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Mit der Nadel zur Heilung: Akupunktur zur Selbstanwendung
Mit der Nadel zur Heilung: Akupunktur zur Selbstanwendung
Mit der Nadel zur Heilung: Akupunktur zur Selbstanwendung
eBook315 Seiten3 Stunden

Mit der Nadel zur Heilung: Akupunktur zur Selbstanwendung

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Über dieses E-Book

Die Akupunktur, die Therapie mit Nadeln, ist die bei uns wohl bekannteste Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie ist eine von der WHO, der "World Health Organisation", anerkannte Behandlungsmethode. Doch sie kann viel mehr als man es ihr zutraut und als es die Krankenkassa bezahlt. Besonders bei psychischen Problemen, bei Burnout, bei Regel- und Wechselbeschwerden, bei Verdauungsproblemen, bei Stress-bedingten Erkrankungen, bei Allergien und Unverträglichkeiten, bei Autoimmunerkrankungen und bei Schmerzen kann die Akupunktur wahre Wunder vollbringen. Die Voraussetzung dafür ist, dass man die Akupunktur mindestens einmal pro Woche, idealerweise sogar täglich oder auch mehrmals täglich, durchführt. Das schafft man meist nur, wenn man sich selbst akupunktiert und dadurch die Wirkung der Akupunktur einer Ärztin oder eines Arztes, einer Heilpraktikerin oder eines Heilpraktikers deutlich verstärkt. Wenn man merkt, wie gut einem die Therapie mit Nadeln tut, kann man sie auch ohne ärztliche Begleitung durchführen. Doch da gibt es einige Dinge zu beachten, damit die Akupunktur sicher bleibt und man die eigene Gesundheit nicht in Gefahr bringt. Dafür ist dieses Buch.

Dr. Georg Weidinger, ein erfahrener österreichischer Arzt und Akupunkteur, ist Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (OGTCM) und unterrichtet TCM und Akupunktur seit vielen Jahren nicht nur für Ärztinnen und Ärzte, sondern auch für verschiedenste Berufsgruppen und Laien.

Mit diesem Buch möchte er dazu beitragen, den Siegeszug dieser nicht-medikamentösen Therapie bei uns hier im Westen fortzusetzen. Durch die sichere Selbstanwendung sollen Berührungsängste mit der Behandlungsmethode abgebaut werden und der Beigeschmack des Elitären verschwinden.
SpracheDeutsch
HerausgeberOgtcm-Verlag
Erscheinungsdatum4. Okt. 2023
ISBN9783904098076
Mit der Nadel zur Heilung: Akupunktur zur Selbstanwendung
Autor

Georg Weidinger

Dr. med. Georg Weidinger ist Arzt, Autor, Dozent, Yogalehrer und Musiker. Einen großen Teil seiner Zeit widmet er der Weitergabe seines Wissens und seiner Erfahrungen, die er als Mensch und Arzt in den letzten vierzig Jahren gemacht hat. Er ist Präsident der Österreichischen Gesellschaft für TCM und bringt sowohl Laien als auch Ärztinnen und Ärzten die Kunst der Traditionellen Chinesischen Medizin bei. Georg Weidinger lebt mit seiner Frau, den drei Kindern und vielen Tieren in Forchtenstein im österreichischen Burgenland.

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    Buchvorschau

    Mit der Nadel zur Heilung - Georg Weidinger

    1. Vorwort

    Akupunktur ist eine effektive Methode, um vor allem Schmerzen, Allergien, psychische Probleme, Regel- und Wechselbeschwerden, Verdauungsprobleme und vieles mehr zu behandeln. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Akupunktur häufig, idealerweise mehrmals die Woche, täglich oder sogar mehrmals täglich angewandt wird. Dafür fehlt mir in meiner Arztpraxis leider die Zeit. Ich empfehle den Patientinnen und Patienten daher die Selbstanwendung mittels Akupressur, einer Methode, die gut ist, aber nicht so stark wirkt. Ideal ist die SICHERE SELBSTANWENDUNG der Akupunktur. Doch auch dafür brauche ich viel Zeit, um den Patientinnen und Patienten das beizubringen.

