Entdecken Sie mehr als 1,5 Mio. Hörbücher und E-Books – Tage kostenlos

Ab $11.99/Monat nach dem Testzeitraum. Jederzeit kündbar.

20 Minuten Leselust Band 2: 10 romantische Liebesgeschichten
20 Minuten Leselust Band 2: 10 romantische Liebesgeschichten
20 Minuten Leselust Band 2: 10 romantische Liebesgeschichten
eBook264 Seiten3 Stunden

20 Minuten Leselust Band 2: 10 romantische Liebesgeschichten

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Vorschau lesen

Über dieses E-Book

Jetzt wird es romantisch! "20 Minuten Leselust" jetzt als eBook bei dotbooks.

Das ist LESELUST: Ob im Wartezimmer Ihres Hausarztes, während der Pediküre oder bis der Lieferservice kommt – jeder dieser zehn romantischen Kurzromane beschert Ihnen in weniger als 20 Minuten weiche Knie!
In diesem Band begegnen Sie einer Frau, die unversehens einen Mann ersteigert, einen Heiratswilligen, der seine Schwiegermutter in spe erst mal um den Finger wickeln muss, um deren Segen zu erhalten, und eine Urlauberin, die sich entscheiden muss: der reiche Hotelier oder doch lieber der abenteuerliche Flirt? Lassen Sie sich verzaubern!

Jetzt als eBook kaufen und genießen: "20 Minuten Leselust". Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks – der eBook-Verlag.
SpracheDeutsch
Herausgeberdotbooks
Erscheinungsdatum24. März 2016
ISBN9783955206635
20 Minuten Leselust Band 2: 10 romantische Liebesgeschichten
Autor

Barbara Gothe

Barbara Gothe, Jahrgang 1960, lebt in Reinbek vor den Toren Hamburgs und arbeitet seit vielen Jahren als Redakteurin und Herausgeberin. Bei dotbooks brachte sie bereits die Geschichtensammlungen »Sternenstaub und Weihnachtswunder. Zauberhafte Adventsgeschichten«, »Das Glück im Gepäck«, sowie verschiedene Bände der »Leselust«-Reihe heraus.

Mehr von Barbara Gothe lesen

Ähnliche Autoren

Ähnlich wie 20 Minuten Leselust Band 2

Ähnliche E-Books

Zeitgenössische Romantik für Sie

Mehr anzeigen

Verwandte Kategorien

Rezensionen für 20 Minuten Leselust Band 2

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    20 Minuten Leselust Band 2 - Barbara Gothe

    Über dieses Buch:

    Das ist LESELUST: Ob im Wartezimmer Ihres Hausarztes, während der Pediküre oder bis der Lieferservice kommt – jeder dieser zehn romantischen Kurzromane beschert Ihnen in weniger als 20 Minuten weiche Knie!

    In diesem Band begegnen Sie einer Frau, die unversehens einen Mann ersteigert, einen Heiratswilligen, der seine Schwiegermutter in spe erst mal um den Finger wickeln muss, um deren Segen zu erhalten, und eine Urlauberin, die sich entscheiden muss: der reiche Hotelier oder doch lieber der abenteuerliche Flirt? Lassen Sie sich verzaubern!

    Über die Herausgeberin:

    Barbara Gothe, Jahrgang 1960, lebt in Reinbek vor den Toren Hamburgs und arbeitet seit vielen Jahren als Redakteurin und Herausgeberin.

    Bei dotbooks brachte sie bereits die Geschichtensammlung Sternenstaub und Weihnachtswunder. Zauberhafte Adventsgeschichten heraus.

