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Nordseekrimi Queller: Ein mitreißender Küstenkrimi mit spannenden Ermittlungen an der Nordsee - Krimi Empfehlung
Nordseekrimi Queller: Ein mitreißender Küstenkrimi mit spannenden Ermittlungen an der Nordsee - Krimi Empfehlung
Nordseekrimi Queller: Ein mitreißender Küstenkrimi mit spannenden Ermittlungen an der Nordsee - Krimi Empfehlung
eBook141 Seiten1 Stunde

Nordseekrimi Queller: Ein mitreißender Küstenkrimi mit spannenden Ermittlungen an der Nordsee - Krimi Empfehlung

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Über dieses E-Book

Queller – Er serviert Seegras mit Niere. Und er hat den Tisch bereits gedeckt. Noch immer jagen Valentine Herzog und Jannis Karlsson einem Phantom hinterher. Denn der Puppenspieler ist weiterhin auf freiem Fuß. Er ist der unsichtbare Drahtzieher hinter der letzten Mordserie in Sankt Peter Ording.
Doch dann erhält Jannis Karlsson einen Anruf. Am Tatort angekommen, erkennt er sofort, dass es sich bei dem Täter um einen alten Bekannten handelt. Zu oft hat er schon tote Ehepaare gesehen, bei denen die Männer erwürgt und den Frauen eine Niere herausgeschnitten wurde. Doch dieses Mal lädt Joachim Menzel das Team um Karlsson und Herzog zu einem persönlichen Spiel ein. Ein alter Feind ist wieder da. Und er läuft auf Hochtouren.
SpracheDeutsch
HerausgeberPsiana Verlag
Erscheinungsdatum16. Feb. 2025
ISBN9783757621735

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    Buchvorschau

    Nordseekrimi Queller - Liv Holm

    Prolog

    Der herbe, erdige Geruch von gebratenem Fleisch und würzigem Bärlauch stieg ihm in die Nase. Durchdringend und deutlich intensiver als die letzten Male. Er nickte der Polizistin zu, als er das Geräusch von spritzendem Fett zu ihrer Rechten hörte, und Maja formte ihr „Okay" aus Daumen und Zeigefinger. Eine blonde, lose Haarsträhne war unter ihrem Stirnband hervorgerutscht und er sah, wie sie sie eilig zurückschob. Seine Finger schlossen sich fester um den Abzug der entsicherten Waffe, als er sich nahezu lautlos auf den Weg in die Küche machte. Er und Maja waren allein, sie wussten, dass es womöglich ihre einzige Chance wäre, Joachim Menzel zu stoppen. Ein scharfes Zischen ertönte aus der Küche und ging schon im nächsten Moment in ein stetiges Brutzeln über – fast, als wollte die Pfanne ihren Inhalt loswerden, bevor sie sich ihm widerstandslos ergeben musste.

    Er warf einen raschen, vorsichtigen Blick durch die geöffnete Küchentür. Ein großer, offener Raum mit großzügiger Küchenzeile an der hinteren Wand direkt unter dem Fenster. Menzel drehte ihm den breiten Rücken zu, schob die Pfanne auf dem Herd hin und her. Seine Haare waren kürzer geschoren als auf dem Fahndungsfoto, das sie intern verwendet hatten, und wenn er sich nicht täuschte, hatte er es blondieren lassen. Die frischen Kräuter, die er in die Pfanne gab, erfüllten den Raum mit ihrer herben Note. Der Polizist wusste, dass Menzel selbst sie gesammelt hatte, ebenso wie die letzten Male. Er wich zurück, als Menzel seine Position veränderte, stieß gegen Maja, die noch immer mit gezogener Waffe hinter ihm stand. In diesem Moment sah er sie am Tisch sitzen. Dem Esstisch, der ihm deutlich näher war und den er dennoch aus seiner ursprünglichen Position nicht hatte sehen können, weil die Tür nur einen kleinen Winkel des großen Raumes freigegeben hatte. Beide saßen seitlich zu Menzel, als ob er wollte, dass sie ihm beim Kochen zusahen. Mit dem Rücken zum Polizisten saß die Frau, die an den Stuhl gefesselt und deren Kopf weit nach vorn gefallen war. Das Blut, das bereits vor Stunden an ihr hinuntergelaufen und auf den Boden getropft sein musste. Es bildete eine dunkelrote, an den Seiten bereits getrocknete Pfütze. Der Polizist kannte den leichten Widerstand gerinnenden Blutes, bevor eine derart dicke Lache nachgab und einen möglichen Finger- oder Schuhabdruck unwiederbringlich in sich einschloss, wenn man sie durchdrang. Der Frau gegenüber saß ihr Ehemann, dessen Augen jegliche Panik, die er mit Sicherheit zuvor empfunden hatte, verloren hatten. Resignation stand in ihnen, Mutlosigkeit und der letzte Wunsch, diese Welt bald verlassen zu dürfen. Selbst, als die Augen des Mannes die des Polizisten fanden, konnte er keine Hoffnung erkennen, kein Aufblitzen von Erleichterung, die die meisten empfanden, wenn ihnen die Befreiung bevorstand. Der Polizist spürte, wie Maja hinter ihm ihr Gewicht verlagerte, um ebenfalls in den Raum hineinspähen zu können. Er winkte sie neben sich, da Menzel sie aus seiner derzeitigen Perspektive hinten an der Küchenzeile ohnehin nicht würde sehen können. Sie sog scharf die Luft ein und war doch leiser als das Geräusch der Pfanne, in der das brutzelnde Fett der Niere die nötigen Röstaromen verlieh.

