Kurzgrammatik der deutschen Sprache: Wörter und Sätze. Ein Überblick über die wichtigsten Regeln
Von Friedel Schardt
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Über dieses E-Book
Dieses Nachschlagewerk erklärt die deutsche Grammatik kurz und knapp auf verständliche Weise.
Das eBook eignet sich perfekt, um die wichtigsten Regeln aufzufrischen oder nachzuschlagen. Die benannten und vorgestellten Regeln werden immer an Beispielen verständlich dargestellt.
Durch die einfache Gliederung des Werkes in ein Kapitel zum Wort und ein Kapitel zum Satz eignet sich dieses eBook auch wunderbar als Nachschlagewerk.
Alles wird prägnant und verständlich auf den Punkt gebracht.
Ein praktischer und übersichtlicher Anhang mit den sogenannten unregelmäßigen Verben schließt das eBook ab.
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Buchvorschau
Kurzgrammatik der deutschen Sprache - Friedel Schardt
Einleitung
Die hier vorliegende Kurzgrammatik hat sich zum Ziel gesetzt, Sie bei Problemen zu unterstützen, welche sich möglicherweise aus der Verwendung der deutschen Sprache ergeben. Es konnte nicht die Absicht sein, das gesamte System der deutschen Sprache zu umreißen. Es ging auch nicht darum, eine grammatische Theorie zu entfalten. Wir haben hier versucht, die wichtigsten grammatischen Regeln zusammenzustellen und geordnet darzubieten. Dabei kann es gelegentlich vorkommen, dass bestimmte Begriffe an zwei verschiedenen Stellen auftauchen. Es wurde versucht, die klassische Begrifflichkeit zu verwenden und an den Stellen, wo dies notwendig erschien, Übersetzungen bzw. Erläuterungen der Begriffe einzufügen. Auf jeden Fall haben wir uns immer darum bemüht, anhand von einsichtigen Beispielen die jeweils benannten und vorgestellten Regeln nachvollziehbar zu machen. Es lag nicht im Interesse dieser kurz gefassten Übersicht, alle Details, alle Abweichungen, alle Ausnahmen und dergleichen mehr zu berücksichtigen. Bisweilen sahen wir uns gezwungen, Faustregeln anzubieten, d.h. Regeln vorzustellen, die zwar nicht immer gelten, die aber doch in den meisten Anwendungsfällen zum Tragen kommen.
Die vorliegende Kurzgrammatik beschäftigt sich zunächst mit dem Wort, stellt die einzelnen Wortarten vor und erläutert deren Leistung. (Auf eine ausführliche Vorstellung zeichentheoretischer Zusammenhänge wurde verzichtet.)Soweit es sich um flektierbare - d.h. in ihrer Form veränderbare – Wörter handelt, werden die einschlägigen Tabellen und Regeln vorgestellt.
Im zweiten Abschnitt wird der Satz erläutert. Dabei gehen wir aus von Hauptsätzen und verschiedenen Satzarten, ehe wir dann zu den Satzgefügen kommen und die verschiedenen Arten von Nebensätzen erläutern, indem einmal ihre grammatische Form vorgestellt und dann aber auch die Leistung im Satz aufgezeigt wird.
Ein besonderes Problem der deutschen Sprache stellen die starken Verben dar (oft spricht man in diesem Zusammenhang von „unregelmäßigen Verben"). Wir haben die wichtigsten starken Verben einschließlich ihrer Stammformen in einer alphabetischen Liste zusammengestellt, so dass schnell Klarheit zu schaffen ist und nachgeschlagen werden kann.
1 Das Wort
1.1 Das Verb
1.1.0 Was leistet das Verb?
Das Verb bezeichnet eine Tätigkeit/Handlung, ein Verhalten, einen Vorgang, ein Geschehen oder einen Zustand. Durch eine konkrete Form gibt es Auskunft über die Zeitlichkeit des Bezeichneten: War es? Wird es sein? Ist es grade vorhanden?
1.1.1 Das Vollverb
Das Vollverb bedarf keiner weiterer Ergänzungen, um seine Aufgabe im Satz zu erfüllen. Man unterscheidet zwischen persönlichen Verben (Sie fordern ein persönliches Subjekt. Bsp.: Wir singen.) und unpersönlichen Verben (Sie haben ein unpersönliches Subjekt. Bsp.: Es regnet).
Weiterhin unterscheidet man hinsichtlich möglicher Ergänzungen:
Es gibt absolute Verben (Verben, die keine Ergänzung zulassen; Bsp.:Das Feuer brennt.)sowie ergänzungsbedürftige Verben (Verben, die nicht ohne Ergänzung -Objekt, Adverbiale, Prädikativ-) im Satz stehen können; Bsp.:Ich kenne das Buch).
Des weiteren unterscheidet man zwischen transitiven Verben (=Verben mit einem Akkusativobjekt; Bsp.: Er trinkt den Wein) und intransitiven Verben (Verben, die kein Akkusativobjekt fordern. Bsp.:Sie folgen dem Aufruf – Dativobjekt), sowie reflexiven Verben (Verben, die über ein Reflexivpronomen das Geschehen auf den Handelnden zurück lenken.Bsp.: Max täuscht sich.)
1.1.2 Unterscheidungen
Je nachdem, auf welche Art die Verben das Präteritum und das Partizip Perfekt bilden, unterscheidet man zwischen starken, schwachen und unregelmäßigen Verben.
1.1.2.1 Starke Verben
Starke Verben bilden das Präteritum, indem sie den Stammvokal verändern („Ablaut"). Auch bei der Bildung des Partizip II (Perfekt) kann sich der Stammvokal nochmals ändern. (Bsp.: singen: singe, sang, gesungen) Man spricht von einer „Ablautreihe". Es gibt verschiedene Ablautreihen:
schreiben – schrieb – geschrieben
kriechen – kroch – gekrochen
klingen – klang – geklungen
brechen – brach – gebrochen
schlagen – schlug – geschlagen
laufen – lief – gelaufen
geben – gab – gegeben
rufen – rief – gerufen
fangen – fing – gefangen
Es gibt in der deutschen Sprache etwa 190 starke Verben (Eine alphabetische Liste findet sich im Anhang).
Einige der Verben ändern den Stammvokal auch im Präsens in der 2. und 3. Person Singular.
Ich gebe – du gibst – er gibt
Hierher gehören: nehmen, brechen, erschrecken, essen, fressen, geben, gelten, helfen, messen, nehmen, schmelzen, sprechen, stechen, sterben, treffen, verderben, vergessen, werfen
Ich sehe