    ***

    Originalausgabe April 2016

    Copyright © 2015 dotbooks GmbH, München

    Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

    Titelbildgestaltung: Titelbildgestaltung: © Tanja Winkler, Weichs

    Titelbildabbildung: jackfrog - Fotolia.com

    E-Book-Herstellung: Open Publishing GmbH

    ISBN 978-3-95520-663-5

    ***

    Wenn Ihnen dieses Buch gefallen hat, empfehlen wir Ihnen gerne weiteren Lesestoff aus unserem Programm. Schicken Sie einfach eine eMail mit dem Stichwort Leselust an: lesetipp@dotbooks.de

    Gerne informieren wir Sie über unsere aktuellen Neuerscheinungen und attraktive Preisaktionen – melden Sie sich einfach für unseren Newsletter an: http://www.dotbooks.de/newsletter.html

    Besuchen Sie uns im Internet:

    www.dotbooks.de

    www.facebook.com/dotbooks

    www.twitter.com/dotbooks_verlag

    http://instagram.com/dotbooks

    http://blog.dotbooks.de/

    Inhalt

    Alles nur deinetwegen!

    Da, wo die Seele wohnt

    Das Paradies gleich nebenan

    Der Club der Fußballhexen

    Ein Himmelbett für Inga

    Endlich allein! oder Die Plagen einer Strohwitwe

    Er wartet auf Mykonos

    Liebestoll in Rom

    Per Anhalter nach Bad Rosenau

    Spiel mir ein Lied von der Liebe

    Lesetipps

    Alexandra Strasser

    Alles nur deinetwegen!

    Kurzroman

    dotbooks.

    Per Internet entdeckt Fabian Westhoff ein schickes Wohnmobil zu einem guten Preis. Dass er es selbst in Florenz abholen soll, stört ihn nicht: Kurz entschlossen lädt er Nichte und Neffe auf einen ›Mini-Urlaub‹ ein und braust mit ihnen gen Süden.

    Das Wohnmobil erweist sich als echtes Schnäppchen – aber es hat seine Eigenheiten. Auf einem Rastplatz bockt es so heftig, dass eine junge Frau vor Schreck ihr Auto am Bordstein ramponiert. Fabian fühlt sich schuldig und bietet ihr an, sie zu einem wichtigen Termin zu fahren. Widerstrebend nimmt sie an. Doch bald wendet sich das Blatt – und nun ist es Fabian, der Hilfe braucht …

    ***

    »Alle an Bord? Alle angeschnallt? Dann kann’s ja losgehen.«

    Bester Laune drehte Fabian Westhoff – 39 Jahre alt, Versicherungs-Sachbearbeiter und Campingfan – den Zündschlüssel seiner neuesten Errungenschaft um: ein Wohnmobil der Extraklasse. Vor drei Wochen hatte er das gute Stück im Internet entdeckt und sofort zugeschlagen. Die Angaben und Fotos dazu versprachen ein echtes Schnäppchen. Zwar musste er es selbst aus Italien holen, aber das störte ihn überhaupt nicht. Im Gegenteil: Der Übergabetermin lag in den Sommerferien, und so hatte er kurzerhand die beiden Kinder seiner Schwester auf einen Mini-Urlaub am Mittelmeer eingeladen und ihnen vollmundig einen Badetag mit Picknick am Strand versprochen – eine Aussicht, die sowohl die vierzehnjährige Vanessa als auch ihren zehnjährigen Bruder Daniel zum Jubeln brachte.

    Die Zugfahrt nach Florenz war lang gewesen, aber die Vorfreude hatte alle drei bei Laune gehalten. Das änderte sich, als die Werkstatt, in der Fabian das Wohnmobil vor dem endgültigen Kauf gründlich durchleuchten lassen wollte, fürs Durchchecken weit länger brauchte als geplant, was ihn daran hinderte, mit den gelangweilten Kindern zum Strand zu gehen. Entsprechend schlecht war die Stimmung abends im mitgebrachten Zelt gewesen…  

    Immerhin wurde dem Fahrzeug ein ausgezeichneter Zustand bescheinigt. Auch der Innenbereich sah in Wirklichkeit genau so komfortabel und gut gepflegt aus wie auf den Fotos. Die Verständigung mit Antonio Scirro, dem bisherigen Besitzer, war ein wenig holperig gewesen, aber dank eines Wörterbuchs und viel guten Willens verlief die Übergabe am nächsten Tag reibungslos. Anschließend luden die Scirros Fabian und die Kinder gastfreundlich in ihr wunderschönes Haus zum Essen ein – einem echt italienischen Essen, köstlich, reichlich und ausgedehnt.

