Himmelreich am Jakobsweg: Meine Wanderungen auf Pilgerwegen in Deutschland und der Schweiz
Von Gitta Groer
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Über dieses E-Book
Gitta Groer
Gitta Groer, 1956 an der Bergstraße in Südhessen geboren und aufgewachsen, lebt seit vielen Jahren in einem kleinen Ort am Rand des Odenwalds. Hier hat sie die abwechslungsreiche Landschaft des Mittelgebirges direkt vor der Haustür und genießt gleichzeitig die Nähe zu Städten wie Darmstadt und Frankfurt. Nachdem Gitta Groer 2011 zum ersten Mal auf einem Jakobsweg in Spanien unterwegs war, schrieb sie ihre Erlebnisse für Freunde und Familie auf. Dabei stellte sie fest, dass ihr das Schreiben Spaß macht und es wurde neben dem Wandern zum Hobby. Mittlerweile ließ sie zwei ihrer Bücher veröffentlichen.
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Buchvorschau
Himmelreich am Jakobsweg - Gitta Groer
Für meine Familie und Freunde,
für alle, die mit Geschichten über das Wandern oder
Pilgern unterhalten werden wollen,
und für mich!
Inhaltsverzeichnis
So fing alles an
21. Mai - 23. Mai 2009: Pfälzer Jakobspilgerweg
Donnerstag (Himmelfahrt) 21.05.2009: Eschbach – Bad Bergzabern (ca. 10 km)
Freitag, 22.05.2009: Bad Bergzabern – Rumbach (ca. 20 km)
Samstag, 23.05.2009: Rumbach – Dahn und Landau – Eschbach (?? km)
03. Juni - 05. Juni 2010: Fränkisch-Schwäbischer Jakobsweg
Donnerstag (Fronleichnam), 03.06.2010: Eibelstadt - Gaukönigshofen (ca. 16 km)
Freitag, 04.06.2010: Gaukönigshofen – Aub (mindestens 14 km)
Samstag, 05.06.2010: Aub – Uffenheim (ca. 28 km zu Fuß)
03. Oktober - 06. Oktober 2010: Fränkisch-Schwäbischer Jakobsweg
Sonntag, 03.10.2010: Uffenheim – Steinach (ca. 14 km)
Montag, 04.10.2010: Steinach – Bettenfeld (ca. 22 km)
Dienstag, 05.10.2010: Bettenfeld – Wallhausen (ca. 19 km)
Mittwoch, 06.10.2010: Wallhausen - Crailsheim (ca. 23 km)
27. April - 01. Mai 2012: Fränkisch-Schwäbischer Jakobsweg
Freitag, 27.04.2012: Oberspeltach - Rosenberg (ca. 15 km)
Samstag, 28.04.2012: Rosenberg – Hohenstadt (ca. 28 km)
Sonntag, 29.04.2012: Hohenstadt - Heubach (ca. 22 km)
Montag, 30.04.2012: Heubach – Gussenstadt (ca. 20 km)
Dienstag, 01.05.2012: Gussenstadt – Lonsee (laut Angabe im Reiseführer 22 km)
Mittwoch, 02.05.2012: Lonsee - Crailsheim – Oberspeltach (ca. 10 km Fußweg)
16. Juni - 20. Juni 2014: Fränkisch-Schwäbischer Jakobsweg
Montag, 16.06.2014: Lonsee – Temmenhausen (ca. 10 km)
Dienstag, 17.06.2014: Temmenhausen – Ulm (ca. 18 km)
Mittwoch, 18.06.2014: Ulm – Oberdischingen (ca. 21 km)
Donnerstag, 19.06.2014: Oberdischingen – Äpfingen (ca. 22 km)
Freitag, 20.06.2014: Äpfingen - Biberach (ca. 12 km)
23. Mai - 05. Juni 2015: Oberschwäbischer Jakobsweg
Samstag, 23.05.2015: Biberach – Steinhausen (ca. 12 km, davon 5 km mit dem Bus)
Pfingstsonntag, 24.05.2015: Steinhausen – Mattenhaus (laut Buch ca. 17 km)
Pfingstmontag, 25.05.2015: Mattenhaus – Weingarten (laut Buch ca. 23 km, aber tatsächlich einige km mehr)
Dienstag, 26.05.2015: Pausentag in Weingarten
Mittwoch, 27.05.2015: Weingarten – Brochenzell (ca. 17 km)
Donnerstag, 28.05.2015: Brochenzell – Markdorf (ca. 15 km)
Freitag, 29.05.2015: Markdorf – Meersburg – Konstanz (ca. 16 km bis Meersburg)
Samstag, 30.05.2015: Konstanz – Märstetten (ca. 14 km)
Sonntag, 31.05.2015: Märstetten – Fischingen (ca. 27 km)
Montag, 01.06.2015: Au - Gibswil (ca. 14 km)
Dienstag, 02.06.2015: Gibswil – Rapperswil (ca. 17 km)
Mittwoch, 03.06.2015: Rapperswil – Einsiedeln (ca. 16 km)
Donnerstag, 04.06.2015: Einsiedeln – Alpthal (ca. 9 km)
Freitag, 05.06.2015: Heimreise
Und so hört es auf?
