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Das Ukrainehaus: Eine Erzählung
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eBook310 Seiten3 Stunden

Das Ukrainehaus: Eine Erzählung

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Wo Worte Orte weisen...

DAS UKRAINEHAUS - Ein Buch aus der Reihe der Sportkunstliteratur von Odin Milan Stiura. Auch wenn es bei diesem Werk nicht explizit um das literarische Ergebnis, hervorgerufen durch den Extremsport geht, so wie es bei den bisherigen Büchern aus dieser Reihe der Fall war. Es ist zwar immer noch in der typischen Ad-hoc-Eigenheit des Langstreckenläufers kreiert, doch diesmal verbindet er in einer Art Erzählform mehr den Spott (als den Sport) mit der oder sogar über die Kunst zur Literatur. Die Kunstidee, nach deren Prinzip das vorliegende TRP© verfasst wurde, entstammt dem Friedens- und Kunstprojekt ´Grenzland-Ukraine`. Der Autor verfolgt über ein Jahr lang, von der Entstehungsgeschichte, über die Realisierungsphase und bis zum Verkauf des Projektes, das Schicksal eines alten Gebäudes an einer viel befahrenen Bundesstraße im Herzen vom Vogtland. Und genau diese ´Alte Schule` bildet das Sujet vorliegender Literaturkunst. Es ist eine Analogie zur Situation in der Ukraine.

THERUNNINGPOEM© ist eine Literaturgattung weit ab vom Schulweg der Wissenschaft, die alles, was beim Rennen, Laufen, Gehen durch die Sinne läuft, geht und rennt, ungefiltert, rein im Gedanken wiedergibt. TRP© nimmt seine >Kraft aus dem Odem der Umgebung. Einatmen ist, Ausatmen ist. All das, was dem Autor durch seine Tasten auf das Papier springt, ist die sofortige Niederschrift seiner Gedanken nach dem Lauf, dem Run in freier Natur. Es gibt dabei kein Lektorat oder Reflexion, keine inhaltliche Regulierung, keine nachträgliche Verbesserung, Sortierung oder Entfernung einer zusammenhängenden Textpassage. TRP© kann deshalb durchaus verletzend, subversiv, irreführend, suggestiv, schönmalerisch, dramatisch oder einfach nur die subjektive Wahrheit sein. Die Wahrheit des Läufers, dem Dauerrenner !
SpracheDeutsch
HerausgeberBooks on Demand
Erscheinungsdatum20. März 2015
ISBN9783738678598
Das Ukrainehaus: Eine Erzählung
Autor

Odin Milan Stiura

ODIN MILAN STIURA, ein mystischer Sternenwanderer, bekennender Christ und Muslim, schreibt, liest und reist in Europa und Arabien. Er speist, wo alle speisen und studierte seine Weise. Er ist in der Art ein Übernehmer, der Kunst dem Wissen unterrichtet.

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    Buchvorschau

    Das Ukrainehaus - Odin Milan Stiura

    Der König der Münzen, der väterliche Stier der Geduld und der mathematische Meister des Grundbesitzes

    Der Schreiber: »Der Künstler ist nicht einfach zu verstehen.«

    Wir: »Stimmt. Das ist alles sehr komplex. Machen wir es uns einfach. Wir hören dem Künstler und seiner Kunst nur zehn Minuten zu. Zehn Minuten müssen reichen. Es gibt wichtigere, lebensnotwendigere Dinge. Wie das Geldverdienen, das Kindergroßziehen, das Feldbestellen. Also sprich im Klartext!«

    Der Künstler: »Es ist ein Haus. Mehr nicht. Die Alte Schule vom Dorf Leubetha. Ein Haus wie jedes andere auch.«

    Wir: »Noch neun Minuten.«

    Der Schreiber: »Erzähl uns bitte, wie Du zu diesem Haus kamst.«

    Der Künstler: »Ich bekam es von der Hauseigentümerin, beziehungsweise von den Hauseigentümerinnen geschenkt.«