    Es war fast ein Uhr, als sie endlich aufbrachen. Die Sonne glänzte wie eine polierte Goldmünze am kornblumenblauen Himmel, ließ die Zypressen in der Einfahrt wie dunkle Fackeln leuchten und weckte den Duft von Rosmarin und Lavendel. Zum Abschied reichte Antonios Frau Sophia Fabian noch ein selbst gebackenes Olivenbrot und einige frische Tomaten durchs Fenster und winkte den Kindern auf den Rücksitzen so herzlich zu, dass selbst Vanessa lächelnd zurückwinkte.

    Der Motor des Wohnmobils sprang sofort an und begann sonor zu schnurren. Unter Winken und vielem »Ciao!« und »Arrivederci!« legte Fabian den Gang ein und ließ langsam die Kupplung los. Es ruckelte ein wenig, aber der Wagen fing sich schnell und rollte sanft auf das offene Tor zu. Antonio, der neben ihm her lief, rief irgendwas Unverständliches von »frizione« und »accelerare«, aber Fabian nickte nur und lächelte und winkte.

    »Ja, ja – das wird schon. Ist bloß ein bisschen ungewohnt zu fahren, das Ding, aber kein Problem«, meinte er, halb zu sich selbst, erreichte die Straßenauffahrt und bog mit einem kurzen Hupen und einem letzten Winken ein.

    »So, meine Herrschaften«, atmete er auf, »jetzt geht es ab nach Hause!«

    »Was? Wieso?!«, meldete sich prompt der achtjährige Daniel von der Rückbank. »Du hast aber doch gesagt ...«

    »Richtung nach Hause«, verbesserte sich Fabian hastig. »Schön gemütlich, mit einem Abstecher ans Meer. Ich weiß, was ich gesagt habe, und so machen wir es auch: Eine Nacht verbringen wir noch hier in Italien!« Er reckte den Hals, um im Rückspiegel einen Blick auf die Schachtel zu werfen, die sein Neffe in Händen hielt. »Ist das Ding auch wirklich gut zu? Ich habe keine Lust, die nachher aus allen Ecken sammeln zu müssen!«

    »Also, ich schlafe dann auf keinen Fall hier«, verkündete Vanessa spitz und beäugte den Pappkarton mit den Löchern im Deckel ungnädig. »Auch so eine Idee – Grashüpfer mitzunehmen!«

    Daniel umklammerte die Schachtel schützend. Er hatte die faszinierenden Tiere auf der Wiese hinter dem Haus der Scirros entdeckt, und Antonio hatte ihm sofort eine Schachtel geschenkt und gestenreich ermuntert, so viele Heupferde mitzunehmen, wie er wollte.

    »Na, und? Ich will sie doch bloß Mama zeigen, die glaubt mir sonst nie, dass es hier so große gibt!«, verteidigte er sich. »Außerdem, die tun doch nichts!«

    »Die sind eklig!«

    »Sind sie nicht!«

    »Sind sie doch!«

    »Sind sie ...«

    »He!«, rief Fabian laut. »Genug! Hört auf zu streiten, sonst rufe ich die ›polizia‘!«

    Der Witz war nicht mal Daniel ein Kichern wert, unterbrach aber den immerhin Streit. Mit einem verächtlichen Schnauben wandte Vanessa den Kopf und starrte hoheitsvoll schweigend aus dem Fenster in die grüne, hügelige Landschaft der Toskana. Viel Freude schien sie an dem Anblick allerdings nicht zu haben… 

    Der verpatzte Badetag, vermutete Fabian. Klar, dass sie schmollt – wo sie noch eigens einen neuen Badeanzug dafür gekauft hat. Ich werde mir echt was einfallen lassen müssen, damit ich bei ihr wieder in Gnaden komme ...

    Die erste Idee dazu zündete bei einem Blick auf den Benzinstandsanzeiger, gerade als sie auf die Autobahn fuhren. Die Leuchtnadel näherte sich deutlich dem unteren Bereich. Aber da sah Fabian auch schon die Ankündigung der nächsten Raststätte.