    Der Polizist gab seiner Kollegin ein Zeichen und setzte sich schlagartig in Bewegung. Seine durchdringende Stimme erfüllte den Raum und in der nächsten Sekunde war Maja mit gezogener Waffe an seiner Seite. Sie traten an dem Esstisch vorbei, ließen das Ehepaar hinter sich zurück und schirmten mithilfe ihrer Körper Joachim Menzel vor seinen Opfern ab. Sie standen nun zwischen dem Jäger und den Gejagten und widmeten sich dem, der noch immer mit dem Rücken zu ihnen vor der Küchenzeile stand. Das Fensterlicht schien mit seinen aufgehellten Haaren zu spielen, als wollte es in dem vor ihnen stehenden Monster einen Hauch Schönheit herauskitzeln. Doch hier fand sich keine Schönheit, wie der Polizist wusste. Alles an dem Mann war das pure Böse.

    Joachim Menzel, der noch immer Kräuter in die Pfanne gab, straffte die Schultern, als er die Stimme und Schritte der Beamten hörte. Dennoch war er nicht zusammengezuckt, als die Ermittler in den Raum gepoltert waren, hatte in aller Ruhe den Herd abgedreht und tief durchgeatmet. Langsam hob er die Hände und drehte sich um. Ein Lächeln lag auf seinen schmalen Lippen, seine fast schwarzen Augen hefteten sich an die des Polizisten. Die Schürze schützte sein weißes Hemd vor Fett- und Blutflecken. „Darf ich?", er deutete eine Bewegung nach hinten an.

    „Stopp! Majas Stimme war laut und kräftig und Joachim Menzel hielt in der Bewegung inne. „Ach kommen Sie, sagte er und seine sonore Stimme schien im Raum zu vibrieren. „Ich möchte nur die Schürze abnehmen, um auf unserem gemeinsamen Weg nicht wie eine Küchenhilfe auszusehen." Feine Lachfältchen bildeten sich um seine Augenwinkel herum, so zart, als hätte er in seinem bisherigen Leben nur selten gelächelt.

