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Jonas hebt ab
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eBook156 Seiten1 Stunde

Jonas hebt ab

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Über dieses E-Book

Manchmal ist es nicht so einfach abzuheben und die Flügel auszubreiten... Ein Abenteuerbuch über Mut und Freundschaft, darüber zusammenzuhalten und Verantwortung zu übernehmen. Und natürlich über die Liebe zur Fliegerei. In Spörls Büchern wachsen Kinder über sich heraus und Eltern lernen loszulassen und dem Nachwuchs etwas zuzutrauen! Wo könnte man das besser erleben als auf dem Flugplatz?

»Alle sagen, Fliegen ist cool. Mir wird dabei immer sauschlecht. Ich soll aber trotzdem beim Segelfluglager mitmachen. Und meine große Schwester kommt als Oberaufpasserin auch noch mit. Na toll! Superpeinlich!«
Jonas Immelmann, 14 Jahre alt

»Papperlapapp! Segelfliegen sollte jeder lernen!
Du erlebst Freiheit, Abenteuer, den unendlichen Horizont …
Stell dich nicht so an, Jonas!«
Betsy Immelmann, Pilotin, Großmutter, 78 Jahre alt

»Abenteuer erleben, Segelfliegen lernen, Freunde fürs Leben finden … Eine wunderbare Fliegergeschichte für alle großen und kleinen Piloten und solche, die es werden wollen!«
Gerald Lehner, ORF Salzburg
SpracheDeutsch
Herausgebertredition
Erscheinungsdatum23. Sept. 2019
ISBN9783746955339
Jonas hebt ab
Autor

Judith Spörl

Judith Spörl, geb. Binder, wird von Kollegen und Freunden oft einfach liebevoll Tante JU genannt, wie das berühmte Flugzeug. Sie wohnt mit ihrer Familie im Berchtesgadener Land und ist Fluglotsin auf dem Salzburger Tower bei der Austrocontrol. Seit 2016 veröffentlicht sie Kinderbücher zum Thema Segelfliegen und erobert damit regelmäßig die Herzen von kleinen oder großen Piloten und Pilotinnen – und solchen, die es noch werden wollen!

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    Buchvorschau

    Jonas hebt ab - Judith Spörl

    1.

    Ich kann mich noch genau an meinen ersten Segelflug erinnern. Ich habe damals das ganze Flugzeug vollgekotzt. SUPER-PEINLICH!

    Für mich war sofort glasklar: Das war mein letzter Tag auf dem Flugplatz. Nie wieder! Gab das ein Theater! Bei uns besteht nämlich die ganze Familie aus Piloten und alle haben nur darauf gewartet, dass ich jetzt auch endlich begeistert abhebe.

    OBER-SUPER-PEINLICH! Leider kam ich mit meiner Flugplatzverweigerung nicht mal einen Tag durch.

    Dann stand ich wieder am Segelflugstart.

    Betsy (Oma dürfen wir sie nicht nennen – sie fühlt sich sonst so alt, sagt sie) hatte entschieden »Jetzt wird’s aber mal Zeit, Jonas. Keine Ausreden mehr!« und mich sofort in ihren alten Doppelsitzer verfrachtet. Das war bei ihr im Segelflugverein in Niederfelden. Und dann war »Hammerwetter«. Das heißt viele Aufwinde, genannt Thermik¹, unter diesen Wattebausch-Kumulus-Wolken, die so harmlos aussehen. Von wegen. Betsy hat ewig darunter gekreist, damit wir mit dem Segelflugzeug Höhe gewinnen. So ein Segler hat ja keinen Motor. Man nutzt deswegen die aufsteigenden Luftmassen unter diesen Wolken, dreht dort seine Runden, um zu steigen und dann kann man das später wieder abgleiten. So hangelt man sich von einem Aufwind zum nächsten langsam weiter. Sie war ganz aus dem Häuschen.

    »Dein erster Flug und gleich so ein Glück, Jonas, bei dem Wetter fliegen Scheunentore! Dieser Bart fetzt!« Mit Bart meinte sie den Aufwind. Aber das war mir in dem Moment echt schnurzegal. In meinem ganzen Leben war mir noch nie soooo übel gewesen! Die haben echt ’nen Knall! Erst rennt man bei sengender Hitze über den Flugplatz bis alles aufgebaut und startbereit ist und dann fliegt man ständig im Kreis. Mein neues T-Shirt war voller Kotze. Die Shorts, das Gurtzeug zum Anschnallen und das vom Fallschirm. Am Schluss suppte die Soße sogar noch in meine Schuhe. Und dann der Gestank! Ich konnte gar nicht mehr aufhören. Ich hatte die Schnauze echt voll! Nie wieder! Fliegergene hin oder her!

    Nur leider fliegen bei uns wirklich ALLE. Ganz echt.

    Es ist nicht zum Aushalten.

    Los ging’s bei Opa. Der war schon Pilot im Zweiten Weltkrieg. Nach dem Krieg flog er einfach weiter und hat meine Oma, Betsy, mit seinem Fliegerfimmel angesteckt. Mittlerweile lebt Opa zwar nicht mehr, aber Betsy ist vom Flugplatz nicht mehr wegzudenken. Sie wurde eine berühmte Segelfliegerin und Fluglehrerin und ist schon sowas wie eine Legende unter Insidern.