    »Wie wär’s mit einer richtig schönen Eisschokolade mit Sahne und Schokostreuseln drauf?«, schlug er betont munter vor.

    »Au ja!«, kam es von Daniel.

    Aber Vanessa lehnte kühl ab.

    »Das geht bloß auf die Hüften«, sagte sie.

    »Welche Hüften?«, lachte Fabian, kriegte per Rückspiegel einen flammenden Blick zugeschossen – und erkannte reuig seinen Fehler. Leider zu spät ...

    »Dann also nur für uns zwei, Sportsfreund«, sagte er zu Daniel und schaffte es gerade noch, die Frage hinunterzuschlucken, ob er für Vanessa stattdessen vielleicht ›Mineralwasser light‹; bestellen sollte.

    Auf der Raststätte herrschte lebhafter Betrieb. Fabian steuerte den Parkbereich an und suchte, langsamer werdend, einen freien Platz.

    »Ah, da ist ja einer«, murmelte er und rollte auf eine Parkbucht hinter einem eingefassten Rasenstück zu. Doch kurz bevor er sie erreicht hatten, ruckelte sein Fahrzeug zwei-, dreimal heftig vorwärts und erstarb.

    »Hoppla, das ... oh, nein!«, rief Fabian und fuhr entsetzt von seinem Sitz hoch: Unvermittelt war das Auto schräg vor ihm nach vorn geschossen und mit den Vorderrädern auf und gegen den hohen Bordstein geknallt, der die Raseninsel einfasste. Mit einem hässlichen, metallischen Knirschen schrammte der Unterboden über die Randsteine, und nach einem letzten Ruck blieb der Wagen stehen.

    Das unheilvolle Geräusch ließ alle Leute ringsum die Köpfe wenden.

    »Mist«, fluchte Fabian leise, »ich glaube, der ist meinetwegen erschrocken!« Er zog den Zündschlüssel ab und öffnete die Tür. »Bleibt sitzen, alle beide«, warf er Vanessa und Daniel zu und stieg hastig aus.

    Die zwei auf der Rückbank sahen sich an. Dann deutete Daniel nach vorn.

    »Hast du gesehen? Der kommt auch aus Augsburg«, sagte er, »genau wie wir!«

    Vanessa schaute ebenfalls nach vorn, wo sich nun die Tür des beschädigten Autos öffnete – und hob das Kinn.

    »Keineswegs«, erklärte sie überlegen. Ihr Bruder blies die Backen auf.

    »Doch! Da ist ein ›A‘ auf dem Nummernschild!«

    »Aber es steigt eine ›sie‘ aus, du Hirni«, trumpfte Vanessa auf und richtete ihren Blick wieder gelangweilt in die Ferne.

    Katrin Krügers Knie zitterten so stark, dass sie fast befürchtete, nicht stehen zu können. Als das Riesen-Wohnmobil hinter ihr plötzlich einen Satz nach vorn machte, war sie so erschrocken, dass sie ganz automatisch aufs Gas getreten war – und dabei hatte sie das Steuer verrissen.

    Jetzt pochte ihr Herz laut und schnell, in ihren Ohren hallte das grässlich kreischende Geräusch des Aufsetzens nach, und auch ihre Hand zitterte, als sie die Tür öffnete. Aber das Aussteigen klappte dann doch, wenn auch der Boden sich anfühlte wie Watte.

    Und schon war dieser Mann neben ihr – gutaussehend, schlank und dunkelhaarig, mit gleichviel Schuldbewusstsein und Besorgnis in den grauen Augen.

    »Sind Sie okay? Alles in Ordnung mit Ihnen?«

    Sie nickte: »Ja, ja – alles okay ... Ich bin nur erschrocken, weil Sie mich beinah ...«

    Noch während sie dahinstammelte, sah sie zum Wohnmobil zurück und erkannte ganz klar, dass es sie auf keinen Fall getroffen hätte, auch dann nicht, wenn sie stehen geblieben wäre.

    »Tut mir wirklich leid. Das Ding ist ganz neu – ich meine, ich habe das Fahrzeug ganz neu, und deshalb ... habe ich wohl den Motor abgewürgt«, gestand der Mann zerknirscht. Katrin nickte.