    Wir: »Natürlich, wie jeder andere normale Mensch auch.«

    Der Künstler: »Ja, ich bekam es zum Nulltarif angeboten.«

    Wir: »Von wem?«

    Der Künstler: »Also, das ist jetzt nicht innerhalb weniger Minuten zu erklären. Aber eigentlich weil ich im Internet inserierte.«

    Wir: »Im Internet?«

    Der Künstler: »Ja, ich wollte meinen Landsitz mit mir ähnlich denkenden Menschen teilen und schrieb in wenigen Momenten meinen Wunsch in einem Wohngemeinschaftsblog in drei Zeilen nieder und drückte auf ´no return`. Das war es dann erstmal. Danach geschah nichts.«

    Wir: »Der Künstler sprach: Also. Und dann geschah nichts. Bestimmt brauchte das Universum etwas Zeit, um Ihren Wunsch zu bearbeiten. Papier ist geduldig. Und antwortete nach Bearbeitungszeit: Bitte schön - hier ist Ihr Haus. Auf dem Silbertablett.«

    Und das Volk lachte, die Volksseele baumelte im Gelächter über dem Gehängten. Und lachend ging es nach Hause. In die eigenen vier Wände. Hart verdient, und vom täglichen Brot abgespart. Von der Bank vorausfinanziert, um dann ein halbes Leben lang die Tilgung und deren Zinsen zu bedienen. Aber heute ist ein guter Tag, weil der Künstler es vermag es zum Lachen zu bringen. Es weint vor Glück.

    Der Schreiber: »Das Volk hat ein Haus gebaut und brauchte tausend Jahre. Dann hat es der Eisläufer zur Hälfte für vierzig Jahre eingefroren. Und der Heißläufer wieder aufgetaut und seitdem nur ihm vertraut. Ihm gehören nun unsere Sorgen.«

    Der Künstler: »Von wegen. Der Heißsporn hat es mit der Axt gespalten, denn er wollte es allein verwalten. Nach vierzig Jahren hat der Eisläufer sein ´ok` gegeben, nur so konnte es in aller Gemeinsamkeit sich wiederbeleben. »

    Der Schreiber: »Wie es auch gewesen sein könnte. Sag mir bitte, wie es mit dem Bau von Deinem Haus weiterging.«

    Der Künstler: »Ich wollte es gar nicht bauen. Mir ging es nur darum, meinen Landbesitz mit Leben zu füllen. Mein Landhaus liegt in einer Mondlandschaft, weit ab in den Wäldern zwischen den Bergen. Hier lässt sich außer Fuchs und Hase niemand sehen. Nur Gott hat es vorgesehen, dieses Haus am Flusslauf der Weißen Elster zusätzlich zu erstehen. Doch bis dahin war noch ein weiter Weg.«

    Der Schreiber: »So bitte, sprich doch. Ich lass deine Geschichte als Erzählung auferstehen.«

    Der Künstler: »Nun gut. Es fing damit an, dass ich gut zu Fuß gehen kann. Und ich wollte meinen Vater verstehen lernen, der kurz vorher ums Leben kam. So fuhr ich von hier aus mit dem Bus in die Ukraine und von dort mit den Schiff an den Rand der kaukasischen Berge, um dort entlang des Weges vom Schwarzen Meer bis zum Kaspischen See zu rennen.«

    Er brauchte insgeheim siebzehn Tage für den Lauf. Doch unterwegs machte er Halt, um seine Freunde in Tbilißi, der Hauptstadt von Georgien und der der kaukasischen Berge, wiederzusehen. Sie waren Maler, allesamt ausgebildet an der staatlichen Akademie für Malerei. Und betrieben zusammen ein Atelier. Mitten in der Altstadt. Genau an der alten Seidenstraße zwischen Schwarzem Meer und Kaspischem See gelegen. Und freuten sich, den alten Bekannten aus deutschem Hause mit einem Umtrunk zu begrüßen. Es gab reinen Wein und ein Stelldichein von vielen Artverwandten.