So fing alles an...
Scheinbar souverän, als hätte ich nie etwas anderes getan, als auf dem Jakobsweg zu pilgern, schultere ich meinen Rucksack und marschiere los. In Wirklichkeit bin ich total aufgeregt und stelle mich an, als wäre es ein riesengroßes Abenteuer drei Tage wandern zu gehen. Und das nicht einmal 100 km von meinem Heimatort entfernt.
Jakobsweg - bis vor einigen Jahren wusste ich gar nicht, dass es den gibt.
Bei einem Gespräch über Fernwanderwege hatte meine Freundin Gudrun von dem 800 km langen Camino Francés erzählt. Dem vermutlich bekanntesten aller Jakobswege. Er quert Nordspanien von Osten nach Westen, von der französischen Grenze bis zum Wallfahrtsort Santiago de Compostela. Neben Rom und Jerusalem eines der bedeutendsten Pilgerziele.
Ich war neugierig geworden und wollte mehr über diesen Weg erfahren. Beim Stöbern nach entsprechender Lektüre stellte ich überrascht fest, dass es jede Menge Bücher darüber gibt und deutlich mehr Jakobswege als den Camino Francés. Zahlreiche der spannenden Reiseberichte habe ich regelrecht verschlungen, das Vorhaben selbst fand ich jedoch ziemlich abwegig. Tag für Tag, bei Wind und Wetter Kilometer um Kilometer zu gehen. Das Gepäck mit sich zu schleppen, nur mit dem Nötigsten klar kommen zu müssen, in Massenunterkünften zu übernachten, die vermutlich jeglichen hygienischen Standard vermissen lassen. Zumindest in meiner Vorstellung.
Weshalb sollte man so etwas tun?
Dann bekam ich zum Geburtstag einen Tourenrucksack geschenkt. Ob der Inhalt meines Bücherregals Ideengeber war oder ob ich doch öfter als gedacht über Pilgerwanderungen und Jakobswege gesprochen hatte? So ganz klar war es mir nicht, aber ich wollte das Geschenk einweihen. Was bot sich mehr an, als ein paar Tage auf einem Jakobsweg zu wandern? Um das Besondere herauszufinden, das der Weg ja wohl haben musste, war es nicht notwendig nach Spanien zu reisen, sondern nur etwa eine Stunde mit dem Auto in die Pfalz zu fahren. Mittlerweile wusste ich, dass es auch dort einen Jakobsweg gibt. Der etwa 150 km lange Pfälzer Jakobspilgerweg führt von Speyer zum Kloster Hornbach, nahe der französischen Grenze.
Ich besorgte einen Pilgerführer mit Wegbeschreibung und Unterkunftsvorschlägen und begann zu organisieren. Der Weg hat zwei Varianten und ich entschied mich für einen Abschnitt auf der Südroute, von Eschbach nach Rumbach. Das sind insgesamt etwa 30 km, für die ich mir einschließlich der An- und Abreise mit Auto und Zug drei Tage Zeit nehmen wollte. Die Etappenziele legte ich so, dass es von der täglichen Entfernung her einigermaßen passte. Nun mussten noch zwei Übernachtungen gebucht werden, was schwieriger war als gedacht. Nicht nur, weil ich mir das Wochenende um Himmelfahrt ausgesucht hatte und es deshalb in der beliebten Ausflugsgegend nur noch wenige Zimmer gab, auch waren die Preise ziemlich saftig und es galt preisgünstige Möglichkeiten zu finden.
Den Rucksack packte ich mehrmals ein, wieder aus, sortierte um, packte neu und kam zum Schluss immer noch auf stolze 9,5 kg. Wohlgemerkt ohne Handtücher und Schlafsack, was bei einer Pilgerwanderung in Spanien nicht fehlen sollte. Außerdem kommen noch Getränke und vielleicht etwas zum Essen dazu. Aber da ich sicher war, auf nichts verzichten zu können, musste ich in den sauren Apfel beißen und das schwere Gepäck auf dem Rücken schleppen.
Ich hatte noch nie so lange und so ausführlich einen Kurzurlaub geplant, aber endlich konnte es losgehen.
21. Mai - 23. Mai 2009
Pfälzer Jakobspilgerweg
von Eschbach bis Rumbach
Blick über die leicht hügelige Landschaft zum Pflälzerwald
Donnerstag (Himmelfahrt) 21.05.2009
Eschbach – Bad Bergzabern (ca. 10 km)
Im Tagebuch steht: Prompt verlaufe ich mich. Zum Glück treffe ich Leute, die ich nach dem Weg fragen kann und muss wieder zurück bis zur Wappenschmiede.
Bis ich die letzten Sachen gepackt, im Auto verstaut habe und loskomme, ist es fast 10 Uhr. Gegen Mittag erreiche ich Eschbach und parke mein Auto in einer Nebenstraße. Bei dem Gedanken mein Gefährt hier ein paar Tage stehen zu lassen, ist mir zwar ein wenig mulmig, aber ich hoffe, dass ich es am Sonntag wieder unversehrt vorfinde.
Betont lässig schultere ich meinen Rucksack und bin gespannt, was mich in den kommenden Tagen erwarten wird. Wenigstens schöne Natur wird es sein, denn immerhin ist die Mittelgebirgslandschaft Pfälzerwald das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Außerdem gedeihen in dem hier besonders milden Klima Wein, Feigen, Kiwis, Pinien, Zypressen, Palmen, Bananen, Esskastanien und Mandelbäume.
Eine ganze Weile suche ich nach dem Hinweiszeichen, mit dem die meisten Jakobswege markiert sind und das mich die nächsten Tage leiten soll - der Jakobsmuschel. Entnervt gebe ich schließlich auf und laufe auf dem Radweg parallel zur Landstraße in die hoffentlich richtige Richtung. Ein wenig hilft die Markierung der Deutschen Weinstraße, die in der vorderpfälzischen Hügellandschaft verläuft und als eine der ältesten touristischen Straßen gilt. Schon nach wenigen hundert Metern rinnen mir kleine Schweißtropfen über das Gesicht. Die Mittagssonne sorgt für schwüle 24 Grad, der Weg ist schattenlos und das ungewohnte Gewicht meines Gepäcks lastet schwer auf den Schultern. Na das kann ja heiter werden.
Später weiß ich, dass ich so ziemlich alles falsch gemacht habe. Ich bin zu spät gestartet, habe mich unnötig gestresst und bin das Projekt viel zu wenig entspannt angegangen. Zudem war das Gepäck im Rucksack falsch verteilt und dieser nicht richtig eingestellt.
Aber - nur aus Erfahrung wird man klug!
Etwa eine Stunde nachdem ich losgelaufen bin, entdecke ich an der Pfalzklinik, einer Reha Einrichtung, endlich das Schild mit der Jakobsmuschel. Mein erstes Jakobswegzeichen!
Ein besonderer Moment und der Beginn einer Leidenschaft, die mich bis heute nicht losgelassen hat.
Da ich keinen Sektkorken knallen lassen kann, nehme ich einen großen Schluck aus meiner Wasserflasche und halte den denkwürdigen Moment fest, indem ich die Muschel mit meinem Fotoapparat verewige. Das muss genügen.
Zuerst gehe ich noch in feierlichen Schritten, verfalle bald in den gewohnten Trab und erreiche wenig später eine Schutzhütte, die am heutigen Himmelfahrtstag bewirtschaftet ist. Jung und Alt hat sich auf den Weg gemacht und es herrscht gut gelauntes Treiben. Ein idealer Ort für die Mittagsrast. Ich suche mir einen Platz zwischen all den Ausflüglern und verspeise mein von zu Hause mitgebrachtes Pausenbrot. Zum Nachtisch gibt es Kaffee und ein Stück Blechkuchen und bevor ich allzu träge werde, ziehe ich wieder los.
Auf bequemen Wegen durch Felder und Wiesen geht es nach Klingenmünster. Der hübsche Weinort ist durch Ansiedlung von Bauern und Handwerkern um das damalige Reichskloster entstanden. Ich mache einen Abstecher, um die Reste der Klosteranlage zu besichtigen, aber es bleibt nur ein Blick auf hohe Mauern. Sowohl die Kirche als auch der Zugang zum Klostergarten sind verschlossen. Schade!
Die Wolken, die bedrohlich am Himmel aufziehen, während ich weiter durch die leicht hügelige Landschaft wandere, spornen mich zur Höchstleistung an. In flottem Tempo schaffe ich es gerade rechtzeitig in den nächsten Ort und die Dorfkneipe rettet mich vor dem heftigen Gewitterschauer. Eine Tasse Kaffee und ein Glas Mineralwasser später ist der Regenguss vorbei und erfreulicherweise auch die drückende Schwüle.
Ein Stück verläuft der Jakobsweg wieder auf der Deutschen Weinstraße und führt mich durch Weinberge und Dörfer mit herausgeputzten Fachwerkhäusern und rebengeschmückten Gassen. Bei Pleisweiler weckt das Hinweisschild mit der Aufschrift „sehenswerte Kirche" meine Neugierde. Ich weiche vom Weg ab, steige den Hang zu einem Wäldchen hinauf, verlaufe mich prompt und finde weder die Kirche noch die Richtung, in die ich weitergehen muss. Zum Glück treffe ich in dem Waldstück auf zwei Spaziergänger:
»Guten Tag! Ich fürchte, ich habe mich verlaufen. Können Sie mir sagen wie ich von hier nach Bad Bergzabern komme?«
Die beiden überlegen einen Moment:
»Sie können hier weiterlaufen, über den Hügel, dann hinunter in den Ort. Sie müssen aufpassen, der Weg geht ein wenig verwirrend im Zickzack durch den Wald. Ach, wissen sie was? Gehen sie doch besser dort den Hang hinunter und an der Biegung rechts.«
Der Mann deutet in die Richtung, aus der ich gekommen bin.
Ich bedanke mich, mache kehrt und folge missmutig der Beschreibung. Den Umweg zur angeblich sehenswerten Kirche hätte ich wohl besser sein lassen.
Kurz bevor ich wieder in Pleisweiler bin, hält ein Auto neben mir an. Es sind die beiden Spaziergänger:
»Sie wollen doch nach Bad Bergzabern. Wir fahren in die Richtung und können sie mitnehmen.«
»Sehr nett! Das Angebot nehme ich gerne an.«
Mein Gepäck wird im Kofferraum verstaut, ich plumpse auf die Rückbank und merke erst jetzt so richtig, dass meine Beine schwer sind und die Füße aus den Wanderstiefeln befreit werden wollen.
Schon wenige Minuten später halten wir am Ortsschild meines heutigen Etappenziels und die hilfsbereiten Pfälzer lassen mich aussteigen.
Das Paar wünscht mir Glück für die weitere Wanderung, fährt davon und ich nehme mir die letzte Etappe des Tages vor. Die führt mich an der Straße entlang bis zu meinem Hotel, das leider genau am anderen Ende des Ortes liegt. So bekomme ich zwar einen Eindruck von der Stadt, kann aber die herrschaftlichen Häuser und die alten Villen mit den parkähnlichen Gärten gar nicht entsprechend würdigen. Auch den hübsch angelegten Kurpark beachte ich nicht sonderlich und bleibe nur kurz an der überlebensgroßen hölzernen Statue mit der Figur des Heiligen Jakobs stehen. Ich bin einfach nur platt. Der Tag war definitiv zu anstrengend für eine ungeübte Pilgerin wie mich.
Das erste von vielen Jakobswegzeichen, die noch folgen werden
Der Weg führt durch schmucke Winzerdörfer
Als ich später noch einmal im Reiseführer nachlese, muss ich feststellen, dass ich im Wald nur wenige hundert Meter hätte weitergehen müssen und fast gegenüber meinem Quartier den Hügel heruntergekommen wäre. Dumm gelaufen!
Kurz nach 18 Uhr betrete ich erschöpft das kleine Hotel, in dem ich für diese Nacht ein Zimmer gebucht habe. Das Haus scheint renovierungsbedürftig, die