    »Untertourig lassen sich die schlecht fahren«, murmelte sie mechanisch, sah den erstaunten Blick des Fremden und erklärte: »Mein Cousin hat auch eines, mit dem ich öfters gefahren bin, daher kenne ich das.«

    »Ah ja. Tja ... soll ich mal schnell zur Tankstelle vor laufen? Die haben bestimmt auch einen Reparaturdienst«, bot er an.

    »Ja, bitte. Nett von Ihnen«, murmelte sie. Und spürte plötzlich Ärger in sich aufsteigen: nett? Das war ja wohl das Mindeste, was er tun konnte, schließlich hatte sie seinetwegen ihr Auto zerschrammt! Himmel, und dabei hatte sie heute noch einen Termin bei dieser Weberei! Und morgen ...

    In Katrins Magen begann sich ein Knoten zu formen. Ob ihr Wagen bis morgen repariert sein würde? Und was würde das kosten? Gerade jetzt brauchte sie jeden Cent!

    Der Fremde kam in Begleitung eines stämmigen Italieners in blauem Overall zurück, der ihr Auto kopfschüttelnd betrachtete und viele unverständliche Worte sagte. Schließlich schleppte er mit einem Kollegen den Wagen in die Werkstatt ab.

    Katrin stand daneben, ratlos, wütend und ziemlich verzweifelt. Was sollte sie jetzt bloß tun?!

    »Wie wäre es mit einem Kaffee auf den Schreck?«, fragte der Fremde, der immer noch neben ihr stand, und streckte ihr überraschend die Hand hin. »Fabian Westhoff.«

    »Katrin Krüger.« Sein fester Händedruck war irgendwie beruhigend. Und ›Kaffee‹; klang gut. »Ja, vielleicht ein Espresso ...«

    Momentan konnte sie ohnehin nichts tun.

    »Prima. Ich hoffe, Sie mögen Kinder«, sagte er munter und winkte unter ihrem verdutzten Blick zum Wohnwagen hinüber. Sekunden später stiegen dort zwei Kinder aus, ein kleiner Junge und ein hübsches Mädchen im Teeny-Alter, das ein wenig mürrisch dreinsah. »Darf ich vorstellen: Vanessa und Daniel Kampe – meine Lieblingsnichte und mein Lieblingsneffe.«

    »Kunststück, du hast ja nur uns«, zerschnitt ihm das Mädchen kühl die Pointe.

    »Aber er mag uns«, sagte ihr Bruder sachlich und strahlte Katrin an. »Wir kommen auch aus Augsburg!«

    »Ach, wirklich?«, meinte sie, ließ ihren Blick an Vanessa entlang gleiten und lächelte ihr zu. »Superschick, deine Totenkopf-Sneaker!«

    In den Augen des Mädchens blitzte es erfreut auf, während Fabian verblüfft die Brauen hob.

    »Finden Sie ehrlich?«, fragten beide wie aus einem Mund. Und das brachte alle vier zum Lachen. 

    ***

    Sie brauchten Fabians Wörterbuch, um das vernichtende Urteil des Mechanikers zu verstehen: Die Reparatur würde tagelang dauern und mehr kosten, als das Auto noch wert war.

    »Totalschaden«, fasste Fabian zusammen. Katrins blasses Gesicht ließ sein Schuldgefühl noch stärker werden. Rechtlich gesehen, war er nicht schuld an ihrem Pech, aber ...

    Nachdem er getankt hatte und die Kinder wieder im Wohnmobil saßen, kam er zur Werkstatt zurück. Katrin klappte eben ihr Handy zu.

    »Ich habe gerade mit dem Automobilclub gesprochen, der kümmert sich um den Rest«, sagte sie und deutete auf ihren Wagen. Fabian sah, dass sie bereits ihr Gepäck ausgeladen hatte.

    »Und wie kommen Sie nun nach Hause? Ich ... Wir könnten Sie mitnehmen«, fiel ihm ein, »wir fahren ja auch nach Augsburg!«

    Sie zögerte, schüttelte dann aber den Kopf.