    2023 war es dann soweit: Das Bedürfnis der Patientinnen und Patienten in unserer Praxis nach Akupunktur war so groß, dass ich mich entschied, ein Akupunktur-Seminar speziell für die Selbstanwendung ins Leben zu rufen. Wir kündigten den Termin auf Facebook an und eine Stunde später war der Kurs ausgebucht. Wir gaben noch einen zweiten Termin her, der war eine Stunde später auch wieder ausgebucht und wir hatten über hundert Personen auf einer Warteliste!

    Ich versprach, mein Wissen aus vierzig Jahren Akupunkturerfahrung niederzuschreiben, und zwar so, dass es alle, nicht nur Ärztinnen und Ärzte, verstehen und nachvollziehen können. Das ist das nun vorliegende Buch.

    Diese Form der Akupunktur ersetzt nicht die fachmännische Akupunktur einer Ärztin oder eines Arztes. Im Gegenteil, sie verstärkt deutlich ihre Wirkung und unterstützt dadurch die medizinische Behandlung. Und das muss einem jeden Arzt, einer jeden Ärztin, nur Recht sein, dass Betroffene selbst an ihrer Genesung arbeiten.

    Können Sie sich an „Ötzi" erinnern, die Mumie, die im September 1991 in den Tiroler Alpen entdeckt worden ist? Der mehr als fünftausend Jahre alte Steinzeitmensch trägt 61 Tätowierungen an seinem Körper. Ein Teil davon entspricht Akupunkturpunkten. Offensichtlich dienten sie als Vorlage zur Selbstbehandlung, in seinem Fall bei Schmerzen und Verdauungsproblemen. Also, wenn Ötzi es geschafft hat, sich selbst zu akupunktieren, warum sollten Sie es dann nicht auch können?

    Es gibt mehr als 100 verschiedene Arten zu akupunktieren. Mein Lehrer Dr. François Ramakers sagte immer: „Du wählst die, die dein Patient überlebt! Das hat er humoristisch gemeint, birgt aber eine tiefe Wahrheit in sich. In dem Werk „Nan Jing – Der Klassiker der Schwierigkeiten, verfasst etwa 200 nach Christus, wird eine Form der Akupunktur vorgestellt, bei der man nur fünf Punkte eines jeden Meridians verwendet. Diese befinden sich alle zwischen Hand und Ellenbogen oder zwischen Fuß und Knie. Das Großartige an dieser Methode ist, dass bei dieser Form der Akupunktur keine lebensnotwendigen Organe verletzt werden können. Diese Art der Akupunktur wurde dann prägend für die japanische Akupunktur, eine sichere und ungefährliche Form der Akupunktur, wenn man bestimmte Regeln einhält.

    Diese nehme ich als Vorlage für jene Akupunktur, die Sie bei sich selbst anwenden können. Dazu kombinieren wir noch Punkte aus der Ohrakupunktur, um Ihnen ein sicheres, effektives und bewehrtes Mittel gegen Ihre Beschwerden in die Hand zu legen.

    Kennen Sie die „Thrombose-Spritze? Das ist eine Spritze, mit Heparin gefüllt, einem Stoff, der die Blutgerinnung hemmt, die man sich dann selbst unter die Haut spritzen soll, wenn man zum Beispiel nach einer Operation nicht aufstehen kann und bereits zu Hause ist oder wenn man einen Langstreckenflug in der Holzklasse zu absolvieren hat. Hier bekommen Sie auch eine ärztliche Anleitung, sich selbst eine Nadel zu stechen. Doch diese Nadel ist viel dicker als unsere Akupunkturnadel, da bei Ersterer ja eine Flüssigkeit durch die Nadel in den Körper hinein soll. Auch stechen Sie diese Nadel bis ins subkutane Fettgewebe. So tief kommen wir mit unserer Akupunkturnadel nicht. Sie werden sehen, „keine große Sache ...!