    Der Blick des Polizisten huschte durch den Raum. Menzel plante etwas, das wusste er. Doch er konnte nichts sehen, den Zusammenhang nicht erkennen. Resigniert hob Menzel die Hand wieder, der Polizist hatte jedoch gemerkt, wie Menzel seinem Blick gefolgt ist. „Ich denke, Sie können ihr nicht mehr helfen. Er deutete mit einem Finger auf die hinter dem Polizisten befindliche Frau, aus deren Wunde mit dem Stillstand ihres Herzens das Blut längst nicht mehr herauspulsierte. „Ich habe ihre Niere herausgeschnitten. Und die Nieren der anderen Frauen auch. Das Beweisstück befindet sich in der Pfanne hinter mir. Menzel zuckte mit den Schultern. „Aber wie ist es mit ihm? Noch immer gab der Mann im Rücken des Polizisten keinen Laut von sich. „Denken Sie, seine Seele lässt sich wieder reparieren? Oder ist er so tot wie die anderen Männer? Ich denke, dieses Mal brauche ich meine Hände nicht um seinen Hals legen. Der Polizist fühlte sich wie paralysiert und ahnte, dass es seiner Kollegin ebenso ging. Still stand sie neben ihm, hielt die Waffe auf Menzel gerichtet, schien sich nicht zu bewegen. Ob sie auf seine Anweisung wartete? Schließlich war er derjenige mit der größten Erfahrung. Er musste agieren, durfte Menzel nicht die Führung überlassen. Er musste das Schauspiel hier beenden und doch wollte es nicht gelingen. Joachim Menzel hatte etwas Hypnotisches an sich. Vielleicht waren es seine dunklen Augen, die ihn aufzusaugen schienen, vielleicht war es seine ruhige, tiefe Stimme. Doch er hatte einen Plan, verfolgte ihn bereits jetzt, das wusste der Polizist. Und er machte ihn und seine Kollegin zum Teil dieses Plans. Dennoch gelang es dem Polizisten noch immer nicht, ihn zu greifen. „Er ist schon gestorben, auch wenn ich ihn nicht erwürgt habe. Wissen Sie, was es für ein Gefühl ist, den Puls unter den Fingern zu spüren? Ein starker, kräftiger Puls, der gegen die Hände pocht, als würde er versuchen, sie wegzudrücken. Und dann nichts mehr. Seine Augen wurden beim Erzählen glasig und der Polizist nahm wahr, wie seine Kollegin neben ihm unruhig das Gewicht verlagerte. „Ein letztes Mal … Er verlieh seiner Stimme einen flehenden Unterton. „Ich habe bei vier Frauen die Nieren entfernt und drei ihrer Ehemänner erwürgt. Lassen Sie mich nur ein letztes Mal dieses Gefühl spüren. Wir wissen doch alle, dass der Mann schon tot ist."

    Der Polizist wurde vom erstickten Laut in seinem Rücken zurück in die Realität geholt. Im Augenwinkel sah der Polizist, wie Maja sich reflexartig zu dem hinter ihnen sitzenden Mann umsah. Ein Anfängerfehler, der ihnen nur deshalb nicht zum Verhängnis wurde, weil der Polizist selbst Joachim Menzel nicht aus den Augen ließ. „Sie sind verhaftet." Er begann, Joachim Menzel seine Rechte aufzuzählen. Das klickende Geräusch der sich verschließenden Handschellen gab dem Polizisten ein gutes Gefühl. Und doch war da noch etwas. Etwas, das unter der Oberfläche schlummerte und einen Schatten auf die Verhaftung warf. Doch egal, wie sehr er sich auch bemühte – noch immer konnte er nicht greifen, was diese böse Vorwarnung auslöste.

    Kapitel 1

    „Das darf nicht wahr sein!" Nicht zum ersten Mal sehnte sich Valentine Herzog die dicken Akten zurück, die sie je nach Frust mit mehr oder weniger Nachdruck in die dazugehörigen Kartons pfeffern konnte. Das Dokument lediglich mit einem Fingerklick am Computer zu schließen, fühlte sich weit weniger befriedigend an. Energisch löste sie ihren Zopf, aus dem sich nach wie vor immer wieder einzelne Strähnen lösten. Sie strich die Haare nach hinten und befestigte sie mit zwei Klammern hinter den Ohren. Erst vor kurzem hatte sie sich die braunen Haare auf Kinnlänge abschneiden lassen – hatte die Veränderung gebraucht, nur um Sekunden später festzustellen, dass es ein Fehler gewesen war.

    „Noch immer keine Anhaltspunkte?", fragte Jannis Karlsson und sah sie über seinen eigenen Bildschirm hinweg an. Sie schüttelte resigniert den Kopf. Seit Wochen las sie sich die Unterlagen bereits immer und immer wieder durch. Inzwischen hatte sie das Gefühl, die meisten Sätze auswendig aufsagen zu können. Und doch wollte sich ihr keine Tür öffnen. Derjenige, der die Fäden hinter ihrem letzten Fall gezogen hatte, würde sie niemals bereitwillig hinter die Fassade sehen lassen. Dabei war Herzog es gewohnt, immer eine Lücke zu finden. Durch ihre Hochsensibilität, für die sie sich als Kind geschämt hatte, gelang

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