Über dieses E-Book
Als Chiara Sandrini das Blut an ihrem Slip sah, brach für sie eine Welt zusammen. Es hatte wieder nicht geklappt, dabei war sie diesmal so sicher gewesen!
Aufschluchzend senkte Chia-ra den Kopf und legte ihre schmalen Hände vor die Augen. Ihr langes tiefschwarzes Haar fiel dabei wie ein Schleier über ihr Gesicht. Eine Weile stand sie so, dann holte sie ein Taschentuch hervor, wischte sich die Tränen ab und verließ schließlich mit langsamen, schleppenden Schritten das kleine Haus am Ortsrand.
Während sie ihr Heimatdorf durchquerte, hatte sie das Gefühl, als seien die Blicke aller Einwohner auf sie gerichtet… sie fühlte sich ausgestoßen… geächtet.
Demütig ließ Chiara den Blick gesenkt. Sie wagte es nicht, irgend jemandem in die Augen zu sehen. Dann hatte sie ihr Ziel erreicht – das Haus, in dem sie geboren war. Bereits an der Tür kam ihr ihre Mutter entgegen.
»Ich weiß schon, weshalb du kommst«, erklärte Concetta Cardello, und der Blick, mit dem sie ihre zweiundzwanzig-jährige Tochter bedachte, war voller Abscheu. »Du hast es wieder nicht geschafft.«
Mit einer Hand bedeckte Chiara ihre Augen und versuchte, ein Aufschluchzen zu unterdrücken.
»Diesmal war ich so sicher«, flüsterte sie. »Seit einer Woche waren meine Tage überfällig, und ich dachte…«
Mit einer energischen Handbewegung brachte Concetta ihre Tochter zum Schweigen.
»Elio wird dich verlassen«, prophezeite sie, und ihre Stimme war ohne Mitgefühl. »Wenn du keine Kinder empfangen kannst, dann verdienst du auch keinen Mann!«
Jetzt war Chiara mit ihrer Beherrschung am Ende. Sie begann zu weinen.
»Hör auf!« herrschte Concetta sie an. »Nimm dir ein Beispiel an deinen Schwestern.
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Rezensionen für Ganz der Vater
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Buchvorschau
Ganz der Vater - Marie Francoise
Dr. Daniel
– 51 –
Ganz der Vater
Marie Francoise
Als Chiara Sandrini das Blut an ihrem Slip sah, brach für sie eine Welt zusammen. Es hatte wieder nicht geklappt, dabei war sie diesmal so sicher gewesen!
Aufschluchzend senkte Chia-ra den Kopf und legte ihre schmalen Hände vor die Augen. Ihr langes tiefschwarzes Haar fiel dabei wie ein Schleier über ihr Gesicht. Eine Weile stand sie so, dann holte sie ein Taschentuch hervor, wischte sich die Tränen ab und verließ schließlich mit langsamen, schleppenden Schritten das kleine Haus am Ortsrand.
Während sie ihr Heimatdorf durchquerte, hatte sie das Gefühl, als seien die Blicke aller Einwohner auf sie gerichtet… sie fühlte sich ausgestoßen… geächtet.
Demütig ließ Chiara den Blick gesenkt. Sie wagte es nicht, irgend jemandem in die Augen zu sehen. Dann hatte sie ihr Ziel erreicht – das Haus, in dem sie geboren war. Bereits an der Tür kam ihr ihre Mutter entgegen.
»Ich weiß schon, weshalb du kommst«, erklärte Concetta Cardello, und der Blick, mit dem sie ihre zweiundzwanzig-jährige Tochter bedachte, war voller Abscheu. »Du hast es wieder nicht geschafft.«
Mit einer Hand bedeckte Chiara ihre Augen und versuchte, ein Aufschluchzen zu unterdrücken.
»Diesmal war ich so sicher«, flüsterte sie. »Seit einer Woche waren meine Tage überfällig, und ich dachte…«
Mit einer energischen Handbewegung brachte Concetta ihre Tochter zum Schweigen.
»Elio wird dich verlassen«, prophezeite sie, und ihre Stimme war ohne Mitgefühl. »Wenn du keine Kinder empfangen kannst, dann verdienst du auch keinen Mann!«
Jetzt war Chiara mit ihrer Beherrschung am Ende. Sie begann zu weinen.
»Hör auf!« herrschte Concetta sie an. »Nimm dir ein Beispiel an deinen Schwestern. Violetta ist seit einem Jahr verheiratet und hat ein zwei Monate altes Baby. Mariella erwartet ihr viertes Kind, und Gianna ist nach eineinhalb Jahren Ehe schon zum zweiten Mal schwanger. Nur du bringst Schande über uns. Vor zwei Jahren hat Elio dich geheiratet, und du warst in der ganzen Zeit nicht fähig, auch nur ein Kind zu gebären.« Sie schob Chiara zur Tür hinaus. »Geh in die Praxis deines Vaters und laß dich untersuchen.«
Erschrocken sah Chiara ihre Mutter an. »Nein, Mama, bitte…, er hat mich schon so oft untersucht…«
»Schweig!« herrschte Concetta ihre Tochter an. »Und jetzt geh!«
Chiara wußte, daß sie gehorchen mußte. So war es in ihrer Familie schon immer gewesen.
Niedergeschlagen überquerte sie den Flur und betrat die Praxis ihres Vaters. Salvatore Cardello war eigentlich Allgemeinmediziner, doch hier in diesem kleinen sardischen Dorf gab es keine Fachärzte, so daß sich der Dottore Cardello auch im gynäkologischen Bereich manche Fähigkeit angeeignet hatte.