    Jetzt müssen Sie es nur noch tun, die kleinen Nadeln in Ihre Haut stechen, genau nach Anleitung, nach Ihrem eigenen Empfinden und mit der Zeit nach Ihrem persönlichen Erfahrungsschatz. Tatsache ist, dass SIE IHREN Körper am allerbesten kennen! SIE spüren ganz genau, ob die Stelle für die Nadel passt! Kein Arzt und keine Ärztin kann das empfinden, was Sie selbst bei Ihrer Eigenakupunktur empfinden. Und das ist die Stärke dieser Methode: Wenn Sie sich gut Zeit geben, Ihren eigenen Körper kennenzulernen, achtsam und wertschätzend mit ihm umgehen, auf das hören, was er Ihnen sagt und dann noch darauf zu reagieren, sind Sie am richtigen Weg!

    Doch nur mit ein paar feinen Nadeln in die Haut stechen ist es nicht getan. Sie sollen auch verstehen, warum Sie Ihre Beschwerden haben und warum ausgerechnet an dieser oder jener Stelle. Mit diesem zusätzlichen Wissen können Sie Ihren Körper gezielt stärken, die wahre Ursache beheben und Fehler des Alltags, die Ihrem Körper nicht so bekommen, vermeiden. So knapp wie möglich werde ich es Ihnen darstellen, um den Rahmen des Buches nicht zu sprengen.

    Aus Erfahrung möchte ich Ihnen empfehlen, dass Sie einmal einen Akupunktur-Arzt oder -Ärztin auf Ihre Finger schauen lassen, während Sie sich selbst akupunktieren. Das kann bei einem Seminar sein oder in der Arztpraxis, ganz egal. Der Kollege oder die Kollegin kann Ihnen dann sicherlich Tipps aus der Erfahrung geben. Oder vielleicht ist es dann schon umgekehrt ...?

    Mir bleibt nur noch, Ihnen viel Freude mit der Akupunktur zu wünschen und viele heilende Aha-Erlebnisse mit Ihrem Körper, Ihrer Seele und Ihrem Geist!

    Ihr Georg Weidinger

    2. Einleitung

    1950 versprach Mao Zedong jedem Bürger der Volksrepublik China einen Arzt. Er hätte seinen Landsleuten am liebsten nur westliche Ärzte präsentiert, doch die hatte er nicht. Aus der Not heraus sandte er seine Soldaten ins Land hinaus, um all die Meister der alten Chinesischen Medizin zusammenzusuchen und mit ihnen eine Universität zu befüllen. Die traditionelle Medizin Chinas war mit 1900 verboten worden und so ließen sich nur noch ein paar greise Meister finden. Mao Zedong trat vor die Mediziner und sagte: „Ich will innerhalb von sechs Monaten Ärzte haben! Die Meister schüttelten verzweifelt die Köpfe: „Das geht nicht! Das kann kein Mensch lernen!, sprachen sie. Doch Mao Zedong setzte sich durch. Er vereinfachte das System der Akupunktur und der Kräutermedizin, ließ Fächer wie „Anatomie ganz weg und bekam nach sechs Monaten seine ersten Ärzte. Vom Volk wurden diese „Bloßfüßige genannt. Viele Chinesinnen und Chinesen verstarben an ihrem Unwissen und der fehlenden Erfahrung. So stachen sie Akupunkturnadeln vom Nacken her ins Gehirn oder zwischen den Rippen hindurch und verletzten innere Organe.

    Das ist der Grund, warum das Medizinstudium bei uns mindestens sechs Jahre dauert. Um die Medizin in ihrer ganzen Fülle anwenden zu können, sollten Sie daher Medizin studieren. Wissen schützt vor Fehlern und rettet Leben.

    Für die Akupunktur, die Sie bei sich selbst ausführen, bitte ich Sie, sich genau an meine Anweisungen zu halten. Dann werden Sie Schritt für Schritt die volle Kraft der Akupunktur erleben und sich dabei selbst nie in Gefahr bringen.