    Glauben Sie es oder auch nicht: selbst der griechische Prometheus, auf russisch Promethe, auf georgisch Amirani war da. Und der hatte nach all den Jahren, die er am Berg Mqinvartsvari, unweit von Tbilißi, festgekettet rumhing, am meisten Durst. Aber nicht nur Durst brachte er in die Runde ein, sondern auch herausragend filosofische Themen. Denn als er anfing, begannen alle von ihrem Denken und Fühlen zu erzählen. Außerdem trank er bestimmt zwei von den Weinballons alleine. Zu einem georgischen Weingelage bringt beinahe jeder Gast einen von diesen bauchigen Trinkgefäßen, üppig gefüllt mit selbst gemachtem Wein. So konnten die georgischen Maler und der germanische Künstler noch einigermaßen bei klaren Gedanken sein.

    Einer dieser Maler schenkte dem deutschen Künstler ein Haus. Ein altes georgisches Haus. Gezeichnet mit schwarzmalenden Stiften auf einem Pappkarton. Es sah schon recht alt aus. Der Pappkarton wurde zudem in sechs Teile geschnitten. So, dass der Künstler dachte: ´Das Haus will ein Symbol sein. Eines in sechs Teilen. Eines, was auf die Reise um die Welt gehen will`. Und seitdem ging dieses georgisch-germanische Symbol auf Reisen. Und ist es auch weiterhin. Unter www.universit.at kann mau bis heute verfolgen, wohin die Reise der einzelnen Teile bisher gegangen ist - in die Breite der weiten Welt! Doch ein Teil von den sechsen blieb beim ersten Maler. Bei ihm daheim.

    Der zweite Maler, ein sehr bedachter, malte Bilder mit Sinn für viel Einzelheiten. Er sprach nicht viel, doch viel lachte er. Und schaute freundlich drein. Auch als der Künstler zu ihm sagte, dass seine Bilder nicht seinem künstlerischeren Reim entsprächen. Den er sich so machte. Doch dieser Maler lachte still in sich hinein und sprach dem Künstler klug ins Gesicht. Er sprach: ´Du bist ein ehrlicher Mensch. Ich sehe es an Deinen Augen. Dir könne man vertrauen!` Was nicht selbstverständlich gewesen wäre. Schließlich will ein Maler auch Applaus genießen und nicht nur das gegenseitige Vertrauen.

    Der dritte Maler sah den Künstler an und begann dann, Gas zu geben. Er sagte, dass er Spaß wolle. Und nicht zu erwähnen vergass: ´Ich liebe den BMW aus den Bayrischen Motorenwerken`. Und saß bereits mit einem Bein in seiner großen, schwarzen Limousine ein. Verschloss die Tür. Öffnete automatisch das Fenster und fragte mit breitem, siegesbewusstem Lächeln: ´Ob der Künstler in Deutschland einen BMW für ihn zum guten Preis besorgen kann`. Er selbst will nächstes Jahr in Deutschland sein.

    So inspirierte sich der Künstler in diesem Land und brachte am Ende von seinem Lauf vieles von dem, was er mit den georgischen Malern erlebte, in das Friedensprojekt ´Grenzland-UKRAINE` mit ein. Überhaupt, eins war der gemeinsame Schluss aus den georgisch-germanischen Filosofien unter Rotweineinfluss: Gemeinsamkeit, die, die nämlich vereint. Und sich nicht in der Hitze des Gefechtes verflüchtigt: denn es war ja reiner georgischer Wein.

    So brachte er also erstens ein Haus auf Karton mit ins Heim. Zweitens dann diese friedvolle Geste. Und drittens den Maler, der genau darauf bestand, denn er stand mit Hilfe des Künstlers schon mit einem Bein in Deutschland.