Chiara mußte nicht lange warten, bis sie von der jungen Arzthelferin ins Sprechzimmer gerufen wurde. Hier saß Salvatore Cardello und bedachte seine jüngste Tochter mit einem ungnädigen Blick.
»Es ist also wieder soweit«, erklärte er, und sein Blick verriet Abscheu. »Zieh dich aus und leg dich hin.«
Chiara schluckte. Sie hatte Angst vor der Untersuchung. Ihr Vater war immer so entsetzlich grob. Alle Patienten fürchteten ihn, und seine Kinder machten da keine Ausnahme.
»Papa, ich habe meine Tage«, wandte Chiara ein, obwohl sie wußte, daß das für ihren Vater keine Rolle spielte.
»Dann zieh nur den Rock aus«, verlangte Salvatore Cardello, während er sich schon Plastikhandschuhe überstreifte.
Mit zitternden Händen kam Chiara seiner Aufforderung nach, dann legte sie sich auf die schmale Liege und versuchte sich zu entspannen, doch ihre Angst ließ das nicht zu. Zu den starken Unterleibsschmerzen, die sich mit Beginn der Regelblutung wieder eingestellt hatten, kam nun auch noch der Schmerz, den die Untersuchung durch ihren Vater verursachte.
Chiara biß sich die Lippen blutig, um nicht vor Qual aufzuschreien. Ihre Finger krallten sich in das Papier, das auf der Untersuchungsliege lag, und Tränen schossen aus ihren Augen.
»Du wehrst dich dagegen, schwanger zu werden«, urteilte Salvatore und trat endlich von der Liege zurück. »Du wehrst dich dagegen, wie du dich gegen die Untersuchung wehrst.« Er streifte die Handschuhe ab und warf sie in den Abfalleimer. »Ich werde Elio raten, dich zu züchtigen. Vielleicht legst du deinen Widerstand dann ab. Wenn nicht, soll er die Ehe annullieren lassen, und du kommst ins Kloster.«
»Nein!« stieß Chiara entsetzt hervor. »Papa, ich liebe Elio!«
»Dann schenk ihm endlich ein Kind«, verlangte Salvatore Cardello. »Und jetzt verschwinde! Mit Elio werde ich heute noch sprechen.«
In fliegender Hast zog Chiara ihren Rock wieder an, dann verließ sie fast fluchtartig die Praxis ihres Vaters. Blind vor Tränen stolperte sie den Weg zurück, den sie gekommen war. Elio liebte sie zwar, trotzdem hatte Chiara das untrügliche Gefühl, daß er den Rat ihres Vaters befolgen würde. Wer in diesem Dorf würde Salvatore Cardello nicht gehorchen?
*
»Es war eine wunderschöne Hochzeit«, erklärte Margit Sommer, als sie sich auf dem Flughafen von Dr. Robert Daniel verabschiedete.
»Jetzt laß mich auch mal zu meinem besten Freund«, verlangte ihr Mann Georg, dann lächelte er. »Meine bessere Hälfte hat vollkommen recht. Es war eine richtige Märchenhochzeit.« Freundschaftlich klopfte er Dr. Daniel auf die Schulter. »Grüß Manon noch mal herzlich von uns, und erholt euch gut.«
Dr. Daniel nickte lächelnd. »Das machen wir bestimmt, Schorsch.« Dann seufzte er. »Leider wird uns nicht mehr sehr viel Zeit dafür bleiben.
In spätestens zwei Wochen müssen wir wieder nach Steinhausen zurück. Unsere Praxis wartet.«
»Laßt euch nur Zeit«, mischte sich Dr. Daniels Sohn Stefan ein. »In der Waldsee-Klinik kümmert man sich schon um eure Patienten. Flitterwochen sind schließlich ausgesprochen wichtig.«
Dr. Daniel legte einen Arm um seine Schultern und drückte ihn liebevoll an sich. »Das hast du lieb gesagt, Stefan, aber schau mal, so ganz richtige Flitterwochen werden es für Manon und mich ohnehin nicht sein. Dafür wird schon unsere kleine Tessa sorgen.«
»Hätten wir sie nicht doch gleich mit nach Steinhausen nehmen sollen?« fragte Dr. Daniels Tochter Karina. »Schließlich sollte eure Hochzeitsreise ja kein Familienurlaub sein.«
Doch Dr. Daniel schüttelte den Kopf. »Auch wenn die
Adoption noch nicht rechtskräftig ist, betrachten Manon und ich die Kleine schon als unsere Tochter.« Ein zärtliches Lächeln huschte über sein Gesicht. »Wir würden Tessa um keinen Preis der Welt hergeben – nicht einmal für zwei Wochen.«
»Des Menschen Wille ist sein Himmelreich«, urteilte Stefan, dann wurde er ernster. »Aber ich kann euch verstehen. Tessa ist ein richtiger kleiner Sonnenschein, und ich glaube, sie wird mir ganz schrecklich fehlen.«
»Mir auch«, stimmte Karina sofort zu. »Ich glaube, wenn ihr sie nicht adoptiert hättet, hätte ich es getan.«
Die Worte wärmten Dr. Daniels Herz. Er wußte, daß er und Manon die richtige Entscheidung getroffen hatten, als sie sich entschlossen hatten, die fünfjährige Italienerin zu sich zu nehmen.
»Lange müßt ihr auf Tessa bestimmt nicht verzichten«, versprach Dr. Daniel. »Wie gesagt…, in spätestens zwei Wochen werden wir wieder in Steinhausen sein.«