    »Ich kann nicht direkt nach Hause fahren. Ich bin aus beruflichen Gründen unterwegs und habe noch zwei wichtige Termine: einen übermorgen, in Bozen, und heute …«, sie warf einen Blick auf die Uhr, »hätte ich um vier Uhr bei einer Weberei in der Nähe von Mailand sein sollen. Aber ...«

    »Dann bringen wir Sie eben dorthin«, schwenkte Fabian tapfer um – und fragte sich im Stillen beklommen, wie er den Kindern erklären sollte, dass sie nun endgültig um ihren Badeurlaub kamen ... »Pünktlich schaffen wir es natürlich nicht mehr – es ist ja schon nach drei Uhr –, aber zumindest noch heute. Bestimmt gibt man Ihnen einen neuen Termin morgen Früh, wenn Sie erklären, was geschehen ist. Und danach könnten Sie dann mit dem Zug weiterfahren nach Bozen!«

    Noch ein Zögern. Dann lächelte sie ein wenig steif.

    »Na ja … wenn es für Sie kein großer Umweg ist ...«

    »Überhaupt nicht«, log Fabian und griff nach den beiden kleinen Koffern. »Gehen wir!«

    Erstaunlicherweise nahmen beide Kinder die Nachricht von der Routenänderung ohne Protest hin. Daniel strahlte sogar, und Vanessa nahm freiwillig ihre Beine vom Doppelsitz, so dass Katrin neben ihr Platz fand. Waren eben echt nette Kinder, die zwei! Zufrieden startete Fabian den Wagen und verließ den Rastplatz.

    ***

    Die neue Reisegefährtin entpuppte sich schnell als echter Gewinn. Noch ehe der erste Kilometer Straße unter ihnen weggerollt war, unterhielten sich die drei auf den Rücksitzen bereits angeregt – über Augsburg, Tiere, Totenköpfe, die unterschiedlichen Eigenschaften von Stoffen ... Fabian, der sich weise aufs Fahren und Zuhören beschränkte, erfuhr, dass Katrin gelernte Schneiderin war, bisher für ein großes Modehaus gearbeitet hatte und nun gerade im Begriff stand, mit zwei Freunden ein eigenes kleines Studio zu eröffnen.

    »Diese Weberei bei Mailand stellt ganz besonders tolle Samte her«, erzählte sie. »Ich will da einiges für uns bestellen. Und jetzt, wo ich dich getroffen habe«, Fabian sah, wie sie Vanessa zulächelte, »überlege ich ernsthaft, ob ich nicht auch was mit Totenköpfen weben lassen sollte. Samtgürtel, schwarz, mit dem Design in Grau ... könnte echt gut wirken.«

    Fabian war nicht erstaunt, dass Vanessa Katrin daraufhin mit ungeheuchelter Sympathie ansah. Er selbst riskierte nur einen winzigen Blick auf das, was ihm – insgeheim und zeitlich höchst unpassend – schon auf dem Rastplatz aufgefallen war: eine schlanke, zierliche Gestalt, grünäugig, brünett, mit langen Wimpern, weich gerundeten Wangen und einem entschlossenen Zug um den Mund. Sie trug schlichte, schmucklose Jeans, ein locker fallendes Top und einen kurzen Blazer – und wirkte trotzdem so elegant, als sei sie direkt einem dieser Hochglanzmagazine entstiegen.

    Sehr graziös entstiegen.

    Eine echte Märchenfee. Und sie lächelte auch noch genauso hinreißend! Nur leider nicht in seine Richtung ...

    Daniel dagegen kam mehrmals in den Genuss von Katrins Lächeln.

    »Wow! Die sind ja toll«, behauptete sie bei einer kurzen Rast hinter Parma, als Daniel seine raschelnde Schachtel ›Gassi führte‘, damit seine Heuschrecken auch ein bisschen frische Luft abkriegten. Er strahlte Katrin an, aber das war nichts gegen seinen Blick, als sie die Hand vorsichtig zwischen Deckel und Schachtel schob und doch tatsächlich eines

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1