    Das Haus in sechs Einzelteilen schickte der Künstler um die Welt zu seinen Kunstfreunden. Das Friedfertige schickte er ebenso um die Welt, in aller Kunst zu seinen Freunden. Und des dritten Malers zweite Bein, das übrig blieb und auf dem er stand, das schickte sich selbst nach Deutschland an. Zu seinem germanischen Freund - dem Künstler. Es nahm dabei den selben Landweg, den der Künstler von Deutschland aus mit beiden Beinen nahm: von Deutschland nach Georgien. Nur umgekehrt.

    So ebenso verweilte der Maler mit einem Bein in der Ukraine. Und bemerkte, gerade als die Olympischen Spiele von Sochi im Eisläuferstadion begannen, wie im Land, im Grenzland namens Ukraine, der olympische Friedensgedanke, dem des Krieges wich. In Kiew stand er auf dem Maidan, dem größten Platz des Landes und sah wie der Unfrieden siegte.

    Danach fuhr er nach Polen weiter und heiratete dort seine Geliebte. Ab nun seine geliebte Frau, die Frau des Malers. Von dort aus rief er beim Künstler an und schrieb weiterhin mittels dem sozialen Internetzwerk mitten ins Gesichtsbuch im englischen subtitle: ´Bin in Polen, komme im Mai in Deutschland an. Könne er bei mir wohnen? Und könne er schon, imperativ, die ersten Ausstellungen vor Ort organisieren!`.

    Ja, das kann der Künstler. Mit Freund und Kunst sich beschäftigen. In aller Freude und im Frieden.

    Der Schreiber: »Jetzt hast Du also, wieder in Deutschland zurück, ein künstlerisches Haus auf Karton in sechs Teilen im Gepäck. Dann Einblicke in die Ukraine, und eine friedvolle Botschaft aus Georgien. Und zuletzt einen georgischen Maler, der ebenso in der Ukraine war. Doch, setze ich alle Einzelteile zusammen, so erklärt sich der Zusammenhang noch nicht, wie Du deswegen zu dem Haus bei Adorf, in Leubetha kamst?«

    Der Künstler: Das ist der Werdegang. So war der Anlauf. Sieh - das Haus bei Adorf - vor Deinem geistigen Auge. Das gab es damals auch schon. Nur war die Eigentümerin, oder besser gesagt waren die Eigentümerinnen noch nicht soweit damit beschäftigt, dass sie es an mich verschenken wollten.«

    Der Schreiber: »Warum?«

    Der Künstler: »Weil sie mich noch nicht kannten, ganz einfach. Und weil ich nach keinem weiteren Haus suchte... «

    Der Schreiber: »...sondern nach Mitbewohnern in Deinem Landhaus, oben auf dem Mond. Dort wo im Winter... «

    Der Künstler: »...nur die Nebel die wenigen Menschen ummanteln... «

    Der Schreiber: »...«

    Der Künstler: »...die Wildschweine... « Und nach einer kurzen Pause: »Ach, lassen wir das. Du willst wissen, warum plötzlich ein völlig unbekannter ´Jemand` mir ein Haus schenken wollte? Na dann! Es war wie so oft im Leben, wenn mau etwas in der Öffentlichkeit inserierend anzeigt und dann am Ende etwas gänzlich anderes dabei herauskommt. Das liegt daran, das jeder Leser für sich, genau das herauslesen will, was ihn am meisten begeistern kann.«

    Der Schreiber: »Ach so, die Hauseigentümerinnen hatten Dein Inserat im Internet gelesen. Wobei sie dann dachten, dass Du, anstatt nach weiteren, gleichgesinnten Künstlern, ein Haus zum Geschenk suchst.«

    Der Künstler: »Was wirklich absurd und...oder komisch gewesen wäre. Aber so war es nicht.«

    Der Schreiber: »Sondern...« Dabei zog er die Augenbrauen hoch, und offenbarte mit einer Drehbewegung seiner Hände nach außen die zum Empfang bereiten Handflächen als Zeichen für das auf der Hand

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