_weserdorf.jpg4_haufa__f_rstenburg.jpgDas Heufass
(Fürstenberg)
Am Fuße des schroff zur Weser hin abfallenden Karthagenberges, auf dessen Rücken das alte Schloss Fürstenberg liegt, befindet sich ein Gewölbe, aus dem ein Born (Quelle) entspringt. Es heißt das Heufass. Dort soll früher ein unterirdischer Gang, der von der Burg zur Weser hinabführte, gemündet haben. Die jeweiligen Ritter von Fürstenberg benutzten diesen Weg, um die auf dem Strom vorbeiziehenden Schiffe mit ihren Männern anzuhalten und auszuplündern.
Der falsche Eid
(Weserdorf)
In einem Weserdorf hatten zwei Brüder um ihr Erbe geklagt. Es betrug 500 Taler. Der eine von ihnen brachte durch einen Eidschwur die ganze Summe an sich. Sein Bruder ging leer aus und wurde obendrein verurteilt, die Klagekosten zu bezahlen, wodurch er ein armer Mann wurde. Aber der Eid war falsch geschworen, und der unehrliche Bruder hatte Schimpf und Schande davon. Er wurde trübsinnig und ist zuletzt elend zu Grunde gegangen. Als er gestorben war, sagten die Leute untereinander: „Wenn hei man nu taur Strafe nich noch gar speuiken gahn mott! Eines Abends wollte die Magd des Lehrers die Betglocke anschlagen. Als sie den Turm aufschloss, sah sie durch die offen stehende Kirchentür auf dem Altar eine schreckliche Gestalt sitzen. Da kauerte ein Mensch, leichenblass anzusehen, mit einem weißen Totenlaken angetan, und winkte mit der Hand. Das Mädchen war anfangs sehr erschrocken und wollte weglaufen. Da hörte es noch, wie das Gespenst sagte: „Fürchte dich nicht. Tritt näher, meine Tochter, ich habe dir etwas Wichtiges mitzuteilen!
Das Mädchen war sonst sehr entschlossen, wurde nun auch wieder mutiger und trat näher heran. Da sagte der Verstorbene: „Meine Tochter, willst du mir einen großen Gefallen tun? „O ja
, antwortete das Mädchen, „wenn ich kann! „So gehe zu dem Hof, der früher mir gehörte
, fuhr die Gestalt fort, „und fordere meinen Nachfolger auf, er möge doch über seiner Stubentür die Bekleidung wegnehmen. Da wird er dann einen Beutel mit 500 Talern finden und dazu noch die Klagekosten , die mein armer Bruder hat bezahlen müssen. Ich habe das Geld nicht anrühren mögen und es vor meinem Tod dort versteckt. Trage es