    Damit Sie meine Motivation verstehen, dieses Buch zu schreiben, möchte ich Ihnen meine Geschichte erzählen:

    Ich wuchs in einem Ärztehaushalt auf. Mein Vater war Internist, meine Mutter arbeitete in seiner Arztpraxis, organisierte alles und hielt ihm den Rücken frei. Bei uns zu Hause wurde ständig über Medizin und über Krankheiten geredet. So kann ich mich gut an die sonntäglichen Mittagessen erinnern, bei denen unser Vater oftmals lange schwieg, bis er schließlich hervorbrachte, wer „ihm denn wieder gestorben war".

    Mein Vater hatte den Blick des Gefäßspezialisten. So sah er gerne Leuten hinterher, um anschließend aus ihrem Gangbild eine medizinische Diagnose zu postulieren. Mein Vater war sehr fleißig und sehr kreativ. Er publizierte mehr als hundert Studien und entwickelte Geräte, damit Patientinnen und Patienten ihre schlechte Durchblutung der Beine „wegtrainieren konnten. Bei Gefäßspezialisten ist das „Gehtraining nach Dr. Weidinger noch immer in aller Munde.

    Ich ging noch in den Kindergarten, als er mich schon zu den Hausbesuchen mitnahm. Dabei erklärte er mir medizinische Belange wie einem Kollegen, erklärte mir, wie man infiltrierte und Injektionen gab. Intramuskulär, intravenös, subkutan, ich lernte alles und beobachtete jeden seiner Handgriffe. Mein Vater war noch von der alten Schule, ein guter Handwerker, der lieber tat als delegierte, der lieber einen Therapieversuch startete als noch eine Untersuchung in Auftrag zu geben. Sein Erfolg gab ihm recht. Neben seiner Arztpraxis war er auch ärztlicher Leiter von verschiedenen Krankenhäusern in Wien, ein Krankenhaus nach dem anderen, versteht sich.

    Mit zehn Jahren bekam ich Asthma bronchiale. Ich ging zu meinem Vater und sagte: „Papa, ich bekomme keine Luft! Mein Vater blickte auf von seiner Zeitung. „Du hast Asthma bronchiale. Das ist nicht gefährlich. Ich habe noch nie jemandem an Asthma bronchiale sterben sehen. An Asthma cardiale, dem Herzasthma, schon! Dazu muss man sagen, dass mein Vater nicht nur Angiologe, also Gefäßspezialist, sondern auch Kardiologe, also Herzspezialist, war. „Und wenn du was brauchst, dann nimmst du dir etwas!" Damit sprach mein Vater unseren Apothekerschrank im Wohnzimmer an, der vollgefüllt war mit Ärztemustern. Ärztemuster sind Medikamente, welche die Pharmafirmen Ärztinnen und Ärzten schenkten, damit sie immer die neuesten Medikamente zur Verführung hatten. So konnten sie diese ihren Patientinnen und Patienten anbieten oder einfach selbst schlucken. Für Letzteres hortete mein Vater diese in unserem Wohnzimmer.

    In den darauffolgenden Jahren war unser Wohnzimmerapothekerschrank mein bevorzugtes Spielzimmer und die Beipackzettel all der Medikamente meine bevorzugte Lektüre. Was es da alles zu lesen gab! Unglaublich, was ein einzelnes Medikament alles im Körper anstellen konnte, wenn man einmal neben der Hauptwirkung, wofür man ja eigentlich das Medikament nahm, all die Nebenwirkungen berücksichtigte! Ich schluckte und inhalierte in den darauffolgenden Jahren alles, was irgendwie mit „Atemnot, „Asthma bronchiale und „Allergie", weil die bekam ich dann auch noch, zu tun hatte. So bekam ich meine ersten Mitesser mit elf, als ich Cortison schluckte, schlechte Noten, Sodbrennen und Migräne, als ich auf Grund eines Euphyllinpräparates nicht mehr schlafen konnte, noch schlechtere Noten und Wortfindungsstörungen, als ich ein neuartiges Antihistamin zu mir nahm, welches mir den Kopf vernebelte. Die Nebenwirkungen wirkten bei mir sensationell. Meine Atemnot ließ das kalt. Mit sechzehn Jahren begann ich eine Desensibilisierung wegen meiner Allergien und fuhr dafür zweimal pro Woche nach Wien für eine subkutane Spritze. Auch hier waren die Nebenwirkungen bemerkenswert: Ich bekam leichtes Fieber und große Müdigkeit. Nach zwei Jahren beendete ich diese Tortur, indem ich vor einer Kontrolle ein für mich bewährtes Antihistamin schluckte, worauf die Allergen-Testung an der Haut nichts ergab und ich als geheilt entlassen wurde ...