    Mein Paps wuchs also mehr oder weniger auf dem Segelflugplatz auf und lernte fliegen.

    Dort traf er meine Mutter, auch Pilotin, war ja klar. Sie kam durch ihren Onkel zur Fliegerei. Mein Onkel war nämlich Fluglotse in Salzburg auf dem Tower und Hobbypilot. Wie du siehst, alle voll abgehoben.

    Meine Eltern fliegen jetzt beide beruflich, das nervt mich total. Denn sie sind immer ziemlich viel weg. Deswegen sind Charly, meine große Schwester, und ich sehr oft bei Betsy – und das heißt natürlich: auf dem Flugplatz!

    Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, heißen wir auch noch Immelmann! Da gab es ganz früher wohl mal so ein ganz berühmtes Flieger-Ass, das so hieß. Sogar eine Kunstflugfigur haben sie nach ihm benannt. Wir sind aber nicht mit dem verwandt, sagt Betsy.

    Jetzt amüsieren sich immer alle: Ist ja klar, bei dem Namen, das Fliegen liegt euch ja im Blut, wie toll! Haha. Von wegen.

    ALSO BEI MIR JA WOHL NICHT.

    Bei Charly schon. Die fährt da voll drauf ab und konnte es gar nicht abwarten, bis sie 14 Jahre alt wurde und mit der Segelflugausbildung anfangen durfte.

    Aber mir war das echt zu doof. Immer mussten wir mit zum Flugplatz.

    Ich hatte jedenfalls gerade mal wieder gezeichnet und war mittendrin (das kann ich nämlich richtig gut) und wollte mich mit meinem Zeichenblock verkrümeln, da hatte mich Betsy entdeckt und kurzerhand in den Flieger verfrachtet.

    Damals war ich neun Jahre alt. Und echt nicht groß. Die anderen hatten alle einen Riesenspaß. Haben Kissen angeschleppt, damit ich überhaupt aus dem Cockpitfenster schauen konnte und der Gurt passte. Einen Fallschirm muss man auch tragen, aber der schlackerte so an mir rum und wäre im Falle des Falls (haha, ganz wörtlich) total nutzlos.

    Sie mussten sogar Bleigewichte in den Flieger vorne reinschrauben, weil wir sonst zu leicht gewesen wären und der Schwerpunkt nicht gestimmt hätte. Irgendwie sowas.

    Aber das alles interessierte Betsy ja überhaupt nicht. Sie setzte sich auch nicht nach vorne, wie das Piloten normalerweise tun, wenn sie einen Gast mitnehmen. Sie war es als Fluglehrerin gewohnt, hinten zu sitzen und das zog sie bei unserem Flug natürlich auch durch.

    Alle waren ganz aus dem Häuschen: Jetzt, endlich, der Enkel wird erleuchtet und tritt in die Fußstapfen der Familie …!

    Was ein Trara! Charly sagte, ich solle mich nicht so anstellen, bei ihr sei das ja genauso gewesen und es sei alles ganz normal so. Ich fand, das war mal wieder typisch Betsy. Um sie wurde immer so ein Wirbel veranstaltet. Legende eben. So einer widerspricht man nicht.

    Aber ich war ja auch der Einzige, der sie öfter mal peinlich fand. Ja sicher, sie ist ’ne coole Pilotin und so. Aber sie war auch sonst anders als die meisten Omas.

    Nichts war schlimmer als damals, wenn sie mich noch in der ersten Klasse von der Schule abgeholt hatte. Andere Omis haben graue Haare, tragen normale, gemütliche Klamotten und machen halt auch sonst normale Sachen. Kuchen backen zum Beispiel.

    Betsy ist einfach nur schrill. Sie färbt sich ziemlich gerne die Haare. Knatschrot. Und sie hat so lange, krallige Fingernägel, meistens pink oder sonstwie bunt lackiert. Wenn sie einen umarmt oder sogar küsst (kommt zum Glück fast nie vor), hat man hinterher oft Make-up-Schmiere und Lippenstift im Gesicht. URGL!

    Die Klamotten dazu kann man sich jetzt wahrscheinlich schon vorstellen. Ich sage nur: Schmetterlingssonnenbrille. Mit Glitzer. Geht gar nicht!

    Meine liebe Schwester findet das natürlich alles voll hip und cool und ist total stolz auf ihre Großmutter. Klar, die zwei gehen ja auch zusammen shoppen und verschwinden stundenlang in irgendwelchen Schuhläden.

    Wenn Betsy mich früher von der Schule abholte, stand sie nicht einfach nur da rum und hat vielleicht mit den anderen Erwachsenen gequatscht. Was man halt so tun würde. Nein! Sie musste ja die Zeit nutzen und sich auf ihr Kunstflugprogramm vorbereiten. Echt schräg.

    Hast du schon mal einen Piloten beobachtet, der sich am Boden in Gedanken auf eine Runde Kunstflug vorbereitet? Die haben dann ganz glasige Augen. Die Hände strecken sie vor sich, als wären die Finger die Tragflächen und dann fliegen sie quasi das Programm ab. Problem ist nur, dass beim Kunstflug ja ’ne Menge im Rückenflug stattfindet. Also auf dem Kopf. Was der Pilot ja jetzt nicht so einfach nachmachen kann am Boden.

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