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In jenen Nächten
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eBook254 Seiten2 Stunden

In jenen Nächten

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Über dieses E-Book

Im Roman werden Personen in ihrer Widersprüchlichkeit, mit ihren Stärken und Schwächen, mit ihren Ecken und Kanten, in der ganzen Bandbreite menschlicher Möglichkeiten gezeichnet. Auch die Hauptfigur Jan Mommsen ist in die Reihe derer einzuordnen, die sich in ihrem beruflichen und privaten Handeln ambivalent verhalten. Durch den Wechsel von Para- und Hypotaxen, von Dialogen und gefühlvollen Beschreibungen wird ein hohes Maß an Authentizität, an Spannung und an emotionaler Anteilnahme erreicht. Das Leben ist auf den ersten Blick nicht gerecht. Deshalb gibt es auch kein Happy End für Jan Mommsen und seine Familie und Freunde. Und die meisten Figuren des Romans, die juristische oder moralische Schuld auf sich geladen haben, können mit gesellschaftlichen Mechanismen rechnen, die es ihnen ermöglichen weiterzumachen, als ob nichts geschehen wäre. Der Roman macht deutlich, dass Gefühle viel stärker in unser Alltagshandeln eingreifen als uns Menschen bewusst ist. Wir glauben unreflektiert an die Macht des Verstandes, doch die Macht der Gefühle erweist sich in vielen Situationen und in der Bilanz vieler Biografien als bedeutsamer.
SpracheDeutsch
Herausgeberneobooks
Erscheinungsdatum6. März 2015
ISBN9783738016574
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    Buchvorschau

    In jenen Nächten - Eberhard Meier

    Von Frau zu Frau

    Frau Schönau biegt mit Herrn Mommsen den Hauptweg ein, der zum Hotel führt. Die beiden gehen schweigend durch die nebelverhangene Anlage. Er fühlt sich geborgen in ihrer Nähe und genießt es, trotz aller momentanen Belastungen, ihr so nahe zu sein. Regine Schönau strahlt einen Charme aus, dem er sich nicht entziehen kann. Sie ist mittelgroß, schlank, hat ihre dunkelblonden Haare mit ein paar hellen Strähnchen durchsetzt, ist dezent geschminkt und „hanseatisch" gekleidet. Sie trägt ein dunkelblaues Kostüm mit einer weißen Bluse und einem modisch geknoteten Halstuch. Der ebenfalls dunkelblaue, gerade geschnittene Mantel geht knapp über die Knie, der Kragen ist hoch geschlagen. Dazu trägt sie passende Pumps. Jan Mommsen mag diesen Modestil. Er passt hundertprozentig zu ihrer Persönlichkeit, die sich durch Zurückhaltung, Bescheidenheit, Selbstsicherheit und zielgerichtetes Handeln auszeichnet.

    Unter ihren Füßen knirscht der Split, mit dem die Wege des Parks bestreut sind.

    Plötzlich sagt er:

    „Ich heiße übrigens Jan."

    „Ach, lassen Sie uns noch beim ‚Sie‘ bleiben, antwortet sie. „Wir kennen uns ja kaum.

    Mit dieser Antwort hat er nicht gerechnet.

    Er murmelt etwas förmlich:

    „Na gut, akzeptiert, Frau Schönau."

    „Eine starke Frau, die weiß, was sie will", denkt er sich, während sie schweigend weitergehen.

    Aus dem Nebel taucht eine Person auf und kommt ihnen näher. Frau Schönau erkennt sie als erste.

    „Guten Abend, Frau Rosenberg! Noch etwas Luft schnappen?", spricht sie die Spaziergängerin an. Die bleibt stehen, sagt aber kein Wort. Auch Frau Schönau und Herr Mommsen bleiben stehen. Sie sehen die Tränen in den Augen der jungen Frau. Frau Schönau geht auf Frau Rosenberg zu und nimmt sie in die Arme. Sie weiß instinktiv, dass das die richtige Geste

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