    Mit siebzehn Jahren schickte mich meine Mutter zu einer damals neuen Methode, dem Biofeedback. Der Arzt hatte sich für mich, den Chefarztsohn, extra viel Zeit genommen. Das Biofeedback ergab nichts, brachte nichts. Der Arzt schlug eine andere Therapie vor: Ich sollte mein Elternhaus verlassen und ausziehen. Als ich das zu Hause erzählte, schrie mein Vater herum und meine Mutter weinte, die übliche Reaktion in unserer Familie zur Konfliktlösung. Mein Vater war ein begnadeter Arzt, als Familienvater hatte er, vorsichtig formuliert, so seine Schwächen.

    Es ist bekannt, dass Asthma bronchiale viel mit der Psyche und den Gefühlen zu tun hat. Doch dafür konnte ich nichts schlucken. Meine Gefühle lebte ich zur damaligen Zeit in der Musik aus, da ich Klavier spielte und komponierte.

    Dann fiel mir noch eine Therapie ein: Akupunktur. Ich besuchte eine junge Ärztin im neunten Wiener Gemeindebezirk. Ich erzählte ihr von meinen Beschwerden und sie akupunktierte mich, einmal die Woche, fünf Wochen lang. Dann brach ich die Therapie ab: Außer, dass die Akupunktur wirklich schmerzte, bemerkte ich gar nichts.

    Ich studierte Medizin mit der Absicht, Lungenfacharzt zu werden. Nach dem Medizinstudium fing ich auch sofort auf einer Lungenabteilung an. Ich hatte mich dort bereits vorgestellt und mir war eine Facharztstelle in Aussicht gestellt worden. Doch die hatten dort nichts an Therapien, was ich nicht selbst schon probiert hatte. Enttäuscht zog ich weiter und landete in einer Ausbildungsstelle für Neurologie. Dort war die Arbeitsbelastung so massiv, dass ich eine Dienstwohnung am Gelände bezog, weil die Zeit, nach Hause zu fahren, nicht ausreichte. Mehrmals die Woche ging ich ins Ärztezimmer und ließ mir eine Euphyllin-Infusion im Schuss in die Vene laufen. Bei den Patienten läuft die Infusion über mindestens eine Stunde, wegen des starken Herzklopfens.

    Trotzdem veränderte die Neurologie meinen Weg. Einer der Oberärzte war der berühmte Professor Meng, Neurologe und Akupunkteur, und er erinnerte mich an die Akupunktur. Diesmal wollte ich sie selbst ausprobieren. Ich kaufte mir ein Akupunkturbuch von Frau Professor Gertrude Kubiena, ein Buch, das sie später als ein „Kochrezeptebuch beschreiben würde, und stach mir ein paar wenige Punkte. Auf einmal war mein Asthma weg! Ich war von der Wirkung der Akupunktur so angetan, dass ich mich ein Monat lang jeden Tag mindestens einmal akupunktierte, jeweils immer nur zwei bis drei Punkte. Mein Asthma kehrte nie wieder in der Form, wie ich es gekannt hatte, zurück. Was blieb, war eine tiefe Erschöpfung, von der Arbeit und der Krankheit über all die Jahre. Also zog ich die Konsequenz: Ich kündigte an der Neurologie, machte meine Ausbildung zum Allgemeinmediziner fertig und begann meine „wahre Ausbildung in der Traditionellen Chinesischen Medizin ...

    Eine Erfahrung mit der Akupunktur habe ich Ihnen noch unterschlagen: Als ich vierzehn Jahre alt wahr, hatten wir zu Hause einen Reitstall und ich ein Pferd. Vier weitere Pferde waren bei uns eingestellt. Mein Pferd hatte ich vom Schlachter weggerettet. Er war ein russisches